Aug 2007
Die letzte Fahrt
31.08.2007 08:45 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Das Komische daran ist, dass ich überhaupt keine
Angst habe.
Der Zug führt ein in den Bahnhof der kleinen, alten Stadt. Sonnenschein, ein paar Wölkchen am Himmel. Menschen stehen am Bahnsteig, warten auf die Reisenden. Der alte Mann dort könnte Großvater sein. Es ist schon so lange her. Es sind auch kleine Kinder dort, sie laufen lachend im Kreis. Irgendwo wartet Flieger auf mich. Er ist schon mal vorgefahren und wollte den Grill anmachen.
Ist vielleicht doch nicht schlimm hier im Jenseits.
Der Zug führt ein in den Bahnhof der kleinen, alten Stadt. Sonnenschein, ein paar Wölkchen am Himmel. Menschen stehen am Bahnsteig, warten auf die Reisenden. Der alte Mann dort könnte Großvater sein. Es ist schon so lange her. Es sind auch kleine Kinder dort, sie laufen lachend im Kreis. Irgendwo wartet Flieger auf mich. Er ist schon mal vorgefahren und wollte den Grill anmachen.
Ist vielleicht doch nicht schlimm hier im Jenseits.
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Schwimmbad
30.08.2007 20:35 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Kinderlachen. Es riecht nach Chlor. Durch die Blätter
des Gebüschs kann ich sie sehen, die Kleinen. Einige
kommen an, zappeln fröhlich, die anderen gehen, die
Haare noch nass. Papiertütchen mit Lakritz und
Weingummi. Eis am Stiel.
Ich muss mich verbergen. Die Sonne brennt auf mein Versteck, die Luft im Schatten ist stickig. Der Müll hier stinkt. Stinkt wie der Atem aus meinem Maul, wo Fleischreste verwesen. Meine Klauen graben sich in den Dreck unter mir.
Gerne wäre ich auch da, wo die Kinder lachen und schreien. Aber das geht nicht mehr. Nicht mehr, seitdem man das mit mir gemacht hat und ich so bin, wie ich jetzt bin: Abstossend, hässlich, ein gehetztes Tier.
Am Tage muss ich mich vor den Menschen verbergen, des Nachts schleiche ich umher. Es dauert noch Stunden, bis es dunkel wird. Vielleicht klettere ich dann über den Zaun ins Schwimmbad. Dort setze ich mich auf die leere Wiese und heule den Mond an.
Eis gibt es dann wohl keins.
Ich muss mich verbergen. Die Sonne brennt auf mein Versteck, die Luft im Schatten ist stickig. Der Müll hier stinkt. Stinkt wie der Atem aus meinem Maul, wo Fleischreste verwesen. Meine Klauen graben sich in den Dreck unter mir.
Gerne wäre ich auch da, wo die Kinder lachen und schreien. Aber das geht nicht mehr. Nicht mehr, seitdem man das mit mir gemacht hat und ich so bin, wie ich jetzt bin: Abstossend, hässlich, ein gehetztes Tier.
Am Tage muss ich mich vor den Menschen verbergen, des Nachts schleiche ich umher. Es dauert noch Stunden, bis es dunkel wird. Vielleicht klettere ich dann über den Zaun ins Schwimmbad. Dort setze ich mich auf die leere Wiese und heule den Mond an.
Eis gibt es dann wohl keins.
Noch einen!
30.08.2007 20:35 Abgelegt in: Über dieses
Blog
Nabelschau (mal wieder)
30.08.2007 19:25 Abgelegt in: Über dieses
Blog
Ich schreibe hier ja immer einen ziemlichen Scheiss
zusammen. Wie bereits erwähnt, ist vieles davon
tatsächlich in der Nacht erträumt (wobei ich mir
allerdings die Freiheit nehme, sie ein bisschen
aufzuhübschen und zu glätten - wenigstens ein wenig).
Komisch irgendwie, dass mir nie längere Texte
gelingen.
Warum nur?
Habe ich es zu eilig? Zu wenig Zeit?
Um ganz ehrlich zu sein: Ich habe keine Ahnung. Vielleicht fehlt es mir an Planung, Struktur usw. Vielleicht müsste ich die Geschichten nur mehr ausschmücken, mehr beschreiben und so.
Andererseits mag es ich es, wenn die Texte viel Freiraum lassen und nicht allzu schwafelig werden.
Mmh? Lesen Sie mehr...
Warum nur?
Habe ich es zu eilig? Zu wenig Zeit?
Um ganz ehrlich zu sein: Ich habe keine Ahnung. Vielleicht fehlt es mir an Planung, Struktur usw. Vielleicht müsste ich die Geschichten nur mehr ausschmücken, mehr beschreiben und so.
Andererseits mag es ich es, wenn die Texte viel Freiraum lassen und nicht allzu schwafelig werden.
Mmh? Lesen Sie mehr...
