KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Samstag, 06.02.2021 bis Freitag, 12.02.2021

Aus dem Leben

Samstag, 06.02.2021

Recht gut geschlafen. Mir träumte, ich hätte Besuch von einer Spezialeinheit. Die Männer trugen schöne, dunkelblaue Uniformen mit Pistolen vor der Brust. Der jüngste von ihnen stieg durch ein Fenster nach draußen, damit er nicht erschossen wird. Später spielte ich am Computer ein Panzerspiel. Ich hielt einen Spielzeugpanzer in den Händen und schoss damit auf die gegnerischen Panzer. Dann zog ich mich schnell zurück und feuerte aus einer anderen Richtung erneut. Danach ein Aufbauspiel: Mein kleines Volk landete an einer fremden Küste und ich musste einen Siedlungsplatz für die Menschlein suchen: Ich versuchte, einen von ihnen mit einer Kreisgeste zu markieren und ihn mit Strg + 1 als Gruppe abzuspeichern. Er sollte nämlich als Späher dienen. Das klappte aber nicht und ich hatte große Angst, ihn bei meinen Versuchen mit dem Finger zu erdrücken. Leider war das Land schon besiedelt. Da die Zeit drängte (wir mussten unsere Zivilisation schnell aufbauen, bevor die anderen Völker mit ihren Panzern angriffen!), pflanzte ich meinen Stamm kurzerhand in einen Blumenkübel.

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Ruhiger ,,Drinnen-Tag''. Bad Tinnef hat sich nämlich genussvoll eingenieselt. Wäsche gewaschen, was mit den Profi-Maschinen im Keller gut geklappt hat.

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Den Ortsnamen ,,Rottbitze'' entdeckt. Kannste Dir nicht ausdenken, sowas!

,,Hey! Wo kommst Du eigentlich her?''

,,Sach' ich nich'!''

Sonntag, 07.02.2021

Mittelgut geschlafen. Mir träumte, meine Eltern und ich wollten in den Urlaub fahren. Ich hatte das meiste meines Krams zusammengepackt und eigentlich sollte ich das Gepäck ins Auto räumen. Gleichzeitig sah ich aber nicht ein, warum ich diese Arbeit ganz alleine machen sollte und wollte weiter fernsehen. Meine Mutter war schlecht gelaunt und putzte hektisch das Haus. Da entschloss ich mich, diese eine Sendung noch zu Ende zu gucken und danach dann doch loszulegen — ich wollte nämlich endlich ans Meer. Dann fiel mir ein, dass ich ja überhaupt keine Unterhosen eingepackt hatte!

Im Fernsehen sah ich, wie der Papst Johannes Paul II. den Segen Orbi et Orbi sprach. Danach sangen er und ein Kardinal ein Kinderlied in der Art von ,,Ob schwarze Menschen, ob gelbe Menschen, ob braune Menschen, weiße Menschen: Alleeeeee Menschen sind Menschen …'' Dabei klopften sie in einer einstudierten Choreographie auf ihre Talare. Zwischendurch wurden immer wieder Sequenzen von schönen Menschen im Schwimmbad eingespielt.

Ich ging zu meinem alten Gymnasium, um mich mit alten Schulkameraden zu treffen. Das (im Traum) traditionelle Kastenfeuer auf dem mit einer Wiese bedeckten Schulhof kokelte so sehr vor sich hin, dass ich es mit Pappe und Karton anfachen wollte. Auf einmal brannte das Gras und ich trat die Flammen aus. T.M. kam hinzu und auch T.T. Ich fragte T.M. nach dem seltsamen Papst-Auftritt aus, aber wusste auch nichts darüber.

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Einen Mitpatienten ein Stück auf seiner Wanderung begleitet. Wir haben uns gut unterhalten. Wieder zurück in der Klinik habe ich weiter am Roman geschrieben.

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Sehr langes Telefonat mit Freund O.

Montag, 08.02.2021

Mittelgut geschlafen. Den Wecker spontan von halb sechs auf halb sieben gestellt. Mein Schlafbedürfnis hier ist riesig. Mir träumte, meine geschiedene Frau und ich wären noch verheiratet und wollten gemeinsam einen Gebrauchtwagen kaufen. Bei einem freundlichen, dicken Autohändler waren wir fündig geworden, hatten aber beide große Angst davor, von ,,Freunden'' und Verwandten dafür ausgeschimpft zu werden, dass wir zu viel Geld ausgeben würden. Schnell wollte ich noch einen Preisvergleich auf dem Smartphone machen (wir saßen schon im Büro des Autohauses für die Vertragsunterzeichnung), jedoch gehörte die Domain gebrauchtwagenpreisvergleich24.de jetzt einem Eiscremehersteller.

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Seitdem ich mit der Hand mein Tagebuch führe, funktioniert auch die Handschrifterkennung auf dem Smartphone besser. Ein seltsamer Zufall!

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Überall Schneekatastrophe und Winterwunderland — nur ist Bad Honnef nicht.

Hier ist Hochwasser.

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Von Terminproblemen auf meinem Therapieplan angenervt. Davon angenervt, dass bei mir alles so langsam geht. Angenervt davon, dass ich gerade so oft Pinkeln gehen muss. Angenervt vom Wetter. Angenervt von mir selber. Angenervt, dass ich noch nicht einmal in Ruhe angenervt sein kann, weil der Reinigungsdude mit dem Staubsauger hinter mir her ist.

Vor dem Staubsauger in den Aufenthaltsraum geflohen und eine Mitpatientin getroffen, die ebenfalls auf der Flucht ist. Da es hier keinen Teppichboden gibt, fühlen wir uns sicher und quatschen nett fast eine ganze Stunde lang.

