KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Samstag, 13.02.2021 bis Freitag, 19.02.2021

Aus dem Leben

Samstag, 13.02.2021

Gut geschlafen. Mir träumte, Freund O. und ich wären auf einem Festival und wir wollten dort zelten. O. hat mich bei meinem Elternhaus mit dem Auto abgeholt. Meine Mutter wollte nicht, dass ich einen Schlafsack mitnehme, aber ich fand dennoch einen in der Garage in einem Holzhaufen. Auf dem Festival mochten mich die Leute nicht. Sie verdächtigten mich, in der Menschenmenge heimlich zu pupsen und ich würde meine wahre Identität verschleihern (,,So ein Name _muss _doch ausgedacht sein!''). Erst mein abgelaufener Personalausweis konnte sie überzeugen. Ein älterer Herr laberte mich voll: Die Jugend würde doch eh nur noch Drogen nehmen und sich dann prostituieren. Der heutigen Jugend würde da Militär fehlen! Schnell ging ich weg. Draußen hatte O. schon das Zelt aufgebaut und bereitete den Grill vor. Ich war gespannt, was der denn wohl veganes grillen würde (O. ist Veganer). Das Zelt war fein eingerichtet: Sogar ein Kissen hatte mir O. hingelegt, weil ich mein eigenes vergessen hatte. Das wärmte mein Herz. So schlecht fand ich Zelten eigentlich nicht mehr! Ich fragte O., ob ich was helfen könne und er bat mich, bei einer der Bands (deren Mitglieder er persönlich kannte) nach einem Trockentuch zu fragen. Da aber das Zelt eh im Garten meines Elternhauses stand, bin ich stattdessen einfach in den Keller gegangen und habe von dort eines geholt.

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Aufgestanden um 6 Uhr. Ich wollte Waschen gehen, doch hatte ich dummerweise vergessen, Kleingeld einzuwechseln. Sehr ärgerlich!

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Die Einzeltherapie war wieder sehr anstrengend, sie hat mich aber auch weiter gebracht. Viel über einen ganz speziellen ,,Tunnelblick'' nachgedacht.

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Lavendelölbaucheinreibung durch mich selbst zur Beruhigung. Erst fühlte ich mich wie ein dummer Teddybär, dann fühlte es sich unangenehm an (in meinem Bauch wohnen viele unangenehme Gefühle), dann wurde es warm und ich entspannte mich.

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Der neue Rucksack wurde geliefert, da mir der Wanderrucksack für meine kleinen Touren hier zu groß ist. Er gefällt mir gut und hat genau die richtige Größe! Große Freude über kleine Dinge.

Sonntag, 14.02.2021

Gut geschlafen und vom Homekneiping geträumt. Unaufgeregter, angenehmer Traum.

Aufgestanden um Viertel vor fünf aufgestanden und pünktlich zum Ende der Nachtruhe (Hausordnung) zwei Maschinen mit Wäsche gefüttert. Viel über den bereits erwähnten ,,Tunnelblick'' nachgedacht.

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Sehr anstrengende Wanderung durch das Siebengebirge. Zeitweise direkt am Tretschbach entlang gewandert. Das war sehr aufreibend, zum die Zeit bis zum Mittagessen langsam ablief (ich soll die Mahlzeiten hier ja unbedingt einhalten). Durch Bad Honnef lief ich im Eilmarsch und kam gerade pünktlich an. Statt der ausgewiesenen Spätzle konnte man auch gebratene Serviettenknödel wählen (die waren noch übrig). Alle wollten Spätzle, ich aber Serviettenknödel. Die Dame an der Ausgabe (,,Jetzt habe ich mir so viel Mühe mit dem braten gegeben!'') hat sich darüber so sehr gefreut, dass ich eine Extraportion bekam.

Nach dem Mittagessen geduscht und für eineinhalb Stunden hingelegt. Hat gut getan! Danach Telefonat mit Freund O. und meiner Mutter (also eigentlich zwei Telefonate …). Nach dem Abendbrot noch einen kleinen Rundgang gemacht und am Ende des Tages auf 25.000 Schritte gekommen. Abends mit ein paar Mitpatientinnen und Mitpatienten ,,Die Bücherdiebin'' auf DVD geguckt, aber ungefähr in der Mitte des (eigentlich recht gelungenen) Films so müde gewesen, dass ich gegen 21 Uhr ins Bett musste.

