Prediger Hein

Im Heimwerk Handholungsheim (Betonung bitte auf der zweiten Silbe). Mutter Tatter serviert Tee, der dicke Helmut rührt im Zucker. Heimchen wringt ihre Schürze, der dünne Alex hält sich an der Tischkante fest. Nur einer fehlt: Prediger Hein ist mal wieder unterwegs. Seitdem er einen Pakt mit dem Dämon des Todes geschlossen hat, zieht er über die Lande und bestraft die Schuldigen. Doch irgendwann hatte er sich in die Vampirin Angela verliebt und den Vertrag gebrochen. Als Prediger Hein und seine Angela schon aus Verzweifelung ins helle Licht gehen wollten, da verriet der tapfere Detektiv Sam Damn ihnen, dass der Dämon des Todes Hein von Anfang an betrogen hatte. Wütend griffen Hein und Angela darauf den Dämonen an und töteten ihn nach langem Kampf. Doch als sich die beiden endlich einander hingeben wollten, erfuhren Sie vom noch sterbenden Feind, dass er selbst nur eine Marionette eines viel größeren Teufels sei.
Also griff Prediger Hein wieder seine gesegnete Schrotflinte und den Weihgranatenschwenker. Angela versprach, auf ihn zu warten und Hein donnerte mit seinem Höllenofen über den Highway davon …

Im Heimwerk Handholungsheim (Betonug bitte auf der zweiten Silbe) ahnt niemand etwas von alledem. Man vermisst nur den etwas steifen, frommen, aber auch sehr liebenswerten Prediger Hein. Mutter Tatter haut dem dicken Helmut auf die Finger und er lässt den Zucker in Frieden.
Zeit für den Tee.
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Koinzidenz

Am Bahnhof. An meiner Hand Klein-Flusskiesel. Ich erzähle ihm von den Zügen. Der Kleine fragt:
"Und wenn der Schaffner pfeift?"

Beim Schatz der Nibelungen. An meiner Hand Klein-Siegfried. Ich erzähle ihm von den Riesen. Der Kleine fragt:
"Und wenn der Faffner scheisst?"
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Geier

"DIE WAGEN VERKEHREN HEUTE IN UMGEKEHRTER ZUGREIHENFOLGE!!" Donnerte der Ausrufer durch die engen Gassen der kleinen Stadt. Wir hörten den Mann mit der feuchten Aussprache und den gelben Zähnen kaum noch. Wir hatten genug damit zu tun, die ganzen Leichen aus den Kellern zu holen. Einige davon stanken schon ziemlich. Aber es musste sein. Wir taten das dem Geier zuliebe. Der war nämlich vom Aussterben bedroht, weil es zu wenig Aas in der Landschaft gab. Nun hatte das Land verfügt, es sollten mehr Kadaver in der Gegend herumliegen. Also zerrten wir die Toten hervor. Alle lagen übereinander: Dicke, Dünne, Mann oder Frau. Auch Tiere wie Hunde, Katzen, Kühe und abgelaufene Schweine.
Tausende von Ratten bevölkern nun die Stadt. Sie dringen in die Wohnungen ein. Mütter lassen ihre Babies nicht mehr in der Krippe liegen, aus Angst vor den gierigen Zähnen. Gestern, so sagt man, haben die Ratten eine alte Frau überwältigt und gefressen.
Aber was tut man nicht alles für die Natur!?
Inspiriert durch einen SPON-Artikel, in dem über das Aussterben diverser Geier in Europa berichtet wird. Die Geier müssen Hungern, weil zuwenig Kadaver in der Gegend herumliegen.
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Joint Venture - Interview

Durch einen Flause-Tipp bin ich auf ein Interview mit Joint Venture gestossen. Wunderbar, diese Online-Video-Dingsbums-Sache!

