KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2021 KW 18

Montag

Sehr unruhig geschlafen, aber trotzdem einigermaßen gut gegen sechs Uhr aufgestanden. Nach dem Frühstück einen Morgenspaziergang gemacht, um gute Chancen auf Erreichung meiner Tagesschritte (12.000) zu haben. Der Morgen war klar und frisch und es war viel los auf den Straßen: Müllwagen und LKWs umkurvten zarte SUVs mit großäugigen Müttern darin.

Auf der Arbeit habe ich mich mit dem Lesen von Protokollen (ich war ja lange nicht da) und mit CSS beschäftigt. CSS ist nicht direkt meine Stärke, aber ich bin halt der Einzige bei uns mit Erfahrung darin und eigentlich bin ich immer froh, wenn ich auf der Arbeit technische Dinge tun kann.

Im Laufe des Vormittages hatte ich meine erste Fika per Videocall mit einer lieben Kollegin und das war eindeutig das Highlight des Tages. Am Nachmittag war ich Einkaufen und habe ein paar Dinge im Haushalt erledigt. Später kam Freund M. vorbei und wir machten einen ordentlichen Spaziergang im Kaiserberg danach saßen wir noch gemütlich in meiner Küche.

Abends gab es für mich Salat und eine leichte Gemüsepfanne mit Paprika, Zuccini und Spitzkohl. Dazu Hähnchen. Die Hälfte ließ ich für den nächsten Tag übrig. Nach dem Duschen saß ich noch auf meinem neuen Poäng und erfreute mich bloggenderweise meines Lebens.

Dienstag

Auch diese Nacht eher bescheiden geschlafen, aber es ging dann doch ganz gut. Ich hatte sehr ausschweifende und sehr verrückte Träume über Vampire und ich hoffe, dass ich heute Zeit dazu finde, die Träume auch aufzuschreiben.

Aufgestanden bin ich um sechs Uhr und habe erst einmal die Morgenrunde gedacht. Es läuft gerade dann doch nicht ganz so schlecht mit den Strukturen!

Das Homeoffice ist dienstags häufig von Besprechungen geprägt und heute ist es besonders gedrängt. Der (noch immer verkürzte) Arbeitstag ist so schnell gefüllt.

Ab dem Nachmittag aufgekratzt und aufgedreht gewesen. Ich habe versucht, die Aufregung mit Aktivitäten zu übertünchen aber alles mündete in eine komplett schlaflose Nacht. Am Abend noch eine Fressattacke.

Mittwoch

Irgendwann etwas Schlaf in den frühen Morgendstunden. Ich war komplett arbeitsunfähig und habe mich krank gemeldet. Schlaf nachgeholt. Dann beim Kaffee Manöverkritik: Wenn ich ehrlich zu mir selber bin, so habe ich die seit Tagen ansteigende Unruhe ignoriert und ich von ihr abgelenkt, anstatt etwas für mich selber zu tun. Spätestens am Dienstagabend hätte ich meine Tropfen nehmen sollen.

Den Rest des Tages habe ich mit einem Fußmarsch durch Sonnenschein, Regen und Hagel verbracht. Das hat gut getan. Danach ein warmes Bad, ,,Star Trek Beyond'', 25 ml Atosil-Tropfen und dem festen Vorsatz, mehr zur Eigenberuhigung zu tun.

Donnerstag

Die Nacht war dank der Tropfen relativ schlafreich. Aufgestanden mit seltsamen Gefühlen, aber doch recht ausgeruht. Nach dem Müsli zu Frühstück habe ich die erst 3.800 Schritte des Tages gemacht. Das Wetter war trüb und kühl, aber die immer grüner werdenden Bäume taten der Seele gut. Danach ging es ins Homeoffice. Ich war recht motiviert bei der Sache.

***

Gegen Nachmittag stieg die Unruhe wieder, aber ich konnte mit Bewegung (Einkäufe, Umwege), Meditation und angenehmen Beschäftigungen wie Bloggen ein bisschen etwas dagegen tun. Ich begann einzusehen, dass ich diese Unruhezustände nun mal zur Zeit eben akzeptieren muss, denn für einen recht ordentlichen Teil meines ,,Unruhepakets'' gibt es Ursache, die so schnell nicht weggehen wird. Diesen Grund kann ich hier natürlich nicht nennen. Also: Akzeptanz und Weitermachen!

* * *

Ich habe einen Impftermin Ende Mai! Ich hatte meinen Arzt angerufen und gefragt, welche Prioritätsgruppe ich denn mit meinen Vorerkrankungen hätte und ich bin (für mich ein bisschen überraschend) Prioritätsgruppe 2. Über das Impfzentrum habe ich mir dann die Termine gemacht und abends war ich in Feierlaune.

Freitag

Der Freitag wäre recht unspektakulär gewesen: Nach Feierabend habe ich ein Brathähnchen gekauft und in den Ofen geschoben. Als es dann fertig war, haben es der Thronfolger und ich gemeinsam verzehrt. Es war recht gelungen, aber ich überlege, ob ich demnächst nicht lieber zum Hähnchenbrater am Bahnhof gehen sollte. Der hat immerhin einen Grillautomat.

Highlight des Tages: Wir haben Dunkirk geguckt, nachdem mich Armidas mit seiner Rezension angefixt hatte. Ich war begeistert ob der Spannung, der Kameraführung und der Detailfreude der Ausstattung. Nur der Score von Hans Zimmer ging mir irgendwann auf den Keks.

Nachdem der Thronfolger wieder zu Hause war, bin ich ein bisschen im Homekneiping versackt.

Samstag

Schluffisofasamstag als Homekneipingversackungsspätfolge. Ein kleiner Spaziergang, ein Telefongespräch. Eigentlich wollte ich mich mit der Serie ,,Shadow and Bone'' auf Netflix vergnügen (ich mag die Fantasywelt, in der die Serie spielt und auch die Ausstattung), aber dann hat mich ein Freund doch zu einer kleinen Runde Homekneiping überredet. ,,Ach, so eine oder zwei Stunden bin ich dabei!'' habe ich gesagt und es wurde sehr ziemlich spät.

Sonntag

Ebenfalls ein ruhiger Tag mit Spaziergang und diesmal doch ,,Shadow an Bones''. Ich ging zeitig zu Bett.

2021 KW 17

Montag

Vor Aufregung wegen des ersten Arbeitstages nach ungefähr drei Monaten sensationell schlecht geschlafen. Gefühlschaos aus Vorfreude und (eigentlich komplett unbegründeter) Angst.

Schlaf dann in den frühen Morgenstunden. Vollkommen zerknittert um sechs Uhr aufgestanden und nach dem Frühstück wieder hingelegt. Schlaf nachgeholt. Gegen halb elf kam der erlösende Anruf: Die Spedition war dran und meldete, in ca. 30 Minuten da zu sein. Das hat auch geklappt und so konnte ich dann einigermaßen zeitig nach Düsseldorf zur Arbeit fahren.

Ich wurde nach meinen drei Monaten Abwesenheit herzlich begrüßt und das hat sehr, sehr gut getan.

Nachdem die IT mir Anmeldepasswort zurückgesetzt hatte (hüstel), konnte ich mit dem Durcharbeiten meiner fast 400 E-Mails beginnen.

