Jun 2008
Nachts
30.06.2008 18:56 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Als Hans erwachte, war es finstere Nacht. Irgendwo im
Raum schnarchte jemand leise. Das musste Husch sein.
Doch das Schnarschen klang seltsam gedämpft, als wenn
es weit hätte wandern müssen, um bis zu seinen Ohren
zu gelangen. Hans fühlte ein Flimmern und öffnete die
Augen. In der Dunkelheit tanzten Schatten durch den
Raum. Die Wahrwelt. Hans erhob sich, das Heu seufzte
leise. Nun stand er mitten im Zimmer, die Arme hingen
schlaff herab. Das Vril kam heran, es umschmeichelte,
streichelte ihn. Hans bewegte seine Tatzen durch das
Vril und sah ein leichtes Kräuseln in der Luft, wie
wenn man mit einem Stock durch Wasser führt, so wie
die Mutter die Suppe rührt. Neugierig ging er zur
Tür. Langsam. Schritt für Schritt. Der Widerstand
wurde stärker. Immer mehr Vril umfing ihn, es wurder
zäher. Bald würde er es greifen können. Langsam.
Schritt. Für. Schritt. Ihm war, als wäre er in einem
Moor versunken und er würde am Grunde des Schlicks
durch den nassen Schlamm waten. Doch er hatte keine
Angst. Alles schien ihm völlig natürlich zu sein. Die
Tür. Die Bretter, aus dem die Tür gezimmert war,
waren seltsam grob und ließen viele Spalten offen,
fals als wären sie tauschend Jahre alt und hätten
sich verzogen. Durch die Spalten drang fahles Licht
und ein Auge spähte hindurch. Es spähte gerade mal
auf der Höhe von Hans Knie, ein großes, rundes Auge.
Das Auge eines Menschenkindes. Hans griff zum Tau,
welches als Türgriff diente und zog. Die Tür schwang
langsam nach innen auf, das Vril schlug kleine Wellen
in der Luft. Vor Hans stand - niemand. Er trat hinaus
in den Flur. Der kahle Holzboden war wie ein Meer aus
Knochen. Kleine Kinderfüsschen patschten darüber. Das
Kind ging die Treppe hinunter. Hans folgte ihm. Das
Kind lief schneller und Hans folgte ihm. Das Vril war
inzwischen so dicht, dass sich Hans förmlich
hindurchkämpfen musste. Mit seinem ganzen Gewicht
stemmte er sich gegen diese frohe Masse. Das Kind
lief weiter, sah sich ängstlich zu ihm um.
"Hab keine Angst! Ich tu Dir nichts!" wollte Hans rufen, doch das Vril drang ihm in Mund und Kehle. Nun brandete doch Panik ihn ihm auf. Er würde das Kindchen verlieren! Er dachte an Püppi, seine Menschenpuppe daheim. Er musste weiter. Wieder warf er seine ganze Kraft gegen das Vril. Immer zäher wurde es und nun hatte er Angst, wie in einem Felsen eingeschlossen für alle Ewigkeit hier auf der Treppe hängen zu müssen. Dann sagte jemand etwas zu ihm. Husch? War der Zauberer aufgewacht und ihm zu Hilfe gekommen? Nein. Die Stimme wisperte von unter dem Boden und von hinter der Wand. Er konnte die Worte nicht verstehen, dafür waren sie selbst für ihn zu leise. Doch Hans schloß die Augen. Formen! Kam ihm in den Sinn. Forme das Vril! Er konzentrierte sich, nahm seinen Willen zusammen und zwang das Vril zur Seite. Er machte es wieder flüssig und es tropfte und floß durch die Knochendielen. Wieder leichter ging es nun hinunter. In den Schankraum? Unten angekommen, sah Hans sich um. Das fahle Licht kam aus der Küche, deren Türe offen stand. In der Mitte der Küche war ein Grillplatz, doch die Asche war kalt. Messer und Löffel hingen an den sonst kahlen Wänden. Topfe standen gestapelt auf einem alten Holztisch. Ein großer, eisener Ofen klebte an der Wand. Am seinem rechten Ende war noch etwas Platz bis zur nächsten Wand. Dort stand ein Menschenkind. Es musste ungefähr drei Jahre alt sein. Es trug ein Nachthemd und es hatte Angst. Ganz fest drückte es sich in seine Ecke und schaute den großen Bären an, der in die Küche gekommen war. Hans ging langsam auf das Kindchen zu. "Schschschhhh." brummte er leise "Keine Angst, mein Kind. Ich tu Dir nichts." Dann stand er vor ihm. Er konnte die Maserung der Wand hinter dem Kind sehen. Das Kind war tot.
