Sofa mit Kohlenhydraten

Wir gruben und gruben, wühlten uns durch das tausendjährige Erdreich. "Nicht nachlassen! Wir müssen jetzt hart Durchgreifen!" spornten wir uns gegenseitig an. Weiter, tiefer. Schwing die Schüppe, schlag zu mit der Spitzhacke! Gemeinsam ans Werk, immer mehr und tiefer und weiter!
Die Erdschichten zogen an uns vorbei, Kreide, Jura, BWL.
Irgendwann fanden wir dann die bildungsfernen Schichten. Sie lagen da, fettig glänzend. Ab und an ein Lallen, Rülpsen, ein unverschämter Furz.
Wir waren am Ziel.
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Notizen während einer Besprechung

Plummbum Patsch
Tekkedengdeng Lifumm!
Pamibeltack Hackdeidei.
Ahliastopeef.
Sei Schei Bei.

Die weiße Wand wirft Blasen. Aus ihnen schlüpfen Leute mit Hüten. Aus den Mündern der Leute kommt blauer Schaum.
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Mafia in Duisburg

Der Deutschlandfunk berichtet über die Mafia-Morde in Duisburg im letzten Jahr.
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Schieri, wir wissen wo Dein Auto steht!

Herr Fettbemm rutschte auf seinem Barhocker hin und her. Er versuchte, seine Boxershorts unaufällig so über seinen Schoß zu legen, dass es aussah, als wäre er angezogen. Die kleine Blonde, die durch die Durchreiche mit ihm sprach, schien noch nichts bemerkt zu haben. Sie gab ihm eine Postkarte, aber weigerte sich, sie auszufüllen. Er wollte jetzt kein Spiel pfeifen! Zuvor hatte er mit seinem Freund Schwalleimer am schwarzen Brett umständliche Spielpläne durchgeguckt. Die Pläne gingen bis ins Jahr 2031.
Die kleine Blonde nahm die Postkarte zurück und Herr Fettbemm zog noch ein bisschen an seinen Shorts.
Plötzlich flog die Tür auf und ein paar grobe Kerle kamen herein. Sie redeten laut und gestenreich auf die kleine blonde Frau und Herrn Fettbemm ein. Das Spiel würde gleich beginnen und er solle jetzt mitkommen, meinten sie.
Herrn Fettbemm brach der Schweiß aus.
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Wölfe

Hans, der Bär, hob langsam den Kopf und spähte über die Kuppe des Hügels. Er strengte seine Augen an, um die Reiter dort unten besser erkennen zu können. Es waren Wolfskrieger, sicher. Aber welcher Clan? Warum waren sie so weit im Süden?
Solange er nicht genau wusste, welchem Rudel die Wölfe angehörten, war es zu gefährlich, sich ihnen zu zeigen. Wolfskrieger waren wild und konnten sogar ihm Schwierigkeiten bereiten. Er robbte vorsichtig zurück. Sie mussten warten, bis die Reiter näher herangekommen waren. Hans sah Indri an und sie blickte zurück aus ihren großen, meergrünen Augen. "Wir warten hier!" flüsterte Hans. Indri nickte.
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Jugendstrafe

Die Burschen trugen Kapuzenjacken im militärischen Stil, das Mädel hatte kurze, blondierte Haare und eine scharf gezeichnete Nase. Sie trug eine seltsame, schwarze Schlabberhose.
Alle drei ware seltsam hibbelig. Sie hatte zuviel Cola und Kaffee getrunken und den Erwachsenen beim Rauchen zugesehen. Sie hoppelten in der S-Bahn herum, das Mädel ließ den Hormonspiegel ihrer Begleiter auf hohem Niveau.
Im Schlenk stiegen sie aus. Dort wurden sie von einer Militärpatroullie angehalten. Die Jungs kamen in ein Ausbildungslager für die Front in Aghanistan und das Mädchen in ein Erziehungsheim für Hauswirtschaftsgehilfinnen. Sie wurde fortan "Fräulein" gerufen.
Die anderen Fahrgäste, allesamt Rentner, lehnten sich zufrieden zurück.
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Große Scheiben

