Meine Kinder
19.06.2008 06:24 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
"Unsere Zeit ist abgelaufen, Indri!"
Ich sah die junge Menschenfrau an, ihre grünen Augen blitzten in der Dunkelheit. "Wir werden immer weniger. Die Zeit der Menschen ist gekommen und unsere Würfe werden immer kleiner. Dies wird unser letzter Krieg. Du musst verstehen." Sie nickte, sagte nichts. "Und wir können nicht mehr warten, wenn unsere Welpen in Gefahr sind!"
Meine Brüder sammelte sich um mich. Die Pferde tänzelten nervös, Fackelschein glänzte auf den Klingen. Wir waren bereit. Die Gefangenen hatten uns den Weg gewiesen. Ich hob meinen Spieß. "Brüder!" rief ich "Es ist Zeit! Gewährt den Menschen die Gnade!"
Schwerter zuckten, die Gefangenen starben schnell. Dann ritten wir los. Indri an unserer Seite, als wäre sie eine von uns.
Wie ein Sturm kamen wir über den Feind. Ich ritt vorweg und erreichte als erster den Platz. Er wurde beherrscht von einem flachen Gebäude mit vergitterten Fenstern und zwei Türen. Aus der einen lief ein Soldat ins Freie. Ich schickte meinen Spieß durch die Luft und nagelte ihn an den Türrahmen. Die zweite Tür öffnete sich und heraus kam meine kleine Sara. Ich sprang vom Pferd, mein Schwert glitt in meine Hand. "Mischutka ist noch drinnen!" schrie Sara mir zu. Tapfere, kleine Sara! Ich wies stumm auf mein Pferd. Sara verstand. Sie zog mit einem kräftigen Ruck meinen Spieß aus dem Holz und lief los.
Ich stand kurz da und, dann ging ich hinein ins Dunkle. Ich sah mich noch einmal um. Sara, inzwischen aufgesessen, stieß gerade einem weiteren Wächter den Spieß in die Kehle. Ein Knurren grollte mir durch die Kehle, dann wandte ich mich ab.
Ein langer, dünner Gang. Es roch nach Menschen, aber auch ein wenig vertraut. An einer Biegung blieb ich stehen. Da war etwas. Meine Sinne schweiften. Rechts um die Ecke stand ein Mensch. Angstschweiss. Kalter Stahl. Ich erinnerte mich an die Worte meines Meisters: "Rechts ist wie links!" Hatte er immer gesagt "Und links ist wie rechts!".
Mein Schwert wanderte in die Linke und ich schwang es in weitem Bogen. Mein blinder Schlag traf etwas Weiches. Eine Waffe klapperte zu Boden. Ein Schrei und tapsend versuchte jemand, zu fliehen. Ich setzte nach. Schrecklich war das Glühen meiner Augen, mein Kiefer schnappte gierig. Meine Stimme dröhnte: "Wo ist mein Sohn?! Wo ist mein Sohn?!"
Der Feind bekam keine Zeit für eine Antwort, denn mein Schwert fuhr in seinen Nacken und trennte den Kopf von den Schultern. Der Körper fiel vornüber und zuckte noch herum.
Rechts von mir sah ich Lichtschein. Eine Zelle, erleuchtet von einer Kerze. Darin Mischutka, mein Kleinster. Er war über und über bedeckt mit Blut. Seine großen Augen sahen mich an. Zu seinen Füssen lag noch ein Mensch, den Hals zerbissen von kleinen, scharfen Zähnen. Die Zellentür stand offen. Ich trat hinein und legte meinem Sohn die Hand auf die Stirn. Stolz erfüllte mich. Meine Stimme klang klar und fest, auch wenn mir anders zumute war: "Tapferer Sohn! Willst Du mit mir nach draussen gehen und unseren Feinden die Herzen herausschneiden?" Mischutka lachte fröhlich und nickt. Ich gab ihm meinen Dolch und gemeinsam liefen wir zu den anderen, hinaus in die Nacht.
