Grau

Reif liegt auf den Dächern. Grau ist die Farbe der Saison. Grau ist friedlich. Die Siedlung erwacht und hinter Glas rühren die Mütter im Kakao. Die Kinder versuchen sich anzuziehen.
Das ist die Erotik des Waschbetons.
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Unheil in dern Straßen

Wir sind zu Gast in einer Familien-WG. Viele kleine Kinder gibt es hier.
Die schlafen jetzt, denn es ist tiefe Nacht. Der Morgen will schon kommen, doch noch ist seine Zeit nicht gekommen. Wir stehen im Zimmer, da höre ich Geräusche von draussen. Ich gehe zum Fenster und sehe auf die leere Straße hinunter. Da sehe ich Lichter. Fackeln. Die Soldaten des Todes kommen und reiten auf ihren Pferden durch die Stadt. Ich erkenne Uniformen der unterschiedlichen Epochen. Viele sind blutverschmiert. Alle sind tot.
Der Tag ist gekommen, die Toten stehen auf aus ihren Gräbern. Ich suche fieberhaft nach einer Waffe. In der Küche finde ich ein großes, langes Messer. Das stecke ich mir in den Gürtel. Dann wecken wir den Kleinen. Ich sage ihm, dass wir ihn lieben und dass er ab jetzt immer - immer! - bei uns bleiben soll. Langsam kommt Leben in die Wohnung. Junge Mütter wollen mit ihren Kindern zur Spielgruppe. Ich renne durch die Zimmer und spähe nach draussen. Ist es soweit?
Draussen bricht der neue Tag an. Alles scheint normal, nur sehr ruhig. Dann luge ich durch den Türspion und erschrecke: Im Hausflur wabert eine dunkle Masse aus Armen und Gesichtern. Sie stehen vor der Tür!
Die Mütter wollen jetzt los, ihre Babies krähen. Ein alter Opa kommt in die Diele. Er meint, wir sollten bald die Türe öffnen und die Untoten hereinlassen. Es wäre Zeit. Vorher kriegen aber alle noch die Haare geschnitten. Man will ja ordentlich aussehen.
Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich jeden Morgen bin, dass die Sonne aufgeht!
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Siebtes Duisburger Bloggertreffen

Die Planungen laufen. Kommt zu Prospero und seht, Leute!
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Brigitte




Hä? Was pflückt die da? Fliegenpilze?

"Das Glück hat 24 Stunden mit der Brigitte-Fliegenpilz-Diät"?

Steht der Fliegenpilz nicht unter Naturschutz? Ausserdem ist er ziemlich giftig!

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Fischchen

Der Blick ins Aquarium ließ mich erschauern: Die beiden Fische hatten Nachwuchs bekommen und nun fraßen sie nach und nach ihre eigenen Kinder auf. Fett und groß wurden die beiden, träge schwammen sie durch den engen Glaskäfig. Das wurde ihnen zum Verhängnis. Einige ihrer Nachkommen nämlich verschlangen nämlich schnell einige ihrer Geschwister und fraßen dann die Elternfische. Dann stürzten sie wild kopulierend in den Kies.
Ströme von neuen Fischen ergossen sich ins Wasser. Einige schillerten farbig bunt, andere waren schwarz-weiss, so wie Kühe.
Was tun?
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Im Pool

Das Wasser war angenehm kühl. Wir saßen im Pool, F. und ich, und genossen kaltes Bier. Da draussen brannte die Sonne auf den Rasen. Kleine Kinder streiften ihre Windeln ab und Mütter liefen kreischend hinter ihnen her, die Sonnenmilch im Anschlag.
F. machte uns noch zwei Bier auf. Wir prosteten uns zu und ich sank bis zum Kinn ins Wasser. Dann tranken wir.
Sommerträge.
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Am Leben bleiben

Knüppeldicker Kopp, schwarzer Schleim im Hirn. Düster kriecht Panik durch die Knochen. Weltuntergangsphantasien, Pandemieangst. Wenn ich sterbe, stopft meinen Sarg mit alten Spiegel-Ausgaben aus. Der Geruch der hysterischen Druckerschwärze wird mir guttun.
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Morgens ...

In der Bahn sitzen die Rumpelköppe und lachen sich kaputt. Freundlich gerötete Gesichter, wie gemacht dafür, dass man dort Fleischwurst und Kümmerling reinsteckt. Der Kaffee kommt aus dem Becher und der Humor aus der BILD.
Hirn heute schwergängig, Fingernägel zu lang.
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Wenn Sie nichts tun wollen, dann tun Sie es nicht hier.





