Lichteteufel
29.05.2007 20:41 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Mein alter Freund Fritz war ein Lichteteufel.
Lichteteufel waren eine sehr aussergewöhnliche
Unterart der Teufel, da sie viel Zeit an der
Oberfläche der Erde verbrachten und im Licht der
Sonne wandelten. Das Sonnenlicht war ihnen nicht nur
nicht unangehm, sie benötigten es sogar, um sich voll
und ganz aufzuladen. Nur ihre Augen litten immer ein
wenig und so trugen sie meist dunkle Brillen. Sie
waren unbeholfen und tapsig im Tageslicht, fast blind
und von unförmigen Körperbau. Doch kamen sie ins
Dunkel, wie zum Beispiel in einen Bergwerksschacht,
dann begannen sie zu Leuchten und glitten als
vegetarische Lichtwesen durch die ewige Nacht.
Mancher Lichteteufel war schon wochenlang im Bauch
der Erde verschwunden und hatte die Hallen und Gänge
dort unten erkundet - eine einsame Gurke im sanften
Licht vergangener Tage.
Fritz und ich saßen mit ein paar anderen Taugenichtsen beim Italiener auf der Terrasse. Fritz war still und beugte sich tief über einen Salat. Ich selbst aß nur eine Kleinigkeit, da mein Magen noch voller Grillfleisch war.
Fritz hatte schlechte Laune, war nervös. Er hatte nämlich gehört, dass seine Ex-Freundin in der Nähe sei. Sie, ebenfalls eine Lichteteufelin, hatte ihn in letzter Zeit ganz schön genervt. Er blickte sich ständig um - natürlich konnte er mitten am Tage fast überhaupt nichts sehen. Ich versuchte, meinen alten Freund vorsichtig zu beruhigen, doch das brachte nicht viel.
Als wir Zahlen wollten (das letzte große Bier war bestellt), brachte der Kellner neben der Rechnung auch einen mit Wachsmalstiften auf Pappe geschriebenen Brief. Die Buchstaben waren sehr groß, wie von jemandem, der nicht richtig sehen kann. "Liebster! Bin ganz in Deiner Nähe! Sitze am Eingang links!" Fritz stöhnte auf und warf die Pappe auf den Tisch. Sofort schnappte ich mir das Ding - musste ja nicht gleich jeder mitkriegen. "Wie hat sie rausgefunden, dass ich hier bin? Was mache ich jetzt?" jammerte Fritz. "Schon gut," ich tätschelte seine Schulter "wir bringen Dich hier schon raus. Wir müssen ja nicht den Vordereingang nehmen!"
Wir kletterten dann unter großem Hallo über den Zaun der Sonnenterasse. War nicht so einfach, meinen Kumpel heile da rüber zu kriegen, aber mit vereinten Kräften schafften wir das.
Als wir auf der Straße standen, hörten wir die Klingel das Ende der Pause ausrufen. Die Tore des Italieners öffneten sich und ein Strom von Wesen ergoß sich Richtung Schule. Mitten darunter ein blonder Lockenkopf - die Ex von Fritz! "Ab! Ab!" rief ich und schob Fritz Richtung Bushaltestelle. Eigentlich dürfte sie uns nicht sehen können, aber man weiss ja nie.
Kurz darauf klingelte das Handy von Fritz: Einsatz! In einer Kohlegrube waren Bergleute verschüttet und die Dienste eines Lichteteufels wurden benötigt.
Praktisch, dass bald unser Bus kam.
Fritz und ich saßen mit ein paar anderen Taugenichtsen beim Italiener auf der Terrasse. Fritz war still und beugte sich tief über einen Salat. Ich selbst aß nur eine Kleinigkeit, da mein Magen noch voller Grillfleisch war.
Fritz hatte schlechte Laune, war nervös. Er hatte nämlich gehört, dass seine Ex-Freundin in der Nähe sei. Sie, ebenfalls eine Lichteteufelin, hatte ihn in letzter Zeit ganz schön genervt. Er blickte sich ständig um - natürlich konnte er mitten am Tage fast überhaupt nichts sehen. Ich versuchte, meinen alten Freund vorsichtig zu beruhigen, doch das brachte nicht viel.
Als wir Zahlen wollten (das letzte große Bier war bestellt), brachte der Kellner neben der Rechnung auch einen mit Wachsmalstiften auf Pappe geschriebenen Brief. Die Buchstaben waren sehr groß, wie von jemandem, der nicht richtig sehen kann. "Liebster! Bin ganz in Deiner Nähe! Sitze am Eingang links!" Fritz stöhnte auf und warf die Pappe auf den Tisch. Sofort schnappte ich mir das Ding - musste ja nicht gleich jeder mitkriegen. "Wie hat sie rausgefunden, dass ich hier bin? Was mache ich jetzt?" jammerte Fritz. "Schon gut," ich tätschelte seine Schulter "wir bringen Dich hier schon raus. Wir müssen ja nicht den Vordereingang nehmen!"
Wir kletterten dann unter großem Hallo über den Zaun der Sonnenterasse. War nicht so einfach, meinen Kumpel heile da rüber zu kriegen, aber mit vereinten Kräften schafften wir das.
Als wir auf der Straße standen, hörten wir die Klingel das Ende der Pause ausrufen. Die Tore des Italieners öffneten sich und ein Strom von Wesen ergoß sich Richtung Schule. Mitten darunter ein blonder Lockenkopf - die Ex von Fritz! "Ab! Ab!" rief ich und schob Fritz Richtung Bushaltestelle. Eigentlich dürfte sie uns nicht sehen können, aber man weiss ja nie.
Kurz darauf klingelte das Handy von Fritz: Einsatz! In einer Kohlegrube waren Bergleute verschüttet und die Dienste eines Lichteteufels wurden benötigt.
Praktisch, dass bald unser Bus kam.
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