Wir hatten zu tun. Und wir hatten Hunger.
Ich sah die junge Menschenfrau an, ihre grünen Augen blitzten in der Dunkelheit. "Wir werden immer weniger. Die Zeit der Menschen ist gekommen und unsere Würfe werden immer kleiner. Dies wird unser letzter Krieg. Du musst verstehen." Sie nickte, sagte nichts. "Und wir können nicht mehr warten, wenn unsere Welpen in Gefahr sind!"
Meine Brüder sammelte sich um mich. Die Pferde tänzelten nervös, Fackelschein glänzte auf den Klingen. Wir waren bereit. Die Gefangenen hatten uns den Weg gewiesen. Ich hob meinen Spieß. "Brüder!" rief ich "Es ist Zeit! Gewährt den Menschen die Gnade!"
Schwerter zuckten, die Gefangenen starben schnell. Dann ritten wir los. Indri an unserer Seite, als wäre sie eine von uns.
Wie ein Sturm kamen wir über den Feind. Ich ritt vorweg und erreichte als erster den Platz. Er wurde beherrscht von einem flachen Gebäude mit vergitterten Fenstern und zwei Türen. Aus der einen lief ein Soldat ins Freie. Ich schickte meinen Spieß durch die Luft und nagelte ihn an den Türrahmen. Die zweite Tür öffnete sich und heraus kam meine kleine Sara. Ich sprang vom Pferd, mein Schwert glitt in meine Hand. "Mischutka ist noch drinnen!" schrie Sara mir zu. Tapfere, kleine Sara! Ich wies stumm auf mein Pferd. Sara verstand. Sie zog mit einem kräftigen Ruck meinen Spieß aus dem Holz und lief los.
Ich stand kurz da und, dann ging ich hinein ins Dunkle. Ich sah mich noch einmal um. Sara, inzwischen aufgesessen, stieß gerade einem weiteren Wächter den Spieß in die Kehle. Ein Knurren grollte mir durch die Kehle, dann wandte ich mich ab.
Ein langer, dünner Gang. Es roch nach Menschen, aber auch ein wenig vertraut. An einer Biegung blieb ich stehen. Da war etwas. Meine Sinne schweiften. Rechts um die Ecke stand ein Mensch. Angstschweiss. Kalter Stahl. Ich erinnerte mich an die Worte meines Meisters: "Rechts ist wie links!" Hatte er immer gesagt "Und links ist wie rechts!".
Mein Schwert wanderte in die Linke und ich schwang es in weitem Bogen. Mein blinder Schlag traf etwas Weiches. Eine Waffe klapperte zu Boden. Ein Schrei und tapsend versuchte jemand, zu fliehen. Ich setzte nach. Schrecklich war das Glühen meiner Augen, mein Kiefer schnappte gierig. Meine Stimme dröhnte: "Wo ist mein Sohn?! Wo ist mein Sohn?!"
Der Feind bekam keine Zeit für eine Antwort, denn mein Schwert fuhr in seinen Nacken und trennte den Kopf von den Schultern. Der Körper fiel vornüber und zuckte noch herum.
Rechts von mir sah ich Lichtschein. Eine Zelle, erleuchtet von einer Kerze. Darin Mischutka, mein Kleinster. Er war über und über bedeckt mit Blut. Seine großen Augen sahen mich an. Zu seinen Füssen lag noch ein Mensch, den Hals zerbissen von kleinen, scharfen Zähnen. Die Zellentür stand offen. Ich trat hinein und legte meinem Sohn die Hand auf die Stirn. Stolz erfüllte mich. Meine Stimme klang klar und fest, auch wenn mir anders zumute war: "Tapferer Sohn! Willst Du mit mir nach draussen gehen und unseren Feinden die Herzen herausschneiden?" Mischutka lachte fröhlich und nickt. Ich gab ihm meinen Dolch und gemeinsam liefen wir zu den anderen, hinaus in die Nacht.
Wir hatten zu tun. Und wir hatten Hunger.
|