Die Kinder laufen hin und her, Mützen mit flachem Deckel auf den Köpfchen. Sie spielen Schokoladenwettessen. Die Häuser in der Straße sind klein, der Kanal liegt ruhig da. Durch das große Fenster sehen wir den Booten zu. Es gibt Tee. Die Kinder lachen. Trotz allem spüre ich das Alter der Stadt in den Knochen.
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Fernsehen

Der Mensch öffnet sein Maul und Unrat fällt zu Boden. Sie haben wieder irgendwelche Leute in den Dschungel geschickt. Dort hocken sie nun und wischen sich den Hintern mit Blättern ab. So erzählt der Mensch. Diese Leute im Busch kennt keiner. Aber das ist egal. Es geht darum, dass sie sich demütigen, um wieder oben in der Aufmerksamkeitsgülle zu Schwimmen. Dafür würden sie alles tun, bis hin zur öffentlichen Darmspiegelung. Dem Menschen ist so etwas sehr wichtig. Er lacht diese Leute aus und erhöht sich damit. Er verachtete diese Leute und gleichzeitig betet er sie an als wären sie Ikonen.
Hoffentlich macht der Mensch seinen Mund bald wieder zu. Es stinkt.
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Ich bin legendär! (Falsch übersetzt)

"Du musst Dich zusammenreissen!" sprach Wilhelm laut zu sich selbst und schloß die Fensterläden. "Wilhelm Schmidt! Du bist der letzte Posten der Zivilisation! Reiss Dich gefälligst zusammen!"
Wilhelm versiegelte den letzten Fensterladen mit einem dicken Vorhängeschloß. Die Nacht konnte kommen. Er nahm das Sturmgewehr auf und lauschte. Noch nichts. Kein Geräusch.
Wilhelm Schmidt war der letzte lebendige Mensch auf dieser Welt. Er war der einzige, der dieser Seuche widerstanden. Alle anderen waren tot, gestorben am Fieber.
Wilhelm schüttelte den Kopf. Nein, nicht alle waren tot! Einige waren ... anders geworden.
Er schulterte das Gewehr und ging noch einmal durch das Haus und überprüfte alle Türen und Fenster. Dann ging er ins Wohnzimmer. Er seufzte und ließ sich in den großen Ohrensessel sinken. Das Gewehr legte er quer über die Beine. Eine weitere, endlos lange Nacht erwartete ihn.
Bald würden sie kommen. Sie, die anderen Überlebenden der Seuche. Das Fieber hatte sie verwandelt in etwas, dass kein Mensch mehr war. Sie waren jetzt knuddelige Pelztiere geworden, die sich in das Bett des letzten Menschen schleichen wollten, um mit ihm zu Kuscheln. Aber sie sollten es ruhig versuchen! Wilhelm Schmidt lud das Gewehr durch und überließ sich seinen dunklen Gedanken.
Scheiss Allergie!
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Eis!

Winterszeit. Eisblumen am Dachfenster.
Hans Hörbinger saß wieder einmal an der Amateurfunkstation, die er von seinem Schwager geerbt hatte. Wieder saß er dort und horchte nach der Welt da draussen. Eine merkwürdige Unruhe quälte Hörbinger des Tages, ein Wahn ergriff ihn in der Nacht. Dann hockte er hier oben und modulierte die Frequenz. Oder die Amplitude. Von diesem Funkerquatsch verstand er nichts. Er war eher der geistige Mensch.
Hans wurde wach. Er musste am Gerät eingeschlafen sein. Bis auf ein weisses Rauschen war es leise. Dann sagte eine Stimme: "Blimp!" Der alte Mann war sofort hellwach. Er drehte lauter, neigte sich dem Lautsprecher zu. "Blimp!" sagte die Stimme aus dem Äther noch einmal und dann "Puppenwurst" und "Paradieswurst". Hörbinger brach der Schweiss aus. Er hatte Kontakt! Sollte er antworten? Aber wie? War ein Austausch erwünscht? Oder reichte eine gedachte Antwort von ihm?
Die Stimme aus dem Äther nahm ihm diese Frage ab. Sie wurde leiser, aber auch klarer und ihm war, als würde ein Mann von der anderen Seite der Gruft zu ihm sprechen: "Es stürzt Eis in die Sonnen dieser Welt!"
Hans Hörbinger wurde von einem aufmerksamen Nachbarn im Schnee liegend gefunden. Sonst wäre er wahrscheinlich erforen.
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Zooomr updatet sich

