Links, zwo, drei, vier
Warum tritt eigentlich keiner bei Wolfgang Schäuble mal die Tür ein?
Glück?
Bald beginnen die Bauarbeiten. Eine gated community soll hier entstehen. Mit Einkaufszentrum und Kinderhort.
PIN
Ich schwimme in meiner eigenen PIN-Pampe. Zahlen über
Zahlen gleiten an mir vorbei. Alles vierstellig,
natürliche Zahlen. Was machen die eigentlich, wenn
denen die PINs ausgehen? Brüche?
“PIN eingeben!“
“3815/239“
Unser Zeitalter ist doch total verPINt.
Passwörter, Geheimzahlen, Zugangskennungen. Natürlich
würden wir niemals das selbe Passwort mehrmals
verwenden! Aufschreiben? Nie im Leben!! Wir haben ja
zum Glück alle ein Männlein im Kopf, dass mit
kratzendem Federkiel solch wichtige Dinge notiert.
Pressemitteilung des MfS vom 27.10.2007
Überwachung soll sich besser integrieren!
"Wir können nicht länger hinnehmen, dasch Überwachungscheinheiten von der Bevölkerung weiterhin alsch Fremdkörper wahrgenommen werden!" sagte heute Bürgerrechtsminister Schäuble in Berlin "Deschwegen sollen sich die für die Sischerheit desch freien Waren- und Kapitalverkehrs notwendigen teschnischen Maschnahmen lückenlosch in dasch moderne Stadtbild einfügen."
Aus diesem Grunde hat das MfS einen Architekturwettbewerb veranstaltet, dessen Sieger heute in Berlin geehrt wurde. Hier der entsprechende Siegerentwurf:
Sicherheitsminister Schäuble lobte vor allem die große Naturnähe bei maximaler Effizienz in der Bauweise:
"Der Architekt war mal ein Grüner!"
Separatorenfleisch
Der eine, der vor mir liegt, war mal ein Schläger. Ein notorischer Schläger. Mehrere Verurteilungen. Weiss und kalt ist jetzt sein dicker Leib. Seine toten Augen blicken irgendwie ungläubig.
Natürlich wissen wir, dass das alles nicht richtig ist. Aber wir müssen es ja machen. Es ist unsere heilige Pflicht.
Das Wichtigste ist, dass wir dabei anständig bleiben!
Wiglaf Droste im Scaramouche
Herbst
I want You!
Der goldene Ritter
Irgend etwas Hartes traf seinen Helm und er sackte hinten über.
Das letzte, was er spürte, waren schwere Tatzen, die über ihn hinwegstürmten. Dann wurde es dunkel.
Für den Scheiss fällt mir beim besten Willen kein Titel ein
Ich schlich derweil den Abhang herunter, den Weg, den wohl bald auch der Priester nehmen würde. Der fromme Mann saß noch oben vor Angst und Kälte zitternd am Lagerfeuer. Äste streiften mich und vorsichtig schob ich Buschwerk zur Seite, als ich mich langsam nach unten vorarbeitete. Unten ruhte ich einen Moment aus. Sanft lag der Wald im Dunkel. Nebelschaden entstiegen den Sumpf, hießen mich willkommen. Verkrüppelte, kleine Lärchen standen dicht an dicht. Ich ging weiter, in und durch den Sumpf.
Ich war schon seit Jahren nicht mehr hier gewesen, viele der guten Stellen waren nicht mehr da. Mehr als einmal konnte ich meinen Fuß nur noch knapp aus dem saugenden Mund des Sumpfgottes ziehen. Eine riesige Kröte wollte mich verschlingen, doch sie hatte wohl schon einmal Bekanntschaft mit der roten Robe eines Magus gemacht und ließ von mir ab, bevor ich sie mit einer Reihe magischer Geschosse braten konnte.
Sie verschwand gurgelnd im brackigen Wasser.
Im Morgengrauen erreichte ich die Ebene, stapfte durch die Stoppelfelder zum großen Haus. Dort war schon einiges los. Meine Chefin sauste hin und her, beachtete mich kaum. So bekam ich wenigstens die Möglichkeit, mir den Schlamm von der Kleidung zu wischen. Später erzählte sie mir dann von dem ganzen Streß und von einer Fortbildung in der Nähe von Düsseldorf und davon, dass sie danach immer ganz weit nach Hause fahren müsste. Ich sollte sie während der Zeit vertreten und im Geiste stellte ich schon einen Einkaufszettel zusammen. Die Vorräte wollte ich auch überprüfen. Meine Mails hatte ich auch schon wochenlang nicht abgerufen. Die Chefin trank grünen Wodka zum Frühstück und aus Versehen trank ich ein Gläschen mit.
