Reptilien
13.06.2007 20:43 Abgelegt in: Wirre
Träume einer Wanze
Wir gingen um die Festung herum, der Doktor und ich.
Sie war erbaut aus glattem Stein und sah aus, als
würde sie vor Feuchtigkeit in der Sonne glänzen. Ihre
Steine waren dick, die Tore niedrig und aus Eisen.
Über den Mauern erhoben sich die Türme und
Nutzgebäude. Ja, man konnte sehen, dass hier ein
ganzes Volk in der Festung lebte!
Ich sah die Zinnen, die Schießscharten. Ich sah die Wachen, die mit Musketen und Hellebarden die Eingänge beschützten. Doch ich sah auch die zu vielen Fenster, die kleinen Türchen und Törchen, die Lüftungs- und Entwässerungsschächte. Die Festung war nun mehr eine Stadt als eine Burg und würde einem entschlossenen Angriff nicht standhalten. Ich wusste, dieser Angriff würde bald kommen. Mir fröstelte.
Irgendwann, nach unserer Runde, gab es dann die ersten Anzeichen. Herden von Geldechsen strömten auf die Festung zu, um sie herum und verschwanden wieder hinter den Hügeln. Tausende und Abertausende der freundlichen Tiere. Sie schienen vor irgend etwas zu fliehen.
Ich spürte die Bedrohung näher kommen, fühlte die scharfen Zähne hungrig aufeinander klappen, roch den Gestand nach verwesendem Fleisch aus den Mäulern und hörte die Mägen der Ungeheuer vor Hunger knurren.
Doch die Stadt war arglos und niemand hörte auf mich. Wie wild rannte ich durch die Burg und suchte nach Etwas, das ich als Waffe benutzen konnte. In einer Putzkammer wurde ich fündig und trug von da an den Knüppel an einem Lederband am Handgelenk.
Der Angriff kam langsamer als erwartet. Erst verschwanden Leute, einfach so. Wächter, Kinder, ein paar ältere Männer auf einem Spaziergang. Der Kommandant hatte gerade befohlen, die äusseren Tore zu verriegeln, da waren die Raubsaurier schon da. Sie hasteten Treppen hinauf und hinab. Schreie. Blut an den Wänden. Die Menschen wollten fliehen, rannten in Panik durcheinander.
Einmal sah ich eine Raubechse an mir vorbeispringen, im Arm das Bein eines Menschen, ein anderes Mal spähte ich in einem Raum und sah koboldhafte Wesen mit langen Krallen einen kleinen Körper zerreissen.
Ich dankte meinem Gott, dass meine Familie schon längst nicht mehr in der Burg, sondern im fernen Suregarth bei meinen Eltern lebte!
Mit einer Gruppe Wachen stiegen wir hinab in den Bauch der Burg. Die Treppe hinunter war lang und kalt. Auf den Stufen saßen Bürger. Frauen hielten ihre Kinder in den Armen. Männer hielten Ihre Frauen. Alle drückte sich an die Wand, konnten nicht mehr vor und zurück. Langsam gingen wir zwischen ihnen hindurch. Wir redeten leise auf sie ein, versuchten zu beruhigen. Obwohl keine Hoffnung bestand. Unten, am Fuße der Treppe, war ein dunkler Saal. Ein Hund war dort angekettet. Statt eines Kopfes trug er eine blau leuchtende Kugel. Ein Wächter ließ eine lange Peitsche knallen, trieb den Hund zurück. Wir wollten durch die kleine Eisentür, die das Tier bewachte.
Vielleicht war der Geheimgang ja noch frei.
Ich sah die Zinnen, die Schießscharten. Ich sah die Wachen, die mit Musketen und Hellebarden die Eingänge beschützten. Doch ich sah auch die zu vielen Fenster, die kleinen Türchen und Törchen, die Lüftungs- und Entwässerungsschächte. Die Festung war nun mehr eine Stadt als eine Burg und würde einem entschlossenen Angriff nicht standhalten. Ich wusste, dieser Angriff würde bald kommen. Mir fröstelte.
Irgendwann, nach unserer Runde, gab es dann die ersten Anzeichen. Herden von Geldechsen strömten auf die Festung zu, um sie herum und verschwanden wieder hinter den Hügeln. Tausende und Abertausende der freundlichen Tiere. Sie schienen vor irgend etwas zu fliehen.
Ich spürte die Bedrohung näher kommen, fühlte die scharfen Zähne hungrig aufeinander klappen, roch den Gestand nach verwesendem Fleisch aus den Mäulern und hörte die Mägen der Ungeheuer vor Hunger knurren.
Doch die Stadt war arglos und niemand hörte auf mich. Wie wild rannte ich durch die Burg und suchte nach Etwas, das ich als Waffe benutzen konnte. In einer Putzkammer wurde ich fündig und trug von da an den Knüppel an einem Lederband am Handgelenk.
Der Angriff kam langsamer als erwartet. Erst verschwanden Leute, einfach so. Wächter, Kinder, ein paar ältere Männer auf einem Spaziergang. Der Kommandant hatte gerade befohlen, die äusseren Tore zu verriegeln, da waren die Raubsaurier schon da. Sie hasteten Treppen hinauf und hinab. Schreie. Blut an den Wänden. Die Menschen wollten fliehen, rannten in Panik durcheinander.
Einmal sah ich eine Raubechse an mir vorbeispringen, im Arm das Bein eines Menschen, ein anderes Mal spähte ich in einem Raum und sah koboldhafte Wesen mit langen Krallen einen kleinen Körper zerreissen.
Ich dankte meinem Gott, dass meine Familie schon längst nicht mehr in der Burg, sondern im fernen Suregarth bei meinen Eltern lebte!
Mit einer Gruppe Wachen stiegen wir hinab in den Bauch der Burg. Die Treppe hinunter war lang und kalt. Auf den Stufen saßen Bürger. Frauen hielten ihre Kinder in den Armen. Männer hielten Ihre Frauen. Alle drückte sich an die Wand, konnten nicht mehr vor und zurück. Langsam gingen wir zwischen ihnen hindurch. Wir redeten leise auf sie ein, versuchten zu beruhigen. Obwohl keine Hoffnung bestand. Unten, am Fuße der Treppe, war ein dunkler Saal. Ein Hund war dort angekettet. Statt eines Kopfes trug er eine blau leuchtende Kugel. Ein Wächter ließ eine lange Peitsche knallen, trieb den Hund zurück. Wir wollten durch die kleine Eisentür, die das Tier bewachte.
Vielleicht war der Geheimgang ja noch frei.
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