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Lektüre

Mein lieber guter Dr. Flause,

ich laß neulich, dass in den USA des vorvorigen Jahrhunderts - zur Zeit der Papierknappheit - wohl auch zum Teil aus dem Leinen ägyptischer Mumien (die damals dort in riesigen Gruben in der Wüste lagen) Zeitungspapier hergestellt worden sei.
Nun blättere ich gerne in den wenigen verbliebenen Zeitungsbänden (die meisten sind ja vom Affenkönig verbrannt worden). Manchmal überkommt mich nun das Gefühl, als würden die Seiten der alten Zeitungen mir etwas zuflüstern von Schilf, von Staub und von Ewigkeit. Flüche höre ich heraus und den brennenden Wunsch nach warmem, lebensvollem Blute.

Aussderm sind meine Nachbarn gestern abgeholt worden. Man lud sie auf einen LKW und warf sie in einen großen Trichter.

Mein lieber Doktor - muss ich mir Sorgen machen?

Ihr ergebenster Diener,
Wirre Wanzkopf
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Deakzession

Das Feuer prasselte lustig. Der Affenkönig hockte auf seinen Fersen und schaute zu, wie einer seiner Affen ein weiteres Buch auf den Scheiterhaufen warf. Es dauerte eine Weile, bis der massive Papierblock Feuer fing, doch dann verwandelte er sich in eine Art Brickett und gab Licht und Wärme. Der Affenkönig blickte sich um: Schon fast das halbe Gebäude war leer. Morgen früh wären alle Bücher zu Asche verbrannt!
Zufrieden kratzte sich der Affenkönig am Sack. Dann kratzte er sich den Kopf. Dann brüllte er einen Unteraffen an und dieser kletterte auf die breiten Schultern seines Königs und begann, dessen wundervolles Haar zu Lausen und zu Bürsten, bis wieder eine wundervolle Frisur auf dem königlichen Haupt saß.
Der Affenkönig war mehr als zufrieden.
Ein schüchternes Räuspern unterbrach den prächtigen Herrscher. Er drehte sich um und wurde ein kleines, in graues Tuch gekleidetes Männlein gewahr. Der Mann von der Verwaltung! Der Affenkönig grunzte. "Ähm," begann der Bürokrat zaghaft "ich sehe, Sie machen große Fortschritte!" sprach er und deutete auf den Scheiterhaufen. "Wir werden sicher eine Menge Lagerkosten sparen, wenn dieses, äh, Altpapier, äh, entsorgt ist." - "Rrrrrrhmpf!" bekam der Mann zur Antwort. Dieser Laut bedeutete, man möge schnell zur Sache kommen, der Affenkönig habe nicht viel Zeit. Also beeilte sich der kleine, graue Mann mit seiner Frage: "Ich wollte mich nur über den Stand der Reformatierung erkundigen. So schnell Sie die Bücher der Vernichtung zuführen, müssen die Scanner ja bald heiss laufen!" schüchtern lachte er über seinen eigenen Scherz. "Scanner?" grollte der Affe "Scanner! Das machen wir später!" und entließ den Bürokraten mit dem selbem ärgerlichen Handwedeln, mit dem er auch immer die Fliegen von seinem Gesäß scheuchte. Der Verwaltungsbeamte lachte pflichtschuldig, bedankte sich artig, drehte sich auf dem Absatz um und eilte zurück in den Verwaltungstrackt.
Erst in seinem Büro kam ihm der Gedanke, dass der Affe überhaupt keinen Witz gemacht hatte. Ihm brach der Schweiß aus.
Der Affenkönig hockte noch lange auf seinen Fersen und sah den kleinen Funken dabei zu, wie sie sich im Nachthimmel verloren.
Inspiriert durch "Der Eckenknick" von Nicholson Baker.
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Rüdiger!

