Werbung wird immer agressiver werden
Beim Werbeblogger (ja, der mit dem Vatter vom dem Seal seine Frau) gibt es einen schönen Eintrag dazu, wie sehr sich Werbung weiter radikalisieren wird.
Totalschaden. Der Surfer installiert einen Adblocker. Der Fernsehzuschauer geht in der Werbepause Bier holen oder kauft sich einen Festplattenrecorder. Jetzt endlich beginnt das Hirn des Dynamitfischers zu arbeiten. Panisch. Und in Panik kann man nicht klar denken.
Dann versuchen wir eben Layer-Ads zu schalten, die der Adblocker nicht erkennt. Und im TV werben wir per Split-Screen. Während Klose im Länderspiel frei vor dem gegnerischen Kasten auftaucht, lassen wir oben rechts die Bit-Kellnerin mit hüpfendem Busen den Gerstensaft servieren. Oder wir investieren gleich ins Product Placement. Wäre doch gelacht, wenn der Silberförster bei der Fahrt in den dunklen Tannenwald nicht die Vorzüge seines neuen Touareg loben dürfte!
Ich für meinen Teil ziehe mich immer mehr zurück: Wenn mir die “Bit-Kellnerin mit hüpfendem Busen” auf den Keks geht, dann muss ich eben auf das Länderspiel (oder die ganze WM) verzichten. Internetseiten, deren Werbung nervt und dich ich nicht ausfiltern kann, werden halt nicht mehr besucht. Doch was passiert, wenn das mehr und mehr Leute machen?
Rollkommandos mit Werbeauftrag? Wird Werbeabstinenz eine Ordnungswidrigkeit?
Das macht mir Angst …
January 24th, 2006 at 10:06 pm
Ich stelle auch zunehmend fest, daß ich sofort in Opposition gehe. Das ist zwar in Ordnung, aber eigentlich ist damit der Zweck der Werbung erfüllt.
Sie hatte meine Aufmerksamkeit.
Sie hatte die Chance, mich zu manipulieren (denkt sie jedenfalls)
In Dusseldorf mal Straßenbahn gefahren? In einer Mikrowelle, die von außen und weitem Werbefläche ist?
Schon mal im Stern die Anzeigenseiten ins Verhältnis zum redaktionellen Inhalt gestellt?
Schonmal Wurstverpackungen geöffnet, in denen sich alberne 5 Scheibchen befinden?
etc pp