Ein Geist.
Das Kind sah zu ihm hinauf, die Augen groß. Dann fasste es sich ein Herz und ging auf die Knie und schaute unter den Ofen. Es schien etwas zu suchen. Dann sah es wieder zu Hans hinauf und zeigte auf etwas. Hans kniete ebenfalls nieder, langsam ließ er sich auf den Knochenboden sinken. Dann legte er sich auf den Bauch und sah unter den Ofen. Eine Welt des Staubs erwartete ihn. Spinnenweben waren da, ein kleiner Löffel und ein kleiner Bär. Ein Teddybär. Ohne zu überlegen, griff Hans nach dem Spielzeug und holte es hervor. Langsam erhob er sich und begutachtete das Stück. Es war eindeutig ein Bärchen. Grob genäht, zerfranst. Wieder dachte er an Püppi und wie sie ihn in der Finsternis
der Nacht getröstet hatte. Vielleicht wollte das Kind ja seinen Teddy wiederhaben? Hans drehte sich zum ihm hin - und es war verschwunden.
Die Küche lag kalt und tot.
Hans überlegte, ob er das Bärchen nicht einfach auf dem Küchentisch liegen lassen sollte, aus einer Laune heraus nahm er es aber einfach mit nach oben ins Zimmer.
Das Vril umspielte ihn wieder und er tapste hindurch wie durch Pfützen.
"Hab keine Angst! Ich tu Dir nichts!" wollte Hans rufen, doch das Vril drang ihm in Mund und Kehle. Nun brandete doch Panik ihn ihm auf. Er würde das Kindchen verlieren! Er dachte an Püppi, seine Menschenpuppe daheim. Er musste weiter. Wieder warf er seine ganze Kraft gegen das Vril. Immer zäher wurde es und nun hatte er Angst, wie in einem Felsen eingeschlossen für alle Ewigkeit hier auf der Treppe hängen zu müssen. Dann sagte jemand etwas zu ihm. Husch? War der Zauberer aufgewacht und ihm zu Hilfe gekommen? Nein. Die Stimme wisperte von unter dem Boden und von hinter der Wand. Er konnte die Worte nicht verstehen, dafür waren sie selbst für ihn zu leise. Doch Hans schloß die Augen. Formen! Kam ihm in den Sinn. Forme das Vril! Er konzentrierte sich, nahm seinen Willen zusammen und zwang das Vril zur Seite. Er machte es wieder flüssig und es tropfte und floß durch die Knochendielen. Wieder leichter ging es nun hinunter. In den Schankraum? Unten angekommen, sah Hans sich um. Das fahle Licht kam aus der Küche, deren Türe offen stand. In der Mitte der Küche war ein Grillplatz, doch die Asche war kalt. Messer und Löffel hingen an den sonst kahlen Wänden. Topfe standen gestapelt auf einem alten Holztisch. Ein großer, eisener Ofen klebte an der Wand. Am seinem rechten Ende war noch etwas Platz bis zur nächsten Wand. Dort stand ein Menschenkind. Es musste ungefähr drei Jahre alt sein. Es trug ein Nachthemd und es hatte Angst. Ganz fest drückte es sich in seine Ecke und schaute den großen Bären an, der in die Küche gekommen war. Hans ging langsam auf das Kindchen zu. "Schschschhhh." brummte er leise "Keine Angst, mein Kind. Ich tu Dir nichts." Dann stand er vor ihm. Er konnte die Maserung der Wand hinter dem Kind sehen. Das Kind war tot.
Ein Geist.
