Schäbbich!

Wenn wir Leute aus anderen Gegenden kennenlernen und diesen erzählen, wo wir leben, dann verziehen viele Leute schmerzhaft das Gesicht.

Man kann förmlich die Bilder von rußgeschwängerter Luft, die qualmenden Schlote, die hustenden Kinder und die Horden auf ihren Stirnen sehen - Horden von Libanesenrockerclans, von Horst Schimanski nur gerade so eben noch in Schach gehalten, weil er statt seiner Dienstwaffe eine Currywurst aus Schweineabfällen in der rechten Hand hält.

Ja, so stelle man sich das vor.

Oder wie das hier:

Überwucherter Beton, graue, traurige Tristesse.

Jaaaaa, jaaaaa - Ihr habt ja alle Recht! Die Welt geht unter, nur nicht in Duisburg: Denn dort ist ja eh alles zu spät!

Von den schönen Ecken, vom Innenhafen, vom Dellviertel, vom quirligen Neudorf, von der gelungenen Integration eines Einkaufszentrums in die Innenstadt (hey! Wir reden hier von Duisburg!), von den funktionierenden Nachbarschaften und den offenen und herzlichen Menschen hier spricht niemand.

Auch wenn man mit den Aktionen der Stadtverwaltung, dem Stadtrat, den Veranstaltern von Märkten und Festen vielleicht nicht immer einverstanden ist, muss man doch anerkennen, dass sie sich Mühe geben, unsere Stadt nette und lebenswerter zu machen.

Viele Kirchengemeinden und karitative Einrichtungen kämpfen gegen materielle Armut und Armut des Herzens an.

Vor allen Dingen aber:

Hier leben Menschen! Menschen, über die man nicht die Nase rümpfen darf (,,Wer will da schon wohnen?'').

Es kann nicht eben jeder in einer so lauschigen Stadt wie Menden im wild-romantischen Sauerland leben ... wo ich übrigens das Foto dieses Beitrags gemacht habe. 😉

 

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