KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Sammelpost 036

Samstagmorgen. Ganz gut aus dem Bett gekommen. Geduscht und Rucksack gepackt, denn ich fahre jetzt nach Hamm und besuche meine Ex-Schwägerin und meinen Ex-Schwipp-Schwager. Mein Neffe holt mich nachher am Bahnhof ab und ich freue mich schon sehr, auch ihn wiederzusehen.

Wenn wir Glück mit dem Wetter haben, wird abends der Feuerkorb angemacht.

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Mein neues gebrauchtes iPhone ist in Talinn gestartet, hat in Danzig eine kleine Pause gemacht und ich danach rüber nach Leipzig gehüpft. Mit dem Flieger ging es dann in die Domstadt Köln. Leider hatte das iPhone dort nicht viel Zeit, denn es musster weiter nach Düsseldorf. Das letzte Stück des Weges war nicht weit und gegen Mittag lag es in der Packstation. Seit der Bestellung waren vielleicht 30 Stunden vergangen.

Ich bin beeindruckt.

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Das iPhone sieht aus wie neu und funktioniert prima. Paradox: Eigentlich soll das Gerät ja zum Telefonieren und zum Nachschauen von Zugverbindungen usw. sein. E-Mails und Messenger-Nachrichten sollen ja auf dem großen Gerät bleiben. Trotzdem verspüre ich den Drang, mit dem neuen Spielzeug irgendwas anzufangen. Das Einrichten hat nicht lange gedauert.

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Je näher ich dem Zielbahnhof komme, desto aufgeregter werde ich. Wieder einmal typisch für mich: Wie oft bin ich diese Strecke schon gefahren? Zwanzigmal? Dreißigmal?

Trotzdem bin ich nervös und zittrig.

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Sonntagmorgen. Nach einem schönen und langen Abend mit den Lieben gab es einen sehr reichhaltigen Brunch. Dann wurde ich zum Bahnhof gefahren und nun sitze ich im Zug nach Hause. Ein ruhiger Sonntag erwartet mich. Ein Sonntag mit Sessel und Sofa.

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Die Heimfahrt zieht sich. Müde und schlaff.

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Montagmorgen. Die Nacht war durstreich und ich habe meinem Verlangen nach Wasser hemmungslos nachgegeben. Aufgewacht um kurz vor fünf und den Wecker dann doch eine Stunde weiter gestellt. Die Augen geschlossen und schon war es sechs Uhr. Ein bisschen zerknirscht aufgestanden. Draußen liegt die Welt noch im Schlaf. Es ist dunkel.

Ich bin froh über das heutige Homeoffice.

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Momentan teste ich die App ,,Apple Podcasts'' auf dem iPhone, da ich das Gerät ja eigentlich ständig in der Tasche mit mir herumtrage. Im Gegensatz zur Android-App ,,Podcast Addict'' ist die Apple-App aber eher bescheiden. Vielleicht probiere ich mal ,,Downcast'' aus. Die App soll ganz gut sein.

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Im Laufe des Morgens reicht ein Satz, ein einzelner Satz in einem Kalendereintrag und in mir zieht sich alles zusammen. Das Angstzentrum in meiner Brust schnürt mir die Kehle zu. Dieser Satz hat nichts zu bedeuten und selbst wenn er etwas zu bedeuten hätte, dann hätte es nichts mit mir zu tun. Trotzdem schießt mir das Blut in den Kopf und ich bekomme kaum noch Luft. Dieser uralte Satz aus meiner Kindheit ist wieder da (,,Das Kind kriegt ja keine Luft mehr!'').

Dann stehe ich auf. Ich nehme meinen Notfallstein in die rechte Hand und drücke ihn ganz fest. Er ist hart und kühl. Er fügt sich perfekt in meine Handinnenfläche ein. Ich atme und stelle mir vor, wie sich um mein Angstzentrum die Schalten einer Muscheln schützend schließen.

Ich bin da.

Ich bin da.

Ich atme.

Ich bin da.

Langsam geht es wieder besser. Ich bin sehr erschöpft, aber doch froh, den Anfall abgewendet zu haben.

Draußen wird es langsam heller.

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Mein Notfallstein

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Für den gesamten Vormittag ist die erste Arbeitsgruppensitzung für meine neue Aufgabe (ich bin Vertreter des Beauftragten) und ich bin aufgeregt. Kurze Vorstellung in der Runde. Das Herz pocht. 

Eigentlich eine ganz gute Ablenkung nach der Aufwallung heute Morgen.

Ein wenig habe ich Sorge, dass die Sitzung wirklich die ganzen geplanten drei Stunden dauert.

Auch nach mehr als einem Jahr Videokonferenzen kann ich über die kleinen Fallstricke schmunzeln, die einen hier erwarten: Fiepende Mikrofone, seltsame Präsentationen, Rückkopplungen. Trotzdem ist deutlich, dass die Teilnehmenden langsam immer sicherer werden.

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Onboarding, Wording, Storymap, Awareness, Breakout-Session, Coffee Lectures, Roadmap, Storytelling.

Hoffentlich fragt mich niemals jemand nach dem aktuellen Stand der Projekte.

Muss man in einer Videokonferenz auch ab und an mal was machen, damit die anderen wissen, dass man noch da ist?