Archive for 01.11.2006 - 30.11.2006
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Donnerstag, November 30, 2006

» Was müssen das für Bäume sein ...

By Flusskiesel at 16:38

Im Moment rotiert in unserem CD-Spieler "Was müssen das für Bäume sein ..." der Gruppe Füenf. Der Kleine ist ganz begeistert und auch die Großen hören die Kanons und A Capella-Stücke ganz gerne.

Mittwoch, November 29, 2006

» Heisse Wut

By Flusskiesel at 10:01

Heute Morgen einen Anruf bekommen, der mich an die Decke gehen ließ. Bin wie ein Pingpong in der Bude herumgesprungen. Meine Frau konnte mich am Telefon nur mit Mühe davon abbringen, in den nächsten Zug zu springen und ein paar Zähne auszuschlagen.

Langsam verfliegt die Wut. Einatmen. Ausatmen.

Montag, November 27, 2006

» Mondgöttin

By Flusskiesel at 13:13

Vollmond. Die Luft weht lau und warm. Die Welt ist eingetaucht in fahles Licht. Es glänzt auf der Klinge meines treuen Schwertes. Ich stehe eine Weile still da. Dann sehe ich ein Glitzern in der Nacht! Ein Lichtstrahl erscheint, farbig bunt. Er bewegt sich.

Ich falle auf die Knie. Mein Schwert stelle ich mit der Spitze zur Erde vor mich hin. Die Göttin des Mondes kommt.

Das Licht ist jetzt über mir, über meinem Kopf. Göttin des Mondes! Mein Herz fließt über. Bald werde ich die Mondsteine erobert haben, bald werde ich sie meiner Göttin übergeben!

Doch ein leises Geräusch stört meine Andacht. Ein Knarren, ein Knarzen. Ich blicke nach oben. Im Schein des Mondlichtes kann etwas erkennen. Ein Glas? Ein Glas, in dem sich das Mondlicht bricht? Sieht aus wie ein Bierglas! Eine riesige, bunt schimmernde Pilstulpe! An ihrem Stiel ist ein Seil befestigt, an dem es hin und her schwingt.

Von wegen Mondgöttin! Scheiße! Die Schweine haben mich reingelegt!

Wütend stapfe ich davon, mein Schwert zieht hinter mir eine Furche in den Boden.

Arschlöcher!

» I, Killer

By Flusskiesel at 12:25

Es gibt Dinge, die können einem eigentlich garnicht passieren. Sie passieren aber doch ...

Von Anfang an:
Der Kleine und ich (gibt es noch andere Anfänge als "Der Kleine und ich"?) waren heute in Hamborn bei der Musikgruppe. Als wir vor dem Musikgruppenraum auf die anderen warteten, wuchteten ein paar Arbeiter ein Klavier, Tische, Stühle und so weiter durch die Gegend. Wohl für irgendeine musikalische Veranstaltung. Der Kleine saß derweil fröhlich auf einem Drehstuhl und drehte sich langsam.

Plötzlich eine Aufregung! Eine Maus! Eine echte, kleine, graue Maus hoppelte durch das Foyer! "Kleiner! Guck doch mal! Eine Maus!". Die Maus huscht hinter einen Mülleimer in einer Ecke. Einer der Arbeiter macht sich auf, die Maus zu suchen.

Da ich ja weiß, wo sich das Nagetier (1 Euro in die Synonym-Kasse!) versteckt hat, husche ich zum Müllkübel, um die Maus aufzuscheuchen. Huhu! Wo ist sie? Ich verlagere mein Gewicht auf den rechten Fuß, um hinter den Kübel zu gucken. Nix. Ich verlagere mein Gewicht auf den linken Fuß um ... und ich fühle einen leichten Widerstand unter meinem linken Fuß und ich höre ein ganz leises "Krrrks". Nein. Ich spüre durch meinen Schuh, wie das Genick des Mäuschens bricht. Wenigstens habe ich nicht voll draufgetreten. Ich ziehe meinen Fuß zurück, die Maus liegt da, zuckt noch ein bisschen und ist dann still. Vielleicht wollte sie sich ja unter meinem angehobenen Fuß verstecken? Eine filmreife Blutlache bildet sich. Schnell laufe ich zu dem Arbeiter, der noch immer die Maus überall sucht. Nicht sonderlich eloquent mache ihm klar, dass ich das Tier "erwischt" hätte. Der Mann inspiziert die Leiche und eine Reinemachkollegin entsorgt den Kadaver mit einem Kehrblech. Ich versuche mich rauszureden, es sei ein Unfall gewesen. Die Arbeiter sind recht cool und natürlich ist es nicht schlimm, wenn eine Maus tot ist. Natürlich weiß ich das. Ich komme ja von daher, wo es überall grün ist und Ratten und Mäuse gehören wirklich nicht in ein Haus (ausser in einem Käfig ... aber eigentlich nicht einmal da hin). Sie sind Schädlinge und übertragen Krankheiten.

