KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2021 KW 16

Montag

Gut, aber viel zu lange geschlafen. Für einen Moment hatte ich die Sorge, dass ich wieder in meine unguten und letztendlichen depressiven Verhaltensweisen zurückfalle, aber es lag wohl doch nur am Whiskey-Tasting am Samstag. Man ist einfach nichts mehr gewohnt ...

Aufgestanden um kurz vor zehn und erst mal das von mir sehr geschätzte Müsli aus Haferflocken, Sonnenblumen- und Kürbiskernen, Rosinen, Magerquark und Milch gefrühstückt. Dann erst einmal das Blog aktualisert und ein wenig die RSS-Feeds gelesen.

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Ein kleiner großer Schreck, als ich ins Wohnzimmer kam: Durch die offene Balkontür ist ein kleiner Vogel (ich nehme an, es war ein Spatz) hereingeflogen und hatte den Weg hinaus nicht mehr gefunden. Er flatterte nun panisch zwischen den Fenstern nach draußen und dem Vorhang dahinter herum. Da die Fenster wie eine Art Erker nach außen sind, schaffte es der Vogel natürlich nicht zurück (dazu hätte er auch durch den Vorhang gemusst). Ich habe schnell die Tür zu- und die Fenster aufgemacht und der Spatz ist raus.

Uff!

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Nach und nach fast die gesamte Wohnung geputzt (nur die Fenster fehlen noch) und das fühlte sich sehr gut an. Nach einem schönen Abendspaziergang gebadet und danach noch ein bisschen Tagebuch geführt.

Gegen zehn ins Bett.

Dienstag

In der Nacht kaum geschlafen. Ich habe keine Ahnung, warum! Steigt die Nervosität, weil ich nächste Woche wieder die Arbeit aufnehme? Bin ich am Montagmorgen zu spät aufgestanden?

Auf jeden wälzte ich mich herum und bin erst in den frühen Morgenstunden des Dienstag eingeschlafen. Träume waren wirr uns beunruhigend.

Aufgestanden um sechs Uhr, da ich unbedingt eine feste Tagesstruktur brauche. Das Müsli schmeckt gut und der Kaffee ist auch ok. Nach dem Aufschreiben der Traume ab auf zum Morgenspaziergang!

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Der Tag war sehr arbeitsreich. Da ich ja so furchtbar müde war, bin ich einfach in Bewegung geblieben. In der Folge waren sogar meine Fenster geputzt!

Abends dann komischerweise viel zu lange aufgeblieben -- trotz der großen Müdigkeit.

Mittwoch

Um sechs Uhr den Wecker ausgestellt und weiter geschlafen. Irgendwie hatte ich einen Sofatag eingeplant, bin ich aber wieder spontan zu einem ,,Spaziergang'' aufgebrochen, der dann zu einer Wanderung mutierte.

Über den Duisburger Stadtwald ging es zum Entenfang. Dort habe ich mir wieder eine Frikadelle und ein Bier gegönnt (fast schon eine kleine Tradition). Danach bin ich am südlichen Ende der Sechs-Seen-Platte gelaufen, am Duisburger ,,Urwald'' entlang und um den Golfplatz herum. In Duisburg Buchholz bin ich in einen kleinen, gemütlichen Edeka-Markt ,,eingekehrt'' und habe mir dort Wasser und ein Brötchen gekauft. Rast dann im Schatten von Christoph 9. Am Böllertsee und dem Wambachsee entlang. Durch den Wedauer Wald bis zum Schlenk. Von dort aus ging es dann durch die Stadt wieder heim.

Gesamtdauer: 7-8 Stunden
Schritte: 37.153 Schritte
Länge: ca. 25 Kilometer (geschätzt!)

Nach der sehr späten Ankunft habe ich nur noch etwas gegessen und nach einer ausgiebigen Dusche ging es direkt ins Bett.

Donnerstag

Erst gegen acht Uhr aufgestanden, denn die Muskeln waren durch die lange Wanderung am Mittwoch arg strapaziert. Immerhin gut geschlafen!

Der Tag war noch nicht verplant und der Ausblick auf ihn hat mich sofort Angstzustände verpasst. Es ist schon irre: Anstatt mich zu freuen (,,Einen Tag zur freien Verfügung!'') macht mir das die Brust eng und ich beginne, schnell etwas zu planen (,,Einkaufen!'', ,,Küche putzen!'').

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Zum Frühstück wieder Müsli, diesmal mit Butter- statt fettarmer Milch. War auch ganz gut.

Dann in Ruhe beim Kaffee die Feeds durchgegangen und gebloggt.