Zooomr macht gerade ein paar Übungen. Deswegen kann es sein, dass Bilder hier vom Blog mal zwischendurch verschwinden. Aber sie tauchen angeblich wieder auf.
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Plädoyer für eine Abschaffung der BILD-Zeitung (aus ästhetischer Sicht)

Brilliante Topnews: Arsch heiratet Nase! Geheime Liebesheirat in den Katakomben von Paris! Rattenkönig bestätigt: "Ab jetzt wird gefiedelt!"
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Theater des Lebens

Das Theater war voller Leben. Es stieg bis an die hohen Decken, von wo es als rote Stoffbahnen wieder zu uns zurückfloss. Von dort oben kam auch die Rabenfrau herab. Dunkel und schön. Schwarze Augen sehen mich durch die Maske an. "Krah! Krah!" macht sie und tanzt davon. Ein Untier aus Umhängen fällt mir auf. Es ist schwarz und rot und winkt mit seinen Krallen. Sein Schnabel ist mit Zähnen bewehrt. Doch ich fürchte mich nicht - ich habe ja eine Eintrittskarte.
Der Holzboden der Bühne unter mir knarrt, während ich mich auf den Weg ins Foyer mache.
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Denk ich an Heine in der Nacht ...

Heine bei Nacht
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Der dicke Häwelmann

Mein Bett fuhr durch die Nacht. Im Mondschein passierten wir einen alten Mann. Er trug Lumpen und sein Haar stand wirr. "Habt Acht!" rief der Mann und sein Zeigefinger stieß in die Luft "Es stürzt Eis in die Sonnen dieser Welt!"
Mir schaudert und ich wickele mich fester in meine Decke. Weiter will ich fahren! Weiter!
Mein Bett rollt durch die Stadt. Die Straßen liegen still. Die Kinder haben sich alle totgeböllert. Weiter!
Die Welt wird ein Acker, bunt und schrill. Tiergesichter sehen mich an, bunt lackiertes Blech.
Weiter! Weiter!
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Deutscher Gedankengang des 21. Jahrhunderts

Auf dem Sitz in der S-Bahn hat jemand geschrieben "Wer hier sitzt ist ein PKK".
Was soll ich jetzt tun? Setze ich mich dort hin? Bin ich dann nicht verdächtig? Ein Sympatisant des Terrors? Werde ich dann ausspioniert, überwacht, gefilmt, verhaftet und durchsucht?
Aber was, wenn ich mich nicht dort hinsetze? Bin ich dann nicht erst recht vedächtig? Subsersiv und konspirativ? "Aha" denken die dann von mir "er weiss, dass sich dort PKKs hinsetzen und er setzt sich absichtlich nicht dort hin! Warum hat er Angst davor, in der Nähe eines PKK-Schriftzuges gesehen zu werden? Was hat er zu verbergen? Versucht da einer, sich unaufällig zu verhalten?" Und dann werde ich ausspioniert, überwacht, gefilmt, verhaftet und durchsucht.
Frei und fröhlich sind wir in unserem Käfig. Wir nutzen den Freiraum, den die enge Angst uns lässt. Die uns der Schnüffler lässt.
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Kategorie umbenannt

Wie auch metropole rhein ruhr habe ich mich geographisch erweitert und die Kategorie "Ich mag Duisburg" umbenannt in "Komm in Haus rein, es fängt am Regen an!".
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Mond über dem Düsseldorfer Hauptbahnhof

