KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Sammelpost 022

Samstag. Ein Tag, wie aus Ebenholz geschnitzt. In der Stadt Besorgungen gemacht und den halben Aldi leergekauft.

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Duisburg, Innenstadt. Überall stehen Infostände der Parteien. Ein Mann geht am Stand der Grünen vorbei. Als man ihm ein Wahlprogramm anbietet, sagt erlaut: ,,Tut mir leid! Ich liebe mein Land! Wir kommen leider nicht zusammen!''

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Im Knüllermarkt gewesen, um Laternen für meinen Balkon zu kaufen. Dieser Laden nennt sich selber ,,das Deko-Paradies'', ist aber mehr eine Hölle aus Tand und Plastikblumen. Will man herausfinden, ob man Epileptiker ist, so empfehle ich einen Besuch im Knüllermarkt. Bleibt der Anfall aus, ist man garantiert keiner.

Dieser Laden ist das einzige Gebäude der Welt, dass von innen größer ist als von außen. Man(n) verliert dort direkt die Orientierung und wenn man es dann doch nach draußen geschafft hat, wundert man sich, dass man auf einem seltsamen Parkplatz steht. War man nicht gerade noch in der Fußgängerzone gewesen?

Quengelige Ehemänner werden von ihren Frauen zwischen Stapel aus Stöckebündeln und vergoldeten Affen gezerrt. Immer wieder hört man den Ruf ,,Wo bist Du gerade?'', wenn man wieder ein Kind verlustig gegangen ist.

An der Kasse gibt es Mausefallen, in die man Geldscheine zum Verschenken einklemmen kann (,,Mäuse'' -- verstehste?). Ich bin aber schon ziemlich durchgewalkt von meinen Erlebnissen hier und halte die Dinger irrtümlich für echte Mausefallen und empfinde ihren Aufdruck ,,Viel Spaß damit!'' als ein klein wenig zynisch.

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Vor dem Kino esse ich einen Flammkuchen im ,,Ocho'' nahe des Hauptbahnhofes. Der Teig ist extrem bröselig, der Geschmack ist aber sehr gut, denn der Koch hat mit dem (echten) Feta nicht gegeizt.

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In der Hölle spielt man Lounge-Musik.

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Regen. Herbst. Grau. Die Blume der Melancholie öffnet ihre Knospe.

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Montagmorgen. Schlecht aus dem Bett gekommen, aber das Wochenende war auch etwas wirbelig mit einem Kinobesuch einem spontanen Homekneiping per Video und einem gestrigen Besuch der Burg Linn in Krefeld. Da habe ich gemeinsam mit einem Freund an zwei Schreibworkshops des Autoren Robert Corvus teilgenommen. Die waren sehr gut und ich konnte ein paar Dinge mitnehmen. Abends war ich ganz schön platt und bestellte mir mein schon fast schon traditionelles Abendmahl beim China-Restaurant meines Vertrauens. Beim Mampfen sah ich ,,Deadpool 2'' und fand den Film ziemlich witzig.

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Am Nachmittag wurde der Angstknoten in meiner Brust immer größer und zog sich dann schmerzhaft zusammen. Ich konnte mich mit Arbeit ein wenig ablenken. Nach dem frühen Feierabend half ein Spaziergang. Danach habe ich versucht, ein wenig zu schreiben, bis dass der Thronfolger vorbeikam.

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Dank des Versagens unserer Politik werden die Kinder jetzt erfolgreich ,,durchseucht''.. Ich bin mehr als dankbar, dass mein Thronfolger durchgeimpft ist.

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Am Montagabend kam der Thronfolger auf Pizza und Serie vorbei. Das hat gegen Angstknoten geholfen. Leider rumorte in der Nacht die Pizza im Bauch und der Darm stellte auf Durchzug. Dienstagmorgen vom Topf aus krank gemeldet.

Natürlich sind in der Nacht Armeen von Gedanken durch meinen Kopf marschiert und so langsam entsteht in mir der Entschluss, in Sachen Herzeleid mutiger zu werden.