KieselBlog

Flusskiesels Notizen

2022-08-11 Donnerstag - Schlechte Nachrichten aus dem Dschungel

Lange und gut geschlafen. Mir träumte, ich wäre bei den Schwiegereltern zu Besuch und ich half meiner Schwiegermutter (eigentlich Ex-Schwiegermutter), Tomaten für einen Pilztopf klein zu schneiden. Das war eine Menge Arbeit! Dann sollte ich einem jungen Mann beim Computerschach helfen.

Ein kleines Kind lief herum.

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Der Mittagshitze bin ich durch Liegen im Bett ausgewichen.

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Hitzeindex und Lüftungsempfehlung. Inzwischen denken viele Menschen, sie sollten an heißen Tagen möglichst wenig lüften. Ich denke, da hat sich in den Köpfen der Leute etwas verselbstständigt: Sicher kann es klug sein, nicht etwa dann zu Lüften, wenn die Hitze flirrend auf der Terrasse steht -- aber lüften sollte man trotzdem.

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Der Thronfolger kommt für den Haushalt vorbei. Ratzfatz sind alle Dinge erledigt. Danach schiebe ich ihm noch ein Scheinchen rüber, denn er will sich mit Kumpels in der Stadt treffen.

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Meine Mama ist im Krankenhaus. Zum Glück in Unna und nicht in Menden (wo wir mal sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben). Ich mache mir natürlich große Sorgen.

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Abendbrot: Pellkartoffeln mit Krautsalat und Bismarckhering. Danach schaue ich Jungle Cruise, um mich von meinen Ängsten abzulenken.

Schöne Szene: Der Skipper fährt eine Gruppe Touristen über den Amazonas und macht dabei herrlich schlechte Sprüche (,,Ich habe mal in einer Dynamit-Fabrik gearbeitet. Doch ich wurde gefeuert, obwohl ich so zündende Ideen hatte!'') und die Passagiere stöhnen bei jedem nicht geglücktem Witz gepeinigt auf, dass es eine wahre Freude ist.

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Mit Vater und Mutter telefoniert. Mutter ist jetzt auf dem Zimmer und sie klingt einigermaßen aufgeräumt. Allerdings würde sie genauso klingen, wenn sie ihren eigenen Kopf und dem Arm tragen würde.

Ich bin ein bisschen beruhigt.

Außerdem teste ich E-Mail-Clients für den Mac. E-Mail-Clients zu testen beruhigt mich.

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Später bemerke ich, dass mein momentanes Lieblingsspiel Carrier Command 2 auch für den Mac verfügbar ist.

Wunderbar!

fertig

2022-08-10 Mittwoch - Ibn Beowulf

Der Nachtschlaf war brüchig, jedoch trotzdem erholsam.

Träume davon, ich müsse Handball spielen -- aber das Trikot war mir zu klein.

Das Taxi rast durch den Karl-Lehr-Tunnel. Hier werden für immer die Erinnerungen an die Opfer der Loveparade in der Luft schweben. Damals waren der Thronfolger, seine Mutter und ich in Brilon zum Wandern.

Die Nachricht traf uns wie ein Schlag.

Erinnerungsfetzen an die Zeit danach: Daran, dass es vor der Veranstaltung zahlreiche mahnende Stimmen gab, die mit einem „der Herr Ministerpräsident wünscht das!" vom Tisch gewischt wurden. Oder, dass man angeblich eines Abends das Rathaus durchkämmte auf der Suche nach einem Deppen, der den Bescheid unterschreiben konnte.

Noch immer steigt in mir die Wut hoch beim Gedanken an diese Kombination von Gier und Karrieregeilheit („Herr Ministerpräsident wünscht!").

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Der Termin im Krankenhaus war eher so mittel: Der Arzt meinte, man könne das jetzt eh nicht mehr operieren und man würde einfach abwarten müssen. In der nächsten Woche solle ich mal die Gipsschiene abnehmen und den Fuß versuchsweise mit 40kg belasten.

Immerhin habe ich noch den Termin BG Klinikum. Mal sehen, was die so sagen.

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Daheim muss ich mich erst einmal ausruhen. Die neue Aufhebezange, die ich mir bestellt habe, hat der Bote von DPD (in meinen Augen der unwürdigste aller Paketdienste) natürlich nicht -- wie gewünscht -- vor meine Wohnungstür gestellt, sondern einfach nur in den Hausflur geworfen.

Der nette UPS-Fahrer, der mir mein neues Spielzeug (den Mac mini) bringt, trägt mir auch das andere Paket hoch. Ich bin sehr, sehr froh!

