29.04.2019

29.04.2019 – Lustiger Spam, korrupte Politiker und wie ich das Land gerettet habe Contents
Contents
 1.  Die Nacht
 2.  Lachen am Morgen
 3.  Mittagspause
 4.  Ich nenne es ,,graue Korruption”
 5.  Veränderungen
 6.  Dienstrecherche
 7.  Heißhunger

1. Die Nacht In der Nacht gewälzt und fühlte mich heute wie gewalzt. Träume: Kinderwagen mit Munitionskisten darauf (der neueste Schrei) und ein vergessener Kleinkrieg zwischen Deutschland und Japan in den 20er Jahren:
Die Soldaten mussten ihre Waffen selber finanzieren und alles ging furchtbar in die Hose. Wir hockten hinter eine Mauer auf der anderen Seite eines tiefen Grabens lagen in erhöhter Position die Feinde und ihre Scharfschützen. Neben mir bekam ein Kamerad einen Kopfschuß und ich hatte furchtbare Angst, über den Rand der Mauer zu schauen.
Aufgestanden um 04:17 Uhr, weil irgendwie schon wach.

2. Lachen am Morgen Habe eine lustige Spam-Mail bekommen: ,,Hallo! Hier ist Kristin! Ich bin auch Single und wir könnten uns ja mal treffen! Damit Du keine verräterische WhatsApp-Nachricht auf Deinem Handy hast, schicke ich Dir mal besser eine WhatsApp-Webmail [sic!]!”
Wirklich? Man kann jetzt per WhatsApp auch Nachrichten an E-Mail-Postfächer schicken? So wie mit … wie hieß das noch gleich … E-Mail?
So und nicht anders sollte ein Montag beginnen!

3. Mittagspause Mittagspause. Kleiner Ausritt in Düsseldorf.
Ich mag Düsseldorf.
Die Stadt ist städtisch, ohne eine richtige Großstadt zu sein. Dazu ist sie noch auf eine niedlich-provinzielle Art angeschnöselt.
Die teuren Restaurants im Medienhafen sind alle leer.
Kapitel muss sparen.
Im Sonnenschein ist es angenehm warm, im Schatten weht ein kühler Wind.
Schiffe ziehn vorbei.

4. Ich nenne es ,,graue Korruption” Zitat aus ,,Industrie und Lobbyismus: Gekaufte Agarpolitik?”[1]:
,,CDU-Obmann Holzenkamp war zur Zeit der Verhandlungen im Nebenjob im Aufsichtsrat der Agravis AG, einem der größten Händler von Agrargütern in Deutschland. Auf der Homepage des Bundestages sind seine Nebentätigkeiten angegeben: Während er 2016/17 die Düngeverordnung verhandelt, wird sein Einkommen bei der Agravis angehoben. Er verdiente vorher bis zu 7000 Euro und nach der Beförderung bis zu 15.000 Euro monatlich, bei einem Unternehmen, das direkt von seinem politischen Handeln profitiert.”
(Link via caasn[2])

5. Veränderungen Ich bin gebannt von einem Artikel über Veränderungen[3] und nehme mir vor, öfter in den Wald zu gehen.

6. Dienstrecherche Wegen einer wichtigen Recherche noch in der UB Duisburg gewesen. Glücklicherweise konnte ich alles finden und habe die Ergebnisse dann von einem Lesesaalrechner mit dem privaten Mailaccount weitergeleitet. Obwohl es sich bei dem Rechner um ein Kiosk-System handelt, welches nach jedem Abmelden alles löscht, bekam ich in der Folge mindestens 10 Alarmmeldungen von Google. Habe dann mal sicherheitshalber das Passwort geändert.

7. Heißhunger Habe durch den ,,Urlaub” noch nicht wieder in meinen richtigen Essensrythmus gefunden und daher abends Heißhunger bekommen. Zuviel zu schnell zu schwer gegessen und nachts schlaflos gewesen.

Wir reden über Digitalisierung

Hier ein Text, den ein Arbeitskollege von mir geschrieben hat und den ich mit seiner freundlichen Genehmigung hier veröffentliche.

Heute ein gutes Beispiel:

Internetseite Abfahrt/Ankunft DB vor Verlassen des Büros in Düsseldorf:  Alles in Ordnung. Super!

Ankunft 15.13 Uhr in Düsseldorf Hbf. Anzeige: RRX hat Verspätung. Na ja. Wird nichts schlimmes sein, halt wie immer!