Montag, 15.02.2021

Gut und tief geschlafen. Mir träumte, ich wäre nach dem Klinikaufenthalt wieder in der Bibliothek und meine Kollegin mit dem Vertretungsvertrag hatte eine Verlängerung über 1,5 Jahre bekommen. Große Freude! Ein Kollege von der Personalstelle mit Namen ,,Runkel'' (so einen Namen kann man sich auch nur im Traum ausdenken …) hatte erst versucht, die Stelle seiner Frisörin zuzuschanzen, aber unsere Vorgesetzte hatte heftigt interveniert. Leider konnte ich mich nicht lange freuen, denn ich musste mich um Druckertreiber kümmern.

Später wurde ich zum Einsatz als Gangster-Geheimagent nach Russland abkommandiert. Mit meiner Truppe von Gangster-Geheimagenten bezogen wir ein einsames Haus. Ich saß draußen an einem Campingtisch, als ein Mann vorbeikam und mich aus Rache für den Mord an seiner gesamten Familie erschießen wollte. Mit der Mündung seiner Pistole an der Stirn bereitete ich mich auf den Tod vor, doch dann fragte ich den Mann, wann ich denn seine Familie umgebracht hätte (es waren so viele gewesen in den letzten Jahren!). Er nannte eine Jahreszahl, aber in dem genannten Jahr war ich überhaupt nicht in Russland gewesen! Weil er mir nicht so recht glauben wollte, musste ihn ihn überwältigen und dabei leider in den Arm schiessen. Seine große, silberne halbautomatische Pistole gefiel mir so sehr, dass ich sie behielt. Den Mann ließ ich laufen. Dann kam die Polizei und ich steckte meine und die neue Pistole in die Taschen meiner Jogginghose und rückte näher an den Campingtisch, um die Waffen zu verbergen. Die beiden Polizisten waren aber nicht wegen der Pistolen hier, sondern sie wollten uns die Abfalltrennung in der russischen Föderation erklären. Jemand von uns hatte nämlich in einem Einkaufszentrum ein leeres Trinkpäckchen in den falschen Abfalleimer geworfen. Wir hörten geduldig zu und als der Vortrag endlich beendet war, ließen meine Leute die Polizisten nicht einfach ziehen sondern stellten noch dumme Fragen, während ich mit den Waffen in der Joggingbuchse tausend Tode starb.

Es ging jedoch alles doch noch gut und ich bekam eine verschlüsselte Botschaft, die ich als Informatiker und Codeknacker (ich kann eigentlich nicht einmal Sudokus lösen …) dechiffrieren sollte. Sie bestand aus Zahlen, Buchstaben, Zeichen und aus Ausschnitten aus Comicheften und es sollte wohl um den neuen Arbeitsvertrag meiner Kollegin gehen. Nach einer Weile fand ich den Schlüssel zur Botschaft: Bei Teilen davon handelte es sich um Bibliothekssignaturen! Ich musste nur die dazu passenden Buchtitel recherchieren!

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Aufgestanden um Viertel vor sechs. Es war kein warmes Wasser vorhanden, da an der Warmwasseraufbereitung gewerkelt wurde. Zum Glück hatte ich am Mittag des Vortages noch geduscht. (Analoges) Tagebuch zu den Klängen von ,,Klassik Radio Movie'', meinem neuen Lieblingssender auf DAB+.

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Ein ruhiger Schluffie-Tag mit Schlaf und Ausruhen. Das hat gut getan! Weiter viel über den ,,Tunnel'' nachgedacht.

Abends mit Mitpatientinnen und Mitpatienten ,,The Kid'' mit Bruce Willis geguckt. Ein ganz netter Film.

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Wegen Internet und so (ehrlich gesagt: Natürlich nur wegen Internet!) habe ich mir einen LTE-Router und eine Datenkarte bestellt.

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Nach einem Einkauf bei Kodi und Netto einen Mittagsschlaf gemacht. Ich wollte danach im Aufenthaltsraum ein bisschen Schreiben, aber dann doch über eine Stunde mit einer Mitpatientin gequatscht. Das war nett. Später mit Freund J. telefoniert und gute Anregungen für den Roman erhalten.