Warme Sonne und Gemütlichkeit. Im weichen Gras unter dem Apfelbaum hatte ich meinen kleinen Eis-Stand aufgebaut. Ein Stand im Garten meiner Eltern. Ein Wassereis für 10 Pfennig. Das Meiste aß ich selber.
Gestern noch war ich mit Rüdiger Seilbahn gefahren. Langsam pendelten wir über die Weltenschlucht, die bis ins Innerste der Erde reichte. Unter uns Wolken und ewige Nacht. Mein Brandzeichen auf dem Handrücken schmerzte noch immer. Danach trennten wir uns an der guten, alten Raststätte. Noch ein, zwei billige Biere und noch eine Flasche Cola und dann Abschied. Rüdiger hieß garnicht Rüdiger. Er hieß ganz anders, aber Albertine, unsere Amme nannte ihn immer Rüdiger, und zwar so unbeirrt, dass wir seinen echten Namen längst vergessen hatten.
Da fuhr nun der Gute auf die Autobahn. Ich winkte ihm zu und machte mich auf den Weg zur Bushalte.
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Ein schönes Anwesen

Fassungslos stand ich in der Hofeinfahrt des Anwesens und sah den Leuten beim Plündern zu. Natürlich wusste ich, dass die Leute neugierig auf dem Gelände herumstapfen würden, wenn sie vom Tode des reichen Mannes erfahren würden. Doch dass die braven Bürgerinnen und Bürger derart gierig alle griffen, was sie fanden, schockierte mich doch schon. Der junge Manager war sehr dumm gewesen, dass Anwesen zu kaufen, ohne sich um den Schutz dafür zu kümmern.
Ich sah einen älteren Herren einen schweren Drucker wegtragen. Der Drucker wehrte sich, doch niemand konnte ihm helfen. Der Setzer war nämlich auch schon längst weg.
Mein Handy bimmelte. Elefantenklo war dran. Er meinte, Flöte und er würden jetzt austrinken und dann losgehen. Wir sollten uns am Büffelgehege treffen. Ich antwortete, ich wüsste wo das sei und bis gleich. Ich legte auf und ging los. Das Büffelgehege war südlich des Anwesens des (sehr) reichen Mannes.
Der Staub der Straße machte mich durstig.
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Linke Tendenzen bei tagesschau.de?

Heute ist für mich ein Kapitel Mediengeschichte zuende gegangen und das stimmt mich sehr traurig. Bisher war für mich tagesschau.de eine verlässliche Quelle, frei von politischen Tendenzen, ein guter Partner im Informationsdschungel zwischen privaten Online-Tagebüchern und Mitmach-Lexika. Die liebe alte Tante "Tagesschau" im Netz eben.

Doch das ist jetzt vorbei. Denn tagesschau.de hat die Maske fallen lassen und seine wahre, linksradikale Gesinnung gezeigt.

In diesem Artikel nämlich wird nach der Art des "Schwarzen Kanals", ganz in der Tradition des Komintern - man kann es nicht anders ausdrücken - sozialistische Propaganda gegen die wirtschaftliche Entwicklung unserer Welt "hingeschmiert".

Ich bin noch immer völlig erschüttert: Da gibt es in China Firmen, die Menschen in innovatien Beschäftigungsverhältnissen in Arbeit und Brot bringen - und das sogenannte "Nachrichtenmagazin" wirft gleich mit (Tot-)Schlagworten wie "Sklaverei" und "Menschenrechten" um sich.

Doch die Verdrehungen und Verfälschungen lassen sich sogar im Text der Meldung selbst nachweisen: Von "Sklaverei" kann bei diesen neuartigen Jobs doch gar keine Rede sein! Sklaverei definiert sich als Arbeit unter Zwang ohne Gegenleistung - die Mitarbeiter der chinesischen Kohlegruben jedoch erhalten freie Kost und Logis - bei warmem, kohlehydratreichem Mittagessen! Auch wenn es sich ein gut bezahlter, öffentlich-rechtlicher Tagesschau-Redakteur bestimmt nicht vorstellen kann: Es gibt Menschen, die müssen mit wesentlich weniger pro Tag auskommen!