Das Kind sah zu ihm hinauf, die Augen groß. Dann fasste es sich ein Herz und ging auf die Knie und schaute unter den Ofen. Es schien etwas zu suchen. Dann sah es wieder zu Hans hinauf und zeigte auf etwas. Hans kniete ebenfalls nieder, langsam ließ er sich auf den Knochenboden sinken. Dann legte er sich auf den Bauch und sah unter den Ofen. Eine Welt des Staubs erwartete ihn. Spinnenweben waren da, ein kleiner Löffel und ein kleiner Bär. Ein Teddybär. Ohne zu überlegen, griff Hans nach dem Spielzeug und holte es hervor. Langsam erhob er sich und begutachtete das Stück. Es war eindeutig ein Bärchen. Grob genäht, zerfranst. Wieder dachte er an Püppi und wie sie ihn in der Finsternis
der Nacht getröstet hatte. Vielleicht wollte das Kind ja seinen Teddy wiederhaben? Hans drehte sich zum ihm hin - und es war verschwunden.
Die Küche lag kalt und tot.
Hans überlegte, ob er das Bärchen nicht einfach auf dem Küchentisch liegen lassen sollte, aus einer Laune heraus nahm er es aber einfach mit nach oben ins Zimmer.
Das Vril umspielte ihn wieder und er tapste hindurch wie durch Pfützen.
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Karneval
27.06.2008 07:04 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Bei jetzt.de fand ich zufällig einen sehr
nachdenkenswerten Artikel (Essay? Dingens?) über den
Karneval.
Wie Sekten funktionieren
26.06.2008 18:49 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Kueperpunk hat ein älteres Filmchen ausgegraben,
welches witzig und ironisch, aber auch sehr treffend
die Methoden von "Sekten" und Psychogruppen entlarvt.
Sehenswert!
Kalte Fahne
25.06.2008 06:07 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Fußball
24.06.2008 19:54 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Messe
22.06.2008 18:54 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Mir träumte, ich ging auf eine Messe. Dort
präsentierten sich jedes Jahr börsennotierte Firmen.
Man konnte zu den Ständen der Firmen gehen und sich
informieren. Dann konnte man, wenn man wollte, auch
direkt Aktien kaufen. Einzeln. Und bar bezahlen.
Meist nahmen die Leute die Aktien mit nach Hause und
ein paar Jahre später kamen sie wieder zum
"Handelsbörsentag NRW" und verkauften die Aktien -
hoffentlich mit Gewinn. Ich interessierte mich für
Medizin-Unternehmen. Doch ich fand ihre
Stände nicht. Dafür traf ich Frau Grim und Fräulein Gram. Später sausten wir im Auto über die Bahn. Ein dicker, alter Mann war total betrunken. Er hatte die Hosen offen und wälzte sich auf mich. Ich wollte das nicht und schob ihn weg. Der Mann lallte.
Am nächsten Morgen erwachten wir wider Erwarten in Belgien. Hier gab es lustige Straßenschilder, wie sie sonst nur Berliner erdenken können.
Stände nicht. Dafür traf ich Frau Grim und Fräulein Gram. Später sausten wir im Auto über die Bahn. Ein dicker, alter Mann war total betrunken. Er hatte die Hosen offen und wälzte sich auf mich. Ich wollte das nicht und schob ihn weg. Der Mann lallte.
Am nächsten Morgen erwachten wir wider Erwarten in Belgien. Hier gab es lustige Straßenschilder, wie sie sonst nur Berliner erdenken können.
Hobby
21.06.2008 06:56 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Warzenmann
20.06.2008 18:57 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Meine Kinder
19.06.2008 06:24 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
"Unsere Zeit ist abgelaufen, Indri!"
Ich sah die junge Menschenfrau an, ihre grünen Augen blitzten in der Dunkelheit. "Wir werden immer weniger. Die Zeit der Menschen ist gekommen und unsere Würfe werden immer kleiner. Dies wird unser letzter Krieg. Du musst verstehen." Sie nickte, sagte nichts. "Und wir können nicht mehr warten, wenn unsere Welpen in Gefahr sind!"
Meine Brüder sammelte sich um mich. Die Pferde tänzelten nervös, Fackelschein glänzte auf den Klingen. Wir waren bereit. Die Gefangenen hatten uns den Weg gewiesen. Ich hob meinen Spieß. "Brüder!" rief ich "Es ist Zeit! Gewährt den Menschen die Gnade!"
Schwerter zuckten, die Gefangenen starben schnell. Dann ritten wir los. Indri an unserer Seite, als wäre sie eine von uns.