Mond über dem Hauptbahnhof
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Hygiene am Arbeitsplatz

Der Kollege und ich standen vor der Teeküche. Ein Schimmelwald hatte sich dort gebildet. Aus dem Abfluss kommend, hatte er seine Arme über das Spülbecken über den Wasserboiler und der Kaffeemaschine bis in die Schränke mit dem Geschirr ausgebreitet. Lange, haarige Pilzgewächse wiegten sich sanft im Bürowind. Zwischen ihnen grasten kleine, grüne Tierchen. Rote Tierchen machten Jagd auf sie und eine Kultur blauer Männlein hatte sich in Wipfeln der Schimmelbäume angesiedelt. Braune, gedrungene Männlein bauten Burgen auf den schleimigen Hügeln. Sie führten Kriege gegeneinander, belagerten und verbrannten die Festung des jeweils anderen Stammes.
Es war ein Bild des Lebens, des Gebären und des Sterbens. Bei aller Gewalt war es doch friedlich und klein.
"Tja," sagte ich zum Kollegen und wies auf dieses wimmelnde Bild "und dies hier ist der Amtsschimmel!"
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U79 stecken geblieben

Letztens hatte "meine" U79 eine Panne. Wir mussten aussteigen und zu einer nächsten Bahn laufen. Ordner haben uns begleitet. Es war aufregend, aber die Stimmung war gut.

U79 ist Stecken geblieben
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Schnee

Meine Augen nicht knüppelig, ich bin müde und nüchtern von oben bis unten. Das "Haus des Handwerks" sieht aus wie eine Jugendherberge für Zombies.
Und es schneit. Verdammt - es schneit! Zarte Miniflocke, eine dünne Schicht aus Zuckerguss.
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Intelligenz

Es soll demnächst intelligente Häuser geben, intelligente Kühlschränke, die selbständig Nahrungsmittel nachbestellen. Es soll intelligente Autos geben, sogar intelligente Gärten.
Irgendwann gibt es vielleicht auch intelligente Menschen.
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Verbrechen aus Leidenschaft

Das Unwetter brach über die Welt herein. Der große Saal unter dem Dach der Schule begann zu wackeln. Regen prasselte an die Scheiben. Die junge, hübsche Lehrerin war kaum zu verstehen und ich zog meine Jacke über den Kopf. Es regnete nämlich durch. Ganz oben im Gebälk drängten sich die Tauben ängstlich aneinander.
Als der Sturm vorbei war, gingen wir geschlossen nach unten, um uns gemeinsam über das Wetter aufzuregen. Auf dem Schulhof traten wir in schöner, ordentlicher Formation an. Die Diensthabenden trugen Kartons mit Käse- und Wurstbrötchen heran.
Später dann schlich ich zu den geheimen Schokoladendepots am Spielplatz und stahl große Mengen weisser Toblerone.
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Reisebus

Schön die Frau, adrett die weisse Mütze. So sitzt sie im Bus zu den äusseren Planetenringen. Um sie herum nur Bleiwerker auf dem Weg zu ihren Minen auf Pluto. Gegenüber noch ein großer Alien. Seine Spezies hatte sich um das eigene Geschlechtsorgan entwickelt und nun verströmte der Fremde reine Anzüglichkeit.
Die Dame legte ein schönes Bein auf das andere. Draussen zog der Asteroidengürtel vorbei. Eine Stewardess tänzelte mit einem Tablett durch den Bus und bot den Reisenden lose Zigaretten an.
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Eine Reise hinter den Wald

