Geplatzt

So langsam scheinen meine Gewichtsprobleme in mein Unterbewusstsein zu sickern, denn gestern Nacht träumte mir, die lange Narbe an meiner linken Seite wäre aufgeplatzt.

Die Wunde war mindestens zwanzig Zentimeter lang und blutete nicht, dafür tat sich ganz schön weh. Sie klaffte offen und man konnte in mein Inneres sehen.

Ich lief zu meinem Bruder, um ihm die geplatzte Narbe zu zeigen, doch wir mussten eine Feier organisieren und er hatte dafür keine Zeit.

Droben am Himmel

Der Pickup raste über die schmale Straße hinweg und schüttelte uns durch. Ich saß mit zwei Soldaten auf der Ladefläche, während Teff das Gaspedal bis zur Wanne durchtrat. Der Motor heulte und alles klapperte und wackelte.

Die Kiefern, welche die Straße säumten, glitten an uns vorbei, doch keiner hatte mehr als einen kurzen Blick für sie übrig. Teff musste sich auf das Fahren konzentrieren und wir anderen starrten wie gebannt in den Himmel.

Dort oben flog etwas Großes herum. Es flog so hoch, dass man es kaum erkennen konnte, aber immerhin war zu erkennen, dass es Flügel hatte und einen langen Schwanz hinter sich herzog. Wieder einmal verfluchte ich die schlechten Augen dieses Körpers, denn der Rest des Wesens war nur ein Schemen. Das Ding schien sich nicht für uns zu interessieren, flog mal in diese, mal in eine andere Richtung, schien sich ab und an um die eigene Achse zu drehen.

Mein Herz klopfte vor Aufregung, obwohl ich genau wusste: Ein Drache konnte es nicht sein, denn der letzte Drache in dieser Welt saß hier auf der Ladefläche eines Pickups zwischen zwei Soldaten und schaute nach oben. Auch konnte ich keine Anwesenheit eines anderen Drachen spüren.

Was immer da oben seine Kreise zog: Es war groß, aber kein Drache.

Ich ließ den Blick sinken.

Die beiden Uniformierten neben mir hielten sich mit der jeweils einen Hand am Rand der Ladefläche fest, mit der anderen an ihren Sturmgewehren. Die Mündungen der Waffen reckten sie dem Himmel entgegen, so als währen die Gewehre Talismane zur Abwehr des Bösen.

Gerne hätte ich versucht, die Männer zu beruhigen. Hätte ihnen gesagt, dass ich sie vor dem Ding dort oben ganz bestimmt würde beschützen können.

Aber sie schienen so sehr auf ihre Waffen zu vertrauen - ich wollte sie nicht stören.

Traumfragment New York

Der gestrige Traum begann mit der Performance von ,,Everyone's coming to New York'', in welcher Cabbie zum ersten Mal auftaucht.

Ich habe ihn sogar kurz gesehen, doch da mich der Auftritt nicht sonderlich interressierte und ich auch nicht entdeckt werden wollte, ging ich nach draußen. Die Luft dort war frisch und kühl und ich glitt in den Schatten eines Baumes. Niemand beachtete mich - ich war eine dunkle Gestalt wie jede andere auch.

Das war mir recht.

Drinnen hörte die Musik auf und Männer kamen heraus. Mit dem Öffnen der Türen schwappte Applaus in die Nacht. Man hörte Cabbie laut reden: ,,Was? die Romano-Brüder sind einzeln gekommen? Seid Ihr wahnsinnig?'' oder auch: ,,Passt gut auf Euch auf, Kinder! Denkt daran, heute der neunten Straße nicht zu nahe zu kommen!''

Die Männer sammelten sich in Gruppen und verschwanden in der Dunkelheit und es wurde ruhig. Ich genoß die Stille, schaute mich um in dieser erstaunlich gut erhaltenen Gegend.

Angst hatte ich nicht.

Wovor auch?

Die Ruhe währte jedoch nicht lang:

Menschen kamen aus den Häusern rundherum und bewegten sich auf das Theater zu. Es waren Frauen darunter und viele trugen Kinder.

Porz

Mir träumte, ich hätte eine ,,Porz-Warze” am Bauch.
Ich war übrigens nicht der Einzige mit so einem Ding und es war klein und juckte ein wenig.
Mein Hausarzt klärte mich darüber auf, dass der Begriff ,,Porz-Warze” nichts mit dem Kölner Stadtteil zu tun habe, sondern sich vom lateinischen ,,Porcus” ableite.
Ich hatte also eine Schweinewarze.