Montag, 05.08.2019 bis Dienstag, 06.08.2019

Montag, 05.08.2019

Die Nacht

Unruhig geschlafen. Träume viel zu wirr, um sie Aufzuschreiben. Mehrmals wach gewesen.

Der Morgen

Am letzten Freitag war ich mit Bro Saufen und das hat meinen ganzen Schlafrythmus durcheinander gebracht. Ich hoffe, ich kriege den bald wieder eingependelt. Es ist schwülwarm draußen und der Himmel sieht so aus, als woll er sich gleich ausregnen. Die Bauarbeiter im Innenhof werden hektisch.

Befindlichkeit

Ich weiß, wie sich ein Fisch fühlt, der gerade noch mal vom Angelhaken geflutscht ist. Wie ihm die Lippe schmerzt und brennt und wie er dennoch unendlich froh ist, mit dem Leben davon gekommen zu sein.
So fühle ich mich.

Müdigkeit

Müde und voller Kopfschmerzen, den ganzen Tag. Dem Feierabend entgegen gesehnt, den übervollen Zug gehasst. Daheim dann noch den Ofen eingesprüht, etwas aufgeräut, Abendbrot gegessen, Youtube-Liste durchgeguckt, geduscht und vor dem Schlafen noch etwas gelesen.

Gerade das Lesen tut mir gut.

Heute bin ich dankbar für:

Gormenghast

Dienstag, 06.08.2019

Die Nacht

Endlich wieder besser geschlafen.

Der Traum

Mir träumte, ich wäre mit dem Bus in die kleine Nachbarstadt Fröndenberg gefahren. Der Busfahrer fuhr sensationell schlecht und als er sogar einmal an einer Haltestelle mit offener Türo einfach losfuhr, bevor die alten Leute aussteigen konnten und sie im Bus hin- und hergeschleudert wurden, kam der Verdacht auf, der Busfahrer sei betrunken. An der Endhaltestelle steig der Busfahrer aus und ging in eine Kneipe. Ich folgte ihm. Drinnen stellte ich den dicken Mann zur Rede. Er lachte nur und meinte, er würde keinen Alkohol trinken. Da fiel mir plötzlich auf, dass der Busfahrer von der Hüfte an nackt wahr. Seine weiße, aufgequollene Haut verwandelte sich zum Boden hin in Hühnerhaut und seine Füße hatten Krallen. Ein Dämon!
Schnell lief ich hinaus.

Fröndenberg hatte eine wunderschöne kleine Altstadt bekommen und hier traf ich auf einen Arbeitskollegen (in dessen Traumfreundin ich in diesem Traum verknallt war) und ein paar ältere Herren. Man nahm mich in die Runde fröhlich auf und obwohl es Sonntag war und ich den frühen Wecker fürchtete, ging ich mit ihnen in eine Gewölbekneipe. Hier trafen wir noch auf weitere Leute, die zu diesem erlauchten Kreise alter Freunde gehörten. Ich erkannte noch mehr Arbeitskolleginnen und -kollegen. Alle kannten Fröndenberg! Welch Überraschung!

Der Morgen

Aufgestanden um kurz nach vier. Schwüle Hitze liegt über der Stadt. Wann regnet es denn endlich mal richtig?

Die Baustelle

Die Baustelle und die damit verbundenen Einschränkungen nervt langsam. Endlich würde ich gerne wieder ,,meine'' gewohnten Züge in ihrer gewohnten Auslastung nutzen. Immerhin kann ich die Freuden der Nebenstrecke genießen: Der Zug morgens ist nicht so voll und ich habe Zeit zum Schreiben. Während nebenan Gleise auf Güterwaggons verladen werden, kommt dann doch ein Schauer herunter. Wenigstens ein paar Tropfen! Es ist, als ob der Boden und die Pflanzen gierig saugen, doch das bisschen Wasser, das vom Himmel fällt, verdunstet sofort und tut nichts, außer die Luft noch schwerer zu machen.

Nach dem Güterbahnhof halten wir in einem Wohngebiet, dass ganz unschuldig da steht und seltsam guckt als habe es etwas zu verbergen. Nett und sauber sieht es aus und doch hat es sicher eine schwarze Seele. Düsseldorf fängt an und uns überholt die S6. Wir liefern uns ein Rennen. Ich schaue rüber, ob zufällig T. in der S-Bahn sitzt, doch der ist sicher schon im Büro.

Befindlichkeit

Ich fühle mich wie eine Botschaft, eine Bitte um Hilfe, geschrieben auf die Innenseite einer Weißblechdose. Eine zarte Hand wirft die Dose ins Meer, doch anstatt als Flaschenpost ihre Reise anzutreten, sinkt die Dose einfach zum Meeresboden um dort zu Sterben.
Sie lässt beim Niedersinken noch einige zornige Luftblasen aufsteigen.
Dann nichts mehr. Dann wieder Hoffnung: Bunte Fische umschwimmen die Dose. Einer traut sich sogar ein Stück in die Öffnung hinein und erhascht einen Blick auf die Botschaft, die dort geschrieben steht. Ihre Buchstaben lösen sich im Meerwasser auf und werden eins mit dem Ozean.

Der Kreislauf

Als ich aus dem Zug stieg, ist mir der Kreislauf etwas weggesackt. Sterne gesehen, Schwindel. Zum Glück bin ich nicht umgekippt. Im Büro mal schnell nach Tipps gegooglet. Die Conclusio bei Hitzeschwindel: Viel Wasser trinken! Na, denn: Prost!

Der Mittag

Heute mal die Bibliothek geflohen und beim ,,Stadtbäcker'' Brötchen und Milchkaffee genossen. Gäbe es in der alten Heimat einen ,,Stadtbäcker'', könnte der Stadtnarr zum Stadtbäcker gehen und dort Stadtkaffee trinken. Nun aber sitze ich hier und lasse mich von vorbeieilenden Kolleginnen und Kollegen begrüßen.
Nebenbei mit der Präsentation für die Abschlussprüfung bzw. die Verteidigung von Maatahabait begonnen. Seine Masterarbeit zu verteidigen klingt immer ein bisschen so, als ob einem ein Typ in einer Arena die mit Leberwurst eingeschmierte Abschlussarbeit und einen Kinderstuhl überreicht und sich dann vom Acker macht, weil die Löwen reingelassen werden.

Der Nachmittag und der Abend

Viel Arbeit, aber auch viel geschafft. Daheim nur das Allernötigste erledigt, es ist Post von der Rentenversicherung gekommen: Ich muss wieder was für die Scheidung ausfüllen.
Seltsamerweise konnte ich trotz großer Erschöpfung nicht gut einschlafen.

Wofür ich heute dankbar bin

Ausgeschlafen sein.