Out of Area (Collage)
30.08.2007 19:17 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Insel
29.08.2007 19:47 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Das Boot legte an der verlassenen Insel an. Blauer
Himmel, blaues Meer, leichtes Rauschen. Ich ging mit
den anderen an Land, die Kinder schwammen in der Nähe
des Bootes. Ich schaute mit die Gegend an. Die
Terasse, die Garage, das Haus - alles lag verlassen
da. Überall Pokale und Medallien mit deutschen Worten
drauf. Waren also Deutsche gewesen, die hier gewohnt
hatten. Die Steine der Terasse waren heiß.
Ich dachte immer wieder an den Riesenwal, den wir gesehen hatten. Wie eine Masse von zweitausend Tonnen Fleisch die Wasseroberflöche durchbrochen hatten. Zuerst hatte ich an die schrecklichen Riesenkalmare gedacht, die seit einigen Jahre ab und an nach oben kamen und ganze Schiffe in den Abgrund zogen. Doch dies hier war ein Riesenwal, das größte Tier aller Zeiten. Friedlich und doch schrecklich wie ein Gott.
Die Kinder planschten im warmen Wasser, auch das Baby schwamm und gluckste vor Freude. Nicht weit zogen Haie ihre ruhigen Bahnen. Keine Angst. Es wird nichts passieren. Es ist ja eine Fernsehkamera dabei.
Ich dachte immer wieder an den Riesenwal, den wir gesehen hatten. Wie eine Masse von zweitausend Tonnen Fleisch die Wasseroberflöche durchbrochen hatten. Zuerst hatte ich an die schrecklichen Riesenkalmare gedacht, die seit einigen Jahre ab und an nach oben kamen und ganze Schiffe in den Abgrund zogen. Doch dies hier war ein Riesenwal, das größte Tier aller Zeiten. Friedlich und doch schrecklich wie ein Gott.
Die Kinder planschten im warmen Wasser, auch das Baby schwamm und gluckste vor Freude. Nicht weit zogen Haie ihre ruhigen Bahnen. Keine Angst. Es wird nichts passieren. Es ist ja eine Fernsehkamera dabei.
Traumwanderung
28.08.2007 20:06 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Ich gehe über Land. Über Schwitten und das Dorf, das
hinter Schwitten liegt. Zwei ehemalige
amerikanische GIs - Brüder - treten als Sänger
auf. Man hat ihnen bunte Kleider angezogen, das
soll exotisch aussehen. Ihre schwarze Haut
glänzt, leuchtend weisse Kauleisten.
Die Bühne steht in der Schützenhalle.
Weiter. Der Kies des Weges knirscht.
Dann die weite Kurve des Dorfes hinter Schwitten. Hier ist der Hof des Bauern, auf den vor fünf Jahren ein Anschlag verübt wurde. Ein Schuss aus der Entfernung. Traf ihn am Arm. Der Täter ist nie gefunden worden. Wieder ist ein Kamerateam da und der Bauer erzählt seine Geschichte. Der Arm ist eigentlich komplett verheilt, man hat ihm aber extra für die Reportage einen Verband umgelegt. Er wedelt mit der rechten Hand herum, den linken Ellenbogen hält er hoch.
Hinter dem Dorf hinter Schwitten ist die Welt dann zuende. Ich stehe am Rand der großen Klippe. Unter mir der Wirbel der Möglichkeiten.
Die Bühne steht in der Schützenhalle.
Weiter. Der Kies des Weges knirscht.
Dann die weite Kurve des Dorfes hinter Schwitten. Hier ist der Hof des Bauern, auf den vor fünf Jahren ein Anschlag verübt wurde. Ein Schuss aus der Entfernung. Traf ihn am Arm. Der Täter ist nie gefunden worden. Wieder ist ein Kamerateam da und der Bauer erzählt seine Geschichte. Der Arm ist eigentlich komplett verheilt, man hat ihm aber extra für die Reportage einen Verband umgelegt. Er wedelt mit der rechten Hand herum, den linken Ellenbogen hält er hoch.
Hinter dem Dorf hinter Schwitten ist die Welt dann zuende. Ich stehe am Rand der großen Klippe. Unter mir der Wirbel der Möglichkeiten.
Mondkäferchen
27.08.2007 19:25 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Kleine Freuden des Luxus
24.08.2007 19:19 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Prinz Bongo tanzte hinter dem Thresen aus Glas. Die
Fritten zischten im Fett und auf der Bratplatte lagen
zwei dicke Frickadellen träge im Öl. Ein Bier? Gerne,
der Herr! Auf die Pommes was drauf? Prinz Bongo
drückte den Hebel und der Mayonaiseneimer ejakulierte
langsam einen Schwall auf den Teller. Prinz Bongo
brachte dem Gast seine Speise dar. Noch ein Bier! Ein
Hamburger? Kommt sofort! Bulette ins Fett,
Bröselbrötchen aufgetrennt. Mayo und Ketchup drauf.
Heisse Bulette drauf. Schlabberkäse drauf. Zwiebeln
und Schmiergemüse drauf. Auf den Teller damit. Pommes
dazu. Noch ein Bier? Gerne!
Prinz Bongo herrschte über ein kleines Reich. Aber es war laut und voller Lachen, so wie er es mochte.
Noch zwei Bier für die Herren vom Gesundheitsamt!
