KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2021 KW 20

Montag

Die Wanderung vom Sonntag hat mich ganz schön geplättet und ich habe viel Zeit auf meinem neuen Schwingsessel verbracht. Zum Glück Die Erschöpfung war so groß, dass sogar meine inneren Antreiber kurzzeitig die Schnauze gehalten haben. Ich nutzte die äußere und innere Ruhe dafür, ein virtuelles Mixtape für einen Menschen zu erstellen, den ich sehr mag. Zwar war wegen einer Kellerbaustelle der Strom abgestellt, aber meine beiden Chromebooks sowie der LTE-Router, den ich mir in Bad Honnef gekauft habe, waren aufgeladen.

Dienstag

Der Homeofficemorgen ist nieselig und trüb. Ich versuche, auf den morgendlichen Kaffee zu verzichten, weil das Koffein ja doch nur meine Unruhe vergrößert. Am Vormittag zwischenzeitlich völlig unbegründetes Herzeleid. Da macht mir eine meiner Störungen doch sehr zu schaffen.

Wenn mich Freunde fragen: ,,Wie geht es Dir?'' und ich das als Frage und nicht als Begrüßungsfloskel verstehe, dann sage ich momentan immer: ,,Licht und Schatten!''

Das Licht ist, dass ich viele Dinge aus der Klinik anwenden kann und nun von bestimmten Gefühlen nicht mehr so überflutet werde. Der Schatten ist, dass ich mich daran ganz schön abbarbeite und dass das furchtbar kräftezehrend ist.

* * *

Dienstag ist wie immer Videokonferenztag. Nach der ersten bekam ich leichte Kopfschmerzen.

* * *

Im Laufe des Tages stiegt die Unruhe immer weiter an. Nach Feierabend Einkäufe, dann eine große Runde gelaufen. Regelmäßige Bewegung scheint ein wichtiger Baustein für meine Selbstberuhigung zu sein.

Innere Unruhe bei gleichzeitiger Erschöpfung.

Abends noch letzte Arbeiten am ,,Mixtape'', danach im Schwingsessel gelesen.

Gegen 22 Uhr zu Bett.

Mittwoch

Unruhiger Schlaf mit sehr vielen Unterbrechungen. Zum Teil sehr beängstigende Träume in den frühen Morgenstunden. Vielleicht hätte ich doch um vier Uhr aufstehen sollen, anstatt mich noch weiter Herumzuwälzen.

Gegen halb sechs einigermaßen fit aufgestanden. Um die auch jetzt schon brennende Unruhe nicht weiter zu füttern, habe ich auf Kaffee verzichtet. In seltsam trüber Stimmung zur Arbeit nach Düsseldorf gefahren. Der Fußweg zur Dienststelle hat immerhin gut getan, die Musik dabei (aus der Wiedergabeliste ,,Schmackes'') half auch.

Der Arbeitstag fluppte mal so gut weg. Auf dem Heimweg habe ich in der Apotheke den Sidroga ,,Schlaf- und Nerventee'' gekauft, den ich in der Klinik sehr zu schätzen gelernt habe. Unter Patienten ist er als ,,Sockentee'' bekannt, weil er durch die Baldrianwurzel darin ein wenig streng schmeckt. Bei mir wirkt er jedoch gut und ich will erst einmal versuchen, mit pflanzlichen Mitteln etwas gegen die Unruhe zu tun, bevor ich mir eine regelmäßige Medikation verschreiben lasse.

Abends habe ich mit dem Thronfolger gemeinsam gekocht (Thunfischsteak, Brokkoli und Kartoffelspalten) und den Rest der Piratendoku geguckt. Danach habe ich noch schnell vor der Ausgangssperre einen Spaziergang gemacht um auf meine 12.000 Schritte täglich zu kommen. Danach Sockentee und Bett.

Donnerstag

Der Schlaf war noch immer unruhig, jedoch besser als in den Nächten zuvor. Ich scheine immer in einem Zweistunden-Takt aufzuwachen. Schon seltsam. Aufgestanden gegen Viertel nach fünf und einen Muckefuck getrunken.

Auf der Fahrt zur Arbeit in melancholischer, aber lebensbejahender Stimmung gewesen. Im Büro wieder sehr über die Gesellschaft meiner Kolleginnen gefreut. Gegen Mittag habe ich einem recht guten Einführungsvortrag zur (digitalen) Aktenführung gelauscht und auch wenn ich jetzt nicht viel Neues gelernt habe, so war der Vortrag hervorragend und ich konnte ein bisschen theoretisches Wissen auffrischen.

Freitag

Der Arbeitstag war recht unspektakulär. Ich habe viel in der alten Datenbank gearbeitet, die bald mit den anderen zusammengespielt wird. Abends besuchte mich der Thronfolger. Wir aßen Burger und schauten ,,Master and Commander'', einer meiner Lieblingsfilme.

Samstag

Lange geschlafen. Einkäufe erledigt.

Abends Homekneiping. Wir haben die erste Hälfte mit Powermetal gefüllt und hatten dabei viel Spaß.

Sonntag

Anlässlich eines defekten HDMI-Switches habe ich mal den Computerarbeitsplatz leergeräumt, geputzt und alles wieder neu verkabelt, inklusive dem neuen Switch. Danach viel auf dem Balkon gesessen.