KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Sonntag, 26.07.2020

Nachklapp:

Am Freitag habe ich weiter das Buch mit dem Knast-Training durchgearbeitet und am Nachmittag kam mich der Thronfolger besuchen. Wir haben gegrillt und ,,Gotham'' geguckt. Als er wieder nach Hause gegangen war, habe ich spontan ,,Logan'' angeschmissen und angeschaut. Meine Güte! Was für ein heftiger und brutaler Film! Ein Abgesang auf die ,,alten'' X-Men und ein würdiges Ende für Wolverine.

Samstag Durchfall und allgemeine Schlappheit. Viel Schlaf, unterbrochen von nervöser Unruhe und schlechten Gedanken. Später dann die Youtube-Später-Ansehen-Liste im Bett geguckt. Den Comedian Stefan Danziger für mich entdeckt und viel gelacht, trotz der ganzen Malessen.

Nachtschlaf unruhig mit wirren Träumen. Der einzige Traum, der mir erinnerlich ist, war ein Traum von der Arbeit. Unsere Bibliothek war unglaublich groß und in einem großen gläsernen Gebäude untergebracht. Zu Mittag wollte eine Kollegin für uns alle Pizza holen. Die Kollegin war keine echte Kollegin von mir, sondern ein Mensch, den ich von woanders her kenne — leider habe ich keine Ahnung, woher genau. Als sie weg war, mussten irgendwelche Türen geöffnet werden und Menschenmassen strömten in die Bibliothek. Da ich Biographien recherchieren musste, setzte ich mich in eine der Besuchersitzgruppen. Die Besucher rückten mir auf die Pelle und irgendwann stibitzen sie mir meinen Rechner und meine Tupperdose, gaben mir beides aber wieder schön eingepackt zurück. Dann machten mir zwei Typen Angst, die brutal aussahen. Später lief ich dann die Straße runter zum Elternhaus. Dort schneite es.

* * *

Obwohl ich früh im Bett gewesen war, bin ich lange liegen geblieben. Aufgestanden gegen halb zehn und erst einmal unter die Dusche. Lecker Frühstück mit gekochtem Ei und Kaffee. Danach ging es an die Wäsche (nicht mir, aber der Wäsche) und an den Endgegner: Die Steuererklärung!

Ich nutze schon seit zig Jahren das WISO-Steuersparprogramm von Buhl Data und obwohl man da ja eigentlich sehr angenehm und schnell durch das Interview geführt wird, bin ich vorher immer sehr ängstlich. In diesem Jahr kommt natürlich noch hinzu, dass ich die Erklärung zum ersten Mal alleine für mich mache.

Es hat aber wohl alles geklappt. Brav habe ich wie immer meine Handwerkerrechnungen usw. eingegeben, um dann festzustellen, dass der Pauschalbetrag eh nicht erreicht wird. Was solls?

Immerhin konnte ich noch meine letzten Ausgaben für das Studium (die letzten Gebühren, die Bindung der Masterarbeit sowie Fahrt- und Übernachtungskosten für die Abschlussprüfung) unterbringen.

ICH! HABE! DIE! STEUERERKLÄRUNG! GEMACHT!

* * *

Nach Abgabe der Steuererklärung bin ich nervös und unruhig und aufgepeitscht. Ich lese ein wenig in den Feeds und schmeiße mir eine Pizza in den Ofen. Die habe ich mir verdient. Irgendwie.

* * *

Morgen ist mein zweiwöchiger Urlaub zu ende. Könnte noch eine Woche vertragen. Andererseits freue ich mich wieder auf die Kolleginnen und Kollegen. Ganz im Ernst.

* * *

Nervosität steigt seltsamerweise. Nachher will mir Freund J. zeigen, wie man nordic walkt. Oder nordisch läuft. Mit so Stöcken. Vielleicht kann ich mich dabei ein wenig auspowern. Vielleicht nehme ich nachher auch mal eine Tablette, sonst wird die Nacht schlaflos.