Prinz Bongo herrschte über ein kleines Reich. Aber es war laut und voller Lachen, so wie er es mochte.
Noch zwei Bier für die Herren vom Gesundheitsamt!
Kantine im rostigen Haus
23.08.2007 18:49 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Das Kartoffelpüree hatte das Feld schon längst
vergessen. Eine grobe Keller formte in den Haufen
eine Kuhle und ein Schlag brauner Soße fiel dort
hinein. Die Zwiebeln dabei, die waren so traurig, die
waren etwas Besonderes: Wenn man sie schnitt, weinte
nicht der Schnitter - es weinten die Zwiebeln.
Die Menschen standen Schlange im großen, rostigen Haus. Obwohl das Essen eigentlich unverdaulich war. Es kam - nach einigen Schmerzen - unten so raus, wie man es sich in den Schlund gestopft hatte. Mit Teller und Papierserviette.
Nein, Danke - keine Soße mehr!
Die Menschen standen Schlange im großen, rostigen Haus. Obwohl das Essen eigentlich unverdaulich war. Es kam - nach einigen Schmerzen - unten so raus, wie man es sich in den Schlund gestopft hatte. Mit Teller und Papierserviette.
Nein, Danke - keine Soße mehr!
Gedankensturm
22.08.2007 20:31 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Ich bin ein Spezialunternehmen für
Natursteingestaltung und nehme einen ordentlichen
Schluck aus der Pulle. Die Welt gleitet an mir
vorbei, leistungsstark und kalorienarm. Ich bin reich
an Ballaststoffen, ich fühle mich gut. Kinderlachen
ist die beste Musik, in diesem Bereich ist noch eine
Umsatzsteigerung möglich.
Wenn es nur nicht immer riechen würde, als ob es brennt!
Wenn es nur nicht immer riechen würde, als ob es brennt!
Fußball-Urne
21.08.2007 20:03 Abgelegt in: Geknipst!
Zäune
21.08.2007 19:25 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Nicht weit von hier frisst sich ein neuer Zubringer
durch die Felder. Mir fällt in den Neubaugebieten ein
Trend zur Umfriedung auf. Angst, Schutzbedürfnis und
ein Wunsch nach Privatheit?
Im Moment kommen ja so viele Zombiefilme im Kino. Ein Ausdruck der Ängste in unserer Gesellschaft? Die Angst vor dem sozialen Abstieg? Vor dem "Überlebenskampf" der modernen Wirtschaftswelt? Gated Communities?
Im Moment kommen ja so viele Zombiefilme im Kino. Ein Ausdruck der Ängste in unserer Gesellschaft? Die Angst vor dem sozialen Abstieg? Vor dem "Überlebenskampf" der modernen Wirtschaftswelt? Gated Communities?
Piraten (aus den Chroniken der Regenzeit)
20.08.2007 21:08 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Das
Piratenschiff gleitet durch die Netzwelt. Ein
Meer aus bunten
Kugeln unterm Rumpf. Die Piraten sind klein und sehen aus wie geklont:
Rotes Kopftuch, Augenklappe. Ab und zu wird die Klappe gelüftet.
Zum Gucken.
Kugeln unterm Rumpf. Die Piraten sind klein und sehen aus wie geklont:
Rotes Kopftuch, Augenklappe. Ab und zu wird die Klappe gelüftet.
Zum Gucken.
Bäume
19.08.2007 19:24 Abgelegt in: Aus dem
Leben |
Geknipst!
Anklicken zum Vergrößern.
Dieser Apfelbaum im Garten meiner Eltern ist ungefähr 70 Jahre alt. Leider ist er schon sehr krank und hat kaum noch Blätter. In einem oder zwei Jahren wird er sterben.
Anklicken zum Vergrößern.
Dieser Birnbaum ist fast genau so alt. Er ist einmal im Sturm umgeknickt und seinen Innenraum ist hohl. Trotzdem ist er stark und trägt jedes Jahr viele Früchte.
Ein Tag im niederländischen Indoor-Spielplatz (aus den Chroniken der Regenzeit)
17.08.2007 21:17 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Kreischkids krabbeln kollernd - Kurs:
Chaos-Karaoke-Camp! (Notizen aus
einem niederländischen Indoor-Spielplatz)
Die Fritten werden hier einzeln ausgerufen, durchnummeriert wie in
einem deutschen Amt.
Die Lautsprecherfrau ist zu leise und hat einen leicht hysterischen
Klang. Sicher hasst sie Kinder.
Warum hatte niemand schon dieses Idee:
Die langen Haare der Kinder werden zu Zöpfen geflochten. Diese hakt
man in die Krananlage unter dem Hallendach. Sie kreiseln wie ein
Mobilé, ihr Lachen erschallt wie das der Möwen draussen.
"Kidfingers"? Essen die hier Kinder? Ach, Nein: "Kipfingers"!
Längliche frittierte Hähnchenfleichrollen.
einem niederländischen Indoor-Spielplatz)
Die Fritten werden hier einzeln ausgerufen, durchnummeriert wie in
einem deutschen Amt.
