21.01.2019

05:45
,,Blutmond! Blutmond!’’ ruft das Radio, ruft die ganze Welt.
Bitterkalt ist es geworden. Nach dem langen, heißen Sommer ist das Wundern groß bei den Leuten über vereiste Windschutzscheiben.

Mir träumte, Freunde und ich liefen in einem großen Supermarkt mit zwischen den Regalen integrierten Büroeinheiten ständig im Kreise herum um zu trainieren. Eine komplette Runde dauerte bis zu zwei Stunden. Mir taten um 9 Uhr morgens schon die Waden weh und Stolz über meine Ausdauer erfüllte mich.
Dann fiel mir der Sonnenschein draußen auf und ich ging raus, um dort zu laufen. Der alte Freund D. begleitete mich.
Vor dem Laden füllte die Tochter des Pächters die Auslagen auf. Sie war ein blondes, schlankes, hübsches Ding und trug einen Bikini, denn es war ein warmer Tag.
D. und ich feixten.
Dann gingen wir wieder hinein.
Ein dickes Kind stand neben der Kasse und wollte Zuckerwatte.

05:55
In der S-Bahn riecht es wieder so, als sei hier jemand gestorben.

06:20
Auch mal von positiven Dingen berichten: Die Rolltreppe im Hauptbahnhof funktioniert wieder!

18:03
Wieder dunkel, wieder kalt, wieder Nacht.
Die hohe Stimmung von heute fällt tief hinab. Ich wünsche mir eine Höhle, wo ich unter einen Laubhaufen mich verkriechen und schlafen kann.

20:00
Brian Morton beschreibt in der New York Times Bücher als Zeitschmaschine (via fefe).

20.01.2019

Am gestrigen Samstag haben Carsten und ich nach mehreren Jahren (?) mal endlich wieder einen Bücherschwank aufgenommen. Dafür habe ich das ,,Setup’’ in meiner Küche aufgebaut und das hat ganz gut geklappt. Auphonic hilft dann beim Rest.

Es hat Spaß gemacht und hoffentlich geht die Folge bald online.

Mittags kurz zur Sparkasse. Im Vorraum hatte es sich ein schwer betrunkener Obdachloser bequem gemacht. Er schaute alle Leute mit kindlichen Augen an, neben ihm stand eine halbvolle Flasche Wodka.
Ich holte meine Kontoauszüge und versuchte, den strengen Geruch zu ignorieren.
Draußen wäre er in seinem Zustand wahrscheinlich erforen.

18.01.2019

08:08
Die Bauarbeiter kloppen mit Schüppen auf die Bordsteine.
Die Baustelle ist fertig. Die Sperren werden abgebaut.
Eis glitzert auf dem Asphalt.

Eigentlich brauche ich eine dicke, weiche Matratze. Allerdings darf das nicht zugeben, denn alle Welt schläft gerne bretthart und rühmt sich dessen laut. Wenn ich nun meinen Wunsch nach weichen Betten äußere, gelte ich als lahmer Schluffi.
Scheiß Patriarchat!

08:47
Auf meinem Kugelschreiber steht ,,Holiday Inn’’.
Warum nur? Wo habe ich den her? Ich war noch nie einem ,,Holiday Inn’’!
Oder etwa doch

Ich werde wohl langsam etwas wunderlich.
Es fühlt sich eigentlich ganz gut an.

16:45
Die moderne Architektur von heute ist die Bausünde von morgen.

Abends erstes Treffen der Schreibgruppe. Aus den Boxen dröhnt Nirvana, aber ganz zart und leise.

Die Made im Speck

Mir träumte, jeder Politiker hätte das Recht und die Pflicht auf einen sogenannten ,,Beigeordneten’’, einem normalen Menschen aus der Bevölkerung, der ihn auf Reisen und zu bestimmten Terminen begleitet, damit der Abgeordnete den Blick für das einfache Volk nicht verliert.
In meinem Traum war ich ein solcher Beigeordneter und fuhr mit meinem Politiker (einem Abgeordneten) quer durch die Republik und ins europäische Ausland.
Zum Glück verstanden wir uns gut und so tranken wir gemeinsam Biere um Biere, schnitten rote Bänder entzwei und nickten wichtig, wenn uns Männer in weißen Kitteln und gelben Helmen Forschungsreaktoren erklärten. Wir bekamen Häppchen aus Wurst und Käse und wir schauten der Weinkönigin heimlich in den Ausschnitt.
Jedes Dorf, jede Stadt im Land wollte uns mit seinen Spezialitäten beeindrucken, Interessenverbände fanden bei uns mit ihren Interessen ein offenes Ohr.
Zwischen den Terminen machten wir es uns in einer großen Limousine gemütlich und wurden vom Fahrer durch die Gegend kutschiert.
Es war ein Leben wie das einer Made im Speck.
In die Ausschusssitzungen musste ich zum Glück nicht mit.