Ich sollte kein schlechtes Gewissen haben und Tiere bedeuten mir - ehrlich gesagt - nicht wirklich viel. Aber ein schlechtes Gefühl bleibt doch und ich möchte mir andauernd die Hände (und die Füsse!) waschen.

Bescheuert! Normalerweise würde ich nie eine Maus fangen können - dazu bin ich viel zu langsam. Aber unter meinem Fuß verstecken ...

Blöde Maus!

Der Kleine hat sich während der ganzen Zeit weiter auf seinem Stuhl gedreht und nichts mitbekommen.

» Armes Deutschland!

By Flusskiesel at 7:40

Wir gingen spazieren, mein Sohn und ich. Ich glaube, wir überquerten gerade die Lösorter Straße, da wo sie auf den Kreisverkehr trifft, da glitt ein großer, kantiger Mercedes älteren Baujahres an uns vorbei. Die Scheibe an der Fahrerseite war heruntergekurbelt, am Steuer saß ein alter, dicker Mann. Er blickte mir in die Augen und rief sehr laut: "Armes Deutschland! Armes Deutschland!"

Dann war er auch schon weg. Hastig liefen wir rüber auf die andere Straßenseite. Dort machten wir eine Pause und ich sagte leise zu mir selber: "Armes Deutschland. Armes Deutschland."

Sonntag, November 26, 2006

» Verfilmung von "Der Hobbit"

By Flusskiesel at 20:08

Sensationell: Der erste Trailer ist aufgetaucht!

Via Unkreativ.

PS: Ja, ich weiss, dass es ein Fake ist ...

Donnerstag, November 23, 2006

» Audacity

By Flusskiesel at 8:59

Nach einem Hinweis von Prospero habe ich mir mal Audacity herunterladen und spiele ein bisschen damit herum. Das interne Mikrophon meines iBooks liefert eine erstaunliche Qualität.

So langsam kriege ich Lust, mal einen kleinen Podcast zu machen. Aber erst, wenn mein Schnupfen wieder weg ist ...

PS: Eine deutsche Anleitung gibt es hier.

Mittwoch, November 22, 2006

» Der Keller

By Flusskiesel at 8:51

"Hier entlang!" sagte die Frau und führte ihn eine steile Treppe hinunter. Eine schwere Brandschutztür wurde geöffnet und sie betraten den Keller. "Das ist er!" Die Frau unterstrich ihre Worte mit einer weiten Handbewegung. Muffige Kellerluft stieg ihm in die Nase. Eine einsame Glühlampe funzelte matt. "Sollen wir mit der Führung beginnen?" fragte die Frau, das Hutzelmännchen nickte, ersparte sich eine Antwort auf diese überflüssige Frage. Sie gingen los. "An den Wänden hängen alte Puzzlebilder von Schiffen." Dozierte die Frau. "Hier zum Beispiel die Statsraad Lemkuhl. An diesem Bild hat eine kleine Familie viele Abende gepuzzelt. Man saß um einen großen Tisch im Wohnzimmer. Die Kinder haben die Puzzleteile sortiert, die Eltern eingefügt. Es gab Tee und Plätzchen, über ihnen hing eine Leuchte mit Zierbommeln." Das Hutzelmännchen nickte wieder. "Jaja, sehr schön!" sagte er leise. Weiter gingen sie durch das Labyrinth des Kellers. Sie kamen in einen Raum, der wohl mal als Waschküche gedient hatte. "Dies war die Waschküche der Familie." Erklärte die Frau. "Hier wusch die alte Frau die Wäsche, auf dem Boden war ein dicker Teppich, darauf saß das Baby. Es spielte mit seinen bunten Rasseln und sah seiner Großmutter zu, es war warm hier und roch nach Waschmittel." - "Jaja, sehr schön! Weiter!". Sie gingen weiter. Ein dunkler Verschlag, Regalbretter an den Wänden. "An dieser Stelle sehen sie die Werkzeugecke des alten Mannes. Er lagerte hier alte Schrauben und schloßlose Schlüssel in alten, verrosteten Fischdosen. Der alte Mann war gerne hier und sortierte sein Werkzeug." - "Ja, Werkzeuge! Sehr schön! Bitte weiter!" murmelte das Hutzelmännchen. Man lief weiter durch den Keller, bis man wieder an der Brandschutztür angekommen war. "Das wars!" rief die Frau und breitete die Arme aus. "Wir hoffen, Sie kaufen den Keller. Wollen Sie wirklich ein Museum daraus machen? Es wäre ja wundervoll, wenn alles in diesem Zustand bleiben könnte - es gibt so viele schöne Erinnerungen hier." Das Hutzelmännchen zog seinen Mantel zu. "Natürlich belassen wir alles so, wie es ist! Menschlichkeit ist uns wichtig. Erinnerungen! Sehr wichtig!"