Die Lautsprecherfrau ist zu leise und hat einen leicht hysterischen
Klang. Sicher hasst sie Kinder.
Warum hatte niemand schon dieses Idee:
Die langen Haare der Kinder werden zu Zöpfen geflochten. Diese hakt
man in die Krananlage unter dem Hallendach. Sie kreiseln wie ein
Mobilé, ihr Lachen erschallt wie das der Möwen draussen.
"Kidfingers"? Essen die hier Kinder? Ach, Nein: "Kipfingers"!
Längliche frittierte Hähnchenfleichrollen.
Guten Appetit!
16.08.2007 19:36 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Tagelang durch Brache gewandert, ohne Essen, ohne
Trinken. Dann, mit Staub im Hals, einen
Erlebnisbahnhof entdeckt. Dort mich überfressen, zu
schnell getrunken. Jetzt sitze ich im Zug, mit einer
Burgerwut im Bauch.
Die Backpulvermischungen der Brötchen vermischen sich mit den Geschmacksverstärkern aus dem Ketchup. Im Fleisch war ausser Antibiotika nichts drin. Die Säure aus der Cola lässt eine ätzende Mischung entstehen, eine Faust der Wut. Burgerwut.
Ich möchte im Moment alles zerschlagen. Anzünden. Umwerfen. Kaugummi drankleben.
Ich möchte Burgermeister sein.
Die Backpulvermischungen der Brötchen vermischen sich mit den Geschmacksverstärkern aus dem Ketchup. Im Fleisch war ausser Antibiotika nichts drin. Die Säure aus der Cola lässt eine ätzende Mischung entstehen, eine Faust der Wut. Burgerwut.
Ich möchte im Moment alles zerschlagen. Anzünden. Umwerfen. Kaugummi drankleben.
Ich möchte Burgermeister sein.
Ein Auge drauf haben
15.08.2007 20:04 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Professor Regenstrom wechselte die Straßenseite, um
nicht aufzufallen. Karate, das Objekt seiner
Observation lief weiter die Straße entlang, den
Oberkörper aufrecht, die kurzen Arme lustig hin und
her pendelnd.
Professor Regenstrom tat so, als betrachte er die bunten Fische in der Auslage eines Chinarestaurants. Dann folgte er Karate.
Seine dürren Knochen schrieen vor Qual laut auf. Er wurde zu alt für solche Spielchen! Aber was tat man nicht alles für sein Enkelkind?
Zum Beispiel diesen merkwürdigen Kerl beobachten, in den sich sein kleinen Sonnenschein unsterblich verliebt hatte.
Äusserlich war dieser Karate zwar etwas gewöhnungsbedürftig mit seinem Körperbau und diesem herrischen Oberlippenbart. Aber immerhin war die Haltung tadellos. Darüber hinaus konnte man den Mann nur als zurückgezogen-sonderlich bezeichnen: Wohnte noch bei der Mutter und war erster Vorsitzender der örtlichen Hermann-Gesellschaft. Die traf sich immer im Hinterzimmer des Gasthauses "Hirsch" und man verbrachte seine Zeit mit Lobreden und Trinksprüchen auf Arminius, den alten Depp.
Professor Regenstroms Enkelin und dieser Karate waren nun schon seit zwei Wochen zusammen, doch die jung erblühende Liebe war schon getrübt. Zu einseitig sei der Verehrte, zu sehr auf die eigene Kultur beschränkt, so die Kleine zu ihrem Großvater. Aber Karate habe Besserung gelobt und dies solle doch der liebe Opa - bei aller Diskretion - mal überprüfen.
So kam es, dass der emeritierte Professor nun durch die Straßen Köln schlich und Detektiv spielte. Regenstrom murmelte wütend vor sich hin. Arminius! Dieser Separatist! Und obendrein ein Versager! Wer den noch verehrte, der konnte eigentlich nicht alle Tassen im Schrank haben, war verbohrt, blind und taub!
Er ging etwas schneller, um mit Karate Schritt halten zu können. Der nämlich schien sein Ziel ausgemacht zu haben, überquerte seinerseits die Straße und verschwand im Eingang eines Restaurants - und was für ein Restaurant!
Professor Regenstrom staunte nicht schlecht:
Karate ging zum Äthiopier!
Also hatte sich doch etwas bewegt in dem sturen Klotz!
Wie jung beschwingt machte sich Professor Regenstrom auf den Weg nach Hause. Er hatte seiner Enkelin eine gute Nachricht zu überbringen.
Dann entschied er sich, noch vorher ein paar alte Kollegen zu besuchen. In seiner Alma mater, der Kaiserlich-Römischen Universität zu Köln.
Professor Regenstrom tat so, als betrachte er die bunten Fische in der Auslage eines Chinarestaurants. Dann folgte er Karate.
Seine dürren Knochen schrieen vor Qual laut auf. Er wurde zu alt für solche Spielchen! Aber was tat man nicht alles für sein Enkelkind?
Zum Beispiel diesen merkwürdigen Kerl beobachten, in den sich sein kleinen Sonnenschein unsterblich verliebt hatte.