* * *

Multiszenisch

* * *

Fazit des Urlaubs: Ich habe viel herum gegammelt und in der ersten Woche bin ich kaum ins Erholen gekommen. Obwohl ich nicht einmal richtig Wandern war und auch nicht weiter am Roman geschrieben habe (shame on me!), konnte ich immer mal wieder zu mir kommen. Auch das Wiedersehen mit dem Thronfolger war schön.

* * *

Christian nimmt die ,,fehlerhafte'' COVID-19-App zum Anlass, mal etwas Grundlegendes über Computer und deren Funktionieren und Nicht-Funktionieren zu schreiben.

* * *

Mit Freund O. telefoniert. Es war wieder ein sehr tiefes Gespräch, dass mich weiter gebracht hat. Er hat mich auch auf die Idee gebracht, das Pipamperon heute mal wegzulassen und ein leichtes pflanzliches Mittel zu nehmen. Ich möchte nämlich nicht am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub einen Hangover haben.

* * *

Abends, halb acht auf dem Balkon. Neben mir steht ein alkoholfreies Weizen bereit, daneben das Beruhigungsmittel und der E-Book-Reader. Die oben bereits erwähnte Runde Nordic Walking war sehr schön und fühlte sich erst einmal überhaupt nicht so anstrengend an, wie sie dann doch am Ende war. Fast brauche ich das Mittel nicht mehr, denn die Bewegung hat unglaublich gut getan. Gerade habe ich ein wenig auf dem Sofa gelesen (das Buch für den nächsten Bücherschwank). Auch das hat zur Beruhigung beigetragen.

Balkonabend

Komisch: Am letzten Urlaubstag dann so etwas wie richtige Erholung und Entspannung. Wirklich, wirklich: Ich hätte eine Woche mehr nehmen sollen!

* * *

53 Meerschweinchen mit tollen Frisuren

(Via Vanessa)

* * *

Ich wundere mich, dass mir das Lesen und Schreiben am Bildschirm so schwer fällt, da merke ich erst, dass ich die falsche Brille auf habe!

* * *

Das Buch, das ich gerade lese und dessen Titel ich nicht nennen mag (wobei ich Caasn mal fragen muss, ob wir die bisher immer vorher geheim gehalten haben …), macht mir mal wieder Lust, mehr mit einem Füller zu schreiben. Irgendwo habe ich doch noch diesen uralten ,,Art-Pen'', den ich als Oberstufenschüler viel nutzte …

Gefunden habe ich drei Füller: Den oben erwähnten Rotring Art Pen (den es wohl noch immer zu kaufen gibt), einen auf edel gemachten Füller mit vergoldeter Feder (den ich aber nicht benutze, weil seine Feder für mich zu schmal und zu hart ist) und ein auf edel gemachter Füller unbekannter Provenienz (vielleicht ein Werbegeschenk?). Die Goldfeder ist wieder in der Schublade gelandet. Die beiden anderen Federn habe ich mal schnell gewässert und aus ausprobiert:

Füllertest

Die Anmutung des Art Pen ist wegen seiner Plastikhaftigkeit natürlich ein wenig billig, er liegt aber sehr leicht in der Hand und sein breiter, leichter Strich ist sehr angenehm.

Der marmorierte Füller ist schwerer, wertiger und sein Strich ist dünner, klarer. Das Schreibgefühl ist aber auch einigermaßen leicht. Einen der beiden werde ich dann mal an mein großes Notizbuch klemmen und ihn einem mehrtägigen Praxistest (inklusive Transport im Rucksack) aussetzen.

* * *

Nebenbei: Den eigenen Psychotherapeuten beim Döner-Imbiss zu treffen ist auch irgendwie komisch. Wenn auch sehr nett. Wir waren aber beide ein wenig mit der Situation überfordert.

* * *

Fenster auf!

(Via Christian)

* * *

Gegen halb neun tut mir nach dem Sitzen auf dem Behelfs-Balkonstuhl dann doch der Rücken weh und ich ziehe mich in meine Gemächer zurück.

Alles in allem ein guter Tag.