Wie ein Sturm kamen wir über den Feind. Ich ritt vorweg und erreichte als erster den Platz. Er wurde beherrscht von einem flachen Gebäude mit vergitterten Fenstern und zwei Türen. Aus der einen lief ein Soldat ins Freie. Ich schickte meinen Spieß durch die Luft und nagelte ihn an den Türrahmen. Die zweite Tür öffnete sich und heraus kam meine kleine Sara. Ich sprang vom Pferd, mein Schwert glitt in meine Hand. "Mischutka ist noch drinnen!" schrie Sara mir zu. Tapfere, kleine Sara! Ich wies stumm auf mein Pferd. Sara verstand. Sie zog mit einem kräftigen Ruck meinen Spieß aus dem Holz und lief los.
Ich stand kurz da und, dann ging ich hinein ins Dunkle. Ich sah mich noch einmal um. Sara, inzwischen aufgesessen, stieß gerade einem weiteren Wächter den Spieß in die Kehle. Ein Knurren grollte mir durch die Kehle, dann wandte ich mich ab.
Ein langer, dünner Gang. Es roch nach Menschen, aber auch ein wenig vertraut. An einer Biegung blieb ich stehen. Da war etwas. Meine Sinne schweiften. Rechts um die Ecke stand ein Mensch. Angstschweiss. Kalter Stahl. Ich erinnerte mich an die Worte meines Meisters: "Rechts ist wie links!" Hatte er immer gesagt "Und links ist wie rechts!".
Mein Schwert wanderte in die Linke und ich schwang es in weitem Bogen. Mein blinder Schlag traf etwas Weiches. Eine Waffe klapperte zu Boden. Ein Schrei und tapsend versuchte jemand, zu fliehen. Ich setzte nach. Schrecklich war das Glühen meiner Augen, mein Kiefer schnappte gierig. Meine Stimme dröhnte: "Wo ist mein Sohn?! Wo ist mein Sohn?!"
Der Feind bekam keine Zeit für eine Antwort, denn mein Schwert fuhr in seinen Nacken und trennte den Kopf von den Schultern. Der Körper fiel vornüber und zuckte noch herum.
Rechts von mir sah ich Lichtschein. Eine Zelle, erleuchtet von einer Kerze. Darin Mischutka, mein Kleinster. Er war über und über bedeckt mit Blut. Seine großen Augen sahen mich an. Zu seinen Füssen lag noch ein Mensch, den Hals zerbissen von kleinen, scharfen Zähnen. Die Zellentür stand offen. Ich trat hinein und legte meinem Sohn die Hand auf die Stirn. Stolz erfüllte mich. Meine Stimme klang klar und fest, auch wenn mir anders zumute war: "Tapferer Sohn! Willst Du mit mir nach draussen gehen und unseren Feinden die Herzen herausschneiden?" Mischutka lachte fröhlich und nickt. Ich gab ihm meinen Dolch und gemeinsam liefen wir zu den anderen, hinaus in die Nacht.
Wir hatten zu tun. Und wir hatten Hunger.
Ich sah die junge Menschenfrau an, ihre grünen Augen blitzten in der Dunkelheit. "Wir werden immer weniger. Die Zeit der Menschen ist gekommen und unsere Würfe werden immer kleiner. Dies wird unser letzter Krieg. Du musst verstehen." Sie nickte, sagte nichts. "Und wir können nicht mehr warten, wenn unsere Welpen in Gefahr sind!"
Meine Brüder sammelte sich um mich. Die Pferde tänzelten nervös, Fackelschein glänzte auf den Klingen. Wir waren bereit. Die Gefangenen hatten uns den Weg gewiesen. Ich hob meinen Spieß. "Brüder!" rief ich "Es ist Zeit! Gewährt den Menschen die Gnade!"
Schwerter zuckten, die Gefangenen starben schnell. Dann ritten wir los. Indri an unserer Seite, als wäre sie eine von uns.
