Schrecken in der Nacht

Mein lieber guter Dr. Flause,

in der letzten Nacht ist etwas Schlimmes geschehen: Ich bin im Dunkeln erwacht, da stieß mir jemand plötzlich eine Eisenstange in die Schläfe! Ein schrecklicher Schmerz hat mich auf der Stelle gelähmt, so daß ich kaum erkennen konnte, wer mir diese Tat angetan hat. Die Person sah aber in etwa so aus wie meine Mutter.
Nun liege ich darnieder, geschwächt und mit einer Eisenstange, die mir seit dem seitlich aus dem Kopfe herausschaut.
Wie sieht das denn aus?
Sie sind meine letzte Hoffnung, Herr Doktor! Nur Sie können mir helfen!
Haben Sie uns nicht gelehrt, einst im Mai, dass Kraft, Liebe und Treue die einzigen Mächte in der Welt sind, die zählen? Haben wir nicht unter Ihrer Ägide nächtelang die Werke der großen Meister gelesen, darin geblättert und darüber gezwinkert, bis die Augen wund und rot waren?
Herr Dr. Flause! Ihre Worte brachten etwas in uns zum Klingen, ein Klingen, dass wir mitnahmen in unsere Leben! Mein Kamerad Hans Wurst zum Beispiel ist heute Direktor der örtlichen Sparkasse, er erzählte mir aber letztens bei einem Straßenfest, dass er beim Geldzählen auch heute noch das Klingen der guten Bildung in sich spürt.
Sie haben uns viel beigebracht, Herr Dr. Flause - doch jetzt bin ich mit meiner Weisheit am Ende.
Bitte, geben Sie mir Rat!

In zitternder Erwartung und vorzüglicher Verehrung,
Wanze Wirrkopf
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