Als das Hutzelmännchen wieder auf der Straße war, rieb es sich die Hände. Den Kaufvertrag würden die Anwälte morgen unterschreiben. Ketten kämen an die Wände, Gummimatten auf den Boden. Gleitzernde Disko-Kugeln würde er selber aufhängen und diese komische, sentimentale Frau würde einfach entlassen!

Sein Boss, der Affenkönig, wäre zufrieden mit ihm.

» Ein Ausflug nach Ruhrort

By Flusskiesel at 8:51

Der Kleine und ich haben einen kleinen Halbtagesausflug nach Ruhrort gemacht, dort, wo die Ruhr in den Rhein fließt. Rhein und Ruhr sind ja Flüsse mit einer besonderen Bedeutung für mich: An der Ruhr wurde ich geboren, am Rhein habe ich studiert, gelebt, meine Frau kennen und lieben gelernt und fast mit dem Blick auf den Rhein arbeite ich.

Duisburg-Ruhrort Eisenbahnhafen

Kran im alten Eisenbahnhafen von Duisburg-Ruhrort

Nun wohnen wir in der Stadt an beiden Flüssen und zur Ruhrmündung sind wir mit dem Prignitzer Schienenbus gefahren. Am Ruhrorter Bahnhof (Endstation) ausgestiegen und über die fiese große Straße gegangen. Wenn man sich übrigens nach links und später nach rechts wendet, kommt man zur Mühlenweide, wo immer das legendäre WDR4-Hafenkonzert stattfindet.

Doch wir sind einfach schnurstracks geradeaus in den etwas unauffälligen Rad- und Fußweg gelaufen. Dort läuft man nett am Becken des alten Eisenbahnhafens vorbei. Heute ankert dort nicht mehr die Eisenbahn (die ankert irgendwo auf Schienen), sondern fröhliche Privatschiffchen. Folgt man dem Weg, kommt man am Museum der Deutschen Binnenschifffahrt aus. Weiter geradeaus! Unter der Brücke am Busparkplatz durch und schon entblättert sich der Rhein in aller Pracht. Wege und Wegchen führen durch grüne Wiesen und glückliche Menschen lassen ihre großen und kleinen Hunde in die Anlagen kacken. Sonst ist alles tiptop: Wind, Wasser, Schiffe, Gras!

Rheinwiesen Duisburg-Ruhrort

Ich plane jetzt eine fußläufige Expedition den Rhein runter (bzw. rauf). Soll ich es mal wagen?

Dienstag, November 21, 2006

» Die wahren Hintergründe des Amoklaufs

By Flusskiesel at 14:50

Nach dem schrecklichen Amoklauf in Emsdetten haben Politik und Medien natürlich schnell wieder den üblichen "Schuldigen" gefunden: "Killerspiele".

Die sollten mal seinen Abschiedsbrief des Täters lesen. Da stehen die wahren Gründe drin.

Nachtrag:
In diesem Telepolis-Artikel steht noch mehr Erhellendes über die Realität in deutschen Schulen. Bitte Lesen! Bitte verlinken!

» Wenn Dächer lügen

By Flusskiesel at 14:12

Dach mit Aufschrift

Stimmt garnicht! Ist gar kein Teppichboden! Ist ein Dach! ;-)

» Über die Bahn meckern

By Flusskiesel at 14:09

Der SchrägaAufzug am Bahnhof Duisburg Meiderich Süd zum Schienenbus Ruhrort-Oberhausen ist schon seit Monaten kaputt.

Aufzug Bahnhof Duisburg-Meiderich-Süd

Nun wollte ich mich gerade darüber aufregen, von wegen Börsengang und so, da sehe ich zwei Herren in blauen Arbeitsanzügen mit einem schweren Koffer bewaffnet den Aufzug reparieren.

