Hajo Schumacher über Geschlechterrollen

Die Killerfrage stammt vom Philosophen Frithjof Bergmann: Was will ich wirklich wirklich? Konsumkrempel jedenfalls nicht. Unsere Beziehung ist wieder in Gang gekommen über die wunderbare alte Kulturtechnik des Miteinander-Redens, um Bedürfnisse zu ermitteln. Es hat eine Weile gedauert, bis ich sagen konnte: Wie gern würde ich in deinem Arm liegen und deinem Herzschlag lauschen. Passt leider nicht zum einsamen Helden. Es hat mich Überwindung gekostet, diese Bedürfnisse nicht totzudröhnen mit Netflix, Rotwein oder Marathon, sondern sie zuzulassen, ohne mich sofort weicheiig zu fühlen.

Hajo Schumacher im Interview mit der taz.

Leichen

Mir träumte, die Allerliebste und ich wären in ihrer Wohnung (die aussah wie eine Mischung aus ihrer aktuellen und unserer alten gemeinsamen Wohnung sowie dem ausgebauten Dachboden meines Elternhauses) und wir hatten mehrere Leichen dort. Wir waren an dem Ableben der Menschen vollkommen unschuldig, nur sind wir irgendwie in die Situation geraten, uns um die Leichname verschiedener Leute zu kümmern.

Sie waren alle in unterschiedlichen Graden der Bestattungsfähigkeit: Einer war schon im Sarg – der hatte auf der Straße gestanden und unter ihm war die Straße eingebrochen. Damit der Sarg nicht in der Kanalisation verschwand, haben wir ihn nach oben in die Wohnung gewuchtet.

Ein anderer war ein Nachbar, der uns immer mit seinen Besuchen genervt und uns immer angschnorrt hatte. Bei einer dieser Aktionen hatte er plötzlich über Übelkeit geklagt, hatte sich hingelegt und war verstorben.

So sammelten sich die Leichen in den Ecken der Wohnung an. Ich empfand das als unglaublich gruselig und eklig, die Allerliebste jedoch war ziemlich abgebrüht und damit beschäftigt, die Bestattungen zu organisieren. Dies gestaltete sich als sehr kompliziert, da wir ja keine Angehörgen der Verstorbenen waren und uns auch nicht fünf oder sechs Beerdigungen auf einmal leisten konnten. Ich fragte mich, wie denn jemand unter die Erde kommt, der keine Angehörigen hat oder dessen Verwandtschaft kein Geld für die Beerdigung aufbringen kann.

Die Allerliebste wollte gerade Fotos von den Leichen machen, um sie an ein Bestattungsinstitut zu schicken, da begann sich der tote Nachbar zu regen. Ich dachte erst an Gase, welche sich im Körper des Mannes gebildet hätten, doch dann sagte er laut und vernehmlich: ,,Geisterbahn.” Er wiederholte das Wort mehrfach, bevor er sich aufrichtete. Die Situation hatte seltsamerweise überhaupt nichts Zombiehaftes an sich, denn er war einfach nur wieder quicklebendig, wenn auch ein wenig verwirrt.

Ich half ihm auf. Der Nachbar meinte, er wolle zum Arzt, müsse aber vorher ins Bad. Anstatt ihm zum Klo im Dachgeschoß zu geleiten (was nur wenige Meter gewesen wären), führte ich ihn bis in das Badzimmer draußen im Garten. Er verschwand darin und ich zog die Vorhänge zu (das Bad hatte weder Tür noch Wände).

Meine Mutter schaute etwas verständnislos.

03.01.2019: Schlafhygiene 2, Überweisungsfrust, Stimmung, Trubel, Dunkel

Schlafhygiene 2

Meine Bemühungen um Schlafhygiene haben gestern erste Früchte gezeigt: Ich bin gut zur Ruhe gekommen und habe ich zeitig und gemütlich ins Bett gelegt. Ich muss zu meiner Schlafhygieneliste jedoch noch einen Punkt hinzufügen:
ABENDS KEINE BOHNEN ESSEN!!!!
Das Chili, von dem ich zum Abendbrot zuviel zu hektisch aß (ich war sehr hungrig), rumorte in meinem Magen herum und ich konnte nicht einschlafen. Als ich dann doch einschlief, hatte ich einen schlimmen Traum, den ich vielleicht in einem separaten Blogeintrag verarbeiten werde.

Überweisungsfrust

Für meinen neuen Laptop habe ich mir ein zusätzliches Netzteil bestellt und wollte die Rechnung heute morgen noch ,,mal eben schnell” bezahlen.
Dummerweise ist Evernote (wo die Rechnung drin ist) beim Start immer sofort abgestürzt. Nachdem ich es neu installiert und die Rechnung endlich vor mir hatte, versagte das Onlinebanking – wahrscheinlich, weil sich an meinem Konto im Dezember etwas geändert hat.
Also muss ich heute Mittag mal zur Sparkasse und die Überweisung in den Automaten eintippen.
Willkommen im 21. Jahrhundert!

