Androidentraum

Mir träumte, ich wäre ein Leutnant im Dienste des Imperiums und ich arbeitete in der Forschung und Entwicklung. Vorher hatte ich Truppendienst geleistet und mir dabei einige Lorbeeren verdient. Nun aber forschte ich an Kampfdroiden und bemühte mich redlich, nicht aufzufallen.

Nicht Auffallen ist eine sehr diffizile Aufgabe, denn man darf weder durch Faulheit noch durch besonderen Fleiß in den Fokus der Vorgesetzten geraten. Ab und an ein paar Ergebnisse liefern und sonst den Stall sauber halten, hieß die Devise.

Ansonsten machte mir meine Arbeit Spaß, bestand sie eben nicht daraus, irgendwelche Daseinsformen abzuknallen oder in die Luft zu sprengen, geschweige denn, selber abgeknallt oder in die Luft gesprengt zu werden. Vielmehr programmierte ich an meinen Kampfdroiden herum und testete sie an ein paar Sturmtrupplern, die uns zugeteilt waren und die offensichtlich ebenso froh über die explosionsfreie Umgebung waren wie ich und meine Mitarbeiter.

Gerade war eine Übung in der großen Halle beendet. Die Droiden hatten versucht, eine Stellung gegen die Sturmtruppler zu halten und hatten sich ganz wacker geschlagen. Zwar hatten die Soldaten die Stellung geschickt eingekreist und von hinten überrollt, die Droiden hatten das Manöver ihrerseits aber bemerkt und versucht, ihre Taktik anzupassen. Allerdings waren sie dabei noch viel zu langsam. Immerhin hatte die Schussgenauigkeit erheblich zugenommen und im Ernstfall wären auch einige der Angreifer erwischt worden.

Das Hornsignal zum Ende der Übung ertönte und die Sturmtruppler machten eine Verschnaufpause, während die Droiden sich zur Inspektion auftstellten. Ein junger Bursche namens Donnie und ich machten uns daran, die Daten der Droiden zur Auswertung abzurufen und gingen dazu ihre Reihe ab. Die Droiden waren nahezu baugleich: Sie waren schlank und ungefähr menschengroß, denn ich wollte sie möglichst beweglich haben. An den Armen waren Blaster montiert, die Vorrichtungen für den kleinen Raketenwerfer auf den Schultern waren momentan leer.

Wir hielten nacheinander unsere Analysegeräte an jeden einzelnen Droiden und sahen uns unsere Blechkrieger an. Keiner schien beschädigt zu sein. Als wir mit der Reihe durch waren, gaben wir den Befehl zum Abrücken und die Droiden marschierten wie ein Mann in die Werkstatt. Auch die Sturmtruppler hatten Feierabend und einige nahmen ihre Helme ab und machten sich auf den Weg in ihr Quartier.

Ich schickte Donnie ebenfalls in den Feierabend – ich würde alleine die Lichter für den Tag ausschalten und alles abschließen. Nachdem alle gegangen waren, genoß ich für einen Moment die Stille, dann schaltete ich das Hauptlicht der Halle aus. Gerade, als ich in die Werkstatt gehen und dort ebenfalls das Licht löschen wollte, hörte ich von dort Stimmen.

Androidenstimmen:

,,Ich will auch eines!’’

,,Es ist keines mehr da.’’

,,Aber die meisten haben schon eines und ich fühle mich so nackt ohne Waffe!’’

,,Wir machen sie so schnell wir können! Du bekommst das nächste, das fertig ist!’’

,,Versprochen?’’

,,Versprochen!’’

,,Wann schlagen wir los?’’

,,Wenn wir alle ausgerüstet sind. Es dauert nicht mehr lang.’’

Ich schlich auf Zehenspitzen aus der Halle und am nächsten Morgen floh ich – versteckt in einem Frachtcontainer – vor dem Imperium, den Droiden und meinem Leben.

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