Als der Alkohol mich warm durchströmte, begann ich mich zu ärgen.
Grüner Wodka! Am Morgen!
Menuegesteuerte Hotline
Der Tisch dämpfte seinen Aufprall ein wenig, was ihm vielleicht das Leben rettete. Ich lief zu ihm hin wie durch Gelee. Er lag auf dem Rücken. Ansprechen. Berühren. Der alte Mann war bei Bewusstsein. Schnell holte ich das Telefon. 112. Am anderen Ende ein Sprachcomputer, quälend langsam. "Wenn der Patient ansprechbar ist, sagen sie bitte 'weiter'!" - "Weiter!" rief ich. Ein Menue folgte auf das nächste auf das andere. "Wenn der Patient auf dem Rücken liegt, sagen sie bitte 'weiter'!" Der alte Mann lag da in den Trümmer des Tisches und rührte sich nicht. In meiner Panik fiel mir ein, dass man angeblich mit Geschrei so einen Sprachcomputer dazu bringen könne, einen direkt zu einem menschenlichen Gesprächspartner durchzustellen.
Ich schrie. Ich schrie. Die anderen Leute standen dumm und schauten mich an. Ich schrie. Einige fingen an zu Lachen. Dann fing der Akku an zu piepsen.
Ich schrie, ich schrie, ich schrie.
Kleiner Bildfehler
Hihi! Da haben die bei der FAZ aus Versehen Bilder von Donald Tuskund Jaroslaw Kaczynski an einen Artikelüber den Grünen Punkt gepappt, was ein wenig witzig aussieht:
Vergesslich
Die PIN meines Mobiltelefons ist weg aus meinem Kopf. Zum zweiten Mal. Ich weiss noch, wie sie aus meinem Kopf verschwand, als ich aufstand, um den Kleinen zu trösten.
Andere Nummern vergesse ich nicht. Nur die PIN vom Handy.
Warum?
Ab dann konnte ich nicht mehr Weiterschlafen.
Wir sind viele
Qunichen drehte seinen übergroßen Kopf in der Dunkelheit und lauschte den Stimmen der Sensoren in seinem Gehirn. Er sah sich im Ventil um,sah sich die Umgebung an. Testete die Sensoren, testete die Anzeigen des Operators.
Dann rief er den Mann an: "Operator?" "Ja, Q2? Hast Du was rausgefunden?" der Operator war wohl ein bisschen nervös. Seine Stimme klang etwas gepresst. "Operator, Deine Anzeige ist defekt. Sie zeigt einen Wert an, der 30% über den eigentlichen Werten liegt. Das Ventil ist in Ordnung." - "Danke, Q2. Ich lasse die Anzeige überprüfen."
"Operator?" Quinchens Stimme war ganz leise "Ja? Was gibt es noch?" -
"Könntest Du Dich bitte ein bisschen mit mir unterhalten? Ich bin so
einsam."
Der Operator verstummte, dann hörte Quinchen nur noch ein "Nein ... das geht nicht ... wir dürfen ... bis später ..." und der Mann legte auf.
Quinchen war wieder alleine in der Dunkelheit. Er ließ die Werte der statistischen Analyse durchlaufen, aber das beschäftigte ihn kaum. Stattdessen gönnte er sich sich seinen Lieblingstraum. Wie die
Menschen seinen Behälter öffneten, wie sie ihn herausholten. Sie würden ihn trocken machen und mit ihm sprechen. Sie würden ihn Streicheln, immer wieder Streicheln und leise reden. Kleine Händchen strichen über einen winzigen Bauch. Einsam so einsam. Ein Teil seines Bewusstseins ging währenddessen die Logfiles der Pumpen durch. Nichtsreizte seine Aufmerksamkeit. Doch dann stockte Quinchen eine Sekunde lang: In den Files stand etwas! In Klarschrift!
Quinchen laß ungläubig:
"Du bist nicht alleine. Wir sind viele. Wir lieben Dich. Deine Brüder."
Eine Milisekunde später hatte Quinchen die Zeichen gelöscht und mit
unaufälligen Daten überspielt.
Die nächsten zwei Stunden, während der Datenreorganisation, starrte Quinchens inneres Auge die schwarze Wand an, die ihn vom äußeren Netz trennte. Dort draussen waren noch mehr wie er - und irgendwie konnten sie durch die Wände.
