Die Made im Speck

Mir träumte, jeder Politiker hätte das Recht und die Pflicht auf einen sogenannten ,,Beigeordneten’’, einem normalen Menschen aus der Bevölkerung, der ihn auf Reisen und zu bestimmten Terminen begleitet, damit der Abgeordnete den Blick für das einfache Volk nicht verliert.
In meinem Traum war ich ein solcher Beigeordneter und fuhr mit meinem Politiker (einem Abgeordneten) quer durch die Republik und ins europäische Ausland.
Zum Glück verstanden wir uns gut und so tranken wir gemeinsam Biere um Biere, schnitten rote Bänder entzwei und nickten wichtig, wenn uns Männer in weißen Kitteln und gelben Helmen Forschungsreaktoren erklärten. Wir bekamen Häppchen aus Wurst und Käse und wir schauten der Weinkönigin heimlich in den Ausschnitt.
Jedes Dorf, jede Stadt im Land wollte uns mit seinen Spezialitäten beeindrucken, Interessenverbände fanden bei uns mit ihren Interessen ein offenes Ohr.
Zwischen den Terminen machten wir es uns in einer großen Limousine gemütlich und wurden vom Fahrer durch die Gegend kutschiert.
Es war ein Leben wie das einer Made im Speck.
In die Ausschusssitzungen musste ich zum Glück nicht mit.

Grausamer Herr

Er lehnte sich in seinem Sitz zurück und besah sein Werk: Dutzende, hunderte von Leichen, aufgespießt und aufgereiht in Reih und Glied. Er atmete genussvoll ein. Nun war er – und nur er – der uneingeschränkte Herrscher über sein Volk!
Geachtet und gefürchtet.
Er war der gerechte, der Grausame Herr!

Er war Vlad Tepes!

Er war der Pfähler!

,,Wann kommst Du? Das Essen wird kalt!” durschnitt die Stimme seiner Frau seine Träumereien. ,,Jaja!” antwortete er ,,Ich komm ja schon!” und stand auf, um sich auf den Weg in die Küche zu machen.

Seine Schmetterlingssammlung musste warten.

17.01.2019

In der Nacht ein paar Mal raus, aber sonst habe ich dank der deutschen Pharmaindustrie einigermaßen geschlafen. Im Traum saß ich in einem schönen, schmierigen Imbiss und trank Fassbier. Als mich dann die Allerliebste und der Thronfolger abholten, gab es beim Auszahlen des Deckels ein großes Hallo, so hoch war der Rechnungsbetrag.
Später dann fuhr uns der Thronfolger in einem offenen Sportwagen durch die Gegend und parkte dann so nah an einer Mauer, dass es knirschte.

Morgen treffe ich mich zum ersten Mal mit anderen Schreibinteressierten meines Viertels und ich bin schon ein wenig aufgeregt.

Regen über Regen.
Deutschland nässt sich ein.
Bestimmt wieder wegen Flüchtlinge!

Heute zum ersten Mal Rhabarberschorle getrunken.
Das Getränk ist so sauer: Die Schnute wird zum Schnütchen.

Eine schlaflose und eine unruhige Nacht hinter mir. Die Tablette scheint am Vormittag noch zu wirken. Es fühlt sich an, als wäre mein Gehirn langsamer als der Rest des Körpers.

Produktwunsch:
,,Döner’’ – aber in altdeutscher Schrift.

,,DJ Ume’’ klingt besser als ,,DJ Pflaumenwein’’.

15.01.2019: Erzählzeiten, Fettberge, Social Media Berater, schlaflos

Ich schreibe diese Einträge ja hier manchmal während des Tages, manchmal am Abend und manchmal sogar am nächsten Tag. Also habe ich beschlossen, mich nicht besonders um die Erzählzeiten zu kümmern und eventuelle Sprünge innerhalb eines Eintrages einfach so hinzunehmen. Ich hoffe, es nervt nicht allzu sehr.

