08.03.2019

Eigentlich wollte ich gestern ja zeitig in die Heia gehen, allerdings habe ich dann doch mal ,,kurz” in die Hamburg-Folge von ,,Gemischtes Hack” reingehört und fand sie so lustig, dass ich sie bis zum Ende hören musste.

Wenn man eh schon übermüdet ist, ist es keine gute Idee, zu spät schlafen zu gehen, daher habe ich heute morgen dann einfach den Wecker ausgeschaltet und bin erst recht spät zur Arbeit – der flexiblen Arbeitszeit sei es gedankt!

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An der Straßenbahnhaltestelle saß eine dicke Obdachlose inmitten ihres Hausrats und lachte fröhlich. Die Sonne schien.

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Die E-Petition zum Tempolimit der EKMD hat heute (Stand 10:00 Uhr) schon über 7.000 Mitzeichnerinnen und Mitzeichner. Ich hoffe inständig, dass das Quorum erreicht wird, denn meiner Meinung nach ist ein solches Limit eine gute und vernünftige Idee über die zumindest mal öffentlich vernünftig diskutiert werden sollte.

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Sorgen ertrinken nicht in Alkohol. Sie können schwimmen.

Heinz Rühmann

07.03.2019

Die Straßenbahn wollte schon losfahren, aber dann kann sie angerannt:Jung, vielleicht 20 Jahre alt, ein Smartphone schwingend. Sie rannte und rannte den langen Bahnsteig entlang und winkte dem Fahrer zu.
Sie war dabei schön wie eine Heilige – und das Wunder geschah.

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,,Sie sind mir aber mal einer!”
,,Schauen Sie sich doch mal selber an: Sie sind schon mindestens zwei!”

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Wie fängt ein Tag, wenn man sich morgens früh unter der Dusche schön das Haar schamponiert und später die Schuppen dann aus dem Bart rieseln?

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Was bin ich doch für ein kluges Kerlchen (stinkt es hier etwa nach Eigenlob?)!
Ich habe noch gute 20 Minuten bis zu meinem Termin und dazu auch noch Lust auf einen Kaffee. Erfahrungsgemäß würde ich mir an einem heißen Café Creme hektisch die Schnute verbrühen und dies würde das Vergnügen des Koffeinkonsum merklich schmälern.
Was tut der kluge, dicke Mann von Welt?
Er bestellt sich einen Espresso.
Das kleine Tässchen schwarzen Saftes hat dann auch noch den zusätzlichen Benefit, dass der Konsum einen sich fühlen lässt, als wäre man unbesiegbar!

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Nach der Gruppentherapie war ich noch im ,,Ostende” auf ein Bier und Aioli und Fladenbrot. Dabei Postkarten geschrieben und zufrieden nach Hause gewackelt wie ein Tanzbär mit Rentenbescheid.
Gute Nacht!

06.03.2019

Nächtens herumgewälzt. Ziegelsteine im Kopfkissen. Irgendwann dann doch eingeschlafen.

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Mir träumte, ich würde mich mit meinen alten Schulfreunden J. und C. in Süddeutschland treffen. Wir hatten Hunger und gingen in ein Gasthaus. C. und ich bestellten uns eine Art Gulasch, dazu süffiges Bier. Die Bierauswahl war vortrefflich und ich hätte mich durchaus durch die ganze, lange Bierkarte trinken können. Die Kellnerinnen freuten sich über mein Interesse und berieten uns. Zum Schluss gab es noch einen Likör aufs Haus (nicht für J., der noch fahren musste; er bekam eine kleine Cola). Nach dem Essen wollten wir noch irgendwo hin.
Die Stimmung war gut – vor allem, wenn man bedenkt, dass C. schon seit über 20 Jahren tot ist.

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Du fühlst dich angekommen, alles Suchen hat ein Ende. Es ist, als zöge die Brandwehr einen Ring Warmwasserschläuche um deinen Körper, ohne einen Fingerbreit auszusparen.