Der Narrenwagen rumpelte die ungepflasterte Straße entlang. Staubwolken wirbelten um uns. Es war eng auf dem offenen Wagen. Die komischen Leute auf dem Wagen redeten die ganze Zeit über ihren komischen Kommunismus und die weltweite Revolution. Einer machte Faxen mit einem goldenen Revolutionsrubel und erntete besorgte Blicke von seinen Mitnarren. Die Geheimpolizei schauebelte hier doch überall herum!
Ich reckte derweil meinen Kopf, um einen Blick auf Schwertkämpferinnen zu erhaschen. Eine von denen war nämlich äusserst hübsch und zart. Ich hatte sie schon bei der Musterung gesehen und ihr Lächeln und diese wundervollen Augen hatten mein Denken und Sehnen seitdem nicht verlassen. Doch längst waren die Panzerreiter mit ihren schwarz-weissen Plasterüstungen zwischen uns. Wie eine friedliche Expedition sah das hier nicht aus. Die Narren plapperten weiter.
Irgendwann kamen wir in den dunklen Wald, der die beiden Länder voneinander trennte. Mächtig und groß waren die Bäume, zwischen ihren Stämmen steckte Schwärze. Das Heer zog weiter in die Dunkelheit. Als nach Stunden leuchtende Kugeln im Dach des Waldes auftauchten, wusste ich irgendwo her, dass das hier eine Falle war. Ohne einen Moment zu zögern, erhob ich mich in die Luft und schwebte zwischen den knorrigen Ästen nach oben. Ja, ich kann fliegen. Zumindest ein bisschen. Zu irgend etwas muss der ganze Dämonenquatsch ja gut sein!
Die Narren bemerkten mein Verschwinden nicht.
Ich sah die leuchtenden Kugeln still im Walde schweben und flog vorsichtig an ihnen vorbei. Am Boden ertönte Waffenklirren und Geschrei. Ich flog schneller. Hoffentlich überlebte die kleine Schwertkämpfern!
Bei Tagesanbruch erreichte ich die Grenzen des kleinen Landes, landete und schlich in die Stadt. Merkwürdig ging es hier zu. Die Menschen waren ängstlich und folgsam, die Führungsschicht - Generäle in braunen Uniformen - ließen sich Klonen und ihre Abziehbilder wanderten durch die Straßen. Die Bürger waren jedes Mal begeistert, wenn sie einen der Klone sahen. Niemand schien mich zu bemerken. Was tun? Eigentlich wollte ich nur weg. Ein Maronenstand bot seine Waren an und zwischen dem braunen Papier erblickte ich eine junge Frau in zerschlissenem, schmutzigen Kimono - meine kleine Schwertkämpferin. Ich nahme sie bei der Hand und zog sie in eine Seitengasse. Sie schaute wie ein Reh, voller Angst und doch mit edlem Mut. "Ich kann fliegen!" gestand ich ihr "Ich bringe uns hier raus!"
Kurz darauf hoben wir ab, Händchen haltend wie kleine Kinder. Langsam ließen wir die Stadt hinter uns. "Habe Vertrauen! Freude muss Dich durchströmen!" feuerte ich meine Begleiterin an. Denn ohne Begeisterung ihrerseits hätten wir nie zusammen fliegen können. Die Luft war herrlich, die Sonne beschien die Blätter des dunklen Waldes. Wie ein Schatz lag die Welt uns zu Füssen.
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Freudscher Verschreiber?

Normalerweise blogge ich ja so gut keinen "Arbeits-Content" (zum Teil, weil ich es einfach nicht darf), aber dies ist sollte doch mal der Nachwelt erhalten bleiben - und berührt meine dienstlichen Belange ja nicht wirklich.

Vorgeschichte:
Auf meinem Schreibtisch landen eine Menge Zeitschriften, Heftchen, Verkündungsblätter und Werbung, welche von Verbänden, Firmen und anderen Institutionen mehr oder weniger blind an das Ministerium geschickt werden, in dem ich arbeite. Im Laufe der Jahre hat das Ministerium allerdings des öfteren seinen Namen gewechselt und ist auch schon einmal umgezogen. Nun kommen auch noch Sendungen an ein "Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales", es gibt zwar inzwischen wieder ein Ministerium mit diesem Namen - allerdings ist es nicht Rechtsnachfolger und hat auch eine andere Anschrift.
Ich vermute, das Erzbistum Paderborn hatte das frühere "MAGS" im Blick, als sie uns ihr "Magazin der kirchlichen Jugendarbeit im Erzbistum Paderborn" zuschickte. Das sieht man daran, dass ein Exemplar an "Hermann Heinemann" adressiert ist. Hermann Heinemann war mal Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen. Das ist aber schon eine Ecke her.

