KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Sammelpost 057

Montag. Für einen Montag einigermaßen gut aus dem Bett gekommen.

Leichte Trigger im Minutentakt.

Nicht gut. Gar nicht gut.

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Der Himmel ist klar und es ist kalt und trocken draußen. Am liebsten würde ich jetzt durch die Ruhrwiesen stapfen anstatt im Homeoffice zu sitzen. Nervenglühn und Feuer in der Brust.

Zwischendurch bin ich wieder bei mir und fühle mich mit mir selber wohl. Das war vor nicht allzu langer Zeit noch ganz anders und mir fällt ein, dass ich mich letztes Jahr im Lockdown doch häufig ganz schön einsam gefühlt habe.

Allerdings werde ich zunehmen haushaltsfaul, denn ich sage mir immer wieder: ,,Ach, das kannst Du ja auch morgen noch machen!''

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Vor der Gruppentherapie eine ordentlichen Spaziergang gemacht. Der hat mal wieder gut getan. Die Gruppe war für mich nicht so anstrengend wie sonst, trotzdem hat es danach sehr in mir gearbeitet. Obwohl für mich montags ja die Regel gilt: ,,Nach der Gruppe nichts vornehmen!'' habe ich die Küche gewischt (war echt mal nötig!). Danach zu lange am PC gezockt.

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Dienstag. Gut geschlafen mit seltsamen Reiseträumen. In einem wollten meine Eltern und ich mit einer Autofähre fahren und mein Vater bestand darauf, dass meine Mutter den Wagen auf das Schiff fahren solle. Ich hingegen musste noch mal schnell aufs Klo. Dort traf ich auf einen Mann, der die Hose seines Sohnes auswusch. Wir kamen ins Gespräch und er empfahl mir den Besuch einer bestimmten Gegend in den Niederlanden. Dort gäbe es ,,Dornenfelder'' und den ,,Deutschen Acker'', wo man herrlich wandern könne.

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Aufgestanden um halb acht und mit einem Kaffee ins Homeoffice. Über mir klöntern wieder die Handwerker herum.

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Leichte Übelkeit. Keine Ahnung, wo die herkommt.

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Weiterhin halte ich maximalen Abstand zur Wunderschönen und das tut mir gut. So kann sie mir nicht (beabsichtigt oder unbeabsichtigt) weh tun.

Leider kann ich es nicht immer verhindern, sie zu sehen und das schmerzt jedes Mal.

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Mittags eine Meditation für schwere Situationen gemacht, die ich im MBCT-Kursus gelernt habe. Die hat sehr geholfen.

Zum Feierabend mit Freund Th. telefoniert und danach direkt an den PC, um mich mit dem mittelalterlichen Böhmen abzulenken.

Irgendwie habe ich fast den ganzen Tag nur am Schreibtisch gesessen.

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Mittwoch. Aufgestanden um acht Uhr und ins Homeoffice eingeloggt. Starke Netzwerkprobleme allüberall. Um nicht wieder den ganzen Tag im Bürostuhl abhänge, möchte ich die Mittagspause an der frischen Luft verbringen.

Viele Emotionen und Ängste kommen hoch.

Überlebensmodus.

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Mit etwas Glück kann ich mir in der nächsten Woche auf der Arbeit meine Booster-Impfung abholen.

Das wäre mal ein Lichtblick.

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In der Klausurtagung für meine neue Aufgabe (WebEx) bin ich eher lustlos und ich hoffe, dass sich das noch ändert.

Als virtuelle Pinnwand wird ,,Mural'' genutzt. So langsam ermüden mich die vielen Tools.

Die Klausurtagung zieht sich und ich werde sehr, sehr müde. Immerhin lässt die innere Unruhe nach. Zwischendurch haben ich mir Kaffee gemacht. Lerneffekt: Wenn man herzhaft gähnt und dann erst bemerkt, dass die Kamera noch an ist, wird man auch ohne Koffein wieder wach.

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Die Stadt Königs Wusterhausen, in der ich während meines zweiten Studiums häufig logierte, ist der Schauplatz eines furchtbaren Verbrechens geworden: Ein Mann hat seine Familie und dann sich selbst erschossen. Angeblich hatte er Angst vor den Konsequenzen, die ein gefälschtes Impfzertifikat seiner Ehefrau nach sich ziehen würde.

Wenn das wirklich den Tatsachen entspricht, dann fällt es mir schwer, darauf nicht zynisch zu reagieren. Da haben Leute Angst vor einer Impfung, nehmen sich aber aus Furcht vor Verhaftung das Leben.

Es schockierend und traurig.

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Was wir brauchen ist ein Impflicht zur Weihnachtszeit. Ein kleines, helles Impflicht.

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Nach 8 Stunden Videokonferenz bin ich mehr als durch. Kopf und Rücken schmerzen.

Die gute Nachricht des Tages: Am kommenden Dienstag habe ich meinen Booster-Termin.