* * *

Für den ÖPNV trage ich jetzt eine FFP-2-Maske und -- holla! -- da bekomme ich ganz schön schlecht Luft mit. Immerhin ein Zeichen dafür, dass sie trotz meines Bartes doch einigermaßen abdichtet, oder?

* * *

Abends daheim in die Wanne gestiegen und ein wenig Youtube geguckt. Dann ging es zeitig zu Bett.

Dienstag

Gut geschlafen. Den Wecker von sechs auf sieben Uhr weitergestellt. Den Morgen ruhig mit Müsli, Kaffee und Feeds begonnen, doch schnell war da wieder die Unruhe in mir. Mir fehlen noch immer tragfähige Strukturen für den Alltag. Vielleicht hätte ich ja doch lieber früher aufstehen und erst einmal einen Morgenspaziergang machen sollen?

Immerhin bin ich nun wesentlich achtsamer als früher.

* * *

Den kurzen Arbeitstag mit Telefonieren und Videokonferenzen verbracht (Dienstag ist immer Besprechungstag). Eigentlich lief das ganz gut und ich konnte mich ein wenig zurücklehnen.

Jedoch fällt mir auf, dass ich im Homeoffice zu wenige und auch zu anstrengende Pause mache. Damit meine ich nicht die ,,große'' Mittagspause, sondern die kleinen Erholungspausen zwischendurch. Im Büro wird meine Zeit vor dem Monitor immer wieder durch kurze Gespräche (dienstlicher und nichtdienstlicher Natur) unterbrochen, aber daheim starre ich nur auf den Bildschirm und muss mich förmlich davon loseisen, um mal aus dem Fenster usw. zu schauen. Auch wenn Videokonferenzen schaue ich nicht umher, sondern starre in die Kamera, weil mir alles andere unhöflich vorkommt. Vielleicht sollte ich mir mal einen Wecker stellen und in den kleinen Pausen einfach aufstehen.

* * *

Am Nachmittag kam der Thronfolger vorbei und wir haben meinen kleinen Schreibtisch in die Wohnung von ihm und seiner Mutter gebracht. Ich arbeite nämlich an meinem Projekt ,,Wohnung gemütlich machen'' und dazu möchte ich diesen Tisch durch eine Leseecke ersetzen. Die Möbel aus einer aufstrebenden, schwedischen Möbelmanufaktur (hust) sind schon geliefert und müssen nur noch zusammengeschraubt werden.

Nach der Arbeit briet ich uns Burger. Der Thronfolger bekam zwei (große) Burger und einer war für mich übrig. Es gab sie als Cheeseburger mit Bacon und waren echt lecker. Die Wohnung roch noch den ganzen Abend köstlich.

Da noch so schön die Sonne schien, habe ich die Leseecke hintangestellt und den Balkon vorgezogen (im Projekt, nicht baulich!): Leerräumen, Putzen und diese komische Kunstrasenmatte, die ich von meinem Vormieter ,,geerbt'' habe, ausrollen und zuschneiden. Ganz passt die Sache nicht, aber für warme Füße reicht es. Dann schraubte ich den Bakonstuhl zusammen, dessen schwedischer Name ein bisschen wie ,,Klöten'' klingt. Das klappte prima und ich konnte in der Dämmerung nach Fledermäusen Ausschau halten. Leider waren heute keine zu sehen.

Gegen 23 Uhr eigentlich zu spät ins Bett. War aber schön gewesen!

Mittwoch

Gut geschlafen. Träume reich und wirr. Um sieben Uhr aufgestanden. Notiz an mich: Früher schlafen gehen!

Die Laune war gut und die Freude über den schönen Balkon gab noch einen zusätzlichen Schuss Euphorie in die Morgensuppe.

* * *

Die Welle der Leidenschaft hat Dich umspült.
Nun ist sie fort.
Zurückgewichen ins Meer der Möglichkeiten.

Du bleibst allein zurück.
Im Sand der Traurigkeit.

* * *

Abends mit einem alten Freund via Skype geredet und dabei einige Biere geleert. Es war ein schöner Abend.

Donnerstag

Ab Mittag besuchte mich ein Freund aus der Klinik und wir haben gemeinsam gekocht und danach noch auf WDR 4 eine Wiederholung von ,,Discothek'' im Radio gehört. Der Freund kam gerade noch rechtzeitig vor der Ausgangssperre nach Hause.

Freitag

Ein bisschen durch den Arbeitstag gequält, weil ich noch unbedingt etwas fertig machen wollte. Allerdings darf ich ja in der ersten Woche nicht länger als 4 Stunden arbeiten. Habe es aber noch hingekriegt.

Abends Homekneiping unter dem Motto ,,Bad Taste'': Jeder steuerte schlechte Musik für die Playlist bei und wir haben Tränen gelacht.

Samstag

Lange geschlafen. Am Nachmittag noch den letzten Stuhl zusammengeschraubt und aufgeräumt. Mit dem Thronfolger Pizza gebacken und ,,Zeitalter der Samurai'' geguckt.

Sonntag

Wanderung durch Neudorf, Hochfeld, Kaßlerfeld, Ruhrort (dort ein To-Go-Bier beim Hübi), Beeckerwerth und Laar. Von dort aus mit der Straßenbahn wieder nach Hause. Sehr schön, aber auch sehr anstrengend! Abends dann einen Burger und es ging früh zu Bett.

2021 KW 16

Montag

Gut, aber viel zu lange geschlafen. Für einen Moment hatte ich die Sorge, dass ich wieder in meine unguten und letztendlichen depressiven Verhaltensweisen zurückfalle, aber es lag wohl doch nur am Whiskey-Tasting am Samstag. Man ist einfach nichts mehr gewohnt ...

Aufgestanden um kurz vor zehn und erst mal das von mir sehr geschätzte Müsli aus Haferflocken, Sonnenblumen- und Kürbiskernen, Rosinen, Magerquark und Milch gefrühstückt. Dann erst einmal das Blog aktualisert und ein wenig die RSS-Feeds gelesen.

* * *

Ein kleiner großer Schreck, als ich ins Wohnzimmer kam: Durch die offene Balkontür ist ein kleiner Vogel (ich nehme an, es war ein Spatz) hereingeflogen und hatte den Weg hinaus nicht mehr gefunden. Er flatterte nun panisch zwischen den Fenstern nach draußen und dem Vorhang dahinter herum. Da die Fenster wie eine Art Erker nach außen sind, schaffte es der Vogel natürlich nicht zurück (dazu hätte er auch durch den Vorhang gemusst). Ich habe schnell die Tür zu- und die Fenster aufgemacht und der Spatz ist raus.

Uff!

* * *

Nach und nach fast die gesamte Wohnung geputzt (nur die Fenster fehlen noch) und das fühlte sich sehr gut an. Nach einem schönen Abendspaziergang gebadet und danach noch ein bisschen Tagebuch geführt.

Gegen zehn ins Bett.

Dienstag

In der Nacht kaum geschlafen. Ich habe keine Ahnung, warum! Steigt die Nervosität, weil ich nächste Woche wieder die Arbeit aufnehme? Bin ich am Montagmorgen zu spät aufgestanden?

Auf jeden wälzte ich mich herum und bin erst in den frühen Morgenstunden des Dienstag eingeschlafen. Träume waren wirr uns beunruhigend.