Äusserlich war dieser Karate zwar etwas gewöhnungsbedürftig mit seinem Körperbau und diesem herrischen Oberlippenbart. Aber immerhin war die Haltung tadellos. Darüber hinaus konnte man den Mann nur als zurückgezogen-sonderlich bezeichnen: Wohnte noch bei der Mutter und war erster Vorsitzender der örtlichen Hermann-Gesellschaft. Die traf sich immer im Hinterzimmer des Gasthauses "Hirsch" und man verbrachte seine Zeit mit Lobreden und Trinksprüchen auf Arminius, den alten Depp.
Professor Regenstroms Enkelin und dieser Karate waren nun schon seit zwei Wochen zusammen, doch die jung erblühende Liebe war schon getrübt. Zu einseitig sei der Verehrte, zu sehr auf die eigene Kultur beschränkt, so die Kleine zu ihrem Großvater. Aber Karate habe Besserung gelobt und dies solle doch der liebe Opa - bei aller Diskretion - mal überprüfen.
So kam es, dass der emeritierte Professor nun durch die Straßen Köln schlich und Detektiv spielte. Regenstrom murmelte wütend vor sich hin. Arminius! Dieser Separatist! Und obendrein ein Versager! Wer den noch verehrte, der konnte eigentlich nicht alle Tassen im Schrank haben, war verbohrt, blind und taub!
Er ging etwas schneller, um mit Karate Schritt halten zu können. Der nämlich schien sein Ziel ausgemacht zu haben, überquerte seinerseits die Straße und verschwand im Eingang eines Restaurants - und was für ein Restaurant!
Professor Regenstrom staunte nicht schlecht:
Karate ging zum Äthiopier!
Also hatte sich doch etwas bewegt in dem sturen Klotz!
Wie jung beschwingt machte sich Professor Regenstrom auf den Weg nach Hause. Er hatte seiner Enkelin eine gute Nachricht zu überbringen.
Dann entschied er sich, noch vorher ein paar alte Kollegen zu besuchen. In seiner Alma mater, der Kaiserlich-Römischen Universität zu Köln.
Komischer Urlaubstraum
14.08.2007 19:44 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Es war schlimm, als die Chinesen die Stadt einnahmen.
Sie fluteten durch die Straßen, Kung-Fu-Meister in
bunten Gewändern, angeführt von einem singenden
Kaiserkind, und töteten jeden den sie finden konnten.
Man sah Fische, wie sie versuchten, sich unter
Türschwellen zu drücken. Ein von Whisky betrunkener
Weisser verriet den Chinesen noch, wo sich eine
Mutter mit ihrem Kind versteckt hatte. Später dann
waren die Chinesen weiter gezogen. Der Betrunkene
wankte über die leichenübersäte Straße, da kam ein
Dammpfmaschinendreirad und fuhr den Verräter platt.
Dann war der Film zuende und wir gingen einkaufen, Elefantenklo, Flöte, Flause und ich. Ein Sack Würste zum Grillen, flache, panierte Kartoffelpuffer zum Aufpacken. Hähnchenflügel, Mozarella-Sticks - alles in riesigen Tüten. Ich schob den Einkaufswagen zum Ferienhäuschen.
Plötzlich war ich allein. Zwei dumme Jugendliche erzählten mir was. Ich ging weiter, sie folgten mir und redeten weiter. Ein Mann in schmutzigem Cordanzug, mit dicken Ringen an den Fingern und auf dem Kopf die Frisur eines schwitzenden Musiktherapeuten taxierte mich. Ich musste weg!
Bergab fuhr ich den Einkaufswagen im dritten Gang, trat die Kupplung und dann ließ rollen. Geschwindigkeit!
Dann war der Film zuende und wir gingen einkaufen, Elefantenklo, Flöte, Flause und ich. Ein Sack Würste zum Grillen, flache, panierte Kartoffelpuffer zum Aufpacken. Hähnchenflügel, Mozarella-Sticks - alles in riesigen Tüten. Ich schob den Einkaufswagen zum Ferienhäuschen.
Plötzlich war ich allein. Zwei dumme Jugendliche erzählten mir was. Ich ging weiter, sie folgten mir und redeten weiter. Ein Mann in schmutzigem Cordanzug, mit dicken Ringen an den Fingern und auf dem Kopf die Frisur eines schwitzenden Musiktherapeuten taxierte mich. Ich musste weg!
Bergab fuhr ich den Einkaufswagen im dritten Gang, trat die Kupplung und dann ließ rollen. Geschwindigkeit!
Nepalesenkäse
13.08.2007 20:08 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Ich habe einen buddistischen Tempel im Garten.
Wäscheleinen gespannt, Flatterfahnen mit Sprüchen
bedruckt, aufgehängt, Räucherschälchen - fertig!
Ein paar Buddisten sitzen hier tatsächlich schon rum. Sie lächeln. Sie lächeln, bis sie gar nicht mehr da sind.
Vielleicht kommt ja bald der Dalai Lama. Den will ich fangen.
Ein paar Buddisten sitzen hier tatsächlich schon rum. Sie lächeln. Sie lächeln, bis sie gar nicht mehr da sind.
