10.02.2019

Habe mir am heutigen Sonntag ein NRW-Ticket gekauft und fahre im Land herum. Die erste Station war Krefeld und ich kam hier gegen 11 Uhr an. ,,Samt- und Seidenstadt”. Leider eine Stadt im Dauerregen, trotzdem nett. Das Brauhaus hatte leider noch zu. Krefeld beherbergt an seinem Hauptbahnhof eine sehr ausdifferenzierte Trinkerszene. Ein öffentliches Klo gibt es sonntags aber nicht. Wegen Blasendrucks suchte ich deshalb am Ausgang zur Südstadt die ,,Caféterie im Seidencarré” auf.
Kleiner Kaffee, Toilettengang. Viele alte Frauen sitzen hier und unterhalten sich (,,Komm ich neulich vom Friedhof. Fragt mich der Nachbar: Wo kommen Sie denn hier? Sag ich: Vom Friedhof! Sagt er: Warum sind se da nich geblieben?”). Erst beim Rausgehen sehe ich, dass das Seidencarré eine Anlage zum betreuten Wohnen ist, schön mit eigener Caféteria.
Im Zug nach Kleve trocknen meine Sachen.

Der Niederrhein hat viele Vorteile: Zum Beispiel ist er sehr flach und man kann hier sehr weit gucken.

Mittags quere ich Kevelar, die kleine Wallfahrtsstadt. Beinahe wäre ich hier spontan ausgestiegen, aber Kleve lockt mich zur Zeit mehr. Kleve hat eine Burg und als ehemalige Residenzstadt Parkanlagen. Hoffentlich ist nur Petrus gnädig und schenkt mir ein paar trockene Stunden!

Weeze! Hier war ich schon mal! Erinnere mich noch an den Flughafen.
Muss ich nicht mehr hin.

Goch. Hier war ich mal mit dem Fahrrad, als wir meine Schwägerin und ihren ersten Mann auf dem Campingplatz besucht haben. Sonst keine weiteren Erinnerungen. Der Wind pustet dicke, dunkle Wolken in Fahrtrichtung. Das sieht nicht gut aus!

Kleve. Während der Niederrhein ja eigentlich (wie bereits erwähnt) angenehm flach ist, macht Kleve (,,Kliff”) seinem Namen alle Ehre: Hier geht es über weite Strecken auf und ab. Oben auf dem Berg thront die Schwanenburg mit dem wahrscheinlich schönsten Dienstsitz eines Amts- und Landgerichts in Nordrhein-Westfalen. Petrus drückt ein Auge zu und die Regenwolken ziehen vorbei.
Kleve hat auch eine leicht heruntergekommene Altstadt, die schon genannte Burg sowie einen barocken Garten, von dem man aus bis nach Hoch-Elten gucken kann. Mittags bin ich erschöpft und hungrig und kehre im ,,Restaurant Altes Landhaus im Fortgarten Kleve” ein. Wie in einem feinen italienischen Restaurant gibt es zur Begrüßung Weißbrot, doch statt Kräuterbutter bekommt man hier Griebenschalz. Das gefällt mir!
Gierig schlinge ich die Portion hinunter.

Nachmittags sitze ich im Zug Richtung Krefeld und warte auf die Abfahrt. Der Regen prasselt auf das Zugdach. Campingstimmung.
Auf dem Weg zum Bahnhof hat mich ein geistig verwirrter und betrunkener Rumäne angesprochen. Er redete wie ein Wasserfall auf englisch auf mich ein, bis ich ihm einen Euro gab.
Bin froh, jetzt im Trockenen zu sitzen.

Nach dem Umstieg in Krefeld meine Notizen für den nächsten Ausflug:

  • Wanderrucksack statt Stadtrucksack mitnehmen!
  • ggfs. Extrakleidung (Hoodie?) einpacken.
  • Taschentücher nicht vergessen!
  • Hut mitnehmen!

2 Gedanken zu „10.02.2019“

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