Aufgestanden um sechs Uhr, da ich unbedingt eine feste Tagesstruktur brauche. Das Müsli schmeckt gut und der Kaffee ist auch ok. Nach dem Aufschreiben der Traume ab auf zum Morgenspaziergang!

* * *

Der Tag war sehr arbeitsreich. Da ich ja so furchtbar müde war, bin ich einfach in Bewegung geblieben. In der Folge waren sogar meine Fenster geputzt!

Abends dann komischerweise viel zu lange aufgeblieben -- trotz der großen Müdigkeit.

Mittwoch

Um sechs Uhr den Wecker ausgestellt und weiter geschlafen. Irgendwie hatte ich einen Sofatag eingeplant, bin ich aber wieder spontan zu einem ,,Spaziergang'' aufgebrochen, der dann zu einer Wanderung mutierte.

Über den Duisburger Stadtwald ging es zum Entenfang. Dort habe ich mir wieder eine Frikadelle und ein Bier gegönnt (fast schon eine kleine Tradition). Danach bin ich am südlichen Ende der Sechs-Seen-Platte gelaufen, am Duisburger ,,Urwald'' entlang und um den Golfplatz herum. In Duisburg Buchholz bin ich in einen kleinen, gemütlichen Edeka-Markt ,,eingekehrt'' und habe mir dort Wasser und ein Brötchen gekauft. Rast dann im Schatten von Christoph 9. Am Böllertsee und dem Wambachsee entlang. Durch den Wedauer Wald bis zum Schlenk. Von dort aus ging es dann durch die Stadt wieder heim.

Gesamtdauer: 7-8 Stunden
Schritte: 37.153 Schritte
Länge: ca. 25 Kilometer (geschätzt!)

Nach der sehr späten Ankunft habe ich nur noch etwas gegessen und nach einer ausgiebigen Dusche ging es direkt ins Bett.

Donnerstag

Erst gegen acht Uhr aufgestanden, denn die Muskeln waren durch die lange Wanderung am Mittwoch arg strapaziert. Immerhin gut geschlafen!

Der Tag war noch nicht verplant und der Ausblick auf ihn hat mich sofort Angstzustände verpasst. Es ist schon irre: Anstatt mich zu freuen (,,Einen Tag zur freien Verfügung!'') macht mir das die Brust eng und ich beginne, schnell etwas zu planen (,,Einkaufen!'', ,,Küche putzen!'').

* * *

Zum Frühstück wieder Müsli, diesmal mit Butter- statt fettarmer Milch. War auch ganz gut.

Dann in Ruhe beim Kaffee die Feeds durchgegangen und gebloggt.

Die Aufregung vom Aufstehen hat sich gelegt, mir wird aber mit jedem Tag zu Hause mehr und mehr klar, wie sehr ich doch voller Ängste und Aufgeregheiten (eine Folge der Ängste) bin. Dummerweise gibt es wegen Corona momentan keinerlei ambulante Gruppentherapie, was sehr blöd ist.

Allerdings weiß ich die Ursache(n) dieser Ängste (die nichts in einem öffentlichen Blog zu suchen haben) und werde weiter daran arbeiten.

Das ,,Planen'' ist eben eine meiner bewährten Strategien gegen die Angst -- und eine Erklärung für meinen Fimmel für Todo-Listen und entsprechende Tools.

Inzwischen ,,plane'' ich sogar Dinge in meine Listen ein, die eher weniger ein ,,Todo'' als vielmehr erholsam sind, wie z.B. Lesen.

* * *

Gerade im Radio gehört: Die Grippewelle ist dieses Jahr ausgefallen.

* * *

Der Lacher des Tages kommt von Fefe:

(Zitat) Der Scholz will auch nicht Kanzler werden. Die SPD musste halt jemanden aufstellen und er war als einziger noch im Raum, als das Licht wieder anging. (/Zitat)

* * *

In den Tagesablauf immer wieder achtsame Ruhepausen eingebaut. Sobald die Erregung ein wenig nachließ, wurde ich sofort müde und schläfrig.

* * *

Braunbären sind doch auch nur Teddies mit Zähnen!
Und Klauen.
Und in groß.

* * *

Auf der Todo-Liste stand nach diversen Einkäufen und anderen Dingen der Punkt ,,Spaziergang''. Auch wenn ich nach der gestrigen Wanderung nicht unbedingt mein Tagesziel von 15.000 Schritten erreichen muss, habe ich eine schöne Runde gedreht und mich in den Botanischen Garten Duissern gesetzt. Auf den einzelnen Stühlen mit Blick auf die Wiese saßen einige Leute (mit genügend Sicherheitsabstand) und lauschten einem Klarinettenspieler. Ich suchte mir eine Bank etwas weiter weg und wurde ein wenig traurig bei dem Gedanken, dass solche Darbietungen höchstwahrscheinlich streng verboten sind, obwohl im konkreten Fall doch einfach nur jemand den Menschen eine Freude macht und dabei vielleicht ein paar Euro verdient.

Ein Kleinkind winkt mir fröhlich mit einem Stück Holz zu. Das Kind scheint mich zu mögen und lacht mich immer wieder an, was seiner Mutter irgendwie unangenehm zu sein scheint. Sie packt das lachende Knödelchen ein und geht weg.

Ein Mädchen und ein Junge im Alter von vielleicht zehen Jahren üben Jonglieren und Springseil. An diesem Donnerstagnachmittag scheint die Welt ganz plötzlich in Ordnung zu sein.

* * *

Abends starke Unruhe und eine Fress-Attacke. Nicht gut. Überhaupt nicht gut.

Freitag

Halb depressiv den Vormittag im Bett verbracht. Dann konnte ich mich aber wieder fangen und positive Gedanken aufbringen. Ich muss mir etwas Gutes tun!

Ein Wannenbad und ein wenig Lesen wirkten Wunder (obwohl ich mich für das Bad überwinden musste, denn eigentlich ist für mich Baden eine ,,Abendsache''). Danach saß ich auf dem Balkon und erledigte freundliche Korrespondenz. Eine freundliche Einladung nach Hamm musste ich ausschlagen, da ich morgen einem Freund helfen wollte.

Abends Homekneiping bis in die Puppen.

Samstag

Hätte nicht Freund J. vormittags bei mir geklingelt, um mich auf einen spontanen Spaziergang einzuladen, hätte ich glatt verpennt. So aber konnte ich jedoch rechtzeitig in die Klamotten springen und zu meinem Freund fahren. Wir konnten sein Projekt mit einiger Mühe gemeinsam wuppen.

Ich kam gerade noch rechtzeitig vor der Ausgangssperre nach Hause und aß einen späten Salat. Danach noch Homekneiping bis kurz nach zwölf Uhr und dann diszipliniert zu Bett.

Sonntag

Eigentlich hätte ich bereits bequem um sieben Uhr nach tiefem Schlaf aufstehen können, aber ich war noch vom Vortag derart erschöpft, dass ich meine inneren Antreiber zu einem Nachschläfchen bis zehn Uhr überreden konnte.

Der Tag tröpfelte dahin. Ich räumte auf und ging Spazieren. Telefonierte und hörte Musik. Das von mir bereits verbloggte Lied ,,Keep the Streets empty for me'' berührt mich sehr.

