Wir sind alle Idioten

Scott Adams beschreibt in seinem bahnbrechenden Meisterwerk ,,Das Dilbert-Prinzip”, wie einmal nach dem Tausch der Batterien sein Pager nicht mehr funktionierte.

Er fuhr mit dem Gerät ins Elektronik-Geschäft und schilderte dem Mann hinter der Theke sein Problem.

Dieser Mann nahm im wortlos den Pager aus der Hand, öffnete ihn, drehte die Batterien um und reichte ihn dem verdutzten Kunden zurück.

Adams stand da wie ein kompletter Volltrottel – trotzdem hatte er es geschafft, ein Kraftfahrzeug bis zum dem Laden zu steuern, ohne jemanden zu töten. Seine Schlussfolgerung:

Wir sind alle Idioten – nur nicht immer zur selben Zeit.

Genau einen solchen Moment hatte ich gerade, als ich die Batterie (Knopfzelle) meines Bluetooth-Brustgurtes wechseln wollte:
Ich hatte mir extra aufgeschrieben, welche Batterien ich kaufen musste und ärgerte mich, dass die verflixte Batterie einfach nicht passen wollte, bzw. sich der Deckel nicht schließen wollte – bis mir auffiel, dass die Batterie eben in diesen Deckel eingesetzt wird und dort noch die alte Batterie steckte …

Nebenstrecke

Der Zug tuckert über die Nebenstrecke. Es ist so dunkel, man kann fast nichts von der Landschaft sehen. Ab und an zieht eine besprühte Mauer vorbei.

Im Gleisbett liegen Blechdosen, zerknüllt und weggeworfen wie gebrochene Herzen.

Die Dunkelheit ist voller Büsche und in den Büschen hocken die Lemuren und schauen uns an - uns, die Menschen in dem hellen Zug.

Menschen, die über ihre Handys wischen, ihren Kaffee trinken, mit der Zeitung rascheln oder ganz einfach nur schlafen.

Die Lemuren stehen ganz still und starr da und glotzen mit ihren großen Augen.

Sie stehen immer dort draußen in der Dunkelheit.

Morgengrauen

Der Morgen früht sich den Arsch wund, trotzdem ist die Regionalbahn voll. Eine Frau mit einem Gesicht von edlem Schnitt schläft, die anderen Leute gucken bräsig oder wischen auf ihren Handys herum.

Jeder tut so, als ob alles in Ordnung wäre, doch man kann die Angst der Menschen fühlen.

Man hat Berichte gehört oder gelesen, auf den Bahnsteigen hat man darüber gesprochen:

Das Verderben kommt, das Ende ist nah!

 

Dünn ist die Fassade der Stärke mit der sich alle zu schützen versuchen gegen das Grauen.

 

Manche unterhalten sich.

Sie sprechen sehr leise, als würden sie das Schlimmste heraufbeschwören, wenn sie es zu laut aussprechen. Immer wieder wispern sie das Wort, das schlimme Wort:

 

Schienenersatzverkehr.