KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Sammelpost 041

Bewegung tut dann doch ganz gut. Zur Gruppentherapie bin ich zu Fuß gegangen und sowohl die Schritte als auch Sonne und frische Luft waren sehr belebend.

Nachdem ich psychisch besser auf Spur bin, muss ich mich wieder mehr um meinen Körper kümmern.

Es fühlt sich gut an!

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Die Stadt ist voller bunter Blätter. Die Menschen wissen nicht, ob sie Jacken oder T-Shirts tragen sollen. Man spricht, man redet, man lacht, man streitet.

Seitdem in der Innenstadt Alkoholverbot herrscht, haben sich nahezug sämtliche Trinker in den nahen Kantpark zurückgezogen, den man kaum noch betreten mag.

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Die Gruppe war gut und anstrengend. Danach schnell nach Hause, da ich noch ein Vorgespräch für meinen baldigen MBCT-Kursus via Zoom zu führen.

Das Gespräch war gut und nett, aber ebenfalls anstrengend. Danach habe ich damit begonnen, Kingdom Come: Deliverance zu spielen. Die Grafik ist zwar nicht so schön wie die des wesentlich älteren Witcher 3 und sie ist auch ressourcenintensiver, aber das Spiel ist unglaublich liebevoll gestaltet und voller Informationen über das spätmittelalterliche Böhmen! Das Spiel ist auch sehr komplex: Die Spielfigur muss essen und schlafen, Nahrungsmittel im Gepäck verderben nach einer gewissen Zeit, ist die Spielfigur ungepflegt oder gar blutbefleckt, reagieren die Nichtspielercharaktere abweisend oder ängstlich auf sie. Das Kampfsystem ist rasant und kompliziert -- da werde ich meine Probleme mit haben.

Alles in Allem: Ich freue mich!

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Dienstag. Unruhig geschlafen. Wahrscheinlich hat das Computerspiel am Abend nicht so gut getan. Sehr erschöpft aufgewacht und den Wecker ordentlich vorgestellt. Auch wenn ich versuche, möglichst immer früh aufstehen, muss ich mich auch nicht selber quälen, denke ich. Dann also: Statt um fünf Uhr aufstehen, bis sieben Uhr weiterschlafen anstatt viertelstündig zu ,,snoozen''. Der Schlaf war dann erstaunlich gut.

Etwas zerknirscht aufgestanden und geduscht, danach ging es wieder.

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Die Wikipedia schaltet wieder Bettelbanner. Ist das Jahr schon rum?

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Das Innere Kind schreit voller Angst. Ich spüre die Wirklichkeit um mich herum überdeutlich. Alle Kanten sind klar und kalt.

Auf dem Hof stolziert eine fette Taube umher.

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Mittagessen. Während sich die Kolleginnen etwas beim Pizzabringdienst bestellt haben, habe ich mir aus der Kantine eine Entenkeule mit Rosenkohl und Rosmarinkartoffeln geholt. Wir saßen fröhlich beim Essen zusammen. Es wurde viel gelacht und ich weiß nun auch, dass am Tag meiner Geburt der Song „Sugar Baby Love” von The Rubettes an der Spitze auf Nummer 1 der deutschen Charts war.

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Eigentlich wollte ich gegen 17 Uhr Feierabend machen, aber da kam wieder diese eine dumme, eilige und leider auch wichtige Rechercheanfrage rein. Danach schaute ich noch kurz dem Tag beim Verschwinden zu und buchte mich viel zu spät nach 19 Uhr aus.

Notiz an mich: Unbedingt immer schön früh anfangen, damit ich auch zum Ende der Servicezeit spätestens nach Hause kann!

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Die Heimfahrt ist sehr anstrengend: Überall Verspätungen, man weiß überhaupt nicht, zu welchem Gleis man rennen soll. Der Zug ist voll, der Bahnsteig ist voll. Immerhin kann ich auf einem Platz in der ersten Klasse sitzen (ich lobpreise meinen ehemaligen Kollegen, der mir damals das Zusatzticket für die erste Klasse empfahl!) und konnte den ewige Diskussionen derjenigen Leute zuhören, welche die Zahl ,,1'' auf den Schildern nicht lesen können.

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Dieser Tag war ganz schön anstrengend, muss ich zugeben. Doof, wenn man erst im Dunkeln in die heimatliche Stadt ankommt.

Aber jetzt ist Feierabend und mich erwartet leckeres thailändisches Essen!

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Der Feierabend daheim sollte ruhig und entspannend werden, doch dann rief mich Freund J. an. Er war sehr aufgebracht, denn er musste für ein extrem wichtiges privates Projekt eine Word-Datei in ein PDF umwandeln und das klappte nicht. Support bis ca. 21:30 Uhr geleistet (natürlich gerne). Danach war ich noch so aufgekratzt, dass ich ,,nur für ein halbes Stündchen'' Kingdom Come angeschmissen habe.

Das war natürlich ein Fehler (ich Idiot!), denn was kommt in einer klassischen Geschichte, wenn man den Protagonisten, seine Familie, seine Freunde und ein bisschen etwas von seiner Welt kennengelernt hat?

Richtig!

Die Kumanen greifen an!

Es wurde dann leider doch 23 Uhr, bis ich vollkommen erschöpft ins Bett fiel.

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Mittwoch. Der Nachtschlaf war einigermaßen erholsam. Aufgestanden um fünf Uhr (obwohl ich den Wecker bereits nächtens auf sieben Uhr gestellt hatte), denn ich möchte ja gerne pünktlich zum Ende der Service-Zeit Feierabend machen.

Wie immer half eine feine Dusche, mich irgendwie einigermaßen klar zu machen.

Die innere Unruhe stieg an (ohne rational erklärbaren Grund).

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Kurz nach sieben Uhr. Ich sitze in der Kantine und warte auf mein Körnerbrötchen mit Spiegelei. Der Kaffee ist stark und heiß.

Das Leben ist schön!