Wie ein Sturm kamen wir über den Feind. Ich ritt vorweg und erreichte als erster den Platz. Er wurde beherrscht von einem flachen Gebäude mit vergitterten Fenstern und zwei Türen. Aus der einen lief ein Soldat ins Freie. Ich schickte meinen Spieß durch die Luft und nagelte ihn an den Türrahmen. Die zweite Tür öffnete sich und heraus kam meine kleine Sara. Ich sprang vom Pferd, mein Schwert glitt in meine Hand. "Mischutka ist noch drinnen!" schrie Sara mir zu. Tapfere, kleine Sara! Ich wies stumm auf mein Pferd. Sara verstand. Sie zog mit einem kräftigen Ruck meinen Spieß aus dem Holz und lief los.
Ich stand kurz da und, dann ging ich hinein ins Dunkle. Ich sah mich noch einmal um. Sara, inzwischen aufgesessen, stieß gerade einem weiteren Wächter den Spieß in die Kehle. Ein Knurren grollte mir durch die Kehle, dann wandte ich mich ab.
Ein langer, dünner Gang. Es roch nach Menschen, aber auch ein wenig vertraut. An einer Biegung blieb ich stehen. Da war etwas. Meine Sinne schweiften. Rechts um die Ecke stand ein Mensch. Angstschweiss. Kalter Stahl. Ich erinnerte mich an die Worte meines Meisters: "Rechts ist wie links!" Hatte er immer gesagt "Und links ist wie rechts!".
Mein Schwert wanderte in die Linke und ich schwang es in weitem Bogen. Mein blinder Schlag traf etwas Weiches. Eine Waffe klapperte zu Boden. Ein Schrei und tapsend versuchte jemand, zu fliehen. Ich setzte nach. Schrecklich war das Glühen meiner Augen, mein Kiefer schnappte gierig. Meine Stimme dröhnte: "Wo ist mein Sohn?! Wo ist mein Sohn?!"
Der Feind bekam keine Zeit für eine Antwort, denn mein Schwert fuhr in seinen Nacken und trennte den Kopf von den Schultern. Der Körper fiel vornüber und zuckte noch herum.
Rechts von mir sah ich Lichtschein. Eine Zelle, erleuchtet von einer Kerze. Darin Mischutka, mein Kleinster. Er war über und über bedeckt mit Blut. Seine großen Augen sahen mich an. Zu seinen Füssen lag noch ein Mensch, den Hals zerbissen von kleinen, scharfen Zähnen. Die Zellentür stand offen. Ich trat hinein und legte meinem Sohn die Hand auf die Stirn. Stolz erfüllte mich. Meine Stimme klang klar und fest, auch wenn mir anders zumute war: "Tapferer Sohn! Willst Du mit mir nach draussen gehen und unseren Feinden die Herzen herausschneiden?" Mischutka lachte fröhlich und nickt. Ich gab ihm meinen Dolch und gemeinsam liefen wir zu den anderen, hinaus in die Nacht.
Wir hatten zu tun. Und wir hatten Hunger.
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18.06.2008 20:56 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Topf
17.06.2008 20:56 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Einen Topf! Herrgott! In Wien wird es doch einen
irgendwo einen günstigen Topf zu kaufen geben!
Wir kullern zu Fuße eines Kaufhauses mit Namen "Pam Pam". Bescheuerter Name! Wir lachen herzlich, gehen hinein. Das Kaufhaus ist groß, aber gastlich. Blumengestecke, Körbchen, Süssigkeiten. Meter um Meter Kühlregale mit Milch und Butter und Schweinenasen unter Zellophan - aber kein Topf.
Wusstest Du, dass es in Österreich geschätzt 90 Sorten Mayonaise gibt? Angefangen bei 0,2% bis 500% Fettanteil. Schmecken aber alle Scheiße.
Ein junger Mann in weissem Kittel und mit lustiger, weisser Mütze räumt eingeschweisste Putenschenkel ein. Sein Haar ist blond, er scheint sympathisch. Wir fragen nach den Haushaltswaren, nach einem Topf. Er sieht zwischen uns und wehrt ab. "Ich nix wissen!" ruft er "Ich nur Fleisch von Pam Pam!".
Fleisch von Pam Pam. Was will man auch nur mehr sein?
Wir kullern zu Fuße eines Kaufhauses mit Namen "Pam Pam". Bescheuerter Name! Wir lachen herzlich, gehen hinein. Das Kaufhaus ist groß, aber gastlich. Blumengestecke, Körbchen, Süssigkeiten. Meter um Meter Kühlregale mit Milch und Butter und Schweinenasen unter Zellophan - aber kein Topf.
