KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Montag, 29.06.2020

In der Nacht nach je einer Stunde Schlaf aufgewacht. Dann wieder irgendwann eingeschlafen. Den Nerven ging es aber recht gut.

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Mein Traum wurde durch die Wachphasen immer wieder unterbrochen, doch fast jedes Mal wieder aufgenommen.

Mir träumte, Kollegin M. und ich seien Kriminalbeamte und unser Land NRW hätte uns nach Bayern für ein Ski-Event ausgeliehen. Dort in den Bergen angekommen, regelte M. den Papierkram, während ich in einem kleinen italienischen Restaurant Nudeln aß. Später kam M. dazu und es stellte sich heraus, dass das Restaurant zu dem Hotel gehörte, in dem wir logieren sollten. Erst als wir zu unseren Zimmern aufbrachen, fiel mir die gut bestückte Bierkarte des Restaurants auf, doch es war schon ein wenig spät und ich zottelte hinter M. her. Es stellte sich heraus, dass unsere Zimmer nebeneinander lagen und eine Verbindungstür hatten. Als ich bereits meinen Schlafanzug an hatte, wollte ich doch noch schnell rüber ins Restaurant, um ein Bier zu holen, doch M. wollte lieber für mich gehen. Sie verschwand und als sie mit einem Glas in der Hand wiederkam, hatte ich beim Blick in den Kleiderschrank eine Vision: Zwei Frauen — eine dick, die andere schlank — würgten eine dritte Frau, die jung war. Wie im Wahn lief ich los, denn ich war sicher, dass gerade ein schlimmes Verbrechen verübt wurde. Bald wurde ich in einem Zimmer einen Gang weiter fündig: Genau wie in meiner Vision würgte die zwei Frauen die dritte in einem Kleiderschrank, während am Boden ein Mann und ein Junge gefesselt lagen. ,,Hol' schnell Deine Dienstwaffe!'' stammelte ich zu M. ,,Hier geschieht ein Verbrechen!'' — ,,Das will ich wohl meinen!'' rief da der gefesselte Mann.

Den Rest überließen wir der örtlichen Polizei.

Am nächsten Morgen wollten wir unseren Dienst an der Piste antreten, doch die Menschen interessierten sich nicht die Bohne für den Wintersport: Alle starrten in den Himmel, wo eine Sternschnuppe nach der anderen gut sichtbar über das Firmament zog. Einige Sternschnuppen änderten die Richtung und schlugen direkt in unserer Nähe ein.

,,Nicht hingehen! Bleiben sie zurück!'' rief ich, doch ein Junge (der Gefesselte von gestern Abend?) lief zur nächsten Einschlagstelle. Kaum war er am Rand des kleines Kraters angekommen, da kam ein Außerirdischer mit großem Kopf aus dem Loch und packte den Jungen. Das Alien zerrte das sich windende Kind auf einen Schlitten und floh. Ich zog meine Waffe und lief hinterher. Da sich der entführte Junge heftig wehrte, konnte der Außerirdische nicht so recht beschleunigen und ich holte ihn ein. Als ich in der richtigen Position war, schoss ich dem Alien in den Kopf. Noch während ich den Jungen befreite, rief ich über meine Schulter hinweg M. zu: ,,Informiere die Zentrale! Wir brauchen Verstärkung! Wir brauchen mehr Feuerkraft!''

Ein paar Monate später waren wir noch immer in Bayern in den Bergen und leisteten Widerstand. Die meisten Ansiedlungen der Menschen waren zerstört und wir kämpften verbissen um jeden Felsen, jede Weide, jeden Wald. Einmal fuhren wir aufgesessen auf einem alten Transportpanzer über eine Wiese. Meine Begleiter waren meist ehemalige Polizisten und alle waren mit Sturmgewehren bewaffnet. Es war ein ungewöhnlich warmer Frühlingstag und die Kameraden hingen ein wenig übermüdet in den Seilen. Da tauchte plötzlich eine Marschkolonne von Bundeswehrsoldaten vor uns auf. Der Panzer hielt und die Kameraden jubelten: Endlich Verstärkung!