Preisfrage:
Was hatte der freundliche Mitarbeiter des Erbistums Paderborn wohl im Sinn, als er die Adresse in seinen Verteiler vertippte?

Ministranten

PS: Natürlich habe ich den Absender über die fehlerhaften Anschriften informiert.
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Riesenhunger

Im Gleisbett knirscht es. Der Riese dieser Welt kaut. Er kaut an der Zeit. Alles ist so ungeölt, alles rau. Das Glas der Fassaden wird zerkratzt. Seidenmäntel fühlen sich an wie Schmiergelpapier. Der Riese dieser Welt kaut und kaut. Eine Staubwolke legt sich über uns.
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Meidericher Kleinkunstbühne macht weiter

Eigentlich hatte die Meidericher Kleinkunstbühne ja ihre Tätigkeit eingestellt, sehr zu unserem Bedauern.

Nun hat meine Frau einen Aushang gelesen, in dem stand, dass man nun doch weitermachen wolle. Evtl. wird das Centrum Westende als Veranstaltungsort genutzt.
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Hoffnungsträger?

Morgens, ganz früh. Die Menschen torkeln zur Arbeit. Um 5 Uhr ist die Bahn schon voll. Auf dem Bahnsteig der U-Bahn steht eine Nachwuchsmoderatorin und streicht den Pendlern warmen Schmalz auf die Haare. Die Leute lassen es geschehen. Widerstand ist zwecklos. Hat man eine Nachwuchsmoderatorin erschlagen, kriecht sofort eine neue aus einem Müllleimer.
In der Bahn riecht es komisch.
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Winterfest

Blätter wirbeln durch die Luft. Es riecht ein bisschen nach Rauch. Die unschuldigen Kindelein stehen am Hang. Im Moorgrund ist es ruhig.
Die alte Holzmutter schläft, die Kindelein haben sie geschafft. Geschafft sind auch wir, die Leichen vom Bruch. Schön ordentlich haben wir uns gelegt, in einer Reihe, die Schwerter auf der Brust, die Hände darüber gefaltet. Ameisen leben in unserem Haar und manch ein Wurm schaut gern bei uns vorbei.
Doch nicht heute. Heute kommt der Wind und weht die Blätter vor sich her. Er deckt uns zu. Bald kommt der Winter.
Schlafen.
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Fundsache

Wieder so ein komischer Urlaub. Vor allen Dingen, nachdem wir die Leiche fanden. Die Frauen machten sich im Bad für den Abend fertig. Wir wollten ausgehen. Ich war - natürlich - schon angezogen, gestriegelt und gebürstet und wollte noch schnell meine Geldbörse aus dem Schlafzimmer holen, da fand ich den Toten. Der lag halb nackt quer über dem Bett.
Er war so tot, wie nur ein echter Toter tot sein kann. Sein Gesicht kam mir irgendwie bekannt vor. Vorsichtig fühlte ich mit dem Handrücken in der Nähe seines Knies nach der Temperatur. Er war noch nicht ganz kalt.
Was nun?
Da kam F. herein. Erst wollte ich ihn davon abhalten - wir kennen ja sein zartes Gemüt. F. sah die Leiche und machte gleich auf Panik. Die Frauen kamen dazu und kreischten rum.
Die Leiche auf dem blieb aber ganz ruhig.
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Ferne Länder

Eigentlich war es ja schön im Urlaub in diesem fremden Land. Dummerweise war die Rückreise so anstrengend:
Erst hatte ich viel zu viel Gepäck (wo hatte ich auf der Hinreise nur mein großes Playmobil-Piratenschiff hingepackt?) und dann war die Zeit zu knapp. Als alles verstaut war, viel mir auf, dass ich ja noch meinen Schlafanzug trug! Die Klamotten waren natürlich längst schon in irgendwelchen Koffern verschwunden!
Wir wussten, wir würden unseren Zug nicht kriegen. Das Internet spuckte widersprüchliche Angaben zu alternativen Verbindungen aus. Mit dem Schiff sollten wir fahren, dann in Solingen umsteigen. Galt unsere Fahrkarte auch für Schiffe?
Das fremde Land hieß Wuppertal.
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Deutschlandfunk / Deutschlandradio sollen Mittel gekürzt werden