Zählen wir doch einmal die Benefits der innovativen "China-Jobs" auf:

  • Freie Kost und Logis.
  • Diskriminierungsfreie Einbindung von (geistig) Behinderten in den Arbeitsprozess.
  • Sichere Übernachtungsmöglichkeit (die Gebäude sind technisch gesichert).
  • Betrieblich unterstützte Flexibilisierungsmaßnahmen (kostenloser Transport der Mitarbeiter via LKW).
  • Kostenlose Motivationstrainings durch leichte bis schwere physische Anwendungen.

Bleibt nur noch die Frage, warum tagesschau.de so plötzlich auf der linksradikalen Schiene fährt. Liegt es an der neu gegründeten "Linkspartei" des teuflischen, gottlosen Demagogen Lafontaine? Wittern die ewig Linken bei tagesschau.de Morgenluft und wollen sich nun beim vermeintlichen neuen Herrscher anbiedern?

Die Zeit allein wird es uns verraten …

Disclaimer für alle Fälle: Wer nicht verstanden hat, dass das eine Satire ist, der hat ein ganz, ganz ernstes Problem mit seinem Gehirn.

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Hey! Die Welt ist schön!

Schön, dass einem manches Blogospherendorfsautreiben ziemlich schnurz sein kann, wenn man auf dem kühlen Balkon sitzt und den lieben Gott einen lieben Gott sein lässt!

Und jetzt trinke ich noch ein Beck's auf den besten Nikolaus der Welt (und der weiss auch, warum!).
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Internetstörung?

Irgendwie geht mein Webspace, die Mails und heise.de nicht. Ist irgendwo eine Leitung durchgeschmurgelt?

[Update 1]:
Ein Mail-Account geht wieder. FTP-Zugang auf meinen Webspace aber nicht. Wir warten ab und bloggen zur Not Offline.
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Mein politischer Kommentar (ich versuch's mal)

Tja, da hat sich die "Linke" zusammengewürfelt. Auf dem zeitgleichen FDP-Bundesparteitag schäumt Guido Westerwelle und beschwört das Gespenst des Kommunismus herauf. Die CDU/CSU geifert. Die SPD beginnt, Arbeiterlieder zu singen.
Ich weiß nicht, ob die "Linke" als Regierungspartei gut für Deutschland wäre - zu einfach, zu platt scheinen mir ihre Vorstellungen. Ich weiß auch nicht, ob die "Linke" tatsächlich bei der nächsten Wahl 24% der Stimmen erhält (wäre ja mal eine Leistung - so aus dem Stand). Aber eines weiß ich: Die "Etablierten" haben Angst. Ich erkenne Politikerangstschweiß, wenn ich ihn, äh, höre. Mal gucken, was passiert, wenn die "Linke" tatsächlich einen oder zwei weitere Achtungserfolge bei Wahlen erzielt. Ob es dann wieder einen "Radikalenerlass" gibt? Wird die SPD das "Genosse" wieder einführen? Wird der NRW-Arbeiterführer Jürgen Rüttgers wegen "linker Umtriebe" vom Verfassungsschutz überwacht?

Auf jeden Fall werden wir noch viel zu Lachen haben!
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Waffenmeister

Hier stand mal ein Text. Jetzt isser weg.
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Auf der Firma

Der Chef kam rein und Kalmücken-Franz sprang auf. Ich trat einen Schritt neben ihn und als der Chef schon fast bei uns war, zischte ich eine letzte Warnung: "Franz! Tu es nicht!". Auf der Stirn von Kalmücken-Franz glitzerten Schweisstropfen. Er würde nicht auf mich hören.
"Chef! Chef!" rief er und wedelte aufgeregt mit seiner Entwurfsmappe. "Chef! Ich habe eine geile Idee für die Kampagne!" Der Chef rauschte an und gewährte uns einige Sekunden seiner Zeit. Eine Hand blätterte in der Mappe, die Kalmücken-Franz ihm wie ein Opfer darbot, die andere Hand hielt er affektiert in die Luft. "Huhn?" fragte er ungläubig. "Ja!" antwortete Franz begeistert "In jedem von uns steckt ein Huhn!" "Huhn? Wieso Huhn?" die Stirn des Chef zog sich in Krausen. Franz antwortete eilfertig: "Das ist doch sonnenklar! Hühner sind gute, nützliche Tiere! Sie legen Eier - köstliche Eier! Sie haben schöne Federn, einen eleganten Wuchs - und sie sind intelligenter, als die meisten Leute denken!" Die Augen weit aufgerissen, Speichelfäden ziehend, sah man Franz den Wahnsinn an. Der Chef schaute einen Moment verwirrt, dann sagte er nur leise "Fein. Arbeiten Sie das mal aus und mailen Sie mir die Präsentation zu!" und rauschte davon.
Kalmücken-Franz stürzte sofort zu seinem Rechner und begann fieberhaft mit der Arbeit. Ich ging ein paar Körner suchen.
So ein Idiot.
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Wachs