Grausamer Herr

Er lehnte sich in seinem Sitz zurück und besah sein Werk: Dutzende, hunderte von Leichen, aufgespießt und aufgereiht in Reih und Glied. Er atmete genussvoll ein. Nun war er – und nur er – der uneingeschränkte Herrscher über sein Volk!
Geachtet und gefürchtet.
Er war der gerechte, der Grausame Herr!

Er war Vlad Tepes!

Er war der Pfähler!

,,Wann kommst Du? Das Essen wird kalt!” durschnitt die Stimme seiner Frau seine Träumereien. ,,Jaja!” antwortete er ,,Ich komm ja schon!” und stand auf, um sich auf den Weg in die Küche zu machen.

Seine Schmetterlingssammlung musste warten.

17.01.2019

In der Nacht ein paar Mal raus, aber sonst habe ich dank der deutschen Pharmaindustrie einigermaßen geschlafen. Im Traum saß ich in einem schönen, schmierigen Imbiss und trank Fassbier. Als mich dann die Allerliebste und der Thronfolger abholten, gab es beim Auszahlen des Deckels ein großes Hallo, so hoch war der Rechnungsbetrag.
Später dann fuhr uns der Thronfolger in einem offenen Sportwagen durch die Gegend und parkte dann so nah an einer Mauer, dass es knirschte.

Morgen treffe ich mich zum ersten Mal mit anderen Schreibinteressierten meines Viertels und ich bin schon ein wenig aufgeregt.

Regen über Regen.
Deutschland nässt sich ein.
Bestimmt wieder wegen Flüchtlinge!

Heute zum ersten Mal Rhabarberschorle getrunken.
Das Getränk ist so sauer: Die Schnute wird zum Schnütchen.

Eine schlaflose und eine unruhige Nacht hinter mir. Die Tablette scheint am Vormittag noch zu wirken. Es fühlt sich an, als wäre mein Gehirn langsamer als der Rest des Körpers.

Produktwunsch:
,,Döner’’ – aber in altdeutscher Schrift.

,,DJ Ume’’ klingt besser als ,,DJ Pflaumenwein’’.

15.01.2019: Erzählzeiten, Fettberge, Social Media Berater, schlaflos

Ich schreibe diese Einträge ja hier manchmal während des Tages, manchmal am Abend und manchmal sogar am nächsten Tag. Also habe ich beschlossen, mich nicht besonders um die Erzählzeiten zu kümmern und eventuelle Sprünge innerhalb eines Eintrages einfach so hinzunehmen. Ich hoffe, es nervt nicht allzu sehr.

Heute musste ich beim Aufwachen an die gigantischen Fettberge denken, wie man sie nun schon zum zweiten Mal in Londoner Kanalisation gefunden hat und wie die sich eigentlich so fühlen. Außerdem hätte ich jetzt beinahe statt ,,Londoner Kanalisation’’ ,,Londoner U-Bahn’’ geschrieben und möchte diese Bilder jetzt nicht im Kopf haben.

Abends dann kurz noch beim Lieblingsburgerbrater reingehüpft und einen Geschenkgutschein geholt. Neben der Bedienung rannte da noch ein unangenehmer Typ rum, der die ganze Zeit große Sprüche von wegen ,,Corporate Identity’’ und ,,Liken’’ und ,,Sharen’’ geklopft hat. Zwischendurch hat er das, was er dem Kellner erzählt hat, als Sprachnachricht verschickt. Haben die sich jetzt einen Social Media Berater eingetreten?

Wäre schade!

Nachts dann schlaflos.

