Die Wüter

Sie hatten im Verborgenen gebrütet und waren über die kleine Zivilisation hereingebrochen wie eine Naturgewalt. Sie hatten die Städte gestürmt und die Bevölkerung niedergemetzelt. Es hatte nur wenig Widerstand gegeben und nur Wenige hatten fliehen können.

Nun lagen die Städte in Ruinen und die Wüter hatten eine hohe Mauer um ihr neues Reich gezogen. Eine Mauer aus Beton und Stahl.

Doch die Menschen der kleinen Zivilisation gaben nicht auf: Die Männer und viele Frauen hatten sich bewaffnet und während man die Familien in der Diaspora in Sicherheit gebracht hatte, bekämpfte man die Wüter so gut es ging.

Kleine Kampfgruppen überwanden die Mauer und drangen in die Ruinenstädte ein, legten Hinterhalte und töteten viele Wüter, diese Geschöpfe der Unnatur und auch manchen Riesen.

Die Wüter interessierten sich nicht für Gold oder andere Schätze, für sie war nur das Blut und das Fleisch der Menschen wichtig. Aus diesem Grunde gab es in den Städten noch eine Menge Beute zu machen und so schlossen sich viele Menschen von den freien Inseln den Widerstandsgruppen an. Mehr und mehr Soldaten, Krieger und Glücksritter überwanden die Mauer und ihr Durst nach Rache, aber auch ihre Gier nach Reichtum drängten die Wüter mehr und mehr zurück.

Wellen von Wütern fielen unter den Salven der Musketenschützen, Riesen wurden von mutigen Männern mit Streitäxten zerhackt.

Die Feinde der Menschheit wurden weniger und weniger. Es sah ganz danach aus, als würden die Menschen diesen Krieg doch noch gewinnen.

Helfin hockte ganz alleine in der Krone einer hohen Fichte im Wald oberhalb der Stadt und hatte überhaupt keinen Blick übrig für die schöne Aussicht auf das Tal hinter sich. Er hatte sein Gewehr quer vor der Brust hängen, damit es ihn beim Klettern nicht allzu sehr störte.

Er hatte schon die ganze Nacht hier gehockt und beobachtet, was am Waldboden unweit seines Ausgucks vor sich ging – und er konnte es noch immer nicht fassen, was er dort sah:

Dort waren Nester.

Viele Nester.

Nester mit Wüter-Brutlingen.

Vielen Wüter-Brutlingen.

Die kleinen, hässlichen Wesen lagen aneinandergekuschelt in einem Gewirr aus Blättern, Federn und Heu und saugten an den Ampullen mit Lebensgift, dass sie schnell wachsen und zu zornigen Wüter-Kriegern machen würde. Ihre Krallenhände zuckten, die kleinen Augen waren geschlossen. Sie sahen ein bisschen so aus wie Küken in einem Vogelnest.

Die Nester hatten immer einen Abstand von ungefähr zwei Metern zueinander und gruppierten sich um einen Platz in der Mitte und dort hockte etwas, was Helfin einen Schauer nach dem anderen über den Rücken sandte:

Ein Brutriese. Dieses Geschöpf war mindestens sieben Metter groß und sah aus wie ein nackter, unglaublich fetter Mann. Schwarzes, sich kräuselndes Haar bedeckte seinen Kopf und seinen Körper. Sein Gesicht sah unglaublich roh und gemein aus.

Doch das war nicht das Schlimmste: Sein Bauch war über und über mit Blasen bedeckt. Diese Blasen wuchsen und Helfin konnte eine beobachten, die sich in eine dicke Kugel verwandelt hatte und sich von der Haut des Riesen zu lösen begann. Sie plumpste auf den Waldboden, nur noch durch einen dünnen Hautschlauch mit dem Brüter verbunden.

Dieser Schlauch, diese widerliche Nabelschnur riss und während das eine Ende sich blutend und zuckend in den Körper des Riesen zurückzog, fiel das andere Ende einfach hin.

Die Kugel platzte auf.