Da soll mal einer sagen, Bloggen würde nichts bringen! ;-)

» Eisenbahn am Morgen

By Flusskiesel at 14:06

7:00 Uhr in der Früh. Die Stadt wacht langsam auf. Der Kleine ist hellwach und wir spielen mit der Eisenbahn. Um 7:00 Uhr. In der Früh. Das Koffein in meinem Blut kämpft vergeblich gegen die Müdigkeit an. Der Kleine ist hellwach und fröhlich. Die S1 muss heute aus unerfindlichen Gründen Körner nach Düsseldorf transportieren. Der Sauerlandexpress fährt um diese Zeit nach Oberhausen. Es ist noch viel zu früh, um Musik anzumachen. Viel zu früh ...

Montag, November 20, 2006

» Test - bitte Ignorieren!

By Flusskiesel at 15:48

test

Test ganz schön groß

» Kondome in der Bahn

By Flusskiesel at 13:42

Im U-Bahnhof Mittelmeiderich gibt es einen Automaten, wo man Erfrischungen und kleine Snacks ziehen kann. Alles schön gekühlt. Doch nicht nur Verzehrbares findet sich dort: Ein wenig verschämt verkriecht sich in der unteren rechten Ecke ein Fach mit Kondomen.

Nun ist es ja durchaus vernünftig, an solchem Ort Präservative der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, auch kommt eine Kühlung sicher der Qualität der Gummischwämme zugute.

Doch vor meinem geistigen Auge formt sich folgendes Geschehen:

Samstag Nacht. Ein Mann und eine Frau haben sich gerade in einer der zahlreichen In-Kneipen Mittelmeiderichs kennen gelernt (wir stellen uns mal einfach vor, Mittelmeiderich hätte In-Kneipen. Wenigstens ein paar). Man trank, man lachte, es wurde getanzt. In der kalten Nachtluft folgte Händchenhalten, zaghafte, immer leidenschaftlicher Küsse. Die Hemmungen fallen. Doch: Man kennt sich kaum! AIDS! Syphilis! Schwangerschaft! Der Automat unter der Erde bietet - gegen ein kleines Entgelt - den nötigen Schutz. Hastig wird nach Kleingeld gewühlt, mit zitternden Finger der Automat gefüttert. Endlich! Jetzt ein stilles Eckchen gesucht. Wo ein Wille ist, usw.! Hier ist's gemütlich! Wie kriegt man diese Packung auf? Hose auf! Hose runter! Nur noch wenige Handgriffe ... doch: KAHAHAHAHALT!!

Und der kleine Prinz war müde und legte sich Schlafen.

Tja, so kann man auch verhüten.

Samstag, November 18, 2006

» The Lost Sheep

By Flusskiesel at 19:49

Mäh!

Von Ansgar per Mail.

Donnerstag, November 16, 2006

» Herbstag

By Flusskiesel at 15:41

Wir nutzen einen schönen Tag für einen neuerlichen Ausflug in den Stadtpark. Herrlicher Herbst! Fast alle Blätter sind von den Bäumen gefallen, Trecker blasen Laub zusammen, Kinder stapfen durch den kalten Sand.

Bald kommt der Winter ...

» Alles, was man über Döner wissen muss ...

By Flusskiesel at 13:25

...steht in diesem FAZ-Artikel.

Stimmt übrigens auffallend, dass zumindest meine Wenigkeit Döner am liebsten nach eifrigem Alkoholgenuss verschlingt. "Den Bauch voll mit schön lecker warm", wie Wiglaf Droste es mal formulierte ("Eine Nacht in der Ampütte").

Mittwoch, November 15, 2006

» GeWAZt

By Flusskiesel at 13:13

Heute waren der Kleine und ich in Hamborn. Vor dem Amtsgericht wurden wir von einer jungen Dame und einem jungen Herren angesprochen. Sie seien von der WAZ, sagte die Dame, und ob ich bereit sei, ein Statement (sie sagte tatsächlich "Statement") abzugeben. Es gehe um die geplante Schließung des Amtsgerichtes Duisburg-Hamborn, bzw. dessen Zusammenlegung mit dem Amts- und Landgericht in der Stadtmitte. Ich antwortete - aus der Hüfte geschossen - dass es mir egal sei, ob die Verbrecher nun in Hamborn oder in der Stadtmitte verurteilt würden. Und ob die Anwälte einen weiteren Weg hätten, sei mir auch egal.