Heute musste ich beim Aufwachen an die gigantischen Fettberge denken, wie man sie nun schon zum zweiten Mal in Londoner Kanalisation gefunden hat und wie die sich eigentlich so fühlen. Außerdem hätte ich jetzt beinahe statt ,,Londoner Kanalisation’’ ,,Londoner U-Bahn’’ geschrieben und möchte diese Bilder jetzt nicht im Kopf haben.

Abends dann kurz noch beim Lieblingsburgerbrater reingehüpft und einen Geschenkgutschein geholt. Neben der Bedienung rannte da noch ein unangenehmer Typ rum, der die ganze Zeit große Sprüche von wegen ,,Corporate Identity’’ und ,,Liken’’ und ,,Sharen’’ geklopft hat. Zwischendurch hat er das, was er dem Kellner erzählt hat, als Sprachnachricht verschickt. Haben die sich jetzt einen Social Media Berater eingetreten?

Wäre schade!

Nachts dann schlaflos.

14.01.2019: RRX, Anpfiff, Spätzle, GTD, Kalender

Viel zu kurz geschlafen fiel ich müde in die warmen Arme des RRX. Die trugen mich sanft nach Düsseldorf.

Wieder ein anstrengender, langer Tag. Kaum bis zum Anpfiff des Handballspieles Deutschland gegen Russland (hier absichtlich kein Stalingrad-Witz) zu Hause gewesen. Zerschlagen keine große Lust auf TV-Sport.

Zum Abendbrot Spätzle und Hackbällchen Toskana (Reste von gestern). Es sind noch so viele Spätzle übrig. Ob man davon auch einen Salat machen kann? Mit etwas Olivenöl und Zwiebelchen?

Gestern habe ich mich noch etwas mit GTD beschäftigt. Ich mag mich ja eigentlich nicht so ein System zwängen, aber ich habe einige ganz gute Anregungen aus Webseiten und Podcasts zum Thema herausgezogen.

Da die Anzahl der Kalender, die ich führe, langsam aber sicher mehr werden (privater elektronischer Kalender, persönlicher dienstlicher Kalender, dienstlicher Gruppenkalender) und ich trotzdem nicht in Besprechungen alle Termine überblicken kann (an die dienstlichen Kalender komme ich aus Sicherheitsgründen nicht mit privaten Geräten heran und ein dienstliches Mobiltelefon habe ich nicht), will ich es ganz oldschool mit einem Taschenkalender versuchen. In die elektronischen Kalender trage ich dann nur noch was ein, wenn ich mich erinnern lassen will.

Abends dann noch Handball gucken und mit den Erinnerungen kämpfen.

13.01.2019: Gedankenkette, Aufgabenliste

Freitag und Samstag bin ich nicht zum Schreiben gekommen: Die Arbeitstage waren für mich ganz schön anstrengend und auch der Rest der Welt hat mich in Trab gehalten. Freitagabend hat mich dann F. besucht und wäre er nicht extra aus Hamm angereist – ich hätte abgesagt und mich ins Bett gelegt. Aber zum Glück habe ich das nicht getan und so hatten wir einen schönen Abend. Dafür habe ich den Samstag erschöpft und verkatert vergammelt.

Heute Morgen im Bett hatte ich dann eine lustige Gedankenkette: Erst dachte ich an die mobile Festplatte, die ich gestern wiedergefunden habe. Dann fiel mir ein, dass dort mal der Film ,,Fury – Herz aus Stahl’’ drauf war, der mich seinerzeit schwer beeindruckt hat. Von diesem Film (in dem der Sherman-Panzer ,,Fury’’ eine zentrale Rolle spielt) kam ich dann zu einem historischen Foto, dass ich zur Bundeswehrzeit in einer Zeitschrift sah: Der Fotograf hatte über die Schulter eine deutschen Soldaten ein Bild gemacht. Der Soldat hockte in einem Schützenloch, links im Bild sah man einen Teil des Stahlhelms, rechts lagen mehrere Panzerfäuste. Im Hintergrund des Bildes sah man aus dem Nebel feindliche Panzer auf den Soldaten zufahren. Mich ist die Fotografie in Erinnerung geblieben, weil sie garantiert nicht gestellt war und man die Anspannung des Soldaten förmlich hat spüren können.