Zum Abendbrot Brokkoli mit Pelmeni, gewürzt mit Sambal Olek (das ist mal ein Crossover, was?). Das scharfe Gewürz vertrug ich jedoch nicht so gut. Details auf Anfrage.

2021 KW 15

Montag

Der erste Wochenanfang daheim nach der Klinik war einigermaßen in Ordnung. Die Nacht verlief zwar nicht ganz so gut, aber immerhin hinreichend. Ich merke jetzt erst nach und nach, in welchem Zustand ich eigentlich in der Gegend herumlaufe: Beim Einkauf bei Albrechts Discount bin ich fast verrückt geworden, weil da so viele Leute und alle so hektisch trubelig waren. Zwar konnte ich mich recht gut wieder selber beruhigen (ohne mir Süßes oder Fettes zu kaufen und zu essen), aber ich muss unbedingt weiter an meinen ,,Skills'' zur Eigenberuhigung arbeiten!

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Ich arbeite gerne mit dem Todo-Listenmanager Nirvana und er hat sich für mich als wirklich stressreduzierendes Helferlein herausgestellt, denn ich bin ich viel zu schnell viel zu aufgeregt und nervös, wenn mehrere ,,Aufgaben'' (das können auch Kleinigkeiten im Haushalt sein) gleichzeitig anstehen. Mit Nirvana kann ich die dann erfassen, sortieren und mir immer nur die nächsten anstehenden Aufgaben anzeigen lassen. Die arbeite ich dann nach und nach ab.

* * *

Den Editor ,,iA Writer'' kenne ich schon aus Mac-Tagen und habe ihn mal als Testversion für 14 Tage auf dem PC installiert. Diese Blogeinträge schreibe ich nämlich in Markdown und iA Writer unterstützt dies und bietet vor allen Dingen eine extrem aufgeräumte Oberfläche. Da es diesen Writer auch für Android gibt, wäre das vielleicht auch etwas für das Smartphone und vor allen Dingen die Chromebooks. Mit 29,99 $ ist die App zwar nicht gerade billig, aber ich benutze sie ja nun fast täglich.

Am Ende des Tages habe ich schon mal ein vorläufiges Ergebnis:

  • Die App läuft auf dem Windows-PC ganz wunderbar und ist für meine Bloggerei mehr als praktisch. Wird gekauft!
  • Auf dem Chromebook ist die Bedienung der Android-Version wie leider sehr häufig ein starker Schmerz im After und dadurch komplett (auf einem ChromeOS-Laptop!) unbrauchbar. Dort benutze ich weiterhin die wunderbare App ,,Text''.
  • Auf dem Smartphone funktioniert die App prima und jetzt kann ich damit auch meine Blogeinträge (deren Dateien im Google Drive liegen) direkt bearbeiten. Ich probiere erst einmal mit der eingeschränkten Testversion herum und entscheide später, ob ich die Vollversion kaufe.

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Da es am heutigen Montag auch gegen Mittag nicht regnen wollte, habe ich mal flugs alle mit ,,unterwegs'' getaggten Aufgaben (s.o.) hochgezogen und will möglichst viel mit Fußarbeit erledigen. Die Bude aufräumen kann ich auch, wenn es regnet.

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Falschen bitte lagernd stellen!!

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Alles hat wie am Schnürchen geklappt, bis auf den Trockner, der nicht mehr so recht trocknen will. Abends habe ich mir dann eine Flasche Bier aufgemacht und der Stadt beim dunkelwerden zugeschaut.

Ein schöner Tag, auch wenn ich mal wieder viel zu hektisch war.

Dienstag

Die Nacht war unruhig, weswegen ich ein bisschen länger im Bett geblieben und erst gegen acht anstatt gegen sechs Uhr aufgestanden bin. Der Blick auf die Todo-Liste zeigt mir, dass nichts wirklich Wichtiges oder Dringendes ansteht und deswegen überlege ich, eine kleine Wanderung zu machen.

Leider kommen mir ein paar Ideen für Linux-Programme auf dem Chromebook und eine ziemlich dunkle Regenwolke dazwischen.

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Das Aufschreiben des Traumes und das Bloggen hier mit dem iA Writer klappt wirklich sehr gut und es ist ziemlich schade, dass es ein solches Programm nicht so für das Chromebook (es gibt zwar Writer, aber das kann bei deutschem Tastaturlayout kein Fragezeichen ...).

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Ein Spaziergang zur Ruhr verwandelte sich in eine spontane Wanderung durch die Styrumer Ruhraue. Am Nachmittag war ich dann ganz schön erschöpft.

Abends kam der Thronfolger zu Besuch und ich briet die ersten Hüftsteaks meines Lebens. Sie sind ganz gut gelungen und schmeckten uns gut.

Mittwoch

Lange geschlafen. Eigentlich wollte ich einen Schluffisofatag einlegen, aber dann bin ich doch losgelaufen. Diesmal ging es durch den Duisburger Stadtwald bis zum Entenfang (auf Mülheimer Gebiet). An der Futterkrippe gönnte ich mir eine Frikadelle und das erste KöPi seit vielen, vielen Wochen. Der Rückweg an der Regattabahn entlang war ziemlich anstrengend.

Donnerstag

Den Vormittag über Dinge erledigt und am Nachmittag mich mit meinem ehemaligen Mitpatienten M. zu einem schönen Spaziergang über die Rheinbrücke Rheinhausen auf die andere Rheinseite. Von dort aus ging es über Duisburg-Hochfelder Eisenbahnbrücke wieder zurück. Im Rheinpark haben wir uns dann beim Ziegenpeter ein Bierchen gegönnt.

Ein sehr schöner Ausflug!

Freitag

Wieder lange geschlafen (das ,,Bierchen'' hüstel hatte durchaus seine Wirkung ...). Gegen Mittag das Buch ,,Geplant war Ewigkeit bei meiner Lieblingsbuchhandlung abgeholt und danach im Botanischen Garten ein bisschen gebloggt. Dabei ist mir erst jetzt aufgefallen, dass mein Texteditor ,,Text'' Syntext-Highlighting für Markdown anbietet! Wie praktisch!

Abends kam der Thronfolger vorbei. Wir aßen Burger und schauten die Doku-Serie Hitlers Kreis des Bösen zu Ende.

Samstag

Lange geschlafen. Abends Whiskey-Tasting via Videokonferenz. Das war sehr schön und interessant, aber ich vertrage Spirituosen einfach nicht: Gegen Ende des Tastings war ich ganz schön knülle.

Sonntag

Den Whiskey-Rausch ausgeschlafen. Eigentlich hatte es ein träger Tag werden sollen, doch ich bin dann doch zu Fuß nach Meiderich gelaufen und habe den dortigen Stadtpark besucht. Viele Erinnerungen hängen hier. Dann ging es weiter nach Duisburg-Ruhrort und von dort mit der Straßenbahn zurück nach Neudorf. Den späten Nachmittag habe mich mit den Filmen ,,Dracula untold'' und ,,Love and Monsters'' verbracht.

Zeitig zu Bett gegangen.

2021 KW 14

Montag

Erstaunlich gut geschlafen und fröhlich aufgewacht. Noch 3 Tage bis zur Heimfahrt!