Wusstest Du, dass es in Österreich geschätzt 90 Sorten Mayonaise gibt? Angefangen bei 0,2% bis 500% Fettanteil. Schmecken aber alle Scheiße.
Ein junger Mann in weissem Kittel und mit lustiger, weisser Mütze räumt eingeschweisste Putenschenkel ein. Sein Haar ist blond, er scheint sympathisch. Wir fragen nach den Haushaltswaren, nach einem Topf. Er sieht zwischen uns und wehrt ab. "Ich nix wissen!" ruft er "Ich nur Fleisch von Pam Pam!".
Fleisch von Pam Pam. Was will man auch nur mehr sein?
Frömmelei
16.06.2008 18:49 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Die Sau steht auf dem Thresen und predigt ihren Dung.
Sie stinkt und sieht fürchterlich aus.
Angeekelt wenden wir uns ab. Wir müssen sie ertragen, immerhin ist ihr Glauben frei. Wir sind ein christliches Land, unsere Vorfahren haben die Freiheit und das Leben gegen die Humanisten und die Aufklärung verteidigt. Morgen gehen wir alle ins Obergeschoß. Die heiligen Könige kommen, unser Geld zu sammeln. Die oberste Führung will es so.
Nächste Woche müssen wir alle zur Beichte.
Angeekelt wenden wir uns ab. Wir müssen sie ertragen, immerhin ist ihr Glauben frei. Wir sind ein christliches Land, unsere Vorfahren haben die Freiheit und das Leben gegen die Humanisten und die Aufklärung verteidigt. Morgen gehen wir alle ins Obergeschoß. Die heiligen Könige kommen, unser Geld zu sammeln. Die oberste Führung will es so.
Nächste Woche müssen wir alle zur Beichte.
Dr. Drostes Sprachsprechstunde ist wieder da!
15.06.2008 08:14 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Eine Zeit lang war sie weg, jetzt ist sie wieder da
"Dr. Drostes
Sprachsprechstunde", die Podcast-Kolummne
von Wiglaf Droste beim MDR.
Wen man so alles trifft!
15.06.2008 07:52 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Das wahnhafte Genie saß neben mir an der
Bushaltestelle. Es beschwerte sich über das ganze
Theater, dass die Leute um ihn machten. Es sei doch
höchst selten, meinte das wahnhafte Genie, und
ausserdem privat völlig normal.
Ich nickte zustimmend und machte mir ein Bier auf. Das wahnhafte Genie sah mich fragend an und ich machte noch ein Bier auf.
Später, im Bus, erzählte es mir noch von früher. Am Hauptbahnhof stieg dann die Peinlichkeit ein. Es wurde noch ein schöner Abend.
Ich nickte zustimmend und machte mir ein Bier auf. Das wahnhafte Genie sah mich fragend an und ich machte noch ein Bier auf.
Später, im Bus, erzählte es mir noch von früher. Am Hauptbahnhof stieg dann die Peinlichkeit ein. Es wurde noch ein schöner Abend.
Ein schöner Abend?
14.06.2008 11:49 Abgelegt in: Vater
Rhein und Mutter Ruhr | Geknipst!
Grün
13.06.2008 05:45 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Die Grünen haben Geburtstag. Tja. Eine Partei, der
ich eigentlich immer recht nahe stand (bin aber dort
nie engagiert oder Mitglied gewesen), war sie doch so
etwas ganz anderes als die uniformierte
Schützenfest-CDU meiner Heimat (die Gegend, wo ich
aufwuchs, war katholisch geprägt - die SPD hat nie
eine besondere Rolle gespielt).
Die Grünen schienen vernünftig, was den verrückten atomaren Rüstungswettlauf und dem Erhalt der Schöpfung anging. Ich weiss, ich klinge jetzt wie ein alter Mann aber: Erinnert Ihr noch an die 80er Jahre? Wo Tiefflieger über die Landschaft donnerten, im Herbst Panzer in den Feldern standen? Wo man Witze in der Art machte wie:
Wenn es damals nämlich im Rhein Fische gab, schwammen die mit dem Bauch nach oben ...
