Höllenkneipe

Die Leuchten sind mit Studentenleder bespannt und glimmen so richtig schön gelb daher. Aus den Lautsprechern knödelt Herbert Grönemeyer vom Leben, von Menschen, vom Schmerz und Nierensteinen.

Hier gibt es das beste Bier der Stadt, deswegen ertrage ich das alles – selbst die Krötendämonen an der Theke mit ihren Warzen und den grauen Wulsten überall. Geht man zum Klo, muss man immer ihren dicken Zungen ausweichen, sonst klebt man fest und wird in einen Schlund gezogen. Besonders Kinder verschwinden hier regelmäßig.

Der Küchenteufel werkelt hinter einer Glasscheibe, denn auf diese Weise können die Gäste zusehen, wie er die Verdammten zubereitet.

Momentan kann man allerdings nichts erkennen, denn die Scheibe ist beschlagen: Der Küchenteufel hat einen Sünder abgeschreckt.

Der Wirt ist der Satam persönlich. Er schaut freundlich und lässt sich beim Zapfen Zeit.

Ich kann mich hier an diesem Höllenort halbwegs gefahrlos aufhalten, denn ich trage so einen Haarreif mit kleinen, roten Hörnern daran – so ein Teil, was man zu Karneval oder Halloween zum Teufelskostüm aufzieht. Dadurch halten die Leute hier mich für einen der Ihren.

Mir ist klar, dass wenn mir der Hörnerreif nur verrutscht, dann bin ich geliefert.

Aber wie gesagt: Hier gibt es das beste Bier in der Stadt.

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