Für den Tage hatte ich mir vorgenommen, mal in die Nachbarstadt zu wandern, doch mir kamen Zweifel: Ist das überhaupt erlaubt? Darf ich überhaupt zu Fuß in ein anderes Bundesland? Brauche ich einen Passierschein? Ein Visum?

Wenn ich das so richtig lese, sieht es ganz gut aus mit meiner Wanderung. Außerdem will ich ja nirgendwo einkehren, sondern einfach nur draußen im Grünen herumlaufen.

Leider war der Tag regnerisch. Ich bin trotzdem am Rhein entlang nach Unkel gelaufen, was erst ganz gut geklappt hat. Dann jedoch nahmen Wind und Regen zu und ich musste ich in einer Schutzhütte besagten Schutz suchen. Später lief ich weiter bis zur Burg Vilzelt. Die Burg ist nur der Rest einer kleinen Dienstburg, aber trotzdem schön anzuschauen. Eigentlich wollte ich danach am Rheinufer entlang wieder zurück, aber der Regen und der Wind wurden immer stärker. Auch unter meiner Regenjacke wurde es langsam ungemütlich, so dass ich durch das Städtchen gegen Wind und Graupel zum Bahnhof Unkel lief und von dort den Zug nach Bad Honnef nahm. Zurück in der Klinik habe ich erst einmal die nassen Klamotten gegen trockene getauscht und mich für zwei Stunden hingelegt. Die Kälte und die Anstrengung (ich war sehr schnell gegangen) war zu viel gewesen.

Dienstag

Wieder ein Tag mit vielen ,,letzten Malen'': Letztes Mal Großgruppe, letztes Mal Einzeltherapie. Am Nachmittag Besuch von meinem besten Freund Flöte. Wir sind durch Bad Honnef gewandert (etwas anderes blieb uns ,,in diesen Zeiten'' auch nicht übrig ...) und wanderten durch Wind, Sonnenschein, Graupel und Schnee. Allerdings war es nicht so schlimm wie mein Wanderversuch tags zuvor. Es tat unendlich gut, meinen alten Freund wiederzusehen und mit ihm zu Quatschen (es war auch viel Unsinn darunter).

Am Abend war ich mal wieder schön platt und habe Kram eingepackt. Zur Entspannung habe ich die SD-Karte, die in meinem kleinen LTE-Router habe, als Laufwerk freigegeben und nun kann ich von den Clients aus via FTP (!) darauf zugreifen. Das brauche ich zwar nicht, aber wer weiß, wofür das gut sein kann...

Mittwoch

Die Nacht war voll von vielen kurzen Träumen, die aber alle eine gewisse positive Grundstimmung hatten.

Aufgestanden wie gewöhnlich um sechs Uhr morgens. Die Aufregung steigt langsam, aber stetig. Der Koffer ist schon fast fertig gepackt und ich bin froh, eine Reisetasche mit Wäsche bereits vorgeschickt zu haben.

Donnerstag

Smartphone und Notizbuch: Die Welt in der Tasche und das Herz in der Hand.

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Abfahrtstag. Aufgeregt und müde. Voller Melancholie von meinem Zimmer verabschiedet. Was für eine irre Zeit hier! Der Sessel in der Leseecke schaut traurig, der kleine Schreibtist beleidigt. Der Blick aus dem Fenster ist neutral wie eh und je. Die Schranktür klappert ein letztes Mal.

Abschniednehmen von den Geistern dieses Ortes. Die Gespenster, die ich von hier mitnehmen werde, sind keine Angstgestalten -- sie sind Schemen des Gefühls am Rande meiner Wahrnehmung.

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Am Lieblingsplatz am Ohbach sitzen und noch einmal dem Plätschern zuhören. Noch einmal Abschied nehmen. Der Bagger am Ufer gegenüber schweigt heute mir zuliebe.

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Daheim in Duisburg erst einmal vor Freude geweint.

Freitag

Gedanke: Vielleicht sind Smartphones nicht unbedingt nur deswegen so attraktiv für die Menschen, weil sie viele kleine ,,Belohnungen'' in unser Hirn triggern, sondern auch, weil sie uns helfen, uns von unseren eigenen Emotionen abzuschotten.

Samstag

Fuck All The Perfect People - Chip Taylor

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Mundgerechte Tierhaltung!

Sonntag

Man kann auch Sehnsucht nach der Sehnsucht haben.

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In mythischer Vorzeit trank der alte, bärtige Mann Unmengen von Bier und wurde vor dem PC transzendent. Dabei hörte er skandinavische Runenmusik.

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Hallenbäder: Eine Mischung aus Ekel und Geilheit.

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Abends gemütlich in die Pullerwanne und dabei ein wenig gelesen. Das Leben ist schön!

2021 KW 13

Montag

Die Woche fängt mit Muskelkater an und das ist eigentlich ganz gut so. Die gestrige Wanderung war ja auch recht ordentlich mit bergauf und allem.

Heute beginnt der Countdown: Noch zehn Tage bis zur Heimreise! Morgen sind es nur noch neun Tage! Das Gesetz der Zahlen ist doch etwas wundervolles, nicht wahr?

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Spruchkalenderspruch ausgedacht:

Wenn der Staub sich legt,
werden die Mutigen weise.

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Noch einen Spruchkalenderspruch ausgedacht:

Wenn Du Deine Spruchkalendersprüche erklären musst, sollst Du Dir ein klügeres Publikum suchen!

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Seitdem ich hier in der Klinik bin, habe ich meinen Bart nicht mehr gestutzt (bis auf ein paar Fransen am Schnäuzer). So langsam gerät er mir aber außer Kontrolle. Falls es nach meiner Entlassung aus der Klinik noch einen gibt, werde ich mir bei einem Barbier wohl einen Termin geben lassen.

Markus mit Zauselbart

Dienstag

Diesen komischen Sand, den man morgens manchmal in den Augenwinkeln hat, nennt man in meiner sauerländischen Heimat Kies. Wenn man Streit mit jemandem hat, dann nennt man das Knatsch. Wenn es sich aber nicht um einen klassischen Streit, sondern mehr um eine Meinungsverschiedenheit handelt, so nennt man dies Meinungsverschiedenheit.

* * *

Momentan empfinde ich Freude über mein mobiles Acer-Chromebook in Verbindung mit dem kleinen LTE-Router. Sicher würde ich auf der eher billigen und flachen Tastatur des Acers keine längeren Texte schreiben wollen, aber als mobiles, billiges ,,Überall-Gerät'' ist es bis auf das spiegelnde Display sehr gut geeignet. Der LTE-Router ist im Energiesparmodus, d.h. die WLAN-Reichweite ist gering und das Gerät geht nach 15 Minuten Inaktivität offline (Standby). Aus dem Standby weckt man das Gerät mit einem Druck auf einer der zwei Hardware-Tasten wieder auf. Die Details (Reichweite, Timeout) kann man aber nach Wunsch selber einrichten. Da ich mobil beim Schreiben das Chromebook auch gerne mal zwischendurch offline nehme, aber keine Lust habe, den Router aus dem Rucksack zu fummeln, wenn ich wieder online gehen will, so habe ich einen netten, kleinen Workaround: Ich hänge einfach in der Zwischenzeit das Smartphone in das WLAN und das verhindert dann den Standby-Modus. Wenn ich dann weiterziehe, schalte ich am Smartphone das WLAN aus (wodurch der Router eben nach 15 Minuten in den Standby-Modus geht) oder ich fahre den Router via Smartphone-App direkt runter.

