In Rom

In Rom gab es einen Bankier namens Agostino Chigi. In Siena, wo er herkam, behauptete man, er wäre der reichste Mann der Welt. Als Agostino den Papst zum Abendessen bei sich hatte, servierte er ihm Essen auf goldenen Tellern. Dann betrachtete er die Folgen – die herumlümmelnden, gesättigten Kardinäle, die Unordnung, die sie hinterlasse hatten, die halb abgenagten Knochen und Fischgräten, die Austern- und Orangenschalen – und er sagte: Scheiß drauf, sparen wir uns das Abwaschen.
Die Gäste warfen ihre Teller aus den offenen Fenstern direkt in den Tiber. Die besudelte Tischwäsche flog hinterher, wobei die weißen Servietten hinunterflatterten wie gierige Möwen, die nach Speiseresten tauchen. Salven von römischem Gelächter ergossen sich in die römische Nacht.
Chigi hatte das Ufer mit Netzen ausgelegt, und Taucher standen bereit, falls etwas danebengegangen sein sollte. Ein scharfsichtiger Diener aus seinem Haushalt stand am Ufer, als die Dämmerung hereinbrach, kontrollierte alles mit einer Liste und markierte jeden geborgenen Gegenstand mit einer Nadel, sobald er aus der Tiefe kam.

Aus:
Hilary Mantel, Wölfe. Büchergilde Gutenberg, 2010. Aus dem Englischen von Christiane Trabant.

Das Smartphone ist an allem schuld, Ausrufezeichen!

Zum Ersten wird so noch der letzte eigene Erlebnisschrott zum epochalen Seinsmerkmal hochgejazzt, weißt Du noch Margot, als ich damals nach der zweiten Piña Colada in der Dominikanischen Republik den Tisch umgeworfen habe, ich war schon ein echter Kerl, nicht wahr.

Hihi! 🙂

Sascha Lobo rantet gekonnt und unterhaltsam über die allfällige Smartphone-Kritik und selbst ich, der ja die eigene Smartphonenutzung äußerst skeptisch sieht, finde seine Kritik-Kritik berechtigt.