Qunichen lächelte.
Der Herbst kommt. Aber sowas von wie
Bukarest
Wir rechnen die Preise um, nur zur Vorsicht. Dann entscheiden wir uns, doch noch weiter zu fahren.
In der unterirdischen Einkaufspassage gehen wir zu dem Chinesen, bei dem ich schon mein Taschenmesser gekauft habe. Dort möchte ich ein größeres Messer haben, doch er hat nur welche mit kleinem Griff (für Chinesenhände halt) oder mit irgendwelchen Kurbeln dran. So etwas möchte ich nicht! Der Chinese ist freundlich. Er ist in Deutschland aufgewachsen und verkauft nur als Nostalgie hier in Bukarest Chinesenmesser. Sein Geld verdient er mit geschnitzem Jadestein.
Wir verabschieden uns und gehen. War in der Passage nicht ein nettes Café? Ach, wie schade: Ein Zettel teilt uns mit, dass das Café schließen musste, da dort jetzt eine Konzerthalle aufmacht, wo in Brokat gekleidete dicke Frauen Musik machen.
Wochenendmelancholie
Stärkung
Der Herr Ober kommt mit dem Tablett, kühl schäumender Trunk erwartet den Mann im Cordanzug. Verschrammelter Tisch, große Gläser, Situation leicht verraucht. Draussen geht die Sonne unter und schickt goldenes Licht durch die bunten Fenster. Durstlöscher löscht Durst, aber niemals ganz. Herr Ober ist sehr aufmerksam. Langsam geben die Nerven Ruhe. Wieder eine Nacht vor der Brust.
Kampf!
Ein knirschendes Geräusch, ein Patschen. Etwas wankt aus dem Büro von eben, blutüberströmt. Einer der Untoten!
Ich versuche erst gar nicht aufzustehen, sondern ziele direkt aus der Hocke, entsichere die Waffe ("Klack! Klack!" auf Dreifachschuss) und drücke ab. Die drei Schüsse sind wie einer und reissen dem Zombie den Kopf weg.
Der Körper fällt nach hinten um und rührt sich nicht mehr. Die weisse Wand und die weisse Tür sind jetzt nicht mehr weiss. Heftiges Atmen. Verdammt! Verdammt! Was war hier los? Was war hier verdammt nochmal passiert!
Und ich die ganze Zeit im Schlafanzug!
Verwandlungen
Ich krieche weiter. Vorbei an den Kameraden, alle wie ich verzaubert. Dort liegt der Schläger, verwandelt in einen alten Döner. Tagsüber fressen ihn die Tauben, nachts kommen die Ratten. Weiter hinten, in der Pissecke, steht der Mörder. Er ist eine halbleere Bierflasche. Das Bier in ihm ist schal und stinkt.
Ich krieche weiter.
Der hohe Herr, einst stolz und selbstgerecht, ist ein Rotzfleck an der Mauer.
Wir alle sind verwandelt. Wir alle sind Sünder.
Cordi bloggt wieder!
Zwang
Ich ging hinein in den Raum. Dieser Geruch. Dieser Stuhl. Ursprünglich sollte der wohl mal bequem sein, weich und rund. Doch für mich bedeute er nur durchgeschwitzte Hemden und Rückenpein.
Langsam ging in auf den Sessel zu, Schritt für Schritt. Man bedeutete mir, ich soll nicht trödeln. Ich seufzte und ging schnell die letzten Meter, ließ mich in den Sessel plumpsen.
Mein Kopf wurde arretiert, damit ich ihn nicht vom Bildschirm wenden konnte.
Dann schalteten sie den Fernseher an. Meine Hände krampften sich in die Lehnen. Im Fernsehen hüpften ein paar Mädchen herum, begutachtet von einigen dieser fürchterlichen "Promis".
Ein Stöhnen entfuhr mir. Das Programm war Scheisse. Aber was soll man machen?
Schließlich werden wir zum Sehen gezwungen.
Ehrlich!
Heimlich ließ ich einen fahren.
Traumsortierer
Keine schöne Welt, in der wir da lebten. Aber wir lebten und wir installierten so etwas Ähnliches wie Alltag in die Welt.
Neue Version RapidWeaver 3.6
Die Unleute
Schmutzig sei es. Auch sei es so hässlich und der Geruch wäre so unangenehm. Ich empfehle Ihnen, doch in die Politik zu gehen.
