Kommunikation

Die Bässe wummern, pusten dem Igel die Stacheln um die Ohren. Geile Mucke! Geile Stimmung! Yeah!

Der Igel hat für die Musik extra seinen Winterschlaf unterbrochen und feiert nun total ab. Die Soundanlage gibt ihr Bestes.

Nur der Topf mit den Blumenzwiebeln ist verzweifelt:

Er möchte so gerne mit dem Igel reden, ihm Erzählen von der Hoffnung und der Liebe. Berichten von dem knospenden Leben in ihm.

Aber der Igel hört nichts.

Er feiert weiter.

Dieses Headset der Firma Hama hat trotz pfleglicher Behandlung nur ca. 3 Wochen gehalten.

Hat jemand eine Empfehlung für In-Ear-Kopfhörer oder Headsets (3,5 mm Klinke), die etwas robuster sind?

Eine Zugfahrt nach Berlin: Grauen, Hass und fürchterliche Qualen

Zugegeben: Die Beitragstitel ist maßlos übertrieben, aber da die meisten Blogeinträge und Zeitungskolumnen über Bahnfahrten immer zum Extrem neigen, wollte ich nicht nachstehen und hoffe natürlich durch eine solche Überschrift auf maximale Aufmerksamkeit.

Ich musste wieder nach Brandenburg, um mir eine Woche lang Lernstoff in die Birne prügeln zu lassen und wie immer wollte ich getreu dem alten Motto von Max Goldt die Bahn nehmen:

Willst Du schnell und sicher reisen – nimm die Bahn,
die Bahn aus Eisen!

Die Allerliebste und der Stammhalter haben mich über blitzeisglatte Straßen und Wege zum Duisburger Hauptbahnhof begleitet. Wie es sich für einen preußischen deutschen Beamten gehört, bin ich natürlich gute 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges auf dem Bahnsteig.

Der Schock beim Blick auf die Anzeigetafeln: Züge fallen aus. Alle Fernzüge fallen aus – auch mein Zug Richtung Berlin Gesundbrunnen!
Bei Duisburg war eine Oberleitung defekt und sämtliche Strecken Richtung Osten gesperrt.

Die in mir aufkeimende Panik (Beamter!) konnte die Allerliebste gut mit dem Hinweis zerstreuen, dass ich ja eigentlich eine ganze Menge Zeit habe. Ich kann auch abends in Wildau ankommen oder sogar nachts oder sogar morgen früh. Genügend Essen und Trinken habe ich ja mit und glücklicherweise musste ich wegen eines defekten Koffers meinen Andersen-Einkaufsroller nehmen und war dadurch sogar verhältnismäßig geländegängig.

Die Allerliebste schlug dann vor, ein Taxi nach Mülheim zu nehmen und von dort aus weiter Richtung Dortmund zu fahren – gesagt, getan!

Es ging von dort aus mit einer glücklicherweise einfahrenden S3 Richtung Hattingen weiter und keine 10 Minuten später war ich in Essen. Wie gesagt, habe ich damit gerechnet, bis Dortmund weiter fahren zu müssen, weil mir keine Strecke einfiel, über die Züge um Duisburg herum umgeleitet werden könnten. Möglicherweise würde dann von dort aus einen anderen Fernzug nach Berlin oder wenigstens einen Regionalzug nach Ostwestfalen bekommen.

Bis zur Abfahrt des nächsten Zuges nach Dortmund dauerte es noch ein paar Minuten und ich musste mich nicht hetzen.

Am Gleis sah ich dann dies hier:

Mein Zug! In Essen! Wie konnte das sein?

Egal: Der Zug fuhr ein und ich habe sogar meinen reservierten Platz bekommen. Eine Mitreisende erzählte mir, sie sei in Duisburg eingestiegen – die Strecke sei wohl kurz vor der geplanten Abfahrt freigegeben worden.

Die Fahrt war dann bei Tee, Gebäck und netter Plauderei noch sehr angenehm – leider sind wir dann doch kurz vor Bielefeld bei einen Indianerüberfall ums Leben gekommen – typisch deutsche Bahn!

Waschsalon II

Wieder einen riesigen Haufen Wäsche gesammelt und da ich morgen wieder für eine Woche nach Brandenburg muss, komme ich nicht an einem erneuten Besuch des Waschsalons vorbei.

Samstagmorgen ist ein guter Zeitpunkt für eine solche Aktion, denn jetzt sind die meisten Waschmaschinen und Trockner noch frei.

Während meine drei Maschinen laufen gehe ich eben rüber in die Bäckerei und frühstücke.

Ich komme mir dabei sehr urban vor.

Alte Liebe

Mir träumte, ich müsste zu einer Weiterbildungsveranstaltung an einem fernen Ort. Mich erinnerte das alles sehr an den Campus der TH Wildau, aber es nicht dort. Einige meiner Mitschüler aus dem Abitur waren auch mit dabei und wäre schön gewesen, sie wieder zu sehen – wäre es dort nicht immer so stressig gewesen mit den vielen Terminen und Kursen.

Zu allem Überfluss befand ich mich zwischendurch auch noch in einem Nachbarort und musste mit dem Linienbus zurück zur Weiterbildung fahren und würde zu spät kommen!

Zu spät zu diesem Workshop zur Persönlichkeitsbildung!

Dazu sollte ich eigentlich noch ein Selfie von mir machen, es ausdrucken und mit einer persönlichen Widmung einem alten Freund oder einer alten Freundin überreichen – wann sollte ich das denn auch noch schaffen?!

Aber ich war nicht alleine:
C., das Mädchen, in das ich in jungen Jahren so unsterblich verliebt gewesen war, war auch dabei.

Ihr wisst schon: Das schönste Mädchen der Klasse, der dicke Freak betet sie aus der Ferne an. Durchheulte Nachte – Ihr kennt das.

Sie lachte mich an und meinte: “Hey! Wir nehmen jetzt den Bus und machen dann noch schnell unser Selfie! Das kriegen wir gemeinsam schon hin!”

Auch nach all den Jahren schmolz ich wieder dahin. Vielleicht half dabei auch die seltsame Fügung, dass C. wesentlich jünger aussah als sie eigentlich aussehen müsste – eher wie die junge Frau zu unserer gemeinsamen Schulzeit. Mit einer Mischung aus Begeisterung und Skepsis stieg ich mit ihr in den Bus. Einerseits freute ich mich sehr über die freundliche Ansprache, andererseits ärgerte ich mich darüber, mich wieder wie in verknallter Jugendlicher zu verhalten.

Zum Selfie kam es dann leider nicht. Wir kamen zu spät an und ich hatte nichts zum Überreichen, bekam von meinem alten Freund J. aber sehr liebe Fotos. Gerne hätte ich ihm auch eines von mir überreicht – und auch sehr gerne eines an C.

Aber wie immer hat das nicht geklappt.

Als ich dann aufgewacht bin, musste ich gleich daran denken, wie ich C. vor einigen Jahren das letzte Mal begegnet bin.

Ich war so voller Angst und voller Scham, dass ich kein Wort rausgebrachte habe – nicht einmal ein harmloses “Hallo!”. Obwohl es keinen Grund dafür gab, wäre ich am liebsten einfach weggelaufen.

Das tut mir noch immer sehr leid.