Heimatbesuch im Hochsommer


Das silberne Auto von Papa hat sich vor einigen Wochen verpuppt. Als der Wind (Der Wind! Der Wind! Das himmlische Kind!) die Fetzen der Seide weggeweht hatte, da war das Auto dunkelgrau geworden.
Nun kann es von selber schalten und hat ein großes Display in der Mitte des Cockpits. Es sieht aus, als habe jemand ein Tablett dort hingeklebt.
Ein Touchscreen hat es aber nicht, erklärt der Papa lachend, als ich darauf herumwische.
,,Das kommt mit dem nächsten Apdät!” ruft er und wir lachen beide.
Das Auto glaubt jetzt, es sei eine Katze, denn es schnurrt anstatt zu klappern.
Wir gleiten damit durch die Landschaft. Der Weizen leidet unter der Sommerhitze. Weil er so trocken ist, hat er zu viel Bier getrunken. Nun hat er einen dicken Kopf und lässt ihn tausendfach hängen. Der Mais leidet auch, mag aber kein Bier.
Der Graf hat ein gigantisches Güllefass aus Beton. Dahin bekommt er ausgefaulte Gülle frei Haus geliefert. Das lässt er auf die Felder pläddern und der Raps wächst wie verrückt.
Die Ortsdurchfahrt ist gesperrt und so geht es weiter über die Felder.
Es ist staubig da draußen.
Etwas Regen täte uns allen gut.

Sommerzeit, träge Zeit

Sommerzeit, träge Zeit. Über den ausgetrockneten Rapsstängeln flimmert die die Luft. Schmetterlinge jagen sich.

Die Dahlien wiegen sich leicht – in jeder Blüte eine Hummel.

Eine Wespe müht sich ab: Sie hat ein Stücklein Brot entdeckt und will es heim ins Nest schleppen.

Ab und an ein zartes Lüftchen.Sonst nur Stille.

Stille und Hitze über dem Sommerland.

Sonntagswusel

Gestern die liebe Mama im Krankenhaus besucht, dann alleine nach Hause gefahren. Im Kühlschrank wartete noch eine Zucchini aus dem heimischen Garten.

Die Heimat habe ich dann zerschnippelt und zusammen mit Sucuk in der Pfanne gebraten und dann noch ein paar Eier darüber geschlagen.

Was für ein Bild:
Die Zucchini kommt aus Italien, wuchs aber daheim im Sauerland auf. Mein Vater schnitt sie ab und ich brachte sie ins Ruhrgebiet. Die Wurst jedoch kommt aus der Türkei und sie gab dem Gemüse eine leckere Würzigkeit.

Woher die Eier stammen, weiß ich nicht.

Nach dem Abendessen fiel ich müde ins Bett und heute war ich früh wach und fleißig: Der Bart ist gestutzt, die Spülmaschine läuft und das Brot wartet darauf, gebacken zu werden. Auch habe ich mich endlich wieder an mein großes Studienprojekt gewagt und die kleine Fleißarbeit ging gut von der Hand.

Nun will ich Kartoffelsalat machen.

Deutscher geht es ja kaum.

Adieu, WhatsApp!

Eine Rundmail an meine ehemaligen WhatsApp-Kontakte:
Liebe Leute,nachdem ich das Buch ,,10 Gründe, warum Du Deine Social Media Accounts löschen solltest” von Jaron Lanier gelesen habe, werde ich mich von meinem Twitter-Account aber auch von WhatsApp verabschieden und in den nächsten Tagen mein Konto dort löschen.

Die Gründe:
1.:
WhatsApp gehört ja zu Facebook und sämtliche Kommunikation wird von dieser Plattform analyisert und die Informationen werden dafür benutzt, die manipulativen Algorithmen zu verbessern – auch wenn man Facebook selber nicht nutzt.

2.:
In der letzten Zeit schwappt mehr und mehr Gehässigkeit durch WhatsApp-Gruppen in denen ich (noch) bin. Es handelt sich um Hass auf bestimmte Gruppen von Menschen und auch auf einzelne Personen. Dies geschieht mit Hilfe von ,,witzigen Bildchen” und Videos, welche m.E. nach gezielt von Rechtsradikalen verbreitet werden, um mit ihrer menschenverachtenden die Gesellschaft zu vergiften.
Ich muss mir diesen Mist nicht ansehen, diese Lügen und Gehässigkeiten brauche ich nicht.

Und nun?
Ihr könnt / Sie können mich problemlos unter meiner Handynummer
xxxxxxxxx (auch per SMS!)

meiner E-Mail-Adresse
xxxxxxx@xxxxx.xx (auch mobil)

und über den Messenger-Dienst Telegram (https://telegram.org/) erreichen. Dieser Dienst gehört noch keinem großen Konzern.

Liebe Grüße,
Euer / Ihr
Markus Becker