Im Nachhinein ärgere ich mich ein bisschen über meine Einlassung. Natürlich ist es für Hamborn nicht gut, wenn das Amtsgericht hier schließt.

Ein Foto habe ich übrigens nicht machen lassen.

» Zune

By Flusskiesel at 7:04

Zum neuen Player aus dem Hause Microsoft muss ich natürlich auch meinen Senf dazu geben. Oder zitieren wir einfach mal die entsprechende tagesschau.de-Meldung:

Auch das Geschäftsmodell - Hardware und Software zwingend vom selben Hersteller - ähnelt verblüffend dem von Apple. Wie der iPod spielt Microsofts Player neben Musik Fotos und Videos ab. Nicht abspielbar sind nach den bisher vorliegenden Informationen Hörbücher und Podcasts. Anders als beim iPod ist in den "Zune" ein UKW-Radio eingebaut.

Wie bitte? Hörbücher und Podcasts sind nicht abspielbar? Keine normalen MP3s?

Willkommen im Land der Digitalen RechteMinderung!

Montag, November 13, 2006

» Der Krieg der Bären

By Flusskiesel at 14:31

In der Savanne wurde ich von einem ihrer Söldner aufgegriffen. Ich kann mich noch sehr gut an ihn erinnern. Er hatte langes, leuchtend rotes Haar, sein Oberkörper war frei und sein Gewehr trug er am liebsten quer über die Schulter. Aus irgend einem Grunde hatte er eine Art "Söldnerausweis" dabei, den er mir stolz zeigte. Auf dem abgegriffenen Stück Pappe standen Dinge wie "Rothaar", "Holzeier" und anderer Unsinn.

Widerstand war trotzdem zwecklos und ich ließ mich abführen - direkt in den Bau der Braunbären.

Dort führte mich Rothaar Holzei durch kahle und graue Gänge aus Beton, bis wir in eine Art Wachstube kamen. Dort übergab er mich einem Braunbären mit grotesk dicker Nase. Angst durchschlich mich, da Bären, egal mit was für einer Nase, gerne Menschen fressen.

Doch der Bär lachte nur, packte mich am Kragen und warf mich in einen dunklen Raum. Menschen waren hier, leise und verzweifelt.

An den Wänden saßen Schatten und es stank nach Urin. Von diesem Raum aus führte ein schwarzer Gang ins Schwarze. Ausserdem gab es noch eine kleine Kammer nebenan.

Der Anführer der Menschen - ein Maori, tätowiert wie ein Bilderbuch - erklärte mir alles, was zu wissen gab: Die Braunbären waren im Krieg mit den Schwarzbären, und es sah für die Braunen nicht gut aus. Eine Armee der Schwarzbären war auf dem Weg zum Braunbärenbau und die Braunbären waren wegen ihrer militärischen Lage inzwischen so verzweifelt, dass sie auch ihre menschlichen Sklaven in den Kampf schickten. Unsere Aufgabe sollte nun sein, den schwarzen Gang gegen Eindringlinge zu verteidigen. Ich ging in den Nebenraum, um mir dort eine Waffe holen. Die "Waffen" waren fast ausnahmslos scharf geschliffene Haushaltsgeräte: Pfannen, Serviergabeln, Schöpflöffel und so weiter. Der einzige, der mit etwas annähernd waffenähnlichem ausgestattet war, war der Maorikrieger: Er trug ein langes Fleischmesser am Gürtel. Ich entscheid mich für etwas, das wohl mal ein Kartoffelstampfer gewesen sein mochte. Die scharfen Zicken blinkten silbern.

Viel Zeit hatte ich nicht, um über mein Schicksal nachzudenken. Ich war gerade wieder bei meinen Kameaden, da begann auch schon der Angriff. Ein Stampfen ließ den Bau erzittern, man hörte Kämpfen, Schreien, Schnaufen. Ein Schwarzbär stürmte plötzchlich durch unseren Gang. Er durchschnitt unsere Reihen wie ein heisses Messer die Butter, hieb mit seinen Pranken um sich. Blut färbte den Beton. Als er sich umdrehte, um unseren Anführer zu zerfleischen, drehte das Vieh mir seinen Rücken zu. Ich sprang auf ihn auf und hieb, so fest ich konnte auf seinen Nacken ein mit meinem Stampfer. Ich schlug, ich schlug, ich schlug, ich schlug, während der Maori kreischte, seine Knochen brachen, sein Fleisch zerriss. Ich schlug, ich schlug, ich schlug weiter, schlug durch Fell, durch Muskeln, Wirbel. Irgendwann fiel der Kopf des Schwarzbären vornüber, der Rest des Bären folgte. Ich fiel weich. Die wenigen, die von uns noch lebten, hieben wie wild auf die Bären ein. Auf alle Bären.