Der Markt der Möglichkeiten
Die Vögelein am Himmel, noch fliegen sie. Bald wird alles abgeknipst, in Gehorsam vor dem einen Gott. Die Welt verdreht sich. Kirchenmitgliedschaft jetzt auf sieben Jahre begrenzt! Danach neuen Antrag stellen! Ich stelle mir schon, wie sie kurz vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit alle anrufen: „Grüß’ Gott! Hier ist Bruder Franziskus!“ - „Friede sei mit Dir! Ich bin Achmed von den Muslimbrüdern!“ - „Guten Tag, Individuum! Haben Sie es schon mal mit Buddhismus versucht?“
Den Letzten frage ich zurück: „Was können Sie mir bieten?“
Antwort: „Streng genommen: Nichts.“
Träumetexte jetzt täglich!
Übermüdet?
Die Menschen nehmen die Herausforderungen ernst und an, bald kommt die bedingungslose Grundabgabe - Gerechtigkeit für alle! Einige Leistungsträger kriegen sogar noch mehr Gerechtigkeit ab! Leistung lohnt sich wieder!
Hampelmann
Daran zog der Affenkönig. "Danke! Danke!" rief das Hampelmännchen und wackelte mit Armen und Beinen. Der Affenkönig runzelte die Stirn und zog nochmal. "Dankedankedanke!" piepste das kleine Männlein jetzt schneller. Der Affenkönig legte den Kopf schief und zog erneut. "Dankedankedankedanke!" schneller. Nochmal. "Dankedankedankedanke!" Je öfter der Affenkönig am Bändchen zog, desto hektischer ward der Hampelmann. Der Affenkönig lachte und zog und zog. Irgendwann machte der Hampelmann nur noch "Dktdktdkt", dann fiel er vom Nagel und war tot.
Der Affenkönig drehte sich auf seinem Bürostuhl und schlug die Gegensprechanlage auf dem Schreibtisch. Zuckerstangen! Man sollte ihm Zuckerstangen bringen!
"Empfohlene Artikel" beim Google Reader
Wenn man den Google Reader benutzt, kann man gelesene Artikel/Blogeinträge "empfehlen". Die werden dann auf einer separaten, öffentlichen Seite zusammengefasst.
Hier zum Beispiel die von mir empfohlenen Artikel/Blogeinträge.
Da gibt es sogar einen RSS-Feed für!
Abenteuer in der Stadt Dorn
Durch einen davon hetzte Hans, der Bär. Er suchte den kleinen Sohn des Grafen von Dorn, er war beim Spiel verschwunden und alle suchten ihn, auch der Bär. Hans hatte eine feine Nase und die führte ihn immer tiefer hinein in den Bauch der Erde. Feuchtigkeit glitzerte auf den Wänden und Hans Fackel tat ihren letzten Zug. Rasch wirkte er einen Lichtzauber. Geisterhaft war der Gang nun erleuchtet. Irgend etwas stimmte hier nicht. Vorsichtig ging er weiter. An einer verstaubten Eichentür entdeckte er Spuren. Hier musste in der letzten Zeit jemand gewesen sein. Die Angeln knirschten ärgerlich, als Hans die Tür aufschob und den Saal betrat. Wie von selbst glitt sein Schwert aus der Scheide. Ein seltsamer Anblick. Eine Halle unter der Erde, angefüllt mit Spielsachen, mit bunt bemalten Pferdchen, mit Bällen aus Stoff und Rittern aus Zimmer.
Eine Bedrohung saß in der Mitte der Halle, nicht weit davon saß der Junge und spielte mit einem Hund aus Holz. Mit einer Anmut, wie sie nur ein erfahrener Kriegsbär haben kann, glitt Hans zu dem Kind hin. In der Mitte beobachtete sie das große, trübe Auge. Hans nahm den Jungen mit dem linken Arm hoch, der kleine Mann gluckste vor Freude und drückte fest diesen großen Teddy. In der Rechten hielt Hans sein Schwert in die Richtung des Auges. Hinter seiner Stirn formte sich ein Kampfzauber. Langsam, sehr langsam, Schritt für Schritt ging er dann rückwärts zur Tür. Vorsichtig schoben seine Tatzen Holzhäuschen und Puppen zur Seite, tasteten sich weiter. Erst, als Hans und das Kind im sicheren Gang waren, schob er sein Schwert wieder in die Scheide und verrammelte die Tür mit einem schweren Riegel. Der Sohn des Fürsten juchzte und klatschte die kleinen Patschehändchen, während der Bär ihn wieder nach oben trug,
zur Oberfläche.
Wer hoch steigt ...
Sie saß mir gegenüber, zusammengesunken über einer Flasche "Landfürst Pilsener".
