Mir träumte .. (3)

Traumkiesel

Finunkel sah über das Meer zum Horizont. Es schimmerte türkis und umschmeichelte den Strand. Die leuchtenden Steinhaufen, welche in einer langen Reihe nahe des Ufers auftgeürmt waren, gaben Licht und Wärme ab. Durch sie hörte Finunkel das Singen der Zeit und er dachte daran, wie er einst mit den wilden Männern über eben dieses Meer gefahren war. In der verfallenen Kathedrale hinter ihm hatten sie damals Abschied genommen von der alten Heimat und Finunkel hatte ihnen den Weg gewiesen. Die schönen, schlanken Schiffe der wilden Männer hatten das blaue Meer durchschnitten, stolz und groß standen die Seeleute am Bug. Alles schien einfach und gut.

Finunkel schüttelte traurig den Kopf. War er wirklich so dumm gewesen? So naiv? Hatte er wirklich geglaubt, nichts würde passieren?

Dann schoben sich wieder die schlimmen Bilder vor seine Augen. Wie die wilden Männer gegen die Burgmauern anrannten. Wie sie auf Leitern stiegen, wie flammende Pfeile die Nacht durchstachen. Wie dann die Tore aufbrachen und wie die Menschen in der Burg vor Angst schrien. Wie Vieh trieben die wilden Männer die Menschen in den Burghof, diese schönen, edlen Menschen. Sie wurden alle erlagen - Frauen, Kinder und Männer, ohne Unterschied. Und dann hatte Finunkel den König gesehen, taumelnd unter den Schlägen von sieben Keulen. Einer seiner Krieger versuchte noch, ihn mit einen Rundschild zu schützen, doch ein Streitkolben zerschmetterte den Nacken des Treuen. Der König blieb noch einen Moment standhaft, dann brach er unter den Schlägen zusammen. Rauhes Lachen übertönte die Schreie von Angst und Schmerz.

In dieser Nacht hatte sich Finunkel fort geschlichen von den Feuern der wilden Männer. Er hatte ein Boot gestohlen und war allein zurück gefahren zu den verlassenen Gestaden der Heimat. Nun lebte er hier im verlassenen Land. Sein Obdach hatte er in der alten Kathedrale gefunden. Er lebte vom Fischen, von Beeren und Nüssen. Niemand kam mehr.

Finunkel seufzte und ging über die Dünen zurück. Niemand sprach. Nur die Steinhaufen sangen das Lied der Zeit.

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