Spieleabend

Mir träumte, sie säßen an dem großen runden Tisch und würfelten um das Leben. Auf einer Tafel stand geschrieben:

1 – Ertrinken, 2 – Verdursten, 3 – Totgeschlagen, 4 – Erschossen, 5 + 6 – muss weiterleben.

Jeder ist mit Würfeln dran und jeder Wurf wird mit lauten Gegröhle quittiert.

Sie trinken und Lachen und würfeln.

Sie würfeln um das Leben anderer.

Heimatbesuch im Hochsommer


Das silberne Auto von Papa hat sich vor einigen Wochen verpuppt. Als der Wind (Der Wind! Der Wind! Das himmlische Kind!) die Fetzen der Seide weggeweht hatte, da war das Auto dunkelgrau geworden.
Nun kann es von selber schalten und hat ein großes Display in der Mitte des Cockpits. Es sieht aus, als habe jemand ein Tablett dort hingeklebt.
Ein Touchscreen hat es aber nicht, erklärt der Papa lachend, als ich darauf herumwische.
,,Das kommt mit dem nächsten Apdät!” ruft er und wir lachen beide.
Das Auto glaubt jetzt, es sei eine Katze, denn es schnurrt anstatt zu klappern.
Wir gleiten damit durch die Landschaft. Der Weizen leidet unter der Sommerhitze. Weil er so trocken ist, hat er zu viel Bier getrunken. Nun hat er einen dicken Kopf und lässt ihn tausendfach hängen. Der Mais leidet auch, mag aber kein Bier.
Der Graf hat ein gigantisches Güllefass aus Beton. Dahin bekommt er ausgefaulte Gülle frei Haus geliefert. Das lässt er auf die Felder pläddern und der Raps wächst wie verrückt.
Die Ortsdurchfahrt ist gesperrt und so geht es weiter über die Felder.
Es ist staubig da draußen.
Etwas Regen täte uns allen gut.