Nutze den Sonntag für etwas Arbeit im Haushalt. Die letzten Tage hat sich so einiges angesammelt. Auch für die Hausarbeit nutze ich meine Aufgabenliste. Das mag übertrieben klingen, aber ich wenn ich meine Aufgaben nicht einzeln aufschreibe, sortiere und abhake, vergesse ich immer die eine Hälfte und die andere Hälfte verursacht bei mir einen immensen Stress, weil ich meine, alles auf einmal erledigen zu müssen. Doch jetzt schreibe ich brav alles in eine Liste ,,geplant’’ und ziehe mir die nächste und übernächste Aufgabe nach oben in den Status ,,nex Action’’ (ich habe mich hier von Getting Things Done inspirieren lassen). So kann ich mich auf die aktuellen Todos konzentrieren und die Liste mit den geplanten Aufgaben wird Stück für Stück kleiner. Was ich am aktuellen Tag nicht schaffe, wird halt auf den nächsten verschoben.

Abends dann Hackbällchen Toskana mit selbstgemachten Spätzle. Dazu Papierkram.

10.01.2019: Star-Wars-Traum, gehetzt, Gormenghast

Die Rückenschmerzen verklingen langsam. In der Nacht einen komischen Star-Wars-Traum gehabt. Ich versuche, ihn mal aufzuschreiben.

Der Arbeitstag ist unangenehm. Fühle mich gehetzt. Wir müssen so viele Dinge klären und haben so wenig Zeit dazu. Außerdem muss ich heute früher weg, weil ich Gruppentherapie habe. Wenn ich so gehetzt bin, passiert es mir hin und wieder, dass ich mitten in einer Aufgabe plötzlich eine ganz andere Aufgabe beginne und später dann vollkommen verwirrt bin. Also:
Durchatmen.
Durch.
Atmen.

Texte wie dieser hier von Read on bringen mich auch wieder in die Wirklichkeit zurück, genau wie das Lesen von Büchern wie Gormenghast.

Abends nach der Therapie dann fertig mit den Nerven und der Welt. Abendbrot und Füße hoch!

Eine Raute für Deutschland

Mir träumte, Angela Merkel hätte nach ihrer aktiven Zeit als Kanzlerin eine wöchentliche Talkshow. Der Titel der Talkshow lautete ,,Eine Raute für Deutschland” und wurde allgemein gelobt. Kritiker waren überrascht über die Mischung aus Herzenswärme und unerbittlichem Nachbohren seitens der Talkmasterin. Selbst die härtesten Merkel-Hasser wurden nach und nach stiller und für mehr und mehr Leute wurde das wöchentliche ,,Raute-Gucken” zum festen Ritual. Selbst ich – der ich keine Talkshows mag – schaute die Sendung bisweilen gern.

Bei den Gästen handelte es sich meist um einfache Leute, Handwerker, aber auch den einen oder anderen Künstler. Wirtschaftsbosse, Politiker und andere Laberdrüsen trauten sich schon lange nicht mehr in die Show.

09.01.2018: Rücken, Fliesenspiegel, Habeck, Masterarbeit, Petersilienpesto

Die gestrige Nacht war besser als die vorherige, dennoch tat der Rücken noch ganz schön weh. Bin noch einen Tag zu Hause geblieben um ihn zu schonen.

Als ich gestern Abend ein warmes Bad für den Rücken nahm, machte die Wand plötzlich ein Geräusch und der Fliesenspiegel sackte ein Stück ab. Heute dann flugs ein paar Fotos gemacht und an die Hausverwaltung geschickt. Dazu der Gedanke, ob sich eine Mitgliedschaft in einer Mieterschutzvereinigung lohnt.