Vielleicht kommt ja bald der Dalai Lama. Den will ich fangen.
Polo?
13.08.2007 20:07 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Erste Klasse
13.08.2007 19:56 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Kaffee!
11.08.2007 09:41 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Kopfknochen, fleischlos
10.08.2007 19:23 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Tschühüss!
09.08.2007 21:16 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Frauenzeitschriften international
09.08.2007 20:16 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Das Ende naht
08.08.2007 20:02 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Der alte Baum streckte seine Äste wie ein Dach über
Hans. Der hatte sein Schwert gezogen und machte seine
Übungen. Vor, zurück. Vor, zurück. Parade, Angriff.
Angriff, Parade. Das Schwert fiel ins Gras. Zitternde
Pfoten. Verdammt! Hans fluchte, hob das Schwert auf
und schaute zum Baum, sah ihn nicht.
Sie war viel zu nah. Alles in ihm war schief, die Arme schwach. Nervenfieber.
Die Sonne brach durch die Wolken, der Hügel weiter hinten erstrahlte.
Da irgendwo musste sie sein.
Er konnte sie fühlen, fühlte sie wie einen Schmerz.
Sein Griff um das Heft wurde hart. Bald wäre es vorbei. So oder so.
Sie war viel zu nah. Alles in ihm war schief, die Arme schwach. Nervenfieber.
Die Sonne brach durch die Wolken, der Hügel weiter hinten erstrahlte.
Da irgendwo musste sie sein.
Er konnte sie fühlen, fühlte sie wie einen Schmerz.
Sein Griff um das Heft wurde hart. Bald wäre es vorbei. So oder so.
Neuer Friedhof
08.08.2007 19:09 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Geschäftsidee!
07.08.2007 20:17 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Erster Arbeitstag
07.08.2007 18:01 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Die letzten Tage gelegen und geschwitzt. Die Bronchen
tanzten Samba. Heute der erste Arbeitstag.
Kopfschmerztablette und Wechsel-T-Shirt.
Irgendwie haben wir gezeltet. Unter einer riesigen Autobahnbrücke. Dann aus Versehen den Autoschlüssel aufgegessen und mich auf die lange Suche nach dem Ersatzschlüssel gemacht. Warum sind wir nicht im Hotel geblieben? In unserem schönen Zimmer, wo zwei Duschen mitten zwischen den Betten standen?
Draussen zieht die Stadt vorbei. Aus meinem Mund brabbelt merkwürdiges Zeug. Die Leute gucken schon.
Irgendwie haben wir gezeltet. Unter einer riesigen Autobahnbrücke. Dann aus Versehen den Autoschlüssel aufgegessen und mich auf die lange Suche nach dem Ersatzschlüssel gemacht. Warum sind wir nicht im Hotel geblieben? In unserem schönen Zimmer, wo zwei Duschen mitten zwischen den Betten standen?
Draussen zieht die Stadt vorbei. Aus meinem Mund brabbelt merkwürdiges Zeug. Die Leute gucken schon.
Hirn heute
07.08.2007 17:37 Abgelegt in: Aus dem
Leben
Graffiti
07.08.2007 16:47 Abgelegt in: Vater
Rhein und Mutter Ruhr | Geknipst!
Rupiemeln
06.08.2007 12:17 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Durch die Nacht getaumelt. Den ganzen Tag hatten wir
auf dem Feld gearbeitet und Rupiemeln geernetet.
Trecker hatten die Pflanzen aus dem Boden gerupft,
wir hatten mit unseren Händen das Grün eingesammelt
und die Reste aus dem Boden gesucht.
Jetzt hockten wir in dieser komischen Kneipe. Peterchen trug eine dünne Lederjacke und sah aus wie sein Vater in jung. Wir tranken - natürlich - Bier. Für eine Unterhaltung war es viel zu laut.
Ich musste mal.
Eine junge, hübsche Frau mit langen Lederstiefeln ließ mich ihren Tisch an die Seite schieben. Auf der Toilette hatte ich das Gefühl, dass irgend jemand vergessen hatte, eine wichtige Tür zu schließen: Das Herrenklo war ein Tollhaus!
Kinder rannten schreiend herum. Frauen saßen in den Ecken und rauchten. Ein Urinal war voller Goldmünzen. Die Versuchung war stark, mir die Hände naß zu machen.
In einem anderen Urinal hockte ein Mann, ließ die Spülung wieder und wieder laufen und schaute mich erwartungsvoll an.
Die Blase drückte. Laut fluchte ich über dieses Irrenhaus und rannte davon. Irgendwo draussen fand ich ein Gebüsch. Es ruhig und still. Ausgewachsene Rupiemeln.
Jetzt hockten wir in dieser komischen Kneipe. Peterchen trug eine dünne Lederjacke und sah aus wie sein Vater in jung. Wir tranken - natürlich - Bier. Für eine Unterhaltung war es viel zu laut.
Ich musste mal.
Eine junge, hübsche Frau mit langen Lederstiefeln ließ mich ihren Tisch an die Seite schieben. Auf der Toilette hatte ich das Gefühl, dass irgend jemand vergessen hatte, eine wichtige Tür zu schließen: Das Herrenklo war ein Tollhaus!