Hitze. Drückende Hitze. Ich saß in der Bahn und die Hitze ließ mein Wachs schmelzen. Wenn das so weiterging, würde ich völlig zerfließen und all mein Ich würde sich auflösen.
Palsiaden-Heiner jedoch ging es prächtig. Er saß mir gegenüber und lachte. Palisaden-Heiner war nämlich, wie alle seines Volkes, aus Eisen. Ab und zu tätschelte er meine Schulter, die unter der Berührung des heissen Metalls leise zischte. Dann lachte er. Wie ich ihn hasste!
Wenn ich diesen Tag überleben würde, dann würde ich mir den Lastwagen vom Altmetallhändler ausleihen. Mit dem würde ich durch das Viertel fahren, in dem Palisaden-Heiners Familie wohnte. Sie würden das "Tüdeldideldüü" des Schrotthändlers hören. Das würde mir Spaß machen.
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Reptilien

Wir gingen um die Festung herum, der Doktor und ich. Sie war erbaut aus glattem Stein und sah aus, als würde sie vor Feuchtigkeit in der Sonne glänzen. Ihre Steine waren dick, die Tore niedrig und aus Eisen. Über den Mauern erhoben sich die Türme und Nutzgebäude. Ja, man konnte sehen, dass hier ein ganzes Volk in der Festung lebte!
Ich sah die Zinnen, die Schießscharten. Ich sah die Wachen, die mit Musketen und Hellebarden die Eingänge beschützten. Doch ich sah auch die zu vielen Fenster, die kleinen Türchen und Törchen, die Lüftungs- und Entwässerungsschächte. Die Festung war nun mehr eine Stadt als eine Burg und würde einem entschlossenen Angriff nicht standhalten. Ich wusste, dieser Angriff würde bald kommen. Mir fröstelte.
Irgendwann, nach unserer Runde, gab es dann die ersten Anzeichen. Herden von Geldechsen strömten auf die Festung zu, um sie herum und verschwanden wieder hinter den Hügeln. Tausende und Abertausende der freundlichen Tiere. Sie schienen vor irgend etwas zu fliehen.
Ich spürte die Bedrohung näher kommen, fühlte die scharfen Zähne hungrig aufeinander klappen, roch den Gestand nach verwesendem Fleisch aus den Mäulern und hörte die Mägen der Ungeheuer vor Hunger knurren.
Doch die Stadt war arglos und niemand hörte auf mich. Wie wild rannte ich durch die Burg und suchte nach Etwas, das ich als Waffe benutzen konnte. In einer Putzkammer wurde ich fündig und trug von da an den Knüppel an einem Lederband am Handgelenk.
Der Angriff kam langsamer als erwartet. Erst verschwanden Leute, einfach so. Wächter, Kinder, ein paar ältere Männer auf einem Spaziergang. Der Kommandant hatte gerade befohlen, die äusseren Tore zu verriegeln, da waren die Raubsaurier schon da. Sie hasteten Treppen hinauf und hinab. Schreie. Blut an den Wänden. Die Menschen wollten fliehen, rannten in Panik durcheinander.
Einmal sah ich eine Raubechse an mir vorbeispringen, im Arm das Bein eines Menschen, ein anderes Mal spähte ich in einem Raum und sah koboldhafte Wesen mit langen Krallen einen kleinen Körper zerreissen.
Ich dankte meinem Gott, dass meine Familie schon längst nicht mehr in der Burg, sondern im fernen Suregarth bei meinen Eltern lebte!
Mit einer Gruppe Wachen stiegen wir hinab in den Bauch der Burg. Die Treppe hinunter war lang und kalt. Auf den Stufen saßen Bürger. Frauen hielten ihre Kinder in den Armen. Männer hielten Ihre Frauen. Alle drückte sich an die Wand, konnten nicht mehr vor und zurück. Langsam gingen wir zwischen ihnen hindurch. Wir redeten leise auf sie ein, versuchten zu beruhigen. Obwohl keine Hoffnung bestand. Unten, am Fuße der Treppe, war ein dunkler Saal. Ein Hund war dort angekettet. Statt eines Kopfes trug er eine blau leuchtende Kugel. Ein Wächter ließ eine lange Peitsche knallen, trieb den Hund zurück. Wir wollten durch die kleine Eisentür, die das Tier bewachte.
Vielleicht war der Geheimgang ja noch frei.
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Kranbagger