Der Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, hat sich von Twitter und Facebook verabschiedet und natürlich tröten die üblichen Digital-Dödel herum, ein Politiker habe die Pflicht sich via soziale Medien persönlich und direkt (!) angreifen und beleidigen zu lassen. Sie – die Digital-Dödel – sind dabei besoffen von der Illusion ihrer eigenen Wichtigkeit.

Ich finde es eher gut, wenn ein Politiker mal konsequent ist und seine Zeit mit seiner Arbeit verbringt anstatt zu twittern. Echte Diskurse sind meiner Meinung über solche Plattformen überhaupt nicht mehr möglich.
Eine positive Seite hat der ganze Mist: Herr Habeck muss sich den größten Teil der Aufregung überhaupt nicht mehr antun, weil die ja im Goldfischglas Twitter stattfindet.

Gestern noch ein Anruf des Betreuers meiner Masterarbeit: Ich muss jetzt nur noch auf das ok der Gutachter warten und dann kann ich endlich die Arbeit anmelden und mit dem Schreiben beginnen.

Der Tag plätscherte so dahin, die Schmerzen ließen nach. Abends dann Mathe Lernen mit dem Thronfolger. Abendessen dann Spaghetti mit Petersilienpesto. Wer einmal selbstgemachtes Pesto gegessen hat, der wird niemals wieder das Zeug aus den Gläschen anrühren.

08.01.2019: Rücken, Ibuprofen, ,,was drauf”, Abend

Gestern Nachmittag habe ich noch fleißig im Haushalt gewerkelt, bin zum Getränkemarkt gewackelt und habe im Keller herum geräumt. Die Quittung: Des Nachts schmerzen Schulter, oberer Rücken und Nacken so sehr, dass ich kaum ein Auge zugemacht habe. Heute morgen habe ich mich dann krank gemeldet und dank Schmerzmittel konnte ich mich etwas ausruhen.
Das Alter scheint sich langsam einzustellen.

Den Tag ist dann so dahin geplätschert. Ich konnte mich doch noch aufraffen, mal einkaufen zu gehen und haben neue Briefmarken für die Postkarten gekauft, mit denen ich mehr oder weniger regelmäßig Freunde von mir zu pflastere. Dank Ibuprofen waren die Schmerzen erträglich und am Abend ging es schon besser.
Mir hat mal jemand in einem sozialen Netzwerk ein schlechtes Gewissen gemacht, weil ich Ibuprofen einnehme. Das Zeug würde die Umwelt schädigen. Auf meine Entgegnung, andere Schmerzmittel würden meine Leber schädigen, meinte er, ich müsse mich zwischen meiner Leber und der Umwelt entscheiden. Vielen Dank!

Mittags war ich zum Essen in einer Pommesbude um die Ecke. Die Frage des Tages für mich: Wenn man in einer Pommesbude irgendwas mit Pommes bestellt und ,,was drauf’’ möchte (Ketchup, Mayo, Jägersoße, Currysoße, Joppiesoße, Jungfernblut, was weiß ich), warum schreiben die sich die Bestellung nicht auf? Warum muss man mindestens (!) einmal zusätzlich sagen, was man ,,drauf’’ haben will? Kann man sich das nicht einfach bei der Bestellung aufschreiben? So in der Art: ,,1x CW + PM’’ (,,Einmal Currywurst mit Pommes und Mayo’’)? Handelt es sich dabei um eine Art Tradition? Oder entscheiden sich die Kunden in der Regel so häufig um, dass man besser nachfragt?
Auf jeden Fall gibt es diese Frage schon länger, wenn man Helge Schneider Glauben schenken darf (,,mit Mayonnaise war datt, ne??’’).

Den Abend habe ich dann noch fein in meiner Küche verbracht und habe die Lichterkette angeschaut, die noch mein Vormieter am Fenster angebracht hat. Die muss er wohl zu Weihnachten 2017 dort angebracht haben und ich habe die einfach übernommen und hängen gelassen, da Lichterketten prinzipiell eine schöne Lichtquelle sind.