KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Sammelpost 021

Der Nachtschlaf war ein wenig besser, aber trotzdem um drei Uhr morgens mehr oder weniger vorbei. Immerhin habe ich es um halb sieben aus dem Bett geschafft. Das ist ein Erfolg!

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Mittwochmorgen. Blauer Himmel. Es ist frisch. Bierdunst liegt über der Stadt.

Ein Vogel singt wie die Streicher in ,,Psycho''.

Der verwahrloste Mann fragt mich nach Kleingeld. Ich verneine. Er geht weiter. Der Reißverschluss seines Rucksacks ist kaputt, sodass dessen Klappe offen stand wie ein Mund.

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Den Tag über müde. Der Lieblingskollegin beim Bearbeiten der heutigen Artikel geholfen. Eine mehr oder weniger schlechte Nachricht hat meine Hoffnung auf eine vernünftige Datenquelle geschmälert.

Der Arbeitstag war trotzdem schön, denn wir haben zwischendurch immer mal wieder gequatscht.

Die Lieblingskollegin ist von einer verwirrten Frau aus Bayern angerufen worden (Letztere hat wohl einfach irgendwelche Durchwahlen ausprobiert). Die Dame aus Süddeutschland redete ohne Luft zu holen und wollte dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen Folgendes ausrichten lassen (extrem gekürzte Kurzfassung): Wenn er in NRW mit den Flutfolgen so viel zu tun hat, könnte doch Horst Seehofer Bundeskanzler werden! Den Söder könnten sie in Bayern nicht abgeben, denn der wäre ja mehr so ein Lokalpolitiker.

Jeder von uns hat schon mal einen solchen Anruf erhalten, denn es ist vollkommen normal, dass verwirrte Menschen bei den obersten Behörden eines Landes anrufen um ihre Thesen loszuwerden oder um einfach ihren Frust loszuwerden. Dass sie ihre Wut auf irgendwelche unschuldigen Bibliothekarinnen und Bibliothekar loslassen, scheint ihnen dabei vollkommen egal zu sein.

Die Dame aus Bayern war aber freundlich und hat meiner Kollegin das Bundesverdienstkreuz an den Hals gewünscht.

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Donnerstag. Nachtschlaf hat sich wieder etwas verbessert. Ganz gute Laune, obwohl ich am späten Abend zuvor eine Fressattacke hatte. Das ,,Gefühlsbarometer'' bei meinem Psycho-Onlinedienst stellt sich immer mehr als gute Hilfe zur Selbstreflexion heraus.

Der Antrieb ist auch stärker.

Irgendwie ist es gut, dass ich heute Homeoffice habe. Allerdings fühlt sich dadurch der Donnerstag wie ein Freitag an.

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Leichter Regen geht über das Land.

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Nach dem Therapietermin am Mittag spontan auf dem Markt einen Backfisch gegessen.

Lecker!

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Den Arbeitstag habe ich gut rumgekriegt. Während der Coaching-Session via Telefon einige gute Anregungen für die Selbstfürsorge bekommen. Ich muss mir die unbedingt mal aufschreiben.

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Freitag. Nachtschlaf wieder etwas besser. Der Schlaf- und Nerventee vor dem Zubettgehen hat geholfen. Wirre Träume. Um sechs Uhr müde, aber guter Dinge aufgestanden. 

Die Fahrt zur Arbeit habe ich in einem ,,DB-Gebrauchtszug'' verbracht: Eigentlich ein stinknormaler Doppelstock-Regionalexpress, allerdings hätte eine Privatbahn fahren sollen.

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Freitagvormittag. Es ist ruhig. Selbst die Spammer freuen sich schon auf das Wochenende, denn nur eine einzige E-Mail von ihnen gammelt im Spamordner vor sich hin.

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Der Arbeitstag war irgendwie lang und ich war sehr müde. In der Mittagspause viel gelacht. Die letzten Minuten zogen sich wie Kaugummi.

Wochenende! Ich will Wochenende!

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Da der Thronfolger mit Kumpels unterwegs ist, haben wir uns auf Montag vertagt. Ich habe die Gelegenheit genutzt, um die bayerische Woche im Finkenkrug auszuprobieren. Ich war allerdings schnell müde und ging früh heim.

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Samstag. Um neun Uhr relativ ausgeschlafen und gut gelaunt aus dem Bett gekugelt. Zum Frühstück Brote mit Tomaten aus dem elterlichen Garten. Es ist unglaublich, wie intensiv die Tomaten im Vergleich zu Supermarktware schmecken! Ich kann garnicht genug davon bekommen!

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Jörg Thadeusz interviewt den von mir sehr geschätzten Dietmar Wischmeyer zu dessen Roman ,,Begrabt meinen rechten Fuß auf der linken Spur''. Er zitiert daraus den Satz:

,,... aber von wegen: Der Ostgote verpisst sich lieber und brüllt sich in seiner Unterkunft die Hutze dicht.''

Ich muss fünf Minuten am Stück lachen.