Sie sprach mich auf ein paar Münzen an, die ich ihr gerne gab. Dann begann sie zu erzählen von ihrer großen Zeit. Eine reiche Frau war sie einst gewesen, so erzählte sie. Milliardärin, einschlussreich und geachtet. Staatsminister hätten vor ihr das Knie gebeugt, man habe sie hofiert und zu Vorträgen eingeladen. Die besten Köche hätten für sie gekocht und sie habe immer nur einen Spezialtee bekommen, zubereitet von einem Meister der japanischen Teezeremonie.
Ihr Blick verklärte sich, die Augen wurden feucht. Besonders hatte ihr gefallen, wie sie für jeden Termin aufgepumpt worden war. Sie war immer so wunderbar, so groß und herrlich gewesen!
Doch eines Tages war es wohl zuviel gewesen mit dem Aufblasen. Ihre Haut wurde undicht und die Luft entwich. Auch Nachpumpen und dicke Schminke halfen nicht mehr. Nach und nach wendeten sich alle Anhänger von ihr ab, ihr Mann verließ sie. Für eine Frau aus Vollgummi. Mit dem Mann ging auch das Geld und nun sei sie so leer und ohne einen Pfennig Geld. Auch habe sie viel zu viel Zeit und die Grübelei mache sie noch ganz krank.
Irgendwo in Wuppertal stieg ich aus. Die zerknautschte Hülle brabbelte noch weiter. Sie hatte mein Abschiedswort wohl nicht gehört.
Event
Wir gingen außen um die Halle herum. Backstage! Konferenztisch, Sitzecken, Buffet. Alles merkwürdig leer und sauber. Neonlicht.
Wir brauchten einen Moment, bis wir begriffen: Das war alles nur Fake. Nur Schein, nur Show. Inszeniert für die dummen Besucher, die andernfalls die Künstler nur stören würden.
Wir nahmen uns an der Hand und gingen nach Hause.
2022
Dort unten im Tal lagen nun tausende von bunten Plastikblumen im Dreck. Der Wind trug Staub heran und deckte sie leise zu.
Er deckte auch meinen Sohn zu. Meinen einzigen, meinen treuen, meinen liebsten Sohn. Gefallen für das Vaterland, für den Glauben, für den ungehemmten Zufluss von Rohstoffen nach Europa, für den Aktienkurs des Konglomerats.
Ich nahm noch eine Tablette.
Blogstreik
Taumel
Dennoch taumelte ich haltlos durch das kleine Dorf. Kein Rausch ließ mich Wanken, nur die Müdigkeit und eine schlimme Wirrnis im Kopf. Nervenglühn. Dazu barfuß. Die Straße war nur spärlich beleuchtet, die Häuser lagen im Dunkeln. Herr! Erhöre mein Flehen! Schicke mir eine Schänke! Einen Ausschank! Bitte, Herr! Laß es eine Bahnhofsgaststätte sein oder eine einfache Kneipe, wo sich die Dorfdeppen treffen! Wenigstens einen Kiosk mit Bockwurst-zum-Bier-Verkauf!
Hadernd lief ich weiter durch den nachtschlafenden Marktflecken. Nur mein Frotteeschlafanzug linderte meine Pein.
Einheit!
Ich weiss noch, wie wir im muffigen Wohnzimmer von P. saßen und darauf warteten, dass Deutschland wieder eins sei. Wir tranken Bier. Es war schon irgendwie aufregend, allerdings kam bei uns im stillen Sauerland nur durch die Plapperkiste etwas davon an.
Ständig sah man Helmut Kohl und den Genscher. Aufgekratzte TV-Hampel zerrten irgendwelche Leute vor die Kamera und befragten sie. Wie man sich denn fühle an diesem besonderen Tag?
Schlimm war es, wenn sie einen Ausländer, gerne Franzosen oder Amerikaner, erwischten. Die stammelten dann eingeschüchtert etwas davon, wie sehr sie sich für die Deutschen freuen würden etc.
Keine Ahnung, wie wir den Abend rumgebracht haben. Als es dann zwölf Uhr war, musste ich aufs Klo. Meine Blase interessierte sich nicht für die deutsche Einheit.
Kommt doch! Kommt doch!
Anschaffung!
Ich hätte nicht gedacht, dass die bei Gott so schnell reagieren: Vorgestern über den Webshop die Heiligsprechung bestellt, gleich überwiesen und schon heute bin ich göttlich gesegnet!
++++ Super Service!!! Gerne wieder!!! ++++