Glumm, ,,Heron. Ein Frontbericht”

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Gerne wäre ich musikalisch, bzw. als Kind beim Musikinstrumente lernen nicht so unvorstellbar faul gewesen. Wäre ich ein richtiger kleiner Musiker, würde ich zwei Lieder komponieren. Das eine hieße ,,And then she kissed me” und das andere ,,Bauingenieur”.

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Der Fernsehturm gibt sich heute spröde.

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Feierabend! Ich bin froh, recht früh aus dem Büro rausgekommen zu sein, weil ich noch ein Päckchen bei der Hauptpost abholen will. Doch: Ach! Die Hauptpost schließt schon um 18 Uhr und in 15 Minuten schaffe ich es nicht von Düsseldorf nach Duisburg…

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Bahnbrechende Erkenntnis: Man könnte in den Innenstädten unglaublich viel Platz schaffen, wenn man nur die ganzen Parkplätze aufgeben würde; benötigt werden die Parkplätze eh nicht, da die Autos sowieso die meiste Zeit im Stau stehen!

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Daheim das Nicht-mehr-Baustelle-Bad geputzt und dann auch noch das Wohnzimmer und auch das Schlafzimmer und dann noch den Flur. Obwohl meine Wohnung ja recht klein ist, strengt mich das doch sehr an. Mit dem Ergebnis bin ich aber zufrieden und da können wir uns zum Abend noch etwas gut gelaunte Gänsehaut:

05.03.2019

Heute von daheim aus gearbeitet, da der Handwerker das Bad noch fertig gemacht hat. Es ist vollbracht. Morgen kann ich das Bad putzen und dann soll wohl hoffentlich alles erledigt sein. Die Heimarbeit war nicht sonderlich lohnend, da auf meinem neuen Laptop noch nicht alle notwendigen Programme installiert sind. Zu Mittag Nudeln mit Pesto. Das Pesto war ein Rest von gestern und ich habe zu viel davon gegessen. Folge: Übelkeit mit Erbrechen. Ingwertee hilft.

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Mit der Masterarbeit geht es gut voran. Habe gemerkt, dass ich doch zu sehr Druck in mir aufbaue. Die Folge davon ist, dass ich dann immer sehr kurz und knapp formuliere und der Inhalt dadurch unverständlich ist. Mit LaTex komme ich gut zurecht und bin froh, damit schon Übung zu haben.

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Der Zwiebeltopf ist da und nun kann ich endlich … nun ja … meine Zwiebeln aufbewahren.

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Das Tagebuchbloggen hinkt im Moment ein wenig hinterher. Ich komme nicht jeden Tag zum Schreiben und ich will ja auch noch immer das Notizbuch für die einzelnen Tage durchforsten. Es sei wie es sei!

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Letzte Notiz vor dem Schlafengehen: Der Tee hat wirklich geholfen. Habe noch ein paar Salzstangen gegessen und sogar eine halbe Stunde Oblivion gespielt. Um 21 Uhr fällt für mich der Hammer.

04.03.2019

Rosenmontag. Vor meinem Küchenfenster sammelt sich die Duisburger Karnevalsumzug und ich habe ununterbrochen das Lied ,,Heute schütte ich mich zu!’’ von Karl Dall im Kopf.

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Gestern habe ich beim Schreiben der Masterarbeit einen Panikattacke bekommen, weil ich nicht mehr wusste, wie das Importmodul funktioniert. Der Datenimport hat zwar schon mal funktioniert, aber in meiner Begeisterung darüber hatte ich vergessen, den genauen Weg zu dokumentieren. Also panisches Herumprobieren bis es dann endlich ging. Danach wegen der Aufregung schlaflose Nacht mit zu viel Bier.

28.02.2019

Weiberfastnacht. Die Kolleginnen haben sich kostümiert und geschmückt und gehen feiern. Ich muss wegen der Gruppe heute nüchtern bleiben und bin auch sonst nicht in Stimmung für Karneval. Zu müde, zu erschöpft.