Elefantenklo, Flöte und ich standen in der Ebene und starrten ihn an: Kranbagger Baggerkran, den Großen. Sein dickes, turmartiges Vertikalteil war irgendwo hinter uns und der horizontale Schwenkarm reichte bis halb an den Horizont. Er glitt herum und ließ wieder so ein Kettenfahrzeug herab. Es ratterte die Straße entlang, wirbelte Staub auf und verschwand. Der Arm schwang zurück, das nächste Fahrzeug holend.
Ich bekam es mit der Angst zu tun. Würde die Stadt in der Oase diese Panzer aufhalten können?
Brutal mit breiten Ketten und flammenden Rohren würden die Kampfmaschinen alles zermalmen, was ihnen im Wege stände.
Meine Finger schmerzten. Ich hatte sie aus Ekel vor dem faulen Geruch stundenlang mit Seife geschrubbt und nun waren sie rot wie die Schande. Es fühlte sich an, als ob die knochigen Spitzen meiner Finger bloß dem Wind der Ebene ausgesetzt wären.
Elefantenklo meinte, wir könnten hier nicht mehr viel tun. Es wäre vorbei. Flöte und ich sahen ihn nur traurig an und wir gingen gemeinsam fort. Ich verspürte den dringenden Wunsch, mir die Hände zu waschen.
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Döner!

Döner! Döner! Döner! Döner! DÖNER!
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Eine Wanderung durch Düsseldorf

Ein bebilderter Spaziergang durch Düsseldorf. Lesen Sie mehr...
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Wahlmaschinen geknackt

Der Chaos-Computerclub hat die z.T. auch schon in Deutschland verwendeten Wahlcomputer getestet und herausgefunden, dass diese auf einfache Weise geknackt werden können. Damit ist es problemlos möglich, Wahlen in Deutschland zu manipulieren, ohne dass dies nachweisbar ist.


Ein Einsatz in Deutschland sei deswegen nicht rechtmässig. Für den deutschen Beamten ändert das jedoch nichts. Laut Indiskretion Ehrensache kommentierte Hessens Landeswahlleiter Wolfgang Hannappe in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel":


Sie sind bei uns zugelassen und gelten damit als sicher.