Ich jedoch hatte wieder eine Vision: Durch die Flecktarn-Uniformen sah ich verschwommen Hände mit drei sehr langen Fingern und großen Köpfen mit dicken Glubschaugen. Ich zögerte nicht: ,,Aliens!!'' schrie ich, hob mein Gewehr und begann zu Feuern. Die Illusion der Außerirdischen begann zu flimmern und barst in tausend Sterne, als die ersten Aliens fielen. Eine Schrecksekunde später stimmten meine Kameraden in das Feuer ein. Das schwere MG des Panzers belferte los und in wenigen Sekunden lag die gesamte Kolonne des Feindes am Boden.

Doch der Feind hatte nicht genug und bald kamen über den Rasen durch Tarnung verschwimmende Außerirdische entgegen. Wir achteten nicht auf unsere Munitionsvorräte und schossen, was das Zeug. Glücklicherweise kamen uns noch zwei alte Kampfpanzer zu Hilfe, die man aus einem Museum geholt und wieder flott gemacht hatte.

Bald darauf packte ich in meiner Unterkunft (noch immer das Hotel) meine Sachen. Wir würden dem immer stärker werdenden Feind ausweichen und uns tiefer in den Bergen verstecken. Ich war gerade fertig, da kam M. zu mir und eröffnete mir, dass ich nicht mitkommen würde. Ich solle hinunter zum kleinen See gehen. Dort würde man auf mich warten. Ich schaute sie verständnislos an, gehorchte aber.

Am See erwartete uns eine Gesandtschaft einer Geheimorganisation, die unter Wasser versteckt eine neue Welt für die Menschen erschaffen wollte. Sie hatten dort unten eine ,,Realitätsmaschine'' gebaut und meine Aufgabe sollte es sein, mit ihr in die Köpfe der ,,hohen Lords'' der Aliens zu reisen und diese zu vernichten.

Wir stiegen in ein kleines Tauchboot und ich konnte M. nur noch einmal kurz zuwinken, bevor sich die Luke schloss.

Die Unterwasserstadt der Geheimorganisation war eine Ansammlung von Wundern für jemanden wie mich, der in den letzten Monaten nur ein zerstörtes Bayern hatte sehen müssen. Die Realitätsmaschine nahm mich auf und ich sah das Universum aus einer ganz anderen Dimension aus. Es wirkte auf mich in seiner Gänze wie ein unaufgeräumtes Kinderzimmer mit immer gleichen Strukturen, die im Sein selber hingen. Ich sah und verstand, wie alles zusammenhängt.

Leider habe ich das beim Aufwachen sofort vergessen.

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Ein Stehcafé mit Sitzgelegenheiten. Aber es gibt nur Sachen ,,To Go''.

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Die vielen, vielen ,,Mitarbeiter mit Werkvertrag'' in den Schlachthöfen von Tönnies und Co — ob die wohl alle die Corona-App installiert haben?

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Der Arbeitstag war wieder sehr anstrengend, aber immerhin konnte ich auch mal wieder zur Universitäts- und Landesbibliothek, weil ein Buch für uns im Sonderlesesaal lag.

Das Migrationsprojekt ist noch nicht wirklich weiter, aber immerhin haben wir einen Fehler gefunden. Das wird zwar nicht der letzte Fehler sein (ich bot dem Kollegen sogar eine Wette auf den nächsten Fehler an), aber wenigstens ist das doch eine Art von Fortschritt.

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Zum Feierabend Hunger im Bauch.

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Daheim Toast auf dem Sandwichtoaster. Relativ hektisches Aufräumen. Sind wieder so viele Dinge in der Todo-Liste gelandet. Im Ohr die aktuelle Episode von ,,Sicherheitshalber''. Abends ein bisschen Balkon, Bart stutzen und früh ins Bett.