Nun sitze ich hier alleine in der Bibliothek und halte die Stellung und nichts geschieht. Die Ruhe tut gut.

Ich sehne das Wochenende herbei und hoffe auf Erholung.

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Der Fernsehturm ist heute melancholisch:

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Ich lese das Wort ,,Busenblitzer” und klicke nicht auf den Link.

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Ausgestempelt. Sitze in der Bahn und warte auf die Abfahrt. Draußen an der Haltestelle drei angetrunkene verkleidete Frauen. Es gibt Sekt. Sie belagern das Wartehäuschen und stolzieren herum. Blaue Perücke, goldene Strumpfhosen.

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Vor der Gruppe noch einen großen Kaffee gegen die Müdigkeit. Die italienische Kaffeebude ist immer gut besucht. Man hört eine seltsame Coverversion von Eye in the Sky. Die Sonne scheint, Menschen lachen. Der Kaffee schmeckt bitter wie ein stark gehopftes Bier, ein Panzerknacker läuft am Schaufenster vorbei. Es riecht nach Hund. Die Menschen sollten sich häufiger die Hände waschen. Der kleine Marienkäfer draußen grinst. Mir brennen die Augen.

26.02.2019

Heute lange Besprechung gehabt. Zur Belohnung zu Leo dem Holländer auf ein halbes Hähnchen. Es schmeckte sehr gut – nur vermisste ich meinen Kollegen, mit dem ich sonst immer dort war und der heute Telearbeit hatte.

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,,Diese arische Mode, sich auch noch das letzte Schamhaar auszurupfen, guckt mich komisch an. Ich sehe überall kleine nackige Kinder mit riesigen Geschlechtsteilen, funktionell und glatt.”

Ameisen, nickt Grossvater | Studio Glumm

,,Die Kellnerin, lila Kleid, Stöckelschuhe, mager, verbreitet beim Tischabräumen einen solch unangenehmen Schweißgeruch, als würde die Wupper Leberwurst führen.”

ebenda

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Unglaubliche Müdigkeit. Möchte nur irgendwie in der Sonne sitzen oder liegen und dann einfach wegdämmern. Am besten in einer riesigen Hängematte liegend sich vom lauen Wind in den Schlaf wiegen lassen.

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In Derendorf in eine Trinkhalle gestolpert. Vor dem Kiosk waren mindestens 20 Fahrräder unterschiedlichster Größe aufgestellt. Es waren so viele, dass nur ein schmaler Weg vor dem Eingang übrig blieb.
Drinnen hockten ein paar wunderliche Gestalten, Trinker mit wenig Geld und viel Redebedarf. Eine ältere Dame erzählte lallend was von Cortison und Darmverschluss und ein besoffener Schlaubischlumpf sekundierte ihr mit Fachwissen aus Pro7 Galileo. Das Licht war gemütlich in dem Laden und er erinnerte mich an Erzählungen von einem verzauberten Getränkemarkt in der alten Heimat mit Namen ,,Golli”. Wer hier Bier kaufen wollte, war gut beraten, vor dem Bezahlen die Kästen auf Vollständigkeit zu überprüfen denn die örtlichen Trinker tauschten gerne heimlich volle Flaschen gegen leere.
Solche Geheimagenten wie in dem kleinen Derendorfer Büdchen müssen das damals gewesen sein: Wunder der Vorzeit, trinkende Fossilien, die Quastenflosser des Alkohols.

22.-25.02.2019

Fahrt nach Leuven in Belgien!

Im Zug nach Köln sitzen. Aufregung und Vorfreude teilen sich mein Flatterherz. Als Folge einer SMS von A. Idee für eine Krimiserie gehabt: ,,Scharia 110 – die Sittenpolizei’’. Bärtige Männer stürmen einen Puff und schreien ,,Auf den Boden! Auf den Boden! Alle auf den Boden! Richtung Mekka, Ihr Hunde!’’