Der Rundfunkrat möchte den beliebten Sendern die Mittel kürzen, da sie zu viele ihrer Inhalte ins Netz stellen. Man hat die Arbeit der (kleinen) Internetredaktion künstlich hochgerechnet, obwohl es sich teilweise um freiwillige, unbezahlte Mehrarbeit handelt.
Tja, die beiden Sender sind dafür bekannt, auch mal gegen das Einerlei der gekauften Medien zu berichten. Auch Datenschutz und Bürgerrechte sind den Sendern wichtig. Da muss man natürlich kürzen ...
Via heise, via Archivalia.
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S-Bahn-Traum

Mein alter Freund D. und ich schritten über den Bahndamm. Wir hatten es irgendwie eilig, zur S-Bahn zu kommen. Da D. nicht gut sehen konnte, führte ich ihn. "Klackklack" machten unsere Schuhe auf den Metalltreppen hoch zur Überführung. Dort oben trafen wir zwei dicke Wanderfrauen. Sie trugen absurd kleine Rucksäcke und eine von ihnen war nicht so recht zurecht. Schon bevor wir auf der anderen Seite waren, kotzte sie die ganze Brücke voll. Wir ekelten uns an ihr vorbei, ohne schmutzig zu werden. Die feuchte Aussprache der Frauen machte uns Angst, denn der Wind in den Weiden flüsterte: "Noro! Die hat den Noro!" Ich bekam nervösen Durchfall.
Glücklich kamen wir bei der S-Bahn an. Im Haus des S-Bahn-Vorstehers war ein Konzert geplant. Meine Aufgabe bestand in der ordnungsgemäßen Abnahme der Reservebratwurstbestände. D. und ich nahmen uns Bier und freuten uns auf den Abend. Ray Skin and the Zombies sollten auftreten.
Sie stellten Ihr neues Album vor: "Meine Haut hängt in Fetzen"
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Maskottchen!

Der Deutsche Dermatologenkongress gönnt sich ein Maskottchen: "Säuri - der Säureschutzmantel der Haut". Säuri begrüsst die Gäste und soll vor allen Dingen den Kindern den Schutz der Haut nahebringen. Das Motto für den diesjährigen Kongress lautet: "Einmal in der Woche reicht!"
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Nachtspuk unterm Bett

Eine Nacht, ein Bett, ein Fuß. Er gleitet unter der Decke hervor, tastet bis zum Boden. Der Besitzer träumt weiter seinen unruhigen Traum.
In der Düsternis unter dem Bett bewegt sich etwas. In zitternden Wogen nähert es sich dem unachtsamen Fuß.
Es sind die kleinen Wollmäuse. Sie schweben heran - vorsichtig, neugierig. Es herrscht wohl keine Gefahr. Zärtlich umschmeicheln sie den Fuß. Sie mögen ihn, auch wenn sein Nachtschweiss merkwürdig riecht und die Mäuschen verklebt.
Immer mehr Wollmäuse kommen aus den Reichen unter dem Bett, versammeln sich um ihren Fuß. Sie beten ihren Götzen an, berühren ihn.
Der Besitzer träumt derweil von Schafen.
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Gründelheim

Ganz tief im Schlamm gründeln wir. Weich und kalt. Tango im Fango.
Dann steigen wir langsam zur Oberfläche. Buckelaugen sehen Dich an.
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Zustände!