Ist Technik nicht etwas Wunderbares?

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Auf dem Abendspaziergang kamen mir zwei kernige, junge Burschen entgegen. Einer von ihnen grüßte freundlich. Als beide an mir vorbei waren, rief er mir hinter mir her: ,,HABEN SEI WAS?''. Ich drehte mich irritiert um und fragte zurück: ,,Wie bitte?'' Der Bursche wiederholte seine Frage und machte mit der rechten Hand eine Raucher-Handbewegung.

Entweder, ich habe inzwischen (vielleicht durch den Bart?) eine hohe Kiffer-Credibility oder der Typ ist einfach nur sehr, sehr dumm.

Mittwoch

Seit Oktober 2020 habe ich nun 30 kg abgenommen, alleine davon 14,5 kg in Bad Tinnef:

Gewichtskurve am 30.03.2021

Die 14,5 kg sind ungefähr ein ganzer voller Kasten Bier (20 x 0,5 l), den ich seitdem weniger mit mir herumtrage.

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Ein Plan ist ein Versuch, die Zukunft zu kontrollieren.

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In der Zeit bis zum letzten Bilanzgespräch sitze ich am Ohbach auf der Bank in der Nähe des Spielplatzes und genieße die relative Ruhe (weiter unten an der Designhochschule wird gebaggert). Die Sonne scheint (ich sitze im Schatten) und die Bäume blühen. Leider blüht auch mein Heuschnupfen, aber es hält sich noch in Grenzen. Ob ich mir eine Ladung Cetirizin besorge?

Donnerstag

Das Cetirizin wirkt gut, macht mich aber auch ganz schön müde.

Die Abendrunde war länger als gedacht und ich kraxelte auf der Insel Grafenwerth über die große Steine, um am Rheinstrand ein Foto zu machen. Auf dem Rückweg ging es wieder nur mit Kletterei und das strengte meine eh schon strapazierten Muskeln ganz schön an. Ich landete auch noch innerhalb der Absperrung einer großen Baustelle und wollte nicht wieder über den für mich teilweise gefährlichen Weg zum Wasser zurück. Zum Glück war die Baustelle für den Tag nicht mehr in Betrieb, ich fand jedoch keinen Ausgang. Fast hätte ich ein Seil durchgeschnitten, mit dem zwei Bauzaunteile miteinander verbunden waren (ich hatte mein Taschenmesser dabei), jedoch wollte ich keine Sachbeschädigung begehen. Später fand ich doch noch einen doch noch einen Durchschlupf.

In der Klinik stellte ich fest, dass ich irgendwo meinen Schrittzähler verloren hatte. Das ist schade, aber ich habe davon noch ein zweites Gerät und für die restliche Zeit hier in Bad Honnef will ich Google Fit als Schrittzähler nutzen.

Freitag

Am frühen, stillen Karfreitag den Ohbach entlang zur Fuchshardtkapelle gestapft. Es waren zwar durchaus ein paar Leute unterwegs, aber im Großen und Ganzen ein verzauberter Morgen. Ich hatte befürchtet, dass an diesem Feiertag an der Kapelle im Wald viel los sein könnte und bin deswegen direkt nach dem Frühstück losgelaufen. Meine Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet, denn ich hatte die Kapelle für mich ganz alleine und konnte mich von diesem wundervollen Ort würdig verabschieden. Während ich dort in stillem Gebet saß, hörte ich von draußen lautes Ramentern, Gerede und Gequake (man wundert sich, wie gut man von drinnen Leute draußen belauschen kann!). Dann öffnete jemand hinter mir die Pforte der Kapelle und ich hörte ein Kind sagen: ,,Da ist jemand drin!!'' Die Pforte ging wieder zu. Von mir aus hätten die Leute ruhig reinkommen können, aber so war es natürlich auch in Ordnung.

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Google Fit als Schrittzähler funktioniert ganz gut. Es scheint auch keine sonderlich großen Differenzen zu dem verlorenen Omron-Schrittzähler zu geben. Die App zählt auch sogenannte Kardiopunkte mit stärkerer Aktivität. Für den Anfang hat mir Google 150 Kardiopunkte pro Woche vorgeschlagen. Am Ende des Tages kam die Meldung: ,,Sie haben ihr Wochenziel erreicht!'' :-)

Allerdings habe ich an diesem Tag mit mehr als 30.000 Schritten eindeutig übertrieben, denn am Abend schmerzten Gelenke und Rücken doch sehr.

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Abends habe ich mir Stefan Danziger Lost in DDR angeschaut.

Samstag

Da der Freitag so schrittreich gewesen war, habe ich die eigentlich geplante Wanderung nach Unkel verschoben und einen Schluffi-Tag eingelegt zwecks Erholung von Muskel und Knorpel. Ein wenig ärgerlich war es ja schon, dass die Sonne so schön zwischen den Wolken hervorblinzelte, aber ich hätte mich selber auf der Wanderung nur gequält und das ist auch nicht Sinn der Sache.

Da eine Mitpatientin Geburtstag hatte, habe ich ihr ein Sträußchen Blumen gekauft. Erst hatte ich die Befürchtung, dass man nur mit einem negativen Corona-Schnelltest in den Laden kommen würde, aber hier in Bad Honnef sind die Zahlen wohl gerade nicht so hoch. Einen Schnelltest würde ich auch im neuen Schnelltestzentrum nicht bekommen, da ich ja kein Bürger der Stadt bin.

Es hat aber alles gut geklappt und ich habe ein schönes, angemessenes Sträußchen kaufen können.

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Die Zeitformen hier im Blog ändern sich ständig: Mal berichte ich in der Vergangenheitsform, mal in der Gegenwart. Das hängt natürlich vom Zeitpunkt des Aufschreibens ab. Ich freue mich, dass ich diesen Wechsel inzwischen sehr souverän ignorieren kann.

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Wenn auf Station das Licht am Türschild des Badezimmers leuchtet, kann man einfach mal reingehen und die Frau, die in der Wanne sitzt und einen anschreit, fragen, warum denn das Licht am Türschild des Badezimmers leuchtet.

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Gedanken sind Worte,
projiziert auf die Rückwand meines Verstandes

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Auf meinem Schreibtischlein steht eine Tube ,,Sofort einziehende Handcreme'' -- falls jemand also einen Nachmieter sucht: Bitte melden!

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Man merkt, dass man langsam alt wird daran, dass die Nasenhaare grau werden.

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Am Abend gab es einen leckeren Burger (wir feierten den Geburtstag einer Mitpatientin), der mir schwer im Magen lag.

Sonntag

Gut und früh aus dem Bett gekommen, denn an den Wochenenden ist der Patientenwaschkeller (mitnichten der Ort, wo wir gewaschen werden, sondern wo wir waschen dürfen!) für alle Stationen frei und da ich wohl der einzige Patient hier mit einem Wecker bin habe ich um sechs Uhr (Ende der Nachtruhe) alle Maschinen frei.

Den Tag mit Spaziergängen und Lesen verbracht.

2021 KW 12

Montag

Seit gestern Abend schreibe ich diese Zeilen hier doch lieber wieder in eine Textdatei. Google Docs ist mir viel zu träge, vor allen Dingen auf meinem Extramobillaptop von Acer.

