Schwimmbad

Kinderlachen. Es riecht nach Chlor. Durch die Blätter des Gebüschs kann ich sie sehen, die Kleinen. Einige kommen an, zappeln fröhlich, die anderen gehen, die Haare noch nass. Papiertütchen mit Lakritz und Weingummi. Eis am Stiel.
Ich muss mich verbergen. Die Sonne brennt auf mein Versteck, die Luft im Schatten ist stickig. Der Müll hier stinkt. Stinkt wie der Atem aus meinem Maul, wo Fleischreste verwesen. Meine Klauen graben sich in den Dreck unter mir.
Gerne wäre ich auch da, wo die Kinder lachen und schreien. Aber das geht nicht mehr. Nicht mehr, seitdem man das mit mir gemacht hat und ich so bin, wie ich jetzt bin: Abstossend, hässlich, ein gehetztes Tier.
Am Tage muss ich mich vor den Menschen verbergen, des Nachts schleiche ich umher. Es dauert noch Stunden, bis es dunkel wird. Vielleicht klettere ich dann über den Zaun ins Schwimmbad. Dort setze ich mich auf die leere Wiese und heule den Mond an.
Eis gibt es dann wohl keins.
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