Den Mac mini baue ich auf, jedoch kann ich ihn nicht einschalten: Die einzig mögliche Steckdose ist unter dem Tisch und da komme ich mit einem gebrochenen Fuß nicht drunter. Viel denke ich nach, wie ich das Dilemma ohne fremde Hilfe lösen kann. Freunde warnen mich via Messenger vor gefährlichen Experimenten.

Dann packe ich erst einmal die neue, sehr stabile Zange aus und dann kommt mir eine Idee: Ich ziehe mit der Zange eine Mehrfachsteckdose zu mir hin, schiebe ein paar Dinge hin und her und schon hat der Mac mini Strom!

Den Rest des Tages richte ich die Kiste ein. Hier und da fremdel ich noch ein wenig, das für mich neue alte Betriebssystem macht aber Freude.

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Abends gammele ich herum (das Einrichten des neuen Spielzeugs hat Kraft gekostet *g) und schaue noch den Rest von Solo. Diesen Film hatte ich schon mal vor längerer Zeit mit dem Thronfolger zusammen geschaut und entgegen der allgemein verbreiteten Kritik daran finde ich ihn sehr angenehm unterhaltsam.

Auch entdecke ich jetzt mehr und mehr kleine Dinge, z.B. sieht man im ,,Thronsaal'' von Dryden Vos eine Mandalorianer-Rüstung und die Piratin Enfys Nest, bzw. ihre Schauspielerin, habe ich auch schon in The Falcon and the Winter Soldier gesehen: Erin Kellyman

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Später entscheide ich mich noch spontan dazu, den Film Der dreizehnte Krieger noch einmal zu schauen. Ich habe ihn vorher bestimmt schon zwei- oder dreimal gesehen. An ihm gefällt mir die Verquickung zwischen historischen und authentischen Dingen und komplettem Bullshit. Aber besonders mag ich, wie die Geschichte erzählt wird. Ich denke, man merkt ganz gut, dass der Autor des zugrundeliegenden Buches intensiv am Film beteiligt war.

Eine schönes Beispiel dafür, wie man (sehr dünne) historische Quellen zu feiner Fantasy verbraten kann, indem man sie mit bekannten Geschichten verquickt.

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Zu spät ins Bett.

2022-08-09 Dienstag - Indisch essen mit Karl

Schlecht geschlafen und spät und schlecht aufgestanden. Trübe Stimmung, die durch einen Anruf aus dem Elternhaus auch nicht aufgebessert wurde: Der lieben Mama geht es nicht gut.

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Als der Thronfolger vorbeikommt, wird wieder Lieferdienstessen bestellt. Ich schaffe es momentan nicht, zu kochen. Dazu müsste ich mich zu sehr bewegen und den Fuß belasten.

Der Thronfolger bekommt eine Pizza, ich ein indisches Gericht, dass mir sehr gut schmeckt. Indisches Fastfood ist doch sicher nicht ganz so schlimmes Fastfood, oder?

Wir schauen weiter die zweite Staffel von ,,The Punisher''. Sie gefällt uns ausnehmend gut.

2022-08-08 Montag - Überraschung!

Vollkommen irre Träume:
Mir träumte, ein Konsortium würde im elterlichen Garten nach Gold suchen. Die zahlreichen Mitglieder verhielten sich immer seltsamer, je mehr sie den dräuenden Wald zurückdrängten. Eine bedrohliche Stimmung kam auf. Es verschwanden auch Leute.

Eines Morgens stand der Wald da wie eine Wand. Vor ihm lagen wohlgeordnet die Gebeine der Verschwundenen, bis auf einen, dessen Körper grausam zerschunden und rasiert worden war.

Einer aus dem Konsortium ging fort, wollte nichts mehr mit der Sache in tun haben. Der Vorsitzende beschimpfte ihn auf das Übelste als Verräter. Die Atmosphäre wurde immer schlimmer. Die Angst kroch wie Wurzeln aus dem Wald und schnürte uns allen die Luft ab.

Mein alter Mitschüler Ch. und ich sowie mein ehemaliger Kollege N. beschlossen, ebenfalls zu verschwinden. Freund Th. wollte uns fahren. Vorher mussten wir jedoch rauf in mein Zimmer, um zu packen.

Dort griff ich mir eine Sporttasche und warf Socken und Unterhosen hinein. T-Shirts und Hosen fand ich nicht. Das musste reichen!

Leider mussten wir unten in der Küche warten, denn Th. wollte sich noch rasieren.

In der Küche fanden wir das Konsortiumsmitglied vor, welches vor uns hatte gehen wollen.

Der Mann war komplett nackt und unnatürlich stark behaart. Er fragte besorgt, ob ihn jemand beim Waschen beobachtet habe, er sei dabei ,,total nackig" gewesen.