Stimmung

Ich bin müde, gehetzt und gereizt im Büro angekommen. Was macht man, wenn man in der Anrufliste im Telefon Anrufe vom frühen Abend findet? Man ruft natürlich morgens um halb sieben zurück!

Trubel

Zu allem Überfluss herrscht auf der Arbeit ein gewisser Trubel, ich habe mir in der letzten Woche mal erlaubt, eine lange überfällig Entscheidung anzustoßen – allerdings auf einem direkten, unorthodoxen Weg. Nun bin ich nervös, dass mir das alle auf die Füße fällt, obwohl sich eine gute Lösung anbahnt.

Dunkel

Feierabendzeit. Es wird dunkel draußen. Es ist Donnerstag, es fühlt sich aber an wie ein Freitag.


02.01.2018: Pillenschlaf, Arbeit, VIVA, plärrende Webseiten, Überschriften, Kellerkind, Schlafhygiene

Pillenschlaf

Wegen meiner Stimmungsschwankungen hat mir mein Psychiater ein leichtes Neuroleptikum verschrieben, dass ich zum Einschlafen nach eigenem Bedarf nehme. Es handelt sich nicht um ein Schlafmittel, sondern das Medikament beruhigt einfach.
Gestern Abend war es mal wieder so weit und ich habe in der Nacht relativ ruhig und fest geschlafen. Dummerweise bin ich nach der Einnahme immer auch am nächsten Tag ziemlich durcheinander, aber daran habe ich mich inzwischen gewöhnt. Ab und an bekomme ich von dem Mittel auch leichte Kopfschmerzen.

Arbeit

Es geht wieder nach Düsseldorf zur Arbeit. Straßen, Züge und Bahnsteige sind relativ leer. Ich hoffe auf eine recht ruhige Zeit im Büro. Leider war es ,,zwischen den Jahren” ziemlich stressig.

VIVA

Carsten nimmt auf seine Art Abschied von VIVA – ein Verbleichen, das von mir vollkommen unbemerkt geblieben ist. Das macht aber nix, da auch in meinem Leben VIVA keine Rolle gespielt hat. MTV war da wirklich wichtiger.

Losplärrende Webseiten

Beim Lesen eines ZEIT-Artikels über Computerspiele und die Stasi muss ich feststellen, dass inzwischen selbst in Pocket geöffnete Webseiten mit Sound losplärren können.

Überschriften

Die einzelnen Einträge hier bekommen jetzt ,,richtige” Überschriften (technisch gesehen sind das WordPress-Blöcke).

Kellerkind

Ich nutze die relativ ruhige Zeit im Büro für eine kleine Exepedition: Mit aufgesetzter Anstoßkappe erforsche ich die umfangreichen Kellergewölbe unseres Dienstgebäudes. Habe ich mich nach dem Umzug hierhin bisher nur an wenige bekannte Wege gehalten und mich trotzdem häufig verirrt, konnte ich nun mit der Zeit eine gewisse Vorstellung von der Struktur des Kellers entwickeln und sogar einen geheimen Weg in die Kantine finden.
Nun sitze ich hier und trinke einen Kaffee.
Diesen Text schreibe ich übrigens in mein Notizbuch und tippe ihn später ab.
Das Leben ist schön!

Schlafhygiene

Da ich ja relativ schlecht schlafen, nehme ich mir jetzt vor, besser auf die Schlafhygiene zu achten. Das bedeutet: Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen Bildschirme und andere elektronische Spaßmacher ausschalten (wird mir schwerfallen), Etablierung eines Schlafrituals (Hinweise werden gerne angenommen) und vielleicht mal wieder Meditieren oder einfach was Lesen.


Fakten

Der Spiegel berichtete online, wir hätten im Berlin Story Museum einen Raum eröffnet, in dem man Hitlers Arbeitszimmer ansehen kann. Ich erklärte ihnen, dass wir im Berlin Story Museum gar nichts gemacht haben. Wir haben eine andere, neue Dokumentation über den NS-Terror unter dem Titel „Hitler – wie konnte es geschehen“ eröffnet. Verschiedener Inhalt, verschiedene Darstellungsformen, verschiedene Tickets und verschiedene Eingänge. Nur die Adresse war gleich. Wir hatten viele Besucher, die sauer waren, weil sie im falschen Museum waren. Der Journalist erklärte mir, dass ich das falsch sehe und er recht habe.

Enno Lenze