Reiseweh

Die Rückfahrt zieht und das Herz ist weh. Gestern noch zogen der alte Freund und ich noch durch die Altstadt mit ihren schönen und krückeligen Häusern und wir wichen den aufgedrehten Junggesellinnen aus, die ausstaffiert wie Weihnachtsgänse noch nichts wussten von ihrem Schicksal.

Wir haben graue Haare in den Bärten und reden über das Leben und die alte Zeit.

Es sind so viele Tage zerronnen und Freunde sind gegangen und die Zukunft mit ihren Reihenhäusern hatte sich für viele plötzlich als Gegenwart entpuppt.

Wir reden über den Schmerz und die Schwäche, aber auch über die Hoffnung.

Wir trauen uns nicht in die dunkle Kneipe und gingen dann doch hinein und der Wirt trank mit uns und überhaupt alle tranken, besonders der Wirt der Kneipe gegenüber, der irgendwann lachend vor dem Tresen saß.

Wir gingen irgendwann los in den Tag und in die Nacht und verwirrt schauten wir den Menschen zu, wie sie Deutschland jubelten.

Nun bin ich alleine mit dem wehen Herz und die kleinen Städte zeihen vorbei und überall sind Menschen in ihren Schützenheimen und Gemeindehäusern und überall haben sie ihre Leben und ihr Schicksal und die Kinder haben aufgeschürfte Knie und die Omas Falten um den Mund und der Mann in der Pommesbude guckt mürrisch, während er die Fritten auf die weißen Teller türmt.

Der Zug indessen fährt und die Sitze sind blau und die Menschen sind müde.