Wir mussten uns ein Grinsen verkneifen, hatten wir doch Angst vor Gewalt. Draußen schrien Leute. Th. kam in die Küche, jetzt auch nackt und unnatürlich behaart.

Wir gingen raus auf dem Hof, wo die Autos standen.

Eine Menschenmenge hatte sich gebildet, es wollte wohl auch der Rest des Konsortiums die Flucht ergreifen. Zwei Typen mit Maschinenpistolen hielten uns auf. Sie forderten, dass Th. nun alle wegfahren solle.

Wahnsinn machte sich breit.

Es begann zu schneien. Mir wurde klar, dass ich mich nicht zu den ganzen Verrückten in ein Auto quetschen würde. Jedoch sah man immer mehr seltsame Gestalten umherlaufen und die Situation schien immer gefährlicher zu werden.

Also entwaffnete ich die beiden Typen kurzerhand. Einen Angreifer erschoss ich.

Dann schulterte ich meine Tasche. Der einen Maschinenpistole entnahm ich das Magazin als Reserve und die andere Waffe klemmte ich mir unter den Arm.

So stapfte ich los in der Hoffnung, das Dorf in einem Kilometer Entfernung lebend zu erreichen.

Der Schneefall wurde stärker.

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Als ich um kurz vor neun in die Küche krücken wollte, klingelte mein Telefon:

,,Landgericht Duisburg hier! Herr Becker, wo befinden Sie sich gerade?''
,,In meinem Flur!''
,,Gleich nicht mehr! Wir brauchen sie jetzt hier im Gericht!''
,,Mein Fuß ist gebrochen.''
,,Ok! Wie lange brauchen sie dann? Sagen wir, eine Stunde?''

In einer Stunde saß ich pünktlich im Gerichtssaal. Mein Fuß lagerte auf einem umgedrehten Papierkorb. Ob diese Strafkammer wohl jemals einen Schöffen in kurzen Hosen gesehen hat?

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Obwohl der Ausflug ins Gericht meinen Fuß nicht gut getan hat, so freute sich der Kopf doch sehr über das neue Futter.

Gegen Abend schaute ich noch The Falcon and the Winter Soldier zu Ende. Während ich mich durch die ersten zwei, drei Folgen gequält habe, ging es ab der Mitte der Serie flott los. Während sich zu Beginn Sam und Bucky sich nur anzicken und sogar eine gemeinsame (Pseudo-)Psychotherapiesitzung machen, raufen sie dann endlich zusammen und es geht die Post ab.

Später schaute ich noch (ich war sehr aufgekratzt vom Gerichtstermin) Predator – Upgrade. Der Film war so dermaßen durchgeknallt und nahm sich selber so wenig ernst, dass ich einige Male herzlich lachen musste. Die Darstellung von psychisch Kranken war allerdings ziemlich grenzwertig.

Zu spät ins Bett.

2022-08-07 Sonntag - Der Bremskraftverstärker

Ganz gute Nacht.

Im Laufe des Tages habe ich eine weitere Podcast-Folge für die Halde aufgenommen. Es könnte sein, dass ich bald ein Intro oder Outro bekomme, dann könnte ich mich an die schrittweise Veröffentlichung machen.

Am Abend aß ich mit dem Thronfolger ein wirklich sehr gutes Grillhähnchen von Rock Pit. Wir schauten zusammen den Anfang der zweiten Staffel von Marvel’s The Punisher und guckten mal in die Serie Solar Opposites rein. Man merkt hier deutlich die Handschrift der Rick-and-Morty-Macher und das gefällt uns gut.

Zeitig zu Bett.

2022-08-06 Samstag - Verzweiflung am Trebuchet

Nachdem die Schmerzmittel endlich wirkten, wurde es noch eine recht gute Nacht. Träume irgendwas mit Schlagwörtern, Handball und Verhandlungen mit Computerspielfirmen.

Ich wachte um fünf Uhr auf, holte bis acht Uhr aber noch ein wenig Schlaf nach.

Es hat sich weiter angenehm abgekühlt. In der Küche werfe ich die Spülmaschine an und koche Kaffee. Die Stimmung ist eher so mittel, denn ich fühle mich ein bisschen wie ein Strafgefangener. Die Laune wird durch mein kleines, treues DAB-Radio gehoben, dass mir WDR Cosmo und damit neue Musik bringt.

Ich vermisse die Wunderschöne sehr.

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Der Mac mini (ich finde es komisch, ,,mini'' klein zu schreiben, da es nach meiner Erfassung ja ein Teil des Eigennamen ist) wird zum Versand vorbereitet -- dass allerdings schon seit ein paar Tagen. Das Zubehör (Tastatur, Maus, HDMI-Kabel) ist schon da. Heute soll die 4-TB-große externe Festplatte (von Western Digital) ankommen, die ich für Backups nutzen möchte.

