KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Sammelpost 050

Dienstag. Am Nachmittag durch eine Nichtigkeit voll getriggert worden. Konnte mich noch gerade so fangen. Eigentlich hätte ich noch länger bleiben sollen, bin dann aber schon um halb fünf nach Hause.

Ich muss wohl lernen, in den Schmerz zu gehen.

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Zwischen Düsseldorf und Duisburg Schäden an der Strecke. Ein gewaltiger Rückstau von Zug sammelt sich an. Wir Pendler sind aber auch selber schuld: Warum kaufen wir uns nicht alle ein Auto und stehen -- Brumm! Brumm! -- auf der Autobahn? Wenn wir die doitsche Autoindustrie retten wollen, müssen über kurz oder lang sämtliche Deutschen (auch Kinder und Greise) ein Auto besitzen. Andernfalls gilt das Gesetz des ewigen Wachstums nicht mehr und alles bricht zusammen!

(Beinhaltet Sarkasmus)

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Das neue Hörbuch von Max Goldt gekauft und da ich zum Hören bisher eher das ,,kleine'' iPhone denn das ,,große'' Samsung nutze, habe ich mir auf dem PC iTunes zum Synchronisieren installiert. Mit dem Installieren und Syncen und Updaten konnte ich ganz gut das Schreiben prokrastinieren, weil ich irgendwie wohl doch nicht an den Schmerzpunkt wollte.

Ich lasse das mal ohne Wertung so stehen.

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Mittwoch. In Nachhinein muss ich feststellen, dass ich am Vortag komplett außer mir war. Durch das Verschieben und Verdrängen wurde ich derart nervös, dass es in der schlaflosen Nacht in einen Fressflash mündete. Atsoil half nur wenig.

Am Mittwochmorgen krank gemeldet. Bin überhaupt nicht arbeitsfähig. Muss irgendwie auf Spur kommen.

Reflexion.

Ich muss den Tag dazu nutzen, mich zu beruhigen und selber zu finden. Dann muss ich am Schmerzpunkt arbeiten.

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Irrwelt, Wirrwelt.
Verzerrte Welt.

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Die Bauarbeiten in der Wohnung über mir treiben mich erst in den Wahnsinn und danach auf die Straße.

Im Nachhinein ein Glücksfall, denn die frische Herbstluft und die Bewegung tun der Seele gut.

Zwischendurch versuche ich mich an ein paar Achtsamkeitsübungen. Die Gefühle (Angst, schlechtes Gewissen, Sehnsucht, noch mehr Angst) sind chaotisch, der Geist beruhigt sich langsam.

Die Situation, in der ich bin, erscheint mir seltsam unwirklich.

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Ich widerstehe dem Drang, ,,Dinge zu erledigen'' und widme mich ganz der Beruhigung des Geistes. Mittags kehre ich kurz nach Hause für eine kleine Pause zurück. Die Motivation, meine ,,Baustellen'' jetzt intensiv anzugehen, ist sehr hoch.

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Mittags gehe ich nach Hause, um mich auszuruhen. Als die Pause der Handwerker beendet ist, begebe ich mich wieder nach draußen. Meine Hände zittern, mir ist kalt. Ich trinke im ,,Copenhagen Coffee Lab'' einen Milchkaffee. Das ,,Copenhagen Coffee Lab'' ist so ein hippes Bäckereicafé mit Dinkelbrot und Sauerteig. Eigentlich ganz nett. Der Milchkaffee schmeckt gut und belebt ein wenig.

Der junge Mann vom Personal ist sehr freundlich.

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Ein Waldspaziergang tat besonders gut. Herbstlaub umraschelte meine Schuhe und der Wald leuchtete in bunten Farben.

Ich war komplett außer mir, aber ich habe mich auch selber wieder hereingelassen.