14.01.2019: RRX, Anpfiff, Spätzle, GTD, Kalender

Viel zu kurz geschlafen fiel ich müde in die warmen Arme des RRX. Die trugen mich sanft nach Düsseldorf.

Wieder ein anstrengender, langer Tag. Kaum bis zum Anpfiff des Handballspieles Deutschland gegen Russland (hier absichtlich kein Stalingrad-Witz) zu Hause gewesen. Zerschlagen keine große Lust auf TV-Sport.

Zum Abendbrot Spätzle und Hackbällchen Toskana (Reste von gestern). Es sind noch so viele Spätzle übrig. Ob man davon auch einen Salat machen kann? Mit etwas Olivenöl und Zwiebelchen?

Gestern habe ich mich noch etwas mit GTD beschäftigt. Ich mag mich ja eigentlich nicht so ein System zwängen, aber ich habe einige ganz gute Anregungen aus Webseiten und Podcasts zum Thema herausgezogen.

Da die Anzahl der Kalender, die ich führe, langsam aber sicher mehr werden (privater elektronischer Kalender, persönlicher dienstlicher Kalender, dienstlicher Gruppenkalender) und ich trotzdem nicht in Besprechungen alle Termine überblicken kann (an die dienstlichen Kalender komme ich aus Sicherheitsgründen nicht mit privaten Geräten heran und ein dienstliches Mobiltelefon habe ich nicht), will ich es ganz oldschool mit einem Taschenkalender versuchen. In die elektronischen Kalender trage ich dann nur noch was ein, wenn ich mich erinnern lassen will.

Abends dann noch Handball gucken und mit den Erinnerungen kämpfen.

13.01.2019: Gedankenkette, Aufgabenliste

Freitag und Samstag bin ich nicht zum Schreiben gekommen: Die Arbeitstage waren für mich ganz schön anstrengend und auch der Rest der Welt hat mich in Trab gehalten. Freitagabend hat mich dann F. besucht und wäre er nicht extra aus Hamm angereist – ich hätte abgesagt und mich ins Bett gelegt. Aber zum Glück habe ich das nicht getan und so hatten wir einen schönen Abend. Dafür habe ich den Samstag erschöpft und verkatert vergammelt.

Heute Morgen im Bett hatte ich dann eine lustige Gedankenkette: Erst dachte ich an die mobile Festplatte, die ich gestern wiedergefunden habe. Dann fiel mir ein, dass dort mal der Film ,,Fury – Herz aus Stahl’’ drauf war, der mich seinerzeit schwer beeindruckt hat. Von diesem Film (in dem der Sherman-Panzer ,,Fury’’ eine zentrale Rolle spielt) kam ich dann zu einem historischen Foto, dass ich zur Bundeswehrzeit in einer Zeitschrift sah: Der Fotograf hatte über die Schulter eine deutschen Soldaten ein Bild gemacht. Der Soldat hockte in einem Schützenloch, links im Bild sah man einen Teil des Stahlhelms, rechts lagen mehrere Panzerfäuste. Im Hintergrund des Bildes sah man aus dem Nebel feindliche Panzer auf den Soldaten zufahren. Mich ist die Fotografie in Erinnerung geblieben, weil sie garantiert nicht gestellt war und man die Anspannung des Soldaten förmlich hat spüren können.

Nutze den Sonntag für etwas Arbeit im Haushalt. Die letzten Tage hat sich so einiges angesammelt. Auch für die Hausarbeit nutze ich meine Aufgabenliste. Das mag übertrieben klingen, aber ich wenn ich meine Aufgaben nicht einzeln aufschreibe, sortiere und abhake, vergesse ich immer die eine Hälfte und die andere Hälfte verursacht bei mir einen immensen Stress, weil ich meine, alles auf einmal erledigen zu müssen. Doch jetzt schreibe ich brav alles in eine Liste ,,geplant’’ und ziehe mir die nächste und übernächste Aufgabe nach oben in den Status ,,nex Action’’ (ich habe mich hier von Getting Things Done inspirieren lassen). So kann ich mich auf die aktuellen Todos konzentrieren und die Liste mit den geplanten Aufgaben wird Stück für Stück kleiner. Was ich am aktuellen Tag nicht schaffe, wird halt auf den nächsten verschoben.

Abends dann Hackbällchen Toskana mit selbstgemachten Spätzle. Dazu Papierkram.