Ich weiss nicht mehr, wie ich lebend aus dem Braunbärenbau gekommen bin, aber als die kühle Nachtluft das Blut auf meiner Haut trocknete und ich den Rauch der brennenden Bärenkolonie roch, wusste ich: Der Krieg der Bären war vorbei.

» Geldautomat

By Flusskiesel at 14:05

Beunruhigt Euch das auch: Ihr wollt Geld abheben, doch der Automat scheint kaputt. Auf dem Bildschirm steht eine Fehlermeldung, im Hintergrund sieht meinen einen Windows-Desktop!!

» Verspätungen ...

By Flusskiesel at 6:56

Die Bahn ist wieder unpünktlicher geworden (tagesschau.de). Ein Zitat aus dem verlinkten Artikel hat mich aber vom Hocker gerissen:

"Die Bahn spart an der Instandhaltung, um ihr Geschäftsergebnis für den Börsengang zu schönen. Das ist ein Vorgeschmack auf das, was uns nach einem Börsengang mit Schienennetz erwarten würde", sagte der FDP-Politiker Horst Friedrich damals der "BamS" mit Blick auf die Privatisierungspläne der Bahn.

Der kritisiert die Privatisierung der Bahn? Einer von der FDP?

Sonntag, November 12, 2006

» Neues Geschäft? - Geheimnis gelüftet!

By Flusskiesel at 21:42

Letztens hatte ich mich ja hier gefragt, was wohl in das Landenlokal am Anfang der Laaker Straße kommt. Nun haben ein paar aufgeklebte Plakate im Schaufenster das Geheimnis gelüftet: Ein Caritas-Zentrum!

Eine gute Gelegenheit, sich mal mit der Caritas zu beschäftigen. Oder mal ein paar selbstklebende ICE-Caritas-Wohlfahrtsmarken zu kaufen.

» Setsuko Fukushima

By Flusskiesel at 21:36

Meine Frau hat dieses Wochenende bei der o.g. Dame einen Papierbastelklebedingsbumsworkshop gemacht. Man schaue sich mal die Homepage dieser Künstlerin an. Wow! Schön schlicht gestaltet, was zum Entdecken und irgendwie auch ein bisschen nett durchgeknallt.

Der Kurs war übrigens sehr gut, wie mein Schatz vermeldet hat.

Samstag, November 11, 2006

» Löwenzahn mit dem "Neuen"

By Flusskiesel at 17:19

Der Kleine und ich gucken gerade "Löwenzahn" mit dem "Neuen", "Fritz Fuchs". Irgendwie ein komisches Gefühl, wenn man sonst immer Peter Lustig gewöhnt war.

Aber sympatisch ist der Fritz schon.

» Blurb!

By Flusskiesel at 14:30

Worauf sollten man achten, wenn man selber ein Blech voll Pizza macht?

Richtig: Nicht zuviel auf einmal essen ... *Blurrb!*

» Feedreader aufräumen

By Flusskiesel at 13:23

Ich verbummele in meiner (häusigen) Mittagspause zuviel Zeit im Internet. Erst mal den Feedreader aufgeräumt ...

Freitag, November 10, 2006

» Nochmal Wahlcomputer

By Flusskiesel at 13:42

Auf die Petition gegen Wahlcomputer hatte ich ja schon mal hingewiesen - auch wenn es da wohl jetzt technische Probleme gibt.

In der Telepolis ist nun ein sehr informativer, linkreicher Artikel zum Thema erschienen. Bitte Lesen! Bitte Unterzeichnen!

» Nochmal Arbeitswelt

By Flusskiesel at 12:06

Den Herren hatten wir ja schon einmal.