UTF-8 is beautiful!

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Das Heimweh knödelt und gleichzeitig kann ich mir die verbleibende Zeit gut einteilen: Noch diese Woche und dann die nächste und dann ist schon Ostern und danach nur noch zwei volle Tage und dann geht es schon nach Hause!

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Am Abend noch eine Runde über die Insel Grafenwerth gemacht und für einen Moment auf einer Parkbank Richtung Königswinter geschaut. Das war ein schöner Moment und mir sind wieder einige Gedanken für die Therapie gekommen.

Dienstag

Diese Welt will und will einfach nicht untergehen! Ich tue schon alles: Massenhaft Rindersteaks essen (und auspupsen!), SUV fahren und bei Amazon kaufen und noch immer tut sich so gut wie nichts! Das Leben eines Superschurken ist nicht leicht in diesen Tagen!

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Im Krautreporter-Newsletter las ich von einer coronalen Osterruhe. Spontan beschließe ich, einige Besorgungen (Souveniers für die Daheimgebliebenen) schon diese Woche zu machen. Wer weiß, was noch alles passiert ...

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Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder haben wieder um neue Corona-Maßnahmen gerungen.

Lustige Vorstellung: Im griechisch-römischen Stil?

PS: Den Gag hat sicher schon jemand gemacht, da bin ich mir sicher. Ist mir aber jetzt egal.

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warme Füße warme Hände fremde Hände

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Ich habe damit begonnen, Briefe an mein zukünftiges Ich zu schreiben und das fluppt ganz erstaunlich gut. Mal schauen, ob die Briefe (die in Wirklichkeit E-Mails sind) auch ankommen!

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Während der Abendrunde habe ich auf der Parkbank auf der Insel gesessen und auf den Rhein geschaut. Es fühlt sich gut an, dass ich mir das inzwischen selber erlauben kann.

Mittwoch

Ein Freund nennt die Pläne, Gründonnerstag in eine Art Feiertag zu verwandeln eine ,,sinnlose Geste des eigenen Versagens''.

Zitat aus seinem Eigenwerbetrailer von Klassik Radio Movie: ,,Helden mit Helmen!''

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Da musste ich dann doch wieder Lachen.

Manchmal können Dinge auch ganz einfach sein: Mich ärgerte, dass ich bei der Inhaltssuche auf meinem Chromebook immer auch Vorschläge für Android-Apps aus dem App-Store bekomme. Wenn ich z.B. meinen Feedreader ,,FreshRSS'' starten wollte, wurde mir auch eine App von diesem ,,Freshtorge'' angeboten und ich sah jedes Mal so ein komisches Gesicht in meiner Chromebook-Suchleiste. Den Quatsch kann man aber glücklicherweise abschalten.

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Beim Herumspielen mit dem Kalender fiel mir auf, dass die Zählweise der Kalenderwochen hier überhaupt nicht stimmt! Warum sagt mir das keiner? Gleich mal rückwirkend korrigiert.

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Wenn wir hier in der Klinik unsere Kämmerlein verlassen, herrscht für uns eine rigorose Maskenpflicht. Das ist nervig und gerade in Therapiesituationen (Gesprächstherapie!) schwierig. Auf die Palme treibt mich allerdings die Angewohnheit sehr vieler meiner Mitmenschen, einem nebenbei ohne echten Blickkontakt etwas ,,heimlich'' zuzuraunen. Da dies eh die Tendenz vieler Leute zum Nuscheln verstärkt verstehe ich von dem Sprachbrei, der mich anschwappt, maximal 50%. Den Rest erschließe ich mir dann meist, was mitunter zu ulkigen Missverständnissen führt.

Für mich ist das eine gute Übung in Abgrenzung, denn eigentlich sollte ich den lieben Mitmenschen klar und deutlich sagen, dass ich sie in solchen Situationen schlichtweg nicht verstehen kann.

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Mein Chromebook merkt sich jetzt die letzten fünf Inhalte der Zwischenablage und ich kann diese nun mit ,,Lupe+V'' aufrufen. Das ist schön! Die drei Sternchen, welche hier mehr oder weniger gut Sinninhalte trennen, sind nämlich in Wirklichkeit ein einfacher HTML-Code, den ich einfüge und nun gerne aus der besagten Zwischenablage hole.

Auch richte ich mir mein Acer-Chromebook (das kleine, mobile) und das Lenovo-Chromebook (das größere, eher stationäre) unterschiedlich ein: Auf dem Lenovo nutze ich mehr Web-Apps und auf dem Acer eher Android-Apps. Letzteres, da diese naturgemäß besser im Offlinemodus funktionieren.

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Manche Leute sprechen nahezu alles aus, was ihnen begegnet (Captain Obvious).

Abgrenzung! Abgrenzung!

Donnerstag

Eine Sache aus der Klinik beschäftigt mich sehr und ich lerne, meinem Gefühl zu trauen (sorry wegen der Nebulösität des Satzes, aber es geht leider nicht anders).

Die Schließtage über Ostern sind abgesagt und Angela Merkel gibt einen Fehler zu und das ist leider eine kleine Sensation, denn eigentlich sollten Menschen mit großer Verantwortung häufiger und ehrlicher Fehler eingestehen. Vielleicht könnten alle anderen aber auch ein wenig netter beim Verzeihen von Fehlern sein.

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,,Nashorn starb an Darmschluss'' ist heute tatsächlich eine Schlagzeile.

Freitag

Berufswunsch Kirchenkritikerin.

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Wieder viele Spaziergänge im herrlichen Frühlingssonnenschein. Meine Mutter erzählte mir am Telefon, bei ihrem Besuch sei ihr und meinem Vater doch stark aufgefallen, wie locker und offen ich doch gewesen sei und das sie sich sehr darüber freuen würden.

Ich selbst fühle mich tatsächlich sehr bei mir.

Gefühlsinventur: Heimweh, Freude, Aufregung, ,,Bald-geht-es-nach-Hause''-Modus, Vorfreude auf meinen Sohn, Sehnsucht (nach wem, schreibe ich hier nicht hin!), Gelassenheit, Melancholie.

Ich werde wohl eine Menge Gespenster von hier mit nach Hause nehmen.

Samstag

Viel gelesen an diesem Tag. Das Buch ,,Spearhead'' zu Ende gelesen. Es war sehr spannend und sehr bewegend. Außerdem habe ich mir noch eine neue, leichtere Schlägermütze für den Sommer gekauft.

Mützenträger sind übrigens intelligente Menschen, da die Mütze die Großhirnrinde (den Sitz der Vernunft!) wärmt.

Diese Erklärung habe ich mir soeben ausgedacht!

Nachmittags Besuch von einem treuen Freund. Wir gingen langsam Spazieren (der Freund hat ,,Rücken''). Abends habe ich dann wieder vor dem Schlafengehen ein wenig gelesen. Ich war so müde, dass ich mich über die Zeitumstellung ausnahmsweise gefreut habe. Normalerweise ärgere ich mich über diesen Unsinn nämlich.

Sonntag

Dank des frühen Nachtschlafes gut um 6 Uhr Sommerzeit aus dem Bett gekommen. Den Vormittag langsam und bedächtig spaziert und auch am Ohbach mal meditiert, was erstaunlich gut geklappt hat.