Wir reden über Digitalisierung, selbstfahrende Autos, Netzempfang mit 5 G überall und totale Kommunikation untereinander!

RRX hat mittlerweile über 35 Minuten Verspätung. Ich wechsele das Gleis und nehme den RE 6 um 15.54 Uhr.

Zwischendurch eine Durchsage von Bombenfund, irgendwo in Essen. Naja, hab ich nichts mit zu tun, muss ja nur bis Mülheim/Ruhr. Nochmal gut gegangen.

RE 6 fährt bis nach Duisburg. ALLES GUT, keine Ansage. RE 6 fährt weiter, aber nicht nach Mülheim/Ruhr sondern in Richtung Oberhausen/Essen-Altenessen. Keine Ansage! Als Schwerbehindertenvertreter denke ich, die Bahn beschäftigt auch stumme Mitarbeiter. Finde ich gut!

Wir reden über Digitalisierung, selbstfahrende Autos, Netzempfang mit 5 G überall und totale Kommunikation untereinander!

Zwischenzeitlich bin ich schon seit 1,5 Stunden von Düsseldorf aus unterwegs und RE 6 parkt auf freier Strecke kurz vor Essen-Altenessen ein. NATÜRLICH, kein Ansage! Ist halt so bei stummen Mitarbeitern.

Wir reden über Digitalisierung, selbstfahrende Autos, Netzempfang mit 5 G überall und totale Kommunikation untereinander!

Im Abteil kommen Gespräche auf. Man lernt sich kennen, ohne auf das Smartphone einzuhämmern. Die belegten Brötchen und die kalten Getränke lassen heute etwas auf sich warten. Na ja, werden schon kommen.

Gemächlich setzt sich RE 6 nach rund 20 Minuten in langsame Bewegung, nachdem uns 2 leere Güterzüge und ein ICE überholt haben. Man ahnt es nicht!

Wir reden über Digitalisierung, selbstfahrende Autos, Netzempfang mit 5 G überall und totale Kommunikation untereinander!

Ich stelle mal eine Frage in die Runde: Ich habe ja gar kein Verkehrsverbund-Ticket für Essen. Ich muss ja eigentlich nur nach Mülheim/Ruhr. Eine freundliche Frau neben mir sagt, die Rhein/Ruhrbahn weiß doch so etwas. Ich sollte mir keine Sorgen machen. Da mischt sich ein bislang ruhiger junger Mann hinter uns ein und sagt: Der Mann hat Recht. Ich bin Kontrolleur. Wenn er jetzt gleich von Essen mit der U 18 zurück nach Mülheim fahren muss, ist der Kontrolleur in der U 18 über die besondere Situation der erzwungenen Umleitung des Zuges im VRR nicht informiert. Er wird ihm 60 € Zwangsgeld auferlegen!

Wir reden über Digitalisierung, selbstfahrende Autos, Netzempfang mit 5 G überall und totale Kommunikation untereinander!

RE 6 fährt in Essen-Altenessen ein. Oh Wunder, der stumme Zugführer kann reden!!!

Wir reden über Digitalisierung, selbstfahrende Autos, Netzempfang mit 5 G überall und totale Kommunikation untereinander!

Ich wurde leider NICHT kontrolliert, sonst hätte ich auf ein Protokoll dieser Sache und Zahlung von 60 € bestanden. Heute habe ich für eine Fahrt von gut einer Stunde, fast 3 Stunden gebraucht.

Wir reden über Digitalisierung, selbstfahrende Autos, Netzempfang mit 5 G überall und totale Kommunikation untereinander!

28.04.2019

28.04.2019 – Sparsamkeit beim Datenschutz, hoffnungsvoller Abend

1. Die Nacht Erst wirr und mit vielen Unterbrechungen geträumt, dann einen längeren mit Zusammenhang[1]. Den Morgen dann schreibend und Kaffee trinkend verbracht, den Brotteig von gestern[2] im Ofen.

2. Sparsamkeit Fräulein Read On berichtet von Zeiten der Sparsamkeit und des Mangels[3] und ich fühlte mich ertappt und bin zu Gedanken über unsere Überflussgesellschaft inspiriert worden. Hierzu passt auch ein sehr schöner Blogartikel[4], den sie letzten verlinkt hatte.