Inmitten von Blut und Schleim wand sich ein weiterer Brutling.

Helfin unterdrückte seinen Würgereiz. Er musste endlich was tun! Hier wuchs gerade eine kleine Armee von Wütern heran und die Kameraden in der Stadt unten waren vollkommen ahnungslos, was die Gefahr anging, in der sie schwebten, denn wo es einen Brutriesen gab, dort gab es auch Wüter.

Helfin griff in den Beutel, der an seiner Seite hing und holte dort ein Rohr heraus, dass ungefähr die Dicke und die Länge seines Unterarms hatte. Er schaute mehrmals nach, ob es sich auch um das Rohr mit der roten Markierung handelte und nicht etwas um die mit der weissen oder oder der grünen, die noch im Beutel warteten. Es war die Richtige.

An der Oberseite der Röhre war eine Öffnung, die mit Wachspapier verschlossen war. Dieses Papier entfernte Helfin gründlich. Dann spannte er den Hahn an der Unterseite und steckte sorgfältig ein Zündhütchen auf die Nadel. Er nahm den Faden mit der kleinen Holzkugel daran in die rechte Hand.

Helfin richtete die Öffnung auf einen Fleck Himmel über sich und atmete tief ein und wieder aus. Wenn alles funktionierte, würde er nicht viel Zeit haben, um den Baum zu verlassen und sich aus dem Staub zu machen. Hier auf dem Baum zu bleiben wäre zu gefährlich, denn Wüter konnten sehr gut Klettern.

Der Späher fasste sich ein Herz und zog an der Schnur.

Die Rakete zündete, fuhr funkensprühend aus dem Rohr und stieg auf. Sie stieg auf und auf und auf. Im blauen Morgenhimmel explodierte die Rakete dann in leuchtend rote Kugeln, die langsam wieder in Richtung Wald hinabsanken.

Rot bedeutete: Gefahr!

Helfin verlor keine Zeit und kletterte den Baum hinab. Das Stöhnen und Kreischen, das in Wald erscholl, verhieß nichts Gutes.

Den letzten Meter ließ sich Helfin einfach fallen und unten angekommen, rannte er sofort los. Gleichzeitig nahm er sein Gewehr in die Hände und spannte den Hahn. Sollte sich ihm etwas in den Weg stellen, durfte er keine Zeit verlieren.

Er lief und lief durch den Wald, wich Bäumen und Baumstümpfen aus, achtete auf Löcher im Boden. Ein falscher Tritt und der junge Späher wäre so gut wie tot, denn mit einem gebrochenem Fuß wäre er eine leichte Beute für die Wüter.

Fast wäre er unbehelligt im Tal angekommen, fast den Wald hinter sich gelassen und hätte sich in den Ruinen der Stadt verstecken können. Doch im letzten Streifen aus Bäumen und Büschen erwarteten ihn zwei Wüter. Sie hatten ihm den Weg abgeschnitten und warteten auf ihn, ihm die Klauenhände erwartungsfroh entgegen streckend.

Sie griffen nicht an. Sicher, weil sie wussten, dass weiter Wüter hinter im waren. Helfin war ein gut ausgebildeter Soldat und trotz seiner Jugend schon erfahren genug, um alleine auf Spähmission zu gehen.

Er stoppte, kniete sich hin und legte an.

Einatmen.

Ausatmen.

Einatmen.

Halb ausatmen.

Zielen.

Feuern.

Der Kopf eines der Wüter zersprang und Helfin sprang auf und rannte auf den verbliebenen Wüter zu. Er wechselte das Gewehr in die linke Hand und zog mit der rechten seinen Säbel. Das Gewehr ließ er fallen, kurz bevor er das noch immer verdutzt dreinblickende Monster erreicht hatte. Helfins Streich war vielleicht nicht besonders elegant und durch die Vorwärtsbewegung war er auch viel zu kraftvoll, aber er reichte aus, um dem Wüter einen sehr tiefen Schnitt quer vom Hals über die Brust zuzufügen.