Nachmittags ging es dann mit der Fähre rüber auf die andere Rheinseite und zum Rolandsbogen hinauf. Das war ein schöner, aber auch sehr anstrengender Ausflug (ca. 25.000 Schritte) in guter Begleitung.

Abends dann noch ein wenig gebloggt und früh zu Bett.

2021 KW 11

Montag

Die Nacht war schlafreich und ich bin erst mit dem Wecker um sieben Uhr aufgestanden. Daher hatte ich keine Zeit, meine nächtlichen Träume aufzuschreiben und so habe ich sie schlichtweg vergessen.

Diverse Termine in der Klinik. Schwierigkeiten, mich auf mich selber einzulassen. Ich sollte wieder mit dem Meditieren beginnen.

Abends einen netten Spaziergang gemacht und immerhin unter 15.000 Schritten geblieben — ich darf es ja nicht übertreiben mit dem Laufen.

Dienstag

Der Meditationsversuch war ziemlich erfolgreich, weil ich dabei auch einige Ideen aus den bisherigen Therapien einbringen konnte. Wenn sich ,,meine'' Meditation bewährt, kann ich sie hier ja mal vorstellen.

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Laubvögel

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Trauerweide: Wo Kühe weinen

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BILD-Chefredakteur Julian Reichelt wurde beurlaubt. Ich denke an dieses Video.

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Spaziergang im Regen, Spaziergang im Hagel. Habe ich mich sehr gespürt und das war gut.

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,,Entzündet die Ursachen von Zahnfleischbekämpfungen"

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Hein Eigenmeim

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Am Abend wieder meine ,,Patrouille''. Ich hatte viel Freude an der Bewegung und mir ist beim Gehen aufgefallen, wie sehr ich mich doch selber oft in ,,unsichtbare Wände'' einsperre. Ich meine damit, dass ich mir selber ohne wirklichen Grund (außer meinem Bedürfnis nach Strukturen) Regeln auferlege, die mich dann einschränken.

Kann man machen. Muss man aber nicht!

Mittwoch

Ein Freund von mir ist corona-positiv und seine Familie ebenfalls. Laut seiner SMS haben seine Lieben aber nur leichte Symptome und er eher gar keine (er ist sich nicht sicher, ob die beim nicht durch normalen Heuschnupfen verursacht werden).

Donnerstag

Wir haben erfahren, dass eine Mitpatientin es hier nicht packt und in die Psychiatrie gebracht werden wird. Das macht uns alle sehr traurig. Ich muss nebenbei an einen Bekannten denken, der wohl noch immer meint, ich würde hier eine ,,Kur'' machen und der mir ,,gute Erholung'' wünscht. Mein Lachen bei diesem Gedanken ist eher bitter.

Freitag

Ursula Andress wird heuer 85 Jahre alt. Sie möchte anlässlich ihres Wiegenfestes noch einmal in einem weißen Bikini der Venus gleich dem Meeresschaum entsteigen und alle Menschen finden das gut. Sie nicken heftig mit den Köpfen, das Lächeln auf ihren Gesichtern jedoch ist eingefroren.

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Beim Lied ,,Restart Mann'' von Kapelle Petra fällt mir ein, dass ich doch wohl so einiges hierlassen werde in Bad Honnef.

Ich empfinde tiefe Dankbarkeit für Dinge, die ich von einem bestimmten Menschen gelernt habe, obwohl dieser Mensch nichts davon weiß und auch niemals davon erfahren wird.

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Abends hundekaputt ein bisschen beim Homekneiping zugehört und gelacht. Leider gab es Netzprobleme und ich konnte nicht immer alle gleichzeitig sehen.

Samstag

Obwohl ich früh im Bett war, reichte der Schlaf nicht ganz aus. Trotzdem mit einem Mitpatienten nach Königswinter spazierwandert und wieder Kaffee aus dem Kaufmannsladen geholt. Gute Gespräche, guter Kaffee, gute Gewohnheit!

Nach dem Mittagessen am Rhein gesessen und fast die Zeit vergessen (Merke: Witze aus Reimgründen sind nicht immer die Besten!). Zum Sitzen auf einer Parkbank war es ein wenig zu kalt und das Sonnenlicht für das leider spiegelige Display des Acer-Chromebooks ein wenig zu hell. Trotzdem eine gute Zeit.

Abends Homekneiping mit zitterndem Netz.

Sonntag

Erst kurz vor dem Frühstück aufgestanden. Körper und Geist brauchen Erholung. Ich bin sogar in Jogginghose und mit Schluffischlappen in den Speisesaal gegangen! Nach dem Frühstück noch eine halbe Stunde im Bett herumgegammelt. Nettes Gespräch in der Teeküche. Das Zimmer aufgeräumt und ein paar Computerdinge erledigt.

Mittags entpuppte sich das als vegetarischen ,,Burger'' beworbene Gericht als langweiliger Bratling mit Beilagen. Dank fetter Sauce Hollondaise, einem recht pfiffigen Gemüsemix (keine Ironie!) und dem sonntäglichen Eisdessert war die Mahlzeit dann doch noch ein Erfolg.

Am Nachmittag brachte ein Elternbesuch Abwechslung. Wir spazierten durch Bad Honnef und ließen uns von kaltem Wind beblasen. Eine seltsame Vorstellung: Es ist verboten, sich bei einem Eiscafé draußen auf eine Bank zu setzen und einen Kaffee zu trinken, aber in mehrfacher Klassenstärke in einer Blechröhre ,,auf Malle'' zu fliegen ist kein Problem!

Abends gingen mir beim Essen die Wörter aus und ich zog mich zeitig in meine Gemächer zurück. Ein friedlicher Abend mit klassischer Musik und vielen Buchstaben folgte.

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Es fühlt sich gut an, wenn man geduscht und beschlafanzugt und mit Kuschelsocken an den Füßen in seinem Zimmerlein sitzt und weiß, dass man heute nicht mehr rausgehen muss.

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Ich benutze ja neben dem mördermäßig großen und hypermegamodernen (hier stand übrigens erst ,,hypermegamordenden'') Smartphone ja noch ein kleines Nokia-Tastenhandy. Es dient mir als Uhr, Wecker und Kommunikationsanker, wenn seine große Schwester einen Maulkorb namens ,,Flugmodus'' trägt. Auch schreibe ich darauf gerne SMS, weil das so meditativ lange dauert. Mit einem Freund, der anstatt Messengerdiensten nur eben solche Kurznachrichten nutzt, schrob ich ein paar Nachrichten hin und her. Da er wie ich textlich zur Langform neigt, trudeln die einzelnen SMS, aus denen sein kleiner elektronischer Brief besteht, hier in 20-Sekunden-Abständen ein und ich warte geduldig darauf, seine Zeilen lesen zu können.

Ist das nicht putzig?

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Als mir oben bereits erwähnter Freund schrieb, dass ihm aufgrund einer Corona-Infektion das Bier nicht mehr schmecken würde, bekam ich Panik und steckte mir unerlaubterweise ein Hustenbonbon in den Mund. Meine Erleichterung kannte keine Grenzen, als sich Wildkirscharmona an meine Schleimhäute schmiegte! Wenn ich jetzt Bier trinken könnte, dann würde ich es auch schmecken!

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Wie viel km/h schafft so ein Schnelltest eigentlich?