Die Aufregung vom Aufstehen hat sich gelegt, mir wird aber mit jedem Tag zu Hause mehr und mehr klar, wie sehr ich doch voller Ängste und Aufgeregheiten (eine Folge der Ängste) bin. Dummerweise gibt es wegen Corona momentan keinerlei ambulante Gruppentherapie, was sehr blöd ist.

Allerdings weiß ich die Ursache(n) dieser Ängste (die nichts in einem öffentlichen Blog zu suchen haben) und werde weiter daran arbeiten.

Das ,,Planen'' ist eben eine meiner bewährten Strategien gegen die Angst -- und eine Erklärung für meinen Fimmel für Todo-Listen und entsprechende Tools.

Inzwischen ,,plane'' ich sogar Dinge in meine Listen ein, die eher weniger ein ,,Todo'' als vielmehr erholsam sind, wie z.B. Lesen.

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Gerade im Radio gehört: Die Grippewelle ist dieses Jahr ausgefallen.

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Der Lacher des Tages kommt von Fefe:

(Zitat) Der Scholz will auch nicht Kanzler werden. Die SPD musste halt jemanden aufstellen und er war als einziger noch im Raum, als das Licht wieder anging. (/Zitat)

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In den Tagesablauf immer wieder achtsame Ruhepausen eingebaut. Sobald die Erregung ein wenig nachließ, wurde ich sofort müde und schläfrig.

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Braunbären sind doch auch nur Teddies mit Zähnen!
Und Klauen.
Und in groß.

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Auf der Todo-Liste stand nach diversen Einkäufen und anderen Dingen der Punkt ,,Spaziergang''. Auch wenn ich nach der gestrigen Wanderung nicht unbedingt mein Tagesziel von 15.000 Schritten erreichen muss, habe ich eine schöne Runde gedreht und mich in den Botanischen Garten Duissern gesetzt. Auf den einzelnen Stühlen mit Blick auf die Wiese saßen einige Leute (mit genügend Sicherheitsabstand) und lauschten einem Klarinettenspieler. Ich suchte mir eine Bank etwas weiter weg und wurde ein wenig traurig bei dem Gedanken, dass solche Darbietungen höchstwahrscheinlich streng verboten sind, obwohl im konkreten Fall doch einfach nur jemand den Menschen eine Freude macht und dabei vielleicht ein paar Euro verdient.

Ein Kleinkind winkt mir fröhlich mit einem Stück Holz zu. Das Kind scheint mich zu mögen und lacht mich immer wieder an, was seiner Mutter irgendwie unangenehm zu sein scheint. Sie packt das lachende Knödelchen ein und geht weg.

Ein Mädchen und ein Junge im Alter von vielleicht zehen Jahren üben Jonglieren und Springseil. An diesem Donnerstagnachmittag scheint die Welt ganz plötzlich in Ordnung zu sein.

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Abends starke Unruhe und eine Fress-Attacke. Nicht gut. Überhaupt nicht gut.

Freitag

Halb depressiv den Vormittag im Bett verbracht. Dann konnte ich mich aber wieder fangen und positive Gedanken aufbringen. Ich muss mir etwas Gutes tun!

Ein Wannenbad und ein wenig Lesen wirkten Wunder (obwohl ich mich für das Bad überwinden musste, denn eigentlich ist für mich Baden eine ,,Abendsache''). Danach saß ich auf dem Balkon und erledigte freundliche Korrespondenz. Eine freundliche Einladung nach Hamm musste ich ausschlagen, da ich morgen einem Freund helfen wollte.

Abends Homekneiping bis in die Puppen.

Samstag

Hätte nicht Freund J. vormittags bei mir geklingelt, um mich auf einen spontanen Spaziergang einzuladen, hätte ich glatt verpennt. So aber konnte ich jedoch rechtzeitig in die Klamotten springen und zu meinem Freund fahren. Wir konnten sein Projekt mit einiger Mühe gemeinsam wuppen.

Ich kam gerade noch rechtzeitig vor der Ausgangssperre nach Hause und aß einen späten Salat. Danach noch Homekneiping bis kurz nach zwölf Uhr und dann diszipliniert zu Bett.

Sonntag

Eigentlich hätte ich bereits bequem um sieben Uhr nach tiefem Schlaf aufstehen können, aber ich war noch vom Vortag derart erschöpft, dass ich meine inneren Antreiber zu einem Nachschläfchen bis zehn Uhr überreden konnte.

Der Tag tröpfelte dahin. Ich räumte auf und ging Spazieren. Telefonierte und hörte Musik. Das von mir bereits verbloggte Lied ,,Keep the Streets empty for me'' berührt mich sehr.

Zum Abendbrot Brokkoli mit Pelmeni, gewürzt mit Sambal Olek (das ist mal ein Crossover, was?). Das scharfe Gewürz vertrug ich jedoch nicht so gut. Details auf Anfrage.