Blut spritzte und der Wüter klappte zusammen.

Helfin bückte sich nach seinen Gewehr, hielt jedoch in der Bewegung inne, als ein unglaublicher Lärm aus dem Wald erklang. Er dreht sich um und starrte auf den Brüterriesen, der sich wie eine Lawine auf ihn zubewegte. Sein fetter Bauch schob Büsche und junge Bäume einfach zur Seite.

Der Späher überwand seinen Schock und in seinem Kopf rasten die Gedanken. Was tun?

Sein Gewehr war leergeschossen und sein Säbel würde gegen diese Fleischmassen nicht viel ausrichten. Wenn er den Riesen nur kurz ablenken könnte, hätte er noch die Möglichkeit, sich zwischen dickeren Bäumen in Sicherheit zu bringen.

Nur kurz … nur kurz …

Helfin griff kurzhand in seinen Beutel und holte die zwei verbliebenen Raketenröhren heraus. Es musste jetzt schnell gehen:

Wachspapier abreißen. Zündhütchen aufstecken.

Dann auf den heranwalzenden Riesen zielen, so gut es ging.

Schnur ziehen.

Die erste Rakete – die weiße – traf den Riesen mitten im Gesicht. Zwar explodierte die Rakete erst nachdem sie vom fetten Gesicht des Riesen abgeprallt war, aber die Funken und der Knall erschreckten das Vieh immerhin so sehr, dass sein Vormarsch ins Stocken geriet.

Der Brutriese schaute sich verwirrt um und wedelte mit den viel zu kurzen Armen in der Luft herum.

Die Zeit nutzte Helfin, um sich etwas weiter nach unten Richtung Tal zu bewegen und die zweite Rakete aus größerem Abstand abzufeuern.

Diesmal zerplatzte das Geschoß direkt vor dem Riesen. Die grünen Leuchtkugeln ergossen sich über den Riesen, brannten sich in seine nackte Haut.

Der Riese schrie vor Schmerz und Zorn auf und warf sich hin und her. Äste und Steine prasselte talabwärts und Helfin hob seinen Säbel und sein Gewehr auf und begann zu rennen. Weitere Schreie ertönten in seinem Nacken, aber es waren nicht die tiefen Grunzlaute aus dem Rachen des Brutriesen, sondern die höheren, fast menschlischen Schreie der Wüter-Wächter.

Helfin rannte schneller, keuchte und stampfte und kümmerte sich nicht mehr um Hindernisse. Er sprang über Holz und Stein. Es ging im alles. Schreie, Schreie hinter ihm und neben ihm. Sie holten auf! Sie würden ihn umzingeln.

Dann ein einziger Schrei direkt vor ihm:

„Auf den Boden, Junge!“

Seinen Soldatenreflexen folgend, warf sich Helfin flach auf den Waldboden. Worauf der dabei landete, kümmerte ihn nicht. Das war sein Glück, denn der nächste Ruf lautete:

„Erste Reihe: Feuer!“

Eine Musketensalve knallte los.

„Erste Reihe: Laden! Zweite Reihe: Feuer!“

Die nächste Salve flog über Hefin hinweg und aus den Schreien im Wald wurde ein schmerzvolles Kreischen.

„Zweite Reihe: Laden! Dritte Reihe: Feuer!“

Helfin blieb einfach flach liegen, drückte sich so tief in das muffige Erdreich wie er konnte, während die Kameraden die Wüter und die Riesen unter Feuer nahmen.

Salve um Salve wurde abgefeuert und später rückten die Soldaten vor und erledigten den Rest mit ihren Bajonetten.

Hochgeladen

Ich habe gerade die erste von zwei Abschlussaufgaben für das Modul “Internetprogrammierung” hochgeladen. Jetzt habe ich noch für die zweite Aufgabe Zeit bis Ende März. Danach kurz Durchschnaufen und es geht an die Masterarbeit.