Gesehen in Duisburg-Duissern.
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Pfingstmontag in Meiderich

Es ist früh am Morgen. Kaum jemand ist unterwegs. Die Autos schlafen noch. Nur ein paar Frauen führen ihre Hunde Gassi. Warum nur Frauen? Liegen die Kerle noch besoffen im Bett?

Die Straßen sind leer ... Lesen Sie mehr...
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Großstadt

Gössermuskel, gut trainiert in Ottakring.
Vorstadtmelancholie.
Die Mutter findet einen gelben Zettel, er fiel aus der Jacke beim Spiel. Der Zettel bringt die Schande des Schnellrestaurants ins Herz der Familie.
Grauer Beton und Umzugswagen. Wer hier so alles hinzieht!
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Reingelegt!





Gesehen in Duisburg-Meiderich.
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Pflicht

Die Ketten rasselten. Es roch nach Schweiß und Urin. So war das eben im Sicherheitsbereich Gewahrsam 3. Ein Mann lag in der Ecke und wimmerte. Seine Haut war schwarz, sein Blut war rot. Meyer ging zu ihm hin und schlug in wieder mit dem Stock. Hart und schnell. Meyer konnte das gut. Bald würde der Mann am Boden sein Geständnis ablegen. Er musste. Immerhin mussten wir unser Soll erfüllen. Befehl ist Befehl. Meyer redete auf den Mann ein, leise und sanft. Dann schlug er wieder. Das war seine Masche.
Ich war nicht ganz bei der Sache. Ich dachte an die kleine Linke, die man uns auch noch gebracht hatte. Die würde uns nachher mehr Spaß machen.
Ja, so ging es zu, damals, im Sicherheitsbereich Gewahrsam 3.
Irgendeiner musste den Job ja machen.
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Nachtrag Industriedenkmal





Komisch. Kaum meckert man, ist das "Industriedenkmal" weg. Doch im Museum?
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Wenn man mal zusammen sitzt

Wir saßen allesamt in der Küche. Ich stritt mich mit den Älteren über Chinesische Pflaster. W. schwörte auf die "Streifen", die man im China-Restaurant kaufen konnte. Da sei Cummin drin. Ich spielte mal wieder den Skeptiker und hielt dagegen, was ich letztens im Deutschlandradio gehört hatte: Die Wirkung von Cummin sei umstritten und auch die Dosis in den Chinapflastern sei viel zu gering. W. bestand aber auf der Wirkung, er habe vor kurzem mit einem "Lappen" erfolgreich Kopfschmerzen bekämpft.
"Placebo!" zischte ich ihn an.
Abends waren die Älteren gegangen und ich musste meine Nerven beruhigen. Also defragmentierte ich die Festplatte meines Rechners. Zugriffsrechte reparieren, alte Dateien löschen. So, jetzt lief der Rechner wieder schneller!
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Aussenseiter

Aussenseiter gehören nicht in diese Gesellschaft. Wir wollen doch alle uns
eingliedern in die große Familie des Weltmarktes. Wettbewerb! Leistung!
Jeder will doch Elite sein!
Aber diese Aussenseiter sind so anders. Da habe ich Angst vor.
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Duisburg-Meiderich: Industriedenkmal - Kein Spielgerät!





Wenn Kinder dort nicht spielen dürfen - warum stellt Ihr das Teil nicht ins Museum?
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Gaaaanz früh

Obwohl ich doch so schwer bin, erfasst mich eine Leichtigkeit. Es hat geregnet, der Parkplatz glitzert im Licht der Laternen. Ein Bully steht da mit laufendem Motor. Sein Aufpuff lässt Dampf in die Kälte aufsteigen. Der Fahrer ist schnell ins Büro, sich eine Unterschrift zu holen.
Wieviel Uhr haben wir?
Es müsste nach vier sein.
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Hauptmann




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Sei Berlin!




Klingt fast so bescheuert wie "RuhrN".
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Duisburg-Meiderich: Leerstand





Das war mal eine Lottoannahmestelle.
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Duisburg-Meiderich: Sitzgelegenheit hinter Gittern





Sieht aus wie aufgebockte Fahrradsattel. Gesehen an der Kirche an der Basarstraße.
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