Kinder rannten schreiend herum. Frauen saßen in den Ecken und rauchten. Ein Urinal war voller Goldmünzen. Die Versuchung war stark, mir die Hände naß zu machen.
In einem anderen Urinal hockte ein Mann, ließ die Spülung wieder und wieder laufen und schaute mich erwartungsvoll an.
Die Blase drückte. Laut fluchte ich über dieses Irrenhaus und rannte davon. Irgendwo draussen fand ich ein Gebüsch. Es ruhig und still. Ausgewachsene Rupiemeln.
Hochofenromantik
05.08.2007 19:23 Abgelegt in: Vater
Rhein und Mutter Ruhr | Geknipst!
Schmutziges weisses Fell
03.08.2007 10:05 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Wir standen im Garten, nah am Haus, und starrten
angestrengt in den Wald unterhalb des Feldes. Dort
irgendwo hockte das Rudel Eisbären. Scheiss
Klimawandel!
Seitdem das Wetter vollkommen verrückt spielte, hatten sich sogar diese einzelgängerischen Tiere hier angesiedelt. Was das Leben nicht unbedingt einfacher machte.
Völlig fassungslos sahen wir nun zu, wie ein Mann mit zwei kleinen Kindern in aller Seelenruhe am Waldrand herumspazierte. Jeden Moment konnten die Eisbären aus den Unterholz brechen und ihn und die Kinder töten. Ihnen Helfen? Wie?
Ich hielt eine Baumsäge in den Händen. Vielleicht konnte ich einen angreifenden Bären damit wenigstens auf Distanz halten.
Irgendwie ging dann doch alles gut. Die drei gingen aussen am Gartenzaun vorbei. Sie stiegen in einen dunklen BMW und fuhren davon. Der Wagen hatte die Worte "You Want Play?" in die Heckscheibe eingraviert.
Wahrscheinlich fanden die das noch lustig.
Seitdem das Wetter vollkommen verrückt spielte, hatten sich sogar diese einzelgängerischen Tiere hier angesiedelt. Was das Leben nicht unbedingt einfacher machte.
Völlig fassungslos sahen wir nun zu, wie ein Mann mit zwei kleinen Kindern in aller Seelenruhe am Waldrand herumspazierte. Jeden Moment konnten die Eisbären aus den Unterholz brechen und ihn und die Kinder töten. Ihnen Helfen? Wie?
Ich hielt eine Baumsäge in den Händen. Vielleicht konnte ich einen angreifenden Bären damit wenigstens auf Distanz halten.
Irgendwie ging dann doch alles gut. Die drei gingen aussen am Gartenzaun vorbei. Sie stiegen in einen dunklen BMW und fuhren davon. Der Wagen hatte die Worte "You Want Play?" in die Heckscheibe eingraviert.
Wahrscheinlich fanden die das noch lustig.
Der Schröder!
02.08.2007 09:05 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Ich musste mich beeilen. Ich war schon ein bisschen
zu spät. Meine Laune war nicht gut. Die Freunde waren
jetzt in Elten und sahen sich den See von unten an
und ich musste zum Seminar. Zum Seminar von Gerhard
Schröder. Und ich war zu spät.
Den Gang entlang, den Gang entlang. Auf dem Gang vor dem Saal standen Stühle. Dort saßen schon Leute. War es so voll?
Die Tür war geöffnet und ich schlich mich heran, lugte hinein. Die dunkle Stimme brummte. Komisch - war gar nicht so voll.
Ein Typ saß direkt neben der Tür, den Collegeblock auf den Knien. Ich sah ihn fragend an. "Die Luft" flüsterte er "die Luft ist zum Ersticken da drin!"
Ich nickte ihm zu, ging leise hinein und setzte mich auf den erstbesten freien Platz.
Gerhard Schröder wirbelte herum, zum Glück nicht wegen mir, sondern um besonders dramatisch die Arme auszubreiten. Sein Sacko hatte er ausgezogen. Die obersten Knöpfe des weiss angeschwitzten Hemdes waren geöffnet. Er glänzte wie ein Sieger.
Er redete irgend einen Scheiss.
War das wirklich unser Kanzler gewesen? Mein Kanzler? Was waren wir 1998 stolz gewesen, als er Helmut Kohl abgelöst abgelöst hatte: Unser Kanzler!
Und jetzt? Hartz V, Hartz VI, der Otto-Katalog und er hüpft hier im Seminarraum herum und erzählt uns von Russland. Russland! Pah!
Den Gang entlang, den Gang entlang. Auf dem Gang vor dem Saal standen Stühle. Dort saßen schon Leute. War es so voll?
Die Tür war geöffnet und ich schlich mich heran, lugte hinein. Die dunkle Stimme brummte. Komisch - war gar nicht so voll.
Ein Typ saß direkt neben der Tür, den Collegeblock auf den Knien. Ich sah ihn fragend an. "Die Luft" flüsterte er "die Luft ist zum Ersticken da drin!"
Ich nickte ihm zu, ging leise hinein und setzte mich auf den erstbesten freien Platz.