Als Tschernobyl geschah, hatten wir wirklich alle Angst vor der Radioaktivität (wie man gerüchteweise hört, galt das auch für die Regierung) und mein Physiklehrer verteidigte mit Schaum vor dem Mund die segensreiche Atomkraft.
Irgendwie waren mir da diese lockeren, lässigen Grünen sympathischer. Nun sind die Grünen an der "Regierung" gewesen, haben sich von Schröder an der Nase herumführen lassen und - vor allen Dingen - hat die Partei der Pazifisten Krieg führen lassen.
Alles ändert sich.
Die Grünen schienen vernünftig, was den verrückten atomaren Rüstungswettlauf und dem Erhalt der Schöpfung anging. Ich weiss, ich klinge jetzt wie ein alter Mann aber: Erinnert Ihr noch an die 80er Jahre? Wo Tiefflieger über die Landschaft donnerten, im Herbst Panzer in den Feldern standen? Wo man Witze in der Art machte wie:
Für das Entwickeln der Filme brauche ich nichts zu bezahlen - ich tunke die einfach in den Rhein!
Wenn es damals nämlich im Rhein Fische gab, schwammen die mit dem Bauch nach oben ...
Als Tschernobyl geschah, hatten wir wirklich alle Angst vor der Radioaktivität (wie man gerüchteweise hört, galt das auch für die Regierung) und mein Physiklehrer verteidigte mit Schaum vor dem Mund die segensreiche Atomkraft.
Irgendwie waren mir da diese lockeren, lässigen Grünen sympathischer. Nun sind die Grünen an der "Regierung" gewesen, haben sich von Schröder an der Nase herumführen lassen und - vor allen Dingen - hat die Partei der Pazifisten Krieg führen lassen.
Alles ändert sich.
Fußball-Krieg
12.06.2008 06:03 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Dachte ich es mir doch: Das polinische
Blatt "Fakt" gehört ebenfalls zum
Springer-Konzern.
So hetzt man die Völker aufeinander!
So hetzt man die Völker aufeinander!
Laserdrucker bekommt Abmahnung
11.06.2008 06:00 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Amerikanische Wissenschaftler wollten sich mal
angucken, wie das so geht mit den Abmahnungen im
Internet. Dazu haben sie Bots so programmiert, dass
sie in P2P-Netzwerken Aktivität vortäuschten.
Irgendwelche Up- oder Downloads von
urheberrechtlichem Material kam nicht zustande.
Darauf hin hagelte es Abmahnungen - selbst der Netzwerkdrucker (mit eigener IP) bekam eine!
Beim Kueperpunk gibt es mehr.
Darauf hin hagelte es Abmahnungen - selbst der Netzwerkdrucker (mit eigener IP) bekam eine!
Beim Kueperpunk gibt es mehr.
Das machte meinen Tag: Heizen
10.06.2008 05:57 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Siebtes Bloggertreffen in Duisburg
09.06.2008 19:59 Abgelegt in: Vater
Rhein und Mutter Ruhr
Kommt ein Anschlag?
08.06.2008 07:18 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Laut einer Umfrage (Quelle) fürchten sich nur
noch ca. 54% der Deutschen vor einem
Terroranschlag - im Gegensatz dazu befürchten
über 78% der Deutschen, dass ihre privaten Daten
ausgespäht und dann damit Missbrauch getrieben
wird.
Ich wette, dass es in den nächsten Tagen einen Terroranschlag oder wenigstens eine entsprechende Verhaftung geben wird - so wie seinerzeit die Razzia im Sauerland.
Wo kommen wir dahin, wenn sich die Leute nicht mehr fürchten!?
Ich wette, dass es in den nächsten Tagen einen Terroranschlag oder wenigstens eine entsprechende Verhaftung geben wird - so wie seinerzeit die Razzia im Sauerland.
Wo kommen wir dahin, wenn sich die Leute nicht mehr fürchten!?
Das machte meinen Tag: Topmodel
07.06.2008 10:43 Abgelegt in: Fundstücke
aus Omas Kiste
Heimweg
05.06.2008 20:13 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Sonnenlicht in der ganzen S-Bahn! So sommerlich hell!