3. DSGV Beim Lesen dieses Blogeintrages[5] denke ich darüber nach, ob ich nicht auch besser die Kommentarfunktion abschalten sollte. Viel kommt ja eh nicht rein.
Gibt es in der Leserschaft (der kleinen, feinen) dazu Meinungen?

4. Wohnung Weil ich immer wieder gefragt werde und die Antwort nicht weiß (und wenn doch, die Zahl immer wieder vergesse), hier für ein und allemal:
Meine Wohnung ist 49,52 qm groß (oder klein. Wie man’s nimmt. Für mich reicht es.)

5. Nervenglühn Ab Mittag dann nervöse Zustände wegen eines geplanten Treffens am Nachmittag. Ein wichtiges, schmerzhaftes Treffen. Tablette genommen. Übelkeit. Schwindel.

6. Kimchi Heute eine Portion Kimchi[6] angesetzt. Allerdings ,,nur” mit einer Fertig-Gewürzmischung. Ich werde berichten, wie es geworden ist.

7. Abenrot, hoffnungsvoll Das Gespräch war schwer und herzensvoll. Danach noch mit O. telefoniert. Er hat mich aufgebaut. Problemlösungsmodus. Zum Walking angemeldet. Termin beim Fitnesstrainer gemacht. Sportsachen aus dem Schrank gekramt.

Arbeitstraum Traumarbeit

Mir träumte, ich wäre nach einem längeren Urlaub wieder auf der Arbeit erschienen. Zuerst war ärgerlich, dass das Einstempeln nicht funktionierte: Bei meiner Karte kam immer wieder die Fehlermeldung, der Speicher sei voll.

Doch der Ärger war wie weggeblasen, als ich dann den Lesesaal der Bibliothek sah: Die Umbauarbeiten waren abgeschlossen und nun war der Raum mindestens doppelt, wenn nicht sogar dreimal so groß wie vorher! Der Saal war lichtdurchflutet und überall gab es gemütliche Sitzgelegenheiten. Hier konnte man – hier wollte man! – gerne arbeiten!

Ich ging los, um die Kolleginnen in ihren Büros zu besuchen. Die Begrüßung war fröhlich und auch die Büros waren größer geworden. Kollgin N. hatte sogar ein eigenes Büro bekommen, in dem sie nun saß. Der Umbau und die Renovierung der Büroräume habe nur 7 Minuten in Anspruch genommen, lachte sie und ich rief aus: ,,Genau wie ein gutes Pils!’’

Wir lachten alle.

Zusätzlich besaß die Bibliothek nun einen eigenen Aktenraum. Sehr praktisch!

Es gab nur zwei Wehrmutstropfen: Zum einen hatte man uns auch eine ,,Kommissarstelle für die Kommunalaufsicht’’ in die Bibliothek gesetzt, mit der wir uns den Raum teilen mussten. Immerhin waren die Kollegen sehr nett und versprachen uns, sie würden viele Besucher (hauptsächlich Studenten) anlocken.

Das zweite Problem war: Man hatte mein Büro vergessen.

Der Raum war ganz einfach mit allen Möbeln und Sachen verschwunden.

Wütend ging ich zum Inneren Dienst. Dort sagte man mir, man habe meinen Arbeitsplatz vorübergehend im Keller aufgebaut. Ein neuer, junger und dynamischer Hausmeister kam dazu und meinte, er wolle mich gerne zu meinem Büro führen, aber er habe vergessen, in welchem Kellerraum das genau sei. Man müsse suchen und ich solle ihm folgen.

Also gingen wir los und gingen erst einmal in einen Innenhof, den ich bis dahin noch nie gesehen hatte. Von dort aus stiegen wir eine Treppe hinunter in den Keller. Ich hatte zwar schon gewusst, dass der Keller des Ministeriums sehr groß war – aber die wahren Ausmaße waren gigantisch:

Es ging Treppen auf und Treppen ab. Einige der Treppen waren so sehr verschachtelt, dass ich mich an den Treppenabsätzen durch schmale Lücken quetschen musste. Wir gingen durch ewig lang scheinende Gänge mit Türen zu Räumen. Die Raumnummern waren vierstellig. Wir durchquerten Räume, deren Wände, Böden und Decken komplett aus Beton und mit Graffiti beschmiert waren. Es roch nach Urin.

Dann wieder hohe, gemauerte Gewölbe.

