Blutgericht am Sommertag

Herrlich blau heut strahlt der Himmel,
Würstchen brutzeln auf dem Grill.
Zum Töten sind wir heut versammelt,
weil die Gerechtigkeit es will.

Kinder spielen Wasserschlacht,
Mütter rühren den Salat.
Bier zischt in die rauen Kehlen,
der Galgenstrick liegt schon parat.

Allein der Delinquent ist traurig,
d
ie Girlanden sieht er nicht.
Er schaut betrübt nur auf den Boden,
ganz ein schuldbewusster Wicht.

Fröhlich richtet nun die Menge,
der Strick im Baum ist bunt geschmückt.
Das Urteil wird alsbald bejubelt,
wieder ist ein Tag geglückt.

Sich mutlos fügend in sein Schicksal,
lässt der Delinquent all dies geschehn.
Kinder quengeln, sie sind müde,
wollen bald nach Hause gehn.

Diese Urteil voller Gnade,
eilt man sich auch zu vollstrecken.
Hat man einen aufgeknüpft,
die Nackensteaks am besten schmecken.

Sie ziehn ihn hoch bis in die Krone,
Beine zappeln im Geäst.
Nun ertönt auch Kinderlachen:
Was für ein gelung'nes Fest!

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