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Abends einen ebenfalls schreibenden Freund mit der Schöpfungsgeschichte ,,meiner'' Welt beeindruckt.

Dienstag, 09.02.2021

Gut geschlafen. Mir träumte, ich wäre für eine Nacht zu Hause und würde abends in eine Kneipe gehen. Es war sehr gemütlich dort und ich saß in einem der hinteren Räume. Ich trank zwei Bier, dann ging ich mit meinem Deckel an die Theke um zu bezahlen. Kinder belagerten den Tresen, denn sie hatten Gutscheine für Freigetränke. Die Kneipe war gut gefüllt und erst viel zu spät bemerkte ich, dass ich meine Maske nicht aufgesetzt hatte. Das holte ich natürlich sofort nach. Beim Bezahlen fiel mir auf, dass doch wohl vier Bier getrunken hatte — und das, obwohl ich doch am nächsten Morgen ganz früh raus und zurück in die Klinik musste! Also nichts wie ab nach Hause und wacker ins Bett!

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Zur Kapelle gelaufen, dort gebetet und eine Kerze angezündet. Das war sehr schön. Danach bin ich durch das Tretschbachtal gewandert. Alles war kalt und gefroren und wunderschön. Abends hatte ich über 20.000 Schritte gemacht.

Mittwoch, 10.02.2021

Recht gut geschlafen. Mir träumte, ich wäre auf der Arbeit und würde mit einer Videokamera auf Regale und Schränke klettern, um einen Gottesdienst abzufilmen. In der Pause musste ich aufs Klo. Das hatte aber jemand nach Strich und Faden vollgeschissen und noch nicht einmal abgespült. Als ich das nachholen wollte, lief das Klo über. Mir wurde schlecht und ich musste Weinen.

Später saß ich in meinem Büro und aß Kekse aus der Packung. Als die kalorienarmen Kekse alle waren, hörte ich auf, denn ich wollte nicht an die fetten Doppelkekse ran.

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Nach dem ,,Feierabend'' bin ich wieder zur Kapelle. Nach dem Beten öffnete sich plötzlich die Tür und eine ältere Dame kam herein. Sie stellte sich neben den Eingang und schien darauf zu warten, dass ich fertig bin. Da ich mein Zwiegespräch bereits beendet hatte, habe ich noch schnell meine Kerze angezündet und habe mich auf den Weg nach draußen gemacht. Beim Rausgehen haben wir uns stumm und freundlich gegrüßt. Als ich mich an der frischen Luft für den weiteren Weg bereit machte, hörte ich, wie die Frau drinnen ein Kirchenlied anstimmte. Sie hatte eine sehr einfache, aber klare und schöne Stimme. Ich wollte nicht lauschen und ging weiter in den Wald hinein. ,,Jeder auf seine Weise!'' dachte ich.

Donnerstag, 11.02.2021

Unruhig geschlafen. Mir träumte, ich läge im Bett und hätte panische Angst vor Hexen. Gegen Hexen helfen aber Kaffeebohnen, denn die können sie nicht leiden und der Geruch von Kaffeebohnen ekelt sie an. Auf einem Bord über meinem Bett stand die rettende Kaffeedose, doch ich hatte solche Angst, dass ich mich kaum bewegen konnte. Mit eiserner Willenskraft schaffte ich es mit dem Fuß, die Kaffeedose vom Bord zu schubsen und sie zu greifen.

Endlich sicher!

Später wachte ich in meinem Jugendzimmer auf. Es war Sonntagmorgen gegen sechs Uhr und es hatte geschneit. Ich schaute aus dem Dachfenster und beschloss, meinem Vater beim Schneefegen zu helfen.

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Mit schwerem Herzen aufgewacht. Gefühle sind sehr anstrengend.

Momentan mache ich das, was ,,Emotions-Safari'' nenne.

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Das Wiegen heute brachte Erfreuliches: Ich habe weiter abgenommen!

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Ein Satz kam mir in den Sinn, welcher der Beginn einer Kurzgeschichte sein könnte. Mal schauen, ob das noch klappt mit dem Schreiben.

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Nachmittags den Rhein entlang nach Königswinter und zurück gewandert. Eine schöne Bewegung an frischer, klarer Luft. Ich habe viel nachgedacht und Eiszapfen fotografiert.

Abends weiter am Roman geschrieben (der Tod der Roggenmuhme). Die Szene schrieb sich fast wie von selbst.

Freitag, 12.02.2021

Gut, aber mit Unterbrechungen geschlafen. Mir träumte, mein Aufenthalt in der Klinik wäre fast vorüber und mir fiel ein, dass ich ja mit Freund O. in die Niederlande reisen wollte. Er hatte dort ein Ferienhaus und bald, bald würden wir gemeinsam am Hafen sitzen und Bier trinken!

Aus dem Netz

Blogstuff 555

Mal wieder gute Sachen dabei. Z.B.:

  1. Januar 2021. Heute haben wir genau einhundert Corona-Tote in unserem Landkreis. Sieben in der ersten Welle April/Mai, 93 seit Oktober 2020. Nachmittag Schwimmschule.

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Hotline für Berufsempörte

Tja, Twitter halt! ;-)

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Corona in Kurdistan

Noch ein Eintrag von Enno. Money-Quote:

Irgendwie käme in Kurdistan niemand auf die Idee, dort ohne Maske demonstrieren zu gehen. „So blöd können nur Deutsche sein“, lacht der Beamte und ergänzt: „Aber wart ihr nicht mal die klugen Leute? Was ist daraus geworden?“

Auch die Sache mit den Lebensmittelpaketen ist beeindruckend.

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OHNE TONIC IST ALLES GINLOS

Via jawl