So ging es weiter, bis wir wieder an die Oberfläche kamen. Hier plätscherte ein lustiger Bach und am Hang hatte ein Wirt Terassen angelegt und dort Tische und Bänke aufgestellt.

Der Hausmeister und ich stärkten uns mit ein paar Krügen Bier, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Er führte mich zurück in die Bibliothek und versprach mir, dass wir am nächsten Tag weitersuchen würden.

Mir blieb nichts anderes übrig, als mich zu fügen und nun schlich ich durch den Lesesaal. Immer wieder kam Leute rein, darunter ganze Schulklassen. Die Kollegen von der Komissarstelle hatten also recht gehabt! Den ganzen Rest des Tages achtete ich nun darauf, ob die Benutzer nicht in der Bibliothek aßen oder tranken und wenn doch, so bat ich sie höflich, aber bestimmt, unter Hinweis auf dei Benutzungsordnung aus den Räumlichkeiten der Bibliothek.

27.04.2019

27.04.2019 – Dämonische Lovestories gucken Balkonfußball Contents
Contents
 1.  Der Morgen in der Stadt der Knochen
 2.  Fußball
 3.  Balkonien
 4.  Abend

1. Der Morgen in der Stadt der Knochen Gestern spät abends doch noch spontan ,,City of Bones”[1] geguckt – eine Art BRAVO-Fotolovstory mit Dämonen (ich gehöre einfach nicht zur Zielgruppe!). Daher spät zu Bett und heute lange im selbigen geblieben. Es war viel zu kuschelig und weich und warm. Mittags es dann doch aus der Heia geschafft. Kaffee, Tag organisieren.

2. Fußball Entgegen meiner sonstigen Angewohnheit, habe mir im Free-TV das Derby BVB gegen Schalke angeguckt und dabei mit Freund D. SMS hin- und hergeschickt. Es war ganz entspannt. Die Dortmunder waren – vor allen Dingen in der ersten Halbzeit – technisch und spielerisch stärker, die Schalker standen taktisch aber sehr gut und hatten den längeren Atem. Dortmund ging verdient in Führung, aber ein glücklicher Elfmeter für Schalke und zwei sehr dumme rote Karten für Dortmund schoben die Waagschale in Richtung Schalker, welche das Spiel dann auch für sich entschieden.
In der Halbzeitpause habe ich dann einen Brotteig angesetzt.

3. Balkonien Ich habe die Balkonkästen aufgeräumt und das ganze tote Zeug entsorgt. Im linken Balkonkasten ist Schnittlauchknoblauch gesät (später kommt noch Basilikum dazu) und in den rechten habe ich irgendwelche widerstandsfähigen Bodendecker gepflanzt.
Später dann mit dem Kontakgrill Nackensteaks (mariniert in Teriyaki-Soße und Zwiebeln) gegrillt.

4. Abend Nach dem Grillen dann in die Wanne und mit einem guten Buch ins Bett.

26.04.2019

26.04.2019 – humane T-Shirts und dürre Stereotype Contents
Contents
 1.  Die Nacht
 2.  Das T-Shirt
 3.  Die Trockenheit
 4.  Stereotype
 5.  Pizza

1. Die Nacht Die Nacht war wieder reich an wirren Träumen. Zwei waren sogar erotisch angehaucht und ich traf dort jemanden wieder, den ich schon lange, lange nicht mehr gesehen habe. Die Person fühlte sich aber gut an.

2. Das T-Shirt Christian hat ein neues T-Shirt[1] und ich möchte plötzliches eines mit dem Aufdruck: ,,Cooler Humanist”.[2]
(So etwas fabriziert mein Gehirn morgens vor dem resten Kaffee.)

3. Die Trockenheit ,,… und eine lange Dürre folgte ihm …” – solche Sprüche sind schon lange nicht mehr witzig und endlich, endlich regnet es mal wieder. Höchste Zeit dafür, denn die Waldböden sind noch viel zu trocken.[3]

4. Stereotype In einem Artikel in der ZEIT über das Volk der Sentinelesen (welche jeglichen Kontakt mit der Außenwelt ablehnen) zeigt Günter Marks die Macht der Stereotypen.[4]

5. Pizza Abends dann mit dem Thronfolger Pizza gebacken und ,,Goodbye Lenin”[5] geschaut. Er hat sich diesen Film gewünscht. Das hat mich gefreut. Allerdings musste ich beim Schauen einige Tränen vergießen.