Gerhard Schröder wirbelte herum, zum Glück nicht wegen mir, sondern um besonders dramatisch die Arme auszubreiten. Sein Sacko hatte er ausgezogen. Die obersten Knöpfe des weiss angeschwitzten Hemdes waren geöffnet. Er glänzte wie ein Sieger.
Er redete irgend einen Scheiss.
War das wirklich unser Kanzler gewesen? Mein Kanzler? Was waren wir 1998 stolz gewesen, als er Helmut Kohl abgelöst abgelöst hatte: Unser Kanzler!
Und jetzt? Hartz V, Hartz VI, der Otto-Katalog und er hüpft hier im Seminarraum herum und erzählt uns von Russland. Russland! Pah!
Spassbruch
01.08.2007 14:05 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Langsam radelte ich durch das nachtmüde Dorf. Aus der
Kneipe kam der letzte Betrunkene, die kleine
Pommesbude (wo früher die Fahrschule gewesen war)
hatte schon lange dicht. Vorbei an der Kirche, der
Grundschule. Da war die alte Sparkasse. Ich
schmunzelte.
Eigentlich war es eine ziemlich lustige Zeit gewesen, die Zeit der Sparkassenbrüche. Wir waren zu dritt, der Doktor, der Flause und ich. Insgesamt sieben Mal waren wir in die Bank eingestiegen. Gestohlen hatten wir nie etwas, aber immer ein heilloses Durcheinander angerichtet. Das erste Mal war immer noch das Beste gewesen. Wir hatten überall - auch immer Innenraum - täuschend echte Plakate aufgehängt. Dort stand geschrieben: "Wir verschenken unser Geld" und "Geldanlage mit garantiert 1000% Gewinn - ab 1 Euro Einlage!"
Der müden Angestellten, die jeden Morgen die Bank aufschloss, war der Spaß erst überhaupt nicht aufgefallen. Bis dann irgendwann das Fernsehen vor der Tür stand.
Einmal hatten wir die Seriennummern sämtlicher Geldscheine geschwärzt, einmal in die Überwachungskameras Thriller über ein Geiseldrama eingespielt.
Man hatte uns natürlich nie erwischt.
Ich gebe zu, ich war ein bisschen angeschickert, als ich auf die Schnapsidee kam, noch eine klitzekleine Aktion zu machen. Wie immer kam ich ohne Probleme hinein. Es ging schon fast zu glatt. Nach fünf Minuten hatte ich mein Fahrrad wunderschön im Foyer drapiert. "Das Ergebnis jahrelangen Fondsparens!" stand auf einem Schild über meinem rostigen Hollandrad.
Ich hätte misstrauisch werden sollen, als ich auf dem Heimweg unseren Dorfpolizisten traf. Er war so komisch freundlich. Irgendwann später fragten zwei Polizisten meine Mutter, ob ich zufällig da wäre. Zum Glück flog ich zu diesem Zeitpunkt bereits auf einem Brett in den Nachthimmel. Zum See. Dort warteten der Doktor und Flause bereits auf mich.
Eigentlich war es eine ziemlich lustige Zeit gewesen, die Zeit der Sparkassenbrüche. Wir waren zu dritt, der Doktor, der Flause und ich. Insgesamt sieben Mal waren wir in die Bank eingestiegen. Gestohlen hatten wir nie etwas, aber immer ein heilloses Durcheinander angerichtet. Das erste Mal war immer noch das Beste gewesen. Wir hatten überall - auch immer Innenraum - täuschend echte Plakate aufgehängt. Dort stand geschrieben: "Wir verschenken unser Geld" und "Geldanlage mit garantiert 1000% Gewinn - ab 1 Euro Einlage!"
Der müden Angestellten, die jeden Morgen die Bank aufschloss, war der Spaß erst überhaupt nicht aufgefallen. Bis dann irgendwann das Fernsehen vor der Tür stand.
Einmal hatten wir die Seriennummern sämtlicher Geldscheine geschwärzt, einmal in die Überwachungskameras Thriller über ein Geiseldrama eingespielt.
Man hatte uns natürlich nie erwischt.
Ich gebe zu, ich war ein bisschen angeschickert, als ich auf die Schnapsidee kam, noch eine klitzekleine Aktion zu machen. Wie immer kam ich ohne Probleme hinein. Es ging schon fast zu glatt. Nach fünf Minuten hatte ich mein Fahrrad wunderschön im Foyer drapiert. "Das Ergebnis jahrelangen Fondsparens!" stand auf einem Schild über meinem rostigen Hollandrad.
Ich hätte misstrauisch werden sollen, als ich auf dem Heimweg unseren Dorfpolizisten traf. Er war so komisch freundlich. Irgendwann später fragten zwei Polizisten meine Mutter, ob ich zufällig da wäre. Zum Glück flog ich zu diesem Zeitpunkt bereits auf einem Brett in den Nachthimmel. Zum See. Dort warteten der Doktor und Flause bereits auf mich.
Badezimmerset
01.08.2007 13:32 Abgelegt in: Aus dem
Leben


