KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2021 KW 19

Montag

Es ging mal wieder nach Düsseldorf in Bibliothek und Büro. Schon seltsam: Früher habe ich mich über jeden Homeofficetag gefreut, heute freue ich über jeden Tag, an denen ich die Bibliothek und vor allen Dingen meine Arbeitskolleginnen sehen darf! Der Tag (ich bin in der letzten Wiedereingliederungswoche mit nun acht Stunden täglich) ging flott rum. Besonders die Mittagspause an unserem großen Besprechungstisch (zu dritt, mit Abstand und Querlüften) war nett.

Daheim war ich aber total platt und ich habe mich mit einem Salat und Pizzabrötchen auf den Balkon gesetzt. Dazu habe ich angefangen, den Podcast ,,Sekten und Kulte'' zu hören, den mir der Thronfolger empfohlen hat. Der Podcast (den es leider nur bei Spotify zu hören gibt) ist gut produziert und ziemlich spannend, allerdings fand ich den Inhalt der ersten beiden Folgen (Teil 1, Teil 2) für mich ziemlich belastend, da es sich beim ,,Sektenführer'' Jeffrey Lundgren um eine schwer narzisstisch gestörte Persönlichkeit handelt und einige der Lesefröschlein hier wissen ja, dass mich dieses Thema aus biographischen Gründen ziemlich triggert.

Dienstag

Homeofficetag! Die Dienstbesprechungen waren mal wieder sehr anstrengend. Ich habe dabei immer das Gefühl, dass mich alle die ganze Zeit ansehen. Es gibt auch einen gewissen sozialen Druck, die Kamera eingeschaltet zu lassen.

Mittwoch

Ich habe meinen Kumpel M. aus der Klinik besucht. Wir hatten einen echt schönen Nachmittag und Abend, bei dem wir Bier tranken und uns durch seine Schallplattensammlung hörten. Ich musste aber wegen der Ausgangsbeschränkung zeitig wieder nach Hause. Dort habe ich mich dann noch für zwei Stunden ins Homekneiping eingeklinkt.

Donnerstag

Am Vatertag sind der Thronfolger und ich noch mal meine Lieblingswanderstrecke zum Entenfang gelaufen. Am dortigen Kiosk war eine Menge los und wir fragten uns, wie die betrunkenen Radfahrerväter wohl wieder heile nach Hause kommen wollten. Wir holten uns eine Wurst und ein Bier und verzehrten beides ein wenig abseits.

Als wir wieder in Neudorf ankamen war ich ganz schön kaputt. Für den Abend holten wir uns einen Grillteller bei hervorragenden Imbiss von Olga. Direkt, nachdem wir mit unserem Essen bei mir angekommen waren, setzte starker Regen ein.

Freitag

Ich fuhr wieder nach Düsseldorf. Der Brückentag war ruhig und ich unterhielt mich viel mit einer meiner Kolleginnen.

Abends wollte eigentlich der Thronfolger vorbeikommen, aber auf seinen Wunsch haben wir uns auf Samstag vertagt.

Da ich aber total unruhig war und irgendetwas für mich tun musste, habe ich ein Szegediner Gulasch gekocht. Es ist sehr gut geworden!

Samstag

Ich war Einkaufen und habe etwas im Haushalt erledigt. Am späten Nachmittag haben der Thronfolger und ich dann wieder Pizza gebacken und weiter die recht gelungene Doku-Reihe ,,Das verlorene Piratenreich'' geschaut.

Sonntag

Ich traf mich mit meinem alten Schulfreund A. und wir wanderten von Witten über Wetter nach Herdecke. Der Wettergott meinte es gut mit uns und wir liefen durch sonnengeflutete Wälder. Es ist immer wieder unglaublich, wie grün das Ruhrgebiet sein kann! Wetter und Herdecke entpuppten sich als sehr nett Städtchen und wir trauten unseren Augen kaum, als wir den Shakespeare Pub mit geöffneter Außengastronomie vorfanden. Die Inzidenz in Herdecke ist nämlich so niedrig, dass das wieder möglich ist. Wir tranken gemeinsam ein leckeres gezapftes Bier und dann gingen wir zum Bahnhof. Nach einer herzlichen Verabschiedung fuhr jeder seiner Wege.

Daheim habe ich noch einen Rest vom Gulasch gegessen und bin total fertig ins Bett gefallen.