In der letzten Woche war ich mit EPOS NRW und einigen anderen Dingen beschäftigt, was zwar sehr, sehr aufreibend war, mich aber doch etwas den Bleimantel auf meinen Schultern vergessen ließ.

Jetzt sitze ich auf dem Sofa mit dem Laptop auf dem Schoß und schaue hinaus auf das graue, graue Duisburg und da ist er wieder da, der Mantel.

Aber ich muss ihn beiseite schieben und mich jetzt auf den Code konzentrieren.

Die Uhr läuft.

Tot ziens!

Morgendliche Pendelfahrt nach Düsseldorf. Durch die Gleisbauarbeiten geht es im Nah- und Fernverkehr ganz schön chaotisch zu, trotzdem habe ich einen ganz ordentlichen RE der Firma Abellio erwischt.

Die Durchsage, dass der Zug gleich in Düsseldorf seine Endhaltestelle hat und man doch aussteigen und seine Sachen dabei nicht vergessen möge, kommt auf deutsch und auf niederländisch.

Tot ziens!

Grundschule 

Bei einem Besuch bei meinen Eltern ist mein Vater mit uns durch das Dorf gefahren, damit ich noch einmal meine Grundschule sehen kann, bevor sie abgerissen wurde.

Die Fotos habe ich während der Fahrt aus dem Auto heraus gemacht, weswegen die nicht besonders gelungen sind.

Es reicht aber, mir ein wehes Herz zu machen, denn ich verbinde schöne Erinnerungen an diesen Ort (auch weniger schöne, aber die guten überwiegen).



Transparenz kann auch zu weit gehen

Ein Auto steht im Parkverbot. Jemand hat eine Pappe gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe gelegt.

“Ich komme gleich!” steht dort, darunter eine Handynummer.

Geht da jemand offen mit seinem Besuch bei einer Prostituierten um?

Oder ist das Werbung für eine ganz private Telefon-Sex-Hotline?

Auf jeden Fall werden 2 Euro für die Kalauerkasse fällig …

Hirn-Backup

Ich höre mich gerade durch den Podcast “Nachricht Eins” und in der Episode 2 spricht Sven mit Timo und unter anderem geht es um das Übertragen des Bewusstseins in einen Computer (Science Fiction, Bitch!).

Ich muss da gerade an die Otherland-Bücher von Tad Williams denken. Dort versuchen auch ein paar Superreiche, ihr Bewusstsein in ein Netzwerk zu übertragen um dort dann quasi ewig zu leben.

Dummerweise haben sie außer dem Oberschurken nicht verstanden, dass in diesem Netzwerk eben nicht ihr Bewusstsein weiterleben wird, sondern nur eine Kopie!
Das eigene Bewusstsein würde sterben und an seiner Stelle an einem anderen Ort eine perfekte Kopie weiterleben.

Aus dem selben Grund würde ich mich niemals beamen lassen …

„So ein tolles Wetter! Das muss man ausnutzen!“ ist auch eine ziemlich bescheuerte Ausrede zum Biertrinken.

Also: Wasser.

Ein dichter Nebel hat sich auf die Stadt gelegt.

Am Bahnsteig sitzen zwei Typen und fügen der Suppe noch ein paar Dampfwolken hinzu.

Sie husten Rauch und einer von ihnen sagt:

„Alter! Die Story habe ich von Horst geh…“ – der Rest geht unter in Gurgeln und Röcheln.

Gegenüber diskutieren Pendler mit dem IC-Zugchef über die Freigabe des Zuges („Geben Sie uns Freiheit! Freiheit! Freiiiiiiiheit! Freiiiiiiiiiiiihaaaaait, ist das einzige, was zählt!“).

Also alles wie immer.

Gestern Abend die clientseitige Validierung und für die erste Abschlussprüfungsaufgabe beendet.

Auch kann ich jetzt Daten aus der Datenhaltung (eine CSV-Datei) per php auslesen.

Nun der restFul-Client zum Datenabruf, das Speichern der Daten und die die Übergabe an die Oberfläche als JSON-Objekt.

Uff!