Ich kam eigentlich aus Dings, wo ich letzte Nacht mit
alten Freunden trank. Die alten Freunde roffen muffig
und ihre Haut war aus Papier. Das Bier war auf
Kommission gekauft. Wenigstens hat es nicht geregnet.
Nun durchschwamm die S-Bahn den Süden des Landes. Einen Weinort nach dem anderen ließen wir hinter uns. Fachwerkhäuschen, historische Stadtmauern, Weinreben und überall, überall diese Sonne! Die weisen Schilder der Haltestellen wirkten so einladend.
Eigentlich wollte ich ja nach Hause.
Aber das war jetzt egal.
Nun durchschwamm die S-Bahn den Süden des Landes. Einen Weinort nach dem anderen ließen wir hinter uns. Fachwerkhäuschen, historische Stadtmauern, Weinreben und überall, überall diese Sonne! Die weisen Schilder der Haltestellen wirkten so einladend.
Eigentlich wollte ich ja nach Hause.
Aber das war jetzt egal.
Naschmarkt
03.06.2008 06:46 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Wir schnüffeln hinter dem Meister her, als er dem
Flohmarkt das Unterste zuoberst kehrt. Staubwolken,
alte Fotos, alte Frauen. Ein faltiger Opa sitzt in
einem Haufen Schrott und hofft auf Käufer. Andere
bieten Uniformen und Gasmasken feil. Der Meister aber
sucht die Vergangenheit, wir würden uns mit einem
netten Topf zum Milchaufkochen zufrieden geben.
Irgendwann grunzt der Meister zufrieden und wir ziehen von dannen. Hunger. Stärkung am Dönerstand. Dicke Männer hobeln Fleischriemen von riesigen Dönerspiessen. Wagenräder aus Brot werden halbiert und mit Fleisch gefüllt. Das Fett läuft heiß über die Hände, durch die Mundwinkel, über die Hose auf die Erde. Ab und zu fällt auch ein Brocken Döner hinunter. Die Tauben bewegen sich langsam darauf zu. Die sind hier alle herzkrank.
Irgendwann grunzt der Meister zufrieden und wir ziehen von dannen. Hunger. Stärkung am Dönerstand. Dicke Männer hobeln Fleischriemen von riesigen Dönerspiessen. Wagenräder aus Brot werden halbiert und mit Fleisch gefüllt. Das Fett läuft heiß über die Hände, durch die Mundwinkel, über die Hose auf die Erde. Ab und zu fällt auch ein Brocken Döner hinunter. Die Tauben bewegen sich langsam darauf zu. Die sind hier alle herzkrank.
Der Tod
02.06.2008 19:57 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Der Tod trägt einen Cowboyhut. Er macht Radiergummis
aus den Leichen. Man möchte ihm gerne die komplette
Werbebranche zuführen. Vor allen Dingen, wenn man
Plakate sieht, auf denen "Wer die Klappe aufreisst,
muss auch was dahinter haben" steht und es sich um
Werbung für Süssigkeiten in Pappschachteln handelt.
Mit den ganzen Radiergummis könnte man dann die Plakate wieder freirubbeln.
Mit den ganzen Radiergummis könnte man dann die Plakate wieder freirubbeln.
Rast
01.06.2008 07:24 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Das Gasthaus lag in der Kälte des jungen Morgens. Wir
hatten Wolken vor dem Mund. Wolken stiegen auch aus
dem Gewürzwein, den die Magd uns reichte. Knechte
brachten die Pferde. Das alles geschah schweigend.
Nur ab und an klapperten unsere Rüstungen und unsere
Waffen.
Die Tür des Gasthauses stand offen. Licht von Innen bildete einen Tümpel. Darin standen der Baron und der Wirt des Hauses. Der Baron zählte Geld in die ausgestreckte Hand des dicken Mannes.
Dann setzten wir auf und ritten in den neuen Tag. Das Gras glitzerte in der Sonne. Noch drei Nächte, und wir wären da.
Die Tür des Gasthauses stand offen. Licht von Innen bildete einen Tümpel. Darin standen der Baron und der Wirt des Hauses. Der Baron zählte Geld in die ausgestreckte Hand des dicken Mannes.
Dann setzten wir auf und ritten in den neuen Tag. Das Gras glitzerte in der Sonne. Noch drei Nächte, und wir wären da.