"Und ausserdem: Wie die schon aussahen! Der Typ meinte, er müsse sich in Bethlehem in die Steuerlisten eintragen lassen! Da frage ich Euch: Warum wohnt der nicht einfach da, wo er herkommt? Bestimmt hat der was auf dem Kerbholz! Normale Menschen bleiben einfach dort wohnen, wo sie geboren wurden!
Und dann war diese Frau auch noch hochschwanger!! Ich meine: Wir sind ein seriöses Haus und sicher nicht kinderfeindlich! Aber das geht zu weit! Nachher wirft so eine dahergelaufene "Dame" noch ihr Blag bei uns! BEI UNS!! Die Gäste wollen hier ihre Ruhe haben! Wir sind ein seriöses Haus!
Mein Mann hat denen dann den Weg zu Stall gezeigt. Ich war ja dagegen - wer weiss, was die da alles anstellen? Ausserdem gibt es für "solche Leute" auch genug eigene Angebote.
Schlimm, was an Weihnachten für Gesocks unterwegs ist ..."

Via Spitblog.
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Helden

Manchmal kommen sie wieder zum Vorschein, die Helden der Jugend. Diese stolzen, edlen Krieger. Der kleine Mann hat immer zu ihnen aufgeschaut.
Doch wenn man größer ist, sieht man, dass diese Helden nur aus Plastik sind. Sie werden angestrahlt von buntem Licht und ihre Lieder kommen aus der Dose.
Schade um Robin Hood, the hooded man.
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Rock und Roll

Hey, behängen wir uns mit Lampingnons und putzen wir Champingnons! Dazu hören wir flotte Rockmusik. Der Grunge hat sich ja die Rübe weggepustet. Also lieber Rock 'N Roll! Rock 'N Roll ist gesund - Rock 'N Roller leben länger! Sieh Dir nur die Harley-Opas auf den Landstraßen an!
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Das seltsame Telefon

"Frau Mackenroth-Halbkötter! Zum Diktat!"
Der Befehl des Alten quakte aus dem Sprechapparat. Die junge Sabine Mackenroth-Halbkötter seufzte, nahm ihren Stenoblock und wackelte in das Chefbüro.
Dort erwartete sie schon der irre, gehetzte Blick von Herrn Scheim, dem stellvertretenden Geschäftsführer der Firma, deren Namen jeder immer gleich vergaß.
"Da sind sie ja endlich!" keifte Herr Scheim und Sabine setzte sich flugs auf den Stuhl vor dem Schreibtisch. Sie legte das rechte Bein über das linke und den Stenoblock oben drauf.
Herr Scheim stand am Fenster.
"Sehr geehrter Herr Pullmann ..." begann der Alte mit dem Diktat, sein Blick beruhigte sich und blieb Sabines Brust hängen. Sein Mund brabbelte irgend welchen Quatsch und Sabine stenografierte automatisch mit. Sie sah gar nicht, wie des stellvertretenden Geschäftsführers Mund wässrig wurde, sie hörte gar nicht, wie seine Rede lauter und schneller wurde.
Ein Tröpflein Spucke flog in hohem Bogen von Herrn Scheims Mund durch das Büro, über den Schreibtisch hinweg auf den rechten Oberschenkel von Sabine.
Sabine stockte, Herr Scheim schwieg. Sie starrte angekelt auf die Spucke, die völlig ungeniert auf ihrem Bein saß.
Der stellvertretende Geschäftsführer strich verlegen mit der linken Hand über das alte Telefon.
So ging es zu in der Firma, deren Namen jeder immer gleich vergaß.

Das seltsame Telefon
Dieses Symbolbild zeigt einen dem in der Geschichte ähnlichen Telefonapparat. Er hat aber nichts mit den Geschehnissen zu tun.
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Ein frohes neues Jahr

Jau! Reingerutscht und dabei sogar mal ein Gläschen Sekt getrunken. Draußen bollerten die Leute wie bekloppt - gefühlt aber ein bisschen weniger als die Jahre zuvor.

Dafür dann Randale auf der Straße so zwischen 4 und 5 Uhr.

Egal!

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, Kommentatorinnen und Kommentatoren, aber auch allen anderen ein gesundes, erfolgreiches und frohes Jahr 2008!
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