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Wahrheit 2

Herr Lehrer! Ich lese heimlich die BILD!
Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.
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Cafete

Meine Lieblingscaféteria ist schmierig und klein. Die Studenten balancieren große Tabletts voller Brötchen und Erdbeermilchbecher durch einen viel zu engen Parcour. Die Kaffeemaschine röchelt weisse Pötte voll. Ein großes Baguette entgeht mir nicht. Die Frickadellen, die mich erwartungsfroh ansehen, beachte ich nicht.
In den Sitzbänken draussen sind Einkerbungen aus der alten Zeit. Sie sind tief und sehen aus, als seien sie mit klarem Lack konserviert. Junge Studentinnen sitzen nicht weit und reden miteinander. Sie sind hübsch: Langes, schwarzes Haar, Mandelaugen. Sie trinken aus kleinen PET-Flaschen Wasser und drücken Ihre bunten Schnellhefter mit den Kopien ganz fest.
Manchmal möchte man einfach nur bleiben.
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Kriegsträume

Der Flüchtling kletterte die letzte Mauer der Festung hinunter und rannte auf den Wald zu, in dem wir lagen. Seine gestreifte Kleidung leuchtete in der Nacht. Wachtposten auf den Zinnen nahmen ihn unter Feuer. Er hetzte, er würde es alleine nicht bis zum Waldrand schaffen. Jetzt waren wir an der Reihe. Ein Kommando, und zwischen den Bäumen stiegen helle Kugeln auf, die in einem hohen Bogen über die Festung flogen und in gleißendem Sonnenlicht erglühten. Wieder und wieder schossen wir die Leuchtkugeln ab. Die Wärter hörten auf zu Feuern - sie sahen nichts mehr, ihre Nachtaugen waren geblendet.
Ich lag hinter einer Eiche, neben mir Krause mit dem LMG. Der Flüchtling lief und lief. Nun war ich an der Reihe und stand auf. Ich winkte ihm heftig zu. Hoffentlich gibt es hier keine Scharfschützen! Bitte keine Scharfschützen! Dachte ich, obwohl die ja längst auf den Flüchtling geschossen hätten. Der Flüchtling änderte plötzlich seine Richtung und lief auf mich zu. Also hatte er meine feldgraue Gestalt gesehen!
Ich trat halb hinter den Baum zurück. Endlos dehnte sich die Zeit, bis der Flüchtling in Sicherheit war.
Wir gingen so schnell es ging zum Unterlandboot, mit der einen Hand stützte ich den armen Mann, mit der anderen Hand sicherte ich, so gut es ging, mit meiner Maschinenpistole. Hinter uns gab Krause mit dem LMG Deckung.
Bald waren wir dunklen Bauch des Bootes. Die Luken dicht und ab in die Finsternis der Erde!

Später war ich ein Rotarmist. Ich hatte schon zu viel gesehen, der Krieg dauerte schon viel zu lange. Dann rief mich der Oberst zu sich. Er redete gern von alten Zeiten. Von den großen Schlachten und vom kommenden Sieg. Obwohl unsere glorreichen Taten höchsten zwei Jahre zurück lagen, konnte ich mich nicht mehr so recht daran erinnern. Das wusste mein Oberst und er schickte mich - "zur Belohnung und zur Erholung" - mit einem Spezialauftrag nach England. Nach Liverpool. Ich sollte den Leichnam eines Engländers heimführen. Dieser Engländer sollte später eine wichtige Rolle bei der Gründung der "Beatles" spielen.
Aber das ist ein anderer Traum.
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Ein Ausflug nach Köln - Teil 2

Heimweg. War ein schöner Abend gewesen. Zu dritt durch die Stadt getrunken, am Mediahafen und am Brunnen an der Christophstraße gesessen. Über Berge gewandert, in Kiosken eingekehrt. Da wurden viele Erinnerungen wach. Erinnerungen an die Studienzeit. Es ist schwer, nicht in melancholischer Stimmung stecken zu bleiben.