Es geht weiter:

Heute bekam ich meine Abmahnung überreicht.
(...)
Die Dienstprotokolle schreibe ich auf einem Schmierzettel, den ich abnicken lasse, bevor ich kurz vor Feierabend das korrekte Formular ausfülle. Ansonsten halte ich mich so wenig wie möglich in der Nähe von Kollegen auf. Ich frage dreimal nach, bevor ich überhaupt etwas mache. Entscheidungen treffe ich grundsätzlich nicht. Ich äußere weder Ideen noch Ansichten, erfülle die stumpfsinnigsten Abläufe punktgenau, ohne etwas an ihnen zu verändern, versuche nicht, schneller oder auch nur anders zu sein. Offenbar wollen sie mich genau so haben. Die Kollegen drückten mir schon ihre Wertschätzung aus. Einige zumindest.
(...)
Ich bin also zu dem geworden, was so viele sind, vor allem wohl in Amtstuben und Büros. Ich bin nicht mal ein Bedenkenträger, ich äußere mich gar nicht. Ich bin ein völliger Hohlkörper, bereit mit bis ins kleinste ausgeklügelten Vorgaben gefüllt zu werden und seien sie auch noch so dusslig, ein Knetemensch, anpassbar an jede Matrix, ein Gefolgsmann ohne einen einzigen eigenen Gedanken. Perfekt. Diese Art Unlebewesen muss hierzulande weit verbreitet sein oder wir hätten nicht die Art Gesellschaft, die wir haben.

» Ein Gymnasium wird dicht gemacht

By Flusskiesel at 10:20

Clauberg-Gymnasium in Hamborn nimmt ab nächstem Jahr keine neuen Eingangsklassen mehr auf (NRZ). Das Gymnasium wird sozusagen "ausgeschlichen".

Meine Güte! Wie muss das dann in ein paar Jahren für den letzten Abschlussjahrgang sein? Oder wird die dann auf andere Schulen verteilt?

Nachtrag:
Eine weitere Meldung in der NRZ.

» Änderung der Kategorie

By Flusskiesel at 10:00

Ich habe die Kategorie "Der Duisburger und sein Kind" umbenannt in "Ich mag Duisburg".

Gefällt mir besser.

Ich mag Duisburg.

Donnerstag, November 09, 2006

» Rocky's Gym

By Flusskiesel at 14:57

Normalerweise interessiere ich mich kaum für Fitness-Studios (dreifach-S-Vermeidung durch Bindestrich!). Ich bin zweimal in eines mitgeschleppt worden und es hat mich nicht sonderlich angefixt: Zu laute Musik, zu schlechte Luft, zu betont kraftvoll-durchtrainierte, dauergriensende Typen.

Also dachte ich mir nichts besonderes dabei, als das Fitness-Studio gegenüber einen neuen Namen bekam. Hieß es vorher noch "Sporty's" oder so, schmückt nun der Schriftzug "Rocky's Gym" das Gebäude. Einen kurzen Moment erfreute ich mich am korrekten Gebrauch des Apostroph's und dachte nicht mehr an die Sache.

Gestern allerdings kam mein Schwiegervater bei uns vorbei und war ganz aufgeregt: Er hatte im Fernsehen gesehen, dass der Boxer Graciano „Rocky“ Rocchigiani in Duisburg-Meiderich ein "Gym" eröffnet habe - genau bei uns gegenüber!

Das ist allerdings nicht sein erstes "Gym".

Mittwoch, November 08, 2006

» Wo habe ich mich hingeträumt?

By Flusskiesel at 14:58

Im Traum stieg ich aus dem Zug, mit schnellen Schritten durchquerte ich den Bahnhof. Auf dem Vorplatz blieb ich stehen. Grauverhangen der Himmel, wenig Verkehr auf den Straßen. Heisses Blut durchpulste meinen Körper. Wie ein Raubtier wollte ich die Stadt durchstreifen, sie riechen, schmecken und fühlen.

Dann machte jemand draussen auf der Straße sehr laut eine Autotür zu und ich wachte auf. Welche Stadt war das wohl? Karlsruhe? Gelsenkirchen?

» Geboren!

By Flusskiesel at 7:27

Gestern Nacht ist der kleine N. geboren worden! Glückwünsche an die glücklichen Eltern!

Dienstag, November 07, 2006

» MediaMarktMacht

By Flusskiesel at 7:11

Nein! Erst schänden diese Typen Rio Reiser, jetzt spielen sie auch noch das Abmahnspiel mit ihrem "Steini".

Ab jetzt kaufe ich da erst recht nicht mehr.

Inspiration von stackenblochen.

» Froschenteich

By Flusskiesel at 7:07

Kleiner Miniausflugstipp: Mit der U79 von Duisburg aus bis zur Haltestelle Froschenteich. Dort landet man fast mitten in den Feldern zwischen Duisburg und Düsseldorf. Das Kind kann wunderbar mit dem Dreirad fahren, der Vater lüftet derweil das Hirn aus.

Notiz:
Das nächste Mal Sitzkissen mitnehmen!