Ich schwanke zwischen kindischer Vorfreude und erwachsener Gelassenheit.

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Da hat mir letztens der Thronfolger extra den Sonnenschirm in den Ständer geschraubt, damit ich den morgens aufspannen und so den Balkon beschatten kann -- aber der Weg ist mir mit Krücken (wie bereits erwähnt: Jeder Schritt ist einer zu viel und kann den Bruch in meinem Fuß verschlimmern) zu weit.

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Ich knattere mir ordentlich Kaffee in die Rübe, was aber auch der Magen bemerkt. Er beschwert sich.

Das lasse ich über mich ergehen und sitze weiter müffelnd in der Küche herum.

Samstagvormittag.

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Ein bisschen Heulen hilft manchmal.

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Ein Freund hat mir einen Rohtext aus seinem Roman geschickt und ich habe ein bisschen was herum lektoriert. Das klappt auf dem reMarkable 2 recht gut. Er bekam ein vollgemaltes PDF zurück.

Am Nachmittag liege ich wieder auf dem Bett und hoffe, dass die Schwellung im Fuß etwas zurückgeht. Eigentlich möchte ich doch gerne eine Maschine Kochwäsche waschen.

Nach der Ruhe wasche ich mich selber mit dem Waschlappen und fühle mich danach zwar sauber, aber auch so, als hätte ich mehrere Sprints hinter mir.

Das treue DAB-Radio spielt jetzt den Sender Rock-Antenne, denn die Weltmusik auf WDR Cosmo ging mir ein klein wenig auf den Wecker. Die Rockmusik ist ganz nett bisher.

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Zwischenmeldung:
Der Mac mini ist auf der Reise! Heute morgen ist er in Shenzhen (17 Millionen Einwohner! Wow!) losgefahren und ist jetzt in Hong Kong. Schon lustig: Das Gerät macht eine veritable Weltreise, während ich noch nicht einmal meine eigene Wohnung verlassen kann!

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Ich bin in einer solche merkwürdigen Stimmung, ich spreche sogar schon mit Siri.

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Der Mac mini ist jetzt in Hongkong. Hoffentlich geht es ihm gut.

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Am frühen Abend merke ich, dass es heute wieder zu viele Schritte für den Fuß waren.

Da ich für das Abendessen noch einen Rest Salat im Kühlschrank habe, backe ich mir eine Türkische Pizza (TK) auf. Das geht mit einigem hin und her. Als dann alles auf dem Tisch steht, rutscht mir eine Krücke aus den Händen. Sie fällt direkt auf die Salatschüssel und trifft den Griff des großen Löffels, der dort drinsteckt. Der Löffel katapultiert Salat wie ein Trebuchet quer durch die Küche.

Erst schreie ich, dann weine ich.

Irgendwann habe ich mich so weit gesammelt, dass ich aus einem Wäschekorb in der Nähe einen Wischlappen ziehe. Mit ihm und einer Krücke schiebe ich das Malheur zusammen. Aufnehmen kann ich das aber nicht und hoffe, dass am nächsten Tag jemand kommen und mir helfen kann.

Momentan sind selbst die kleinsten Dinge des Alltags für mich unüberwindbar. Wie schaffen das Menschen mit einer Körperbehinderung das eigentlich ihr ganzes Leben? Wo nehmen die nur die ganze Kraft her?

Nach dem Essen lege ich mich direkt ins Bett und lese noch ein wenig.

2022-08-05 Freitag - Beute!

Schlecht geschlafen, lange liegen geblieben. Immerhin: Es hat sich ein wenig abgekühlt.

Ich lasse es ruhig angehen. Der innere Kritiker ist allerdings sehr laut und fordert, ich müsse doch irgendwas tun. Ich zeige auf meinen bandagierten Fuß.

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Mit dem Thronfolger schaue ich die erste Staffel von ,,The Punisher'' zu Ende: Sehr brutal, sehr spannend!

Später schaue ich noch ,,Prey'' (Predator 5). Irgendjemand hat zu dem Film geschrieben: ,,Alien trifft The Revenant'' und das beschreibt den Film ganz gut. Es gibt tolle Naturaufnahmen, das Leben der amerikanischen Ureinwohner wird sehr anschaulich gezeigt (auch wenn ich die Authentizität natürlich nicht beurteilen kann). Natürlich ist der Film auch äußerst brutal: Der Predator metzelt sich nur so durch die Umgebung, aber er bekommt von den Menschen auch so einiges ab.

Hauptdarstellerin Amber Midthunder ist echt toll!