Heute Morgen dann zum Bahnhof in Ehrenfeld gegangen. Das Veedel war schon wach. Vor dem Krankenhaus standen Krückenmänner und tranken Bier, aus den Kneipen dröhnte fröhliche Musik. Ich atmete noch einmal tief den Geruch der Stadt ein. Hier, an diese Ecke! Ich erinnere ich mich gut: Hier nämlich standen wir damals als knackjunge Landeier und bestaunten diese große, grooße Stadt, die für uns so unglaubliche Dimensionen hatte. Melancholie.
Doch dann denke ich daran, dass ich ja jetzt gleich nach Hause fahre. Zu meiner Familie.
Nein, die Uhr möchte ich nicht mehr zurückdrehen.
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Ein Ausflug nach Köln - Teil 1

Ach, auf dem Weg nach Köln! Zug frisst Schiene. Man schwitzt im Zug, Knüppel im Bauch, die Freiheit im Sinn. Schweinchen Dick fährt auch mit, rosig und rund. Am Flughafen Düsseldorf steigt ein Mann ohne Lippen zu. Sein Griensen ist freundlich, aber starr.
Ein anderer Mann ist schon alt, sein Bart ist weiss. Doch er trägt ein buntes T-Shirt und brabbelt lächelnd vor sich hin. Er redet davon, dass alle Türen geschlossen sein müssen. Der Gedanke scheint ihm Freude zu bereiten.
Ein dicker Mann will gleich aussteigen. Er trägt seine Sonnenbrille auf der Stirn und redet gestikulierend mit seiner Frau. Wäre er betrunken, würde er genau so gestikulieren. Warum also ist er nüchtern?

Wenn ich den ICE entworfen hätte, wäre er jetzt pink und würde sich wie eine Raupe fortbewegen. Wir haben also alle Glück gehabt. Zumindest die, welche kein Auto haben.

Vorbei an Düsseldorf. Izmir-Kebab. Udo Jürgens singt "Tausend Jahre sind ein Tag". Wie lange ist das schon her? Das mit dem Menschen? Bestimmt mehr als Tausend Jahre.

Numminen! Mach mich wieder fröhlich! Klavier, Fiedel, Akkordeon und M.A. Numminen. So macht man die Erde wieder rund! Die alte Kartoffel, die!

Gleich müssten wir in Mülheim sein. So schrottig, wie es draussen aussieht. Kommt aber nicht erst Leverkusen?

Ah, doch Leverkusen-Mitte. Ein junger Mann furzt noch beim Aussteigen den ganzen Zug voll. Neben mir ein Gangsta-Rapper. So richtig mit schwarz und Bart und Tatoos. Und mit Wasser in der Plastikflasche - sauerstoffangereichert.
Der Schwarze Mann hält sich ein Handtuch vor die Nase. Kurze Zeit später tue ich es ihm mit meinem Taschentuch gleich. Wie kann man nur so einen ganze Waggon vollfurzen? Warum hat der Typ nicht draussen gebläht? Ich meine: Hey, das ist Leverkusen! Die sind das gewöhnt!

Naja, jetzt kommt gleich Köln-Mülheim. Ich packe schon mal den Alpha weg. Im Schnelldurchlauf, was gleich noch kommt: Deutz, Rheinbrücke, Hauptbahnhof, blablabla.
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Wie die Jungfrau zum Kinde

Mir fiel irgendwann siedendheiss ein, dass ich ja noch zwei Kaninchen in der Pappschachtel oben auf dem Schrank sitzen hatte. Die mussten nun schon seit Tagen dort oben hocken! Hoffentlich lebten die Tierchen noch! Schnell holte ich die Schachtel hervor und inspizierte den Inhalt. Die Kaninchen waren schwach, aber lebendig. Lediglich die Augen waren entzündet. Ich gab ihnen Wasser zu Trinken und Gemüse zu Fressen. Bald ging es ihnen besser. Es waren schöne Tiere, eines klein und weiß, eines größer und ganz schwarz.
Nach drei Tagen verwandelten sich die Kaninchen in Kinder. Eines war klein und weiss, das andere war etwas größer und ganz schwarz. Nun springen die Kinder um mich herum und ich geben ihnen Tee zu Trinken und Gemüse und Obst zu Essen. Ich bin ein wenig ratlos. Was mache ich jetzt mit zwei Kindern? Muss ich die irgendwo anmelden? Muss ich ihnen Namen geben?
Die Kinder lachen und tollen um mich herum. Sie sind so fröhlich! Und sie essen gerne Möhren!
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