» Ein kleiner Ausflug nach Obermeiderich

By Flusskiesel at 7:07

Von uns in Mittelmeiderich aus ist nur wenige Minuten mit dem Schienenbus bis nach Obermeiderich. Dort befindet sich die berühmte Kneipe "Bolleke", wie auch das neue Theater "Niebuhrg".

Wegen letzterem waren wir gestern in Obermeiderich - ich wollte nämlich mal gucken, wo das Theater (ein altes Zechengebäude, wird gerade renoviert) jetzt ist. Was für eine positive Überraschung: Die Niebuhrg ist ganz in der Nähe des obermeidericher Bahnhofs!

Ein kleines Foto:

Duisburg Obermeiderich: Theater Niebuhrg

Klicken zum Vergrößern

Einen netten, herbstlich verträumten Spielplatz haben wir auch noch besucht:

Duisburg Obermeiderich: Spielplatz im Herbst

Leider gab es hier auch Unschönes zu sehen. Welche Sau vermüllt einen Spielplatz dermaßen?

Duisburg Obermeiderich: Müll auf dem Spielplatz

Darüber hinaus gefiel uns Obermeiderich (bzw. das bisschen, was wir gesehen haben) ganz gut. Nur diese große, böse Duisburger Straße ist für Fußgänger kaum zu überqueren. Die Ampel nahe des Bahnhofes war kaputt. Kein schönes Gefühl, mit einem Kleinkind an der Hand über eine viel befahrene Straße zu rennen ...

Montag, November 06, 2006

» Wahlcomputer

By Flusskiesel at 17:23

Warum sind eigentlich die Regierungen immer so für Wahlcomputer? Auch in den USA gibt unglaubliche Probleme damit.

Vielleicht spekuliert man doch auf den Machterhalt?

» Abmahnblog

By Flusskiesel at 8:09

DonDahlmann hat das Abmahnblog initiiert, das sich - womit wohl sonst? - mit den schlimmen Abmahnwellen der heutigen Zeit beschäftigt.

Via Unkreativ

» Sendung verpasst

By Flusskiesel at 7:04

Nicht nur der Prospero, auch ich habe eine interessante Sendung über Marxloh verpasst. Hmpf.

Freitag, November 03, 2006

» Träumereien

By Flusskiesel at 7:17

Puuh! Gestern Nacht träumte es mal wieder heftig. Ich muss das nur noch richtig auf Datei bringen ...

» Zuschüsse an Landschaftpark Nord gesichert

By Flusskiesel at 7:16

Eine gute Nachricht! Dort ist nämlich in den letzten Jahren einiges entstanden. Die Angebote dort werden auch gut angenommen.

Donnerstag, November 02, 2006

» Sprung in der Platte?

By Flusskiesel at 14:56

Hatte jetzt schon zwei MP3-Dateien hintereinander mit einem Sprung, also wie bei einer Schallplatte:

"Vor 35 Jahren vor 35 Jahren vor 35 Jahren ..."

Da sieht man mal wieder: Die alten Dinge holen einen immer wieder ein!

Fehlt nur noch digitaler Bandsalat ... ;-)

» Nochmal tagging

By Flusskiesel at 14:46

Ich habe ja letztens gefragt, ob ich nun taggen soll oder nicht. Ich dachte nämlich, dass thingamablog Einträge taggen könne.

Jetzt sehe ich - stimmt garnicht! TAMB meint mit Tagging was ganz anderes. Nämlich, die Variablen, die in der Datenbank verwendet werden. Kopfklatsch ...

» Bratfett an Halloween

By Flusskiesel at 14:31

Lesen tu ich DonAlphonso ja normalerweise nicht. Sein Genöle ist mir zu langweilig. Dieser Podcast von ihm ist allerdings erstklassig!

Via IT&W.

Mittwoch, November 01, 2006

» Vetternwirtschaft

By Flusskiesel at 20:38

"Vetternwirtschaft funktioniert!" rief der Herr Künstler in unsere Runde. Er hatte recht und wir sahen uns zufrieden an. Für eine gute Vetternwirtschaft brauchte man nicht viel: Genug Vettern, Portwein und billigen Sekt.

Wir stießen auf den Erfolg an und tranken. Dann strömten wir hinaus ins Foyer der Schule. Ich erzählte dem alten Mann mit dem weissen Haar, dass ich in Zukunft nur noch teuren Sekt kaufen wolle.

Dann stach mir der Aushang am schwarzen Brett ins Auge: Reli fiel aus!

Was nun?