Treffen im Brauhaus Gaffel. Bin als erster da. Sehr nett hier, aber viel zu laut. Viele Leute sind verkleidet und das verleidet. A. kommt dann dazu, M. etwas später und C. reist eh mit dem Flugzeug direkt nach Leuven. Damit es nicht langweilig wurde, überrascht uns der in Köln lebende B. Lustig ist es und das Kölsch fließt in Strömen!

Später dann Zugchaos in Köln und Umgebung. Unser IC hat mehr als 100 Minuten Verspätung. Frusttrinken im ,,Dezernat 90’’ hinter dem Kölner Hauptbahnhof und diese Kneipe ist nur halb so kaschemmig wie sie von außen gewirkt hat.

Nächtens bekamen wir noch glücklicherweise den letzten Anschlusszug von Lüttich nach Löwen. Der Bahnhof in Lüttich ist das Montabaur Belgiens und wurde mit viel Aufwand als Raumstation in ein relatives Nirgendwo geklöppelt:

Gegen halb eins im Bett gewesen und wider Erwarten gut geschlafen.

23.02.2019, 14:00

Der Belgier kennt kein Bauordnungsrecht und genau so sehen seine Städte auch aus. In Leuven steht jedoch trotz gegenteiliger Bemühungen gleich zweier deutscher Armeen noch eine Menge alter Bausubstanz herum und der Belgier muss seinen Quatsch umständlich drumherum bauen.
Man verbringt einen herrlichen Tag im Sonnenschein und wandert durch Kopfsteinpflastergässchen. Die Freunde decken sich mit Unmengen belgischer Süßigkeiten ein.

Man beachte die Taube:

Der Belgier hat seltsame Hobbies:

Die Universitätsbibliothek ist in beiden Weltkriegen unter Beteiligung deutscher Truppen komplett abgebrannt, was mich als Bibliothekar sehr traurig macht.

Die Uni Leuven ist übrigens im gesamten Innenstadtbereich überall präsent.

Das Rathaus besteht komplett aus Zucker:

Lecker Bier:

Für den Genießer-Biertrinker ist Belgien ein Paradies ob der Vielfalt an Sorten und Geschmäckern.

Abendstimmung:

Am Abend haben wir auf einem unserer Zimmer noch weiter Biere verköstigt – diesmal Beispiele aus dem erstaunlich reichhaltigem Angebot des örtlichen ALDI-Marktes. Bis auf das viel zu süße Kriek waren alle erstaunlich gut.
Nachts störte meinen Schlaf Fickgestöhn aus dem Nebenzimmer, gefolgt von sehr, sehr langem Reden.
Das Gestöhne hat mir besser gefallen.

,,Sorry – ich weiß nicht, wo das Rotlichtviertel ist!’’:

,,Der Zeus entführt Europa – aber wer entführt hier eigentlich wen?’’:

Am zweiten Tag Besuch des Beginenhofes. Lauschig! Lauschig! Lauschig! Die kleinen Nischen oberhalb der Türen dienten wohl der Orientierung für Leute, die nicht Lesen und Schreiben konnten.

So etwas wäre in unserem Lande wohl sehr umstritten:

Der große Marktplatz, wo sich die feierfreudige Jugend trifft:

Tripel Karmeliet. Mein Favorit des Wochenendes:

Die von mir so geschätzten Abteibiere sind allerdings auch ganz schön stark, weswegen man als vielleicht etwas unbedarfter Deutscher ein wenig aufpassen muss, dass man sich nicht die Glocke zu schnell vollhaut.

Gegessen haben wir Frittiertes, weil der Belgier eigentlich so alles frittiert, was er kriegen kann – bis auf Pommes.

Die frittiert er doppelt

Geschmeckt hat es uns sehr, nur mag ich jetzt die nächsten Wochen lang nichts mehr essen, was aus der Fritteuse kommt.

Die Einwohner waren im Großen und Ganzen sehr freundlich, der Service war durchwachsen, da meist studentisch.

Am dritten Tage sind wir fröhlich wieder heim gefahren.

Auf jeden Fall möchte ich noch mehr Städte in Flandern besuchen.