Dienstag, 16.02.2021

Mir träumte, Freund O. und ich würden einen Eisbären aus seinem Gehege befreien (O. ist im Tierschutz aktiv). Das Tier war riesig und ging mir im Vierfüßerstand bis über die Schulter. Leider war der Bär auch unglaublich aggressiv und brüllte vor Wut. Bevor wir ihn befreien konnten, kletterte er von alleine über den Zaun und nun musste wir ebenfalls darüber klettern, um uns im Gehege vor ihm in Sicherheit zu bringen. Es begann eine wilde Verfolgungsjagd durch Treppenhäuser, an deren Ende wir mit allen Tricks um unser Überleben kämpften — inklusive Kitzeln (,,Killekillekille!'').

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Sehr erschöpft. Könnte nur noch Schlafen.

Mittwoch, 17.02.2021

Leider fallen wegen Krankheit einige Therapien aus, darunter auch die so wichtige Einzeltherapie. In der Gruppentherapie sehr bewegende Momente.

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16.000 Schritte gemacht. Ich versuche, nicht ganz so viel zu gehen, um meine Gelenke und die Muskeln nicht zu überanspruchen.

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Der LTE-Router ist angekommen. Die SIM-Karte leider noch nicht. Ich habe erst einmal die Zweitkarte aus dem Tastenhandy in den Router gesteckt und das funktioniert schon mal prima!

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Beim Schreiben weiter gekommen. Eine Szene mit dem dicken Bürgermeister geschrieben. Es läuft ganz gut zur Zeit.

Donnerstag, 18.02.2021

Recht gut geschlafen. Morgens um vier Uhr mit der Panik aufgewacht, die Beihilfe würde die Kosten für den Klinikaufenthalt nicht übernehmen. Um halb sechs aufgestanden und recherchiert. Das Ergebnis war das selbe wie vor einigen Monaten: Man muss vorher nichts beantragen und es reicht, wenn ich die Rechnung einfach einschicke. Ein Mitpatient (ebenfalls Beamter) hat mir das bestätigt, denn er hat deswegen extra mit seiner Sachbearbeiterin telefoniert. Die Angst verflog, die Nervosität blieb.

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Nach dem Mittagessen wieder zur Kapelle. Nach dem Gebet einige gute, mich weiterbringende Gedanken zu den Themen ,,Tunnel'' und ,,Innere Leere''.

Freitag, 19.02.2021

Schon wieder eine Woche rum! Nach der Beruhigung in Sachen Beihilfe fühlte ich mich dann doch wohler. Gut geschlafen, trotzdem war ich müde und erschöpft. Liegt das vielleicht daran, dass ich weniger Ablenkungen habe und mich mehr mit mir selbst und mit anderen Dingen aktiv beschäftige? Ich werde das beobachten.

Mir träumte, ich wäre in meinem Elternhaus. Meine Muter kam rein und erzählte mir, mein Vater habe im Garten etwas Altes gefunden und zwar ,,so Börsensachen. Alte Aktien oder so.''. Ich solle mir das mal ansehen. Mürrisch ging ich nach draupen. Bei den ,,Börsensachen'' handelte es sich um ein altes Telefonregister zum Aufklappen und um einen Brief meiner Eltern an die Zukunft aus dem Jahr 1976. Leider hatte ich kaum Gelegenheit, den Brief in Ruhe zu lesen, denn ständig plapperte jemand dazwischen oder zuppelte am Brief herum. Beim Brief war noch eine Faltbroschüre einer pornographischen Kunstperformance.

Da war ich dann doch einigermaßen überrascht.

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Aufgestanden um zwanzig vor sechs und die Waschmaschinen im Keller angeschmissen.

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Schon seit fast drei Wochen keine Podcasts mehr gehört. Heute habe ich damit begonnen, den Podcatcher auszumisten. Ich will mal wieder ab und an eine Episode hören — allerdings mit Augenmaß, weil ich festgestellt habe, dass ,,Anderen Leuten zuhören'' mich in bestimmten Situationen (z.B. Einkaufen) ziemlich stresst.

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Nach dem Abendbrot eine Runde um die Insel Grafenwerth gemacht. Später Homekneiping mit Freunden via Jitsi. Nette Unterhaltungen über Gott, die Welt und Musik.

Aus dem Netz

Wie man einen Büchertrödel perfekt in Szene setzt

Sehr organisch, das Ganze!

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Kurdistans Landwirtschaft neu starten

Der Blick nach Kurdistan ist für mich — ohne jegliche persönliche Verbindung dorthin — immer wieder faszinierend!

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Ein Rant von Fefe über die Bullshit-Livetickerbefüllung, den ich voll und ganz und ganz nachvollziehen kann.