Mittwoch, 11.09.2019

12.09.2019 - Lesezeit: 4 Minuten

Die Nacht

Gegen zwölf Uhr mit Schmerzen aufgewacht. Ich versuche zurzeit, das Tramal wegen der Nebenwirkungen, der Schädigung der Leber und des Suchtpotentials zu vermeiden. Um Schlafen zu können, habe ich dann doch 100 mg genommen und konnte Schlafen.

Der Morgen

Eigentlich hätte ich schon um fünf Uhr aufgewacht, aber dann doch schläfrig bis halb neun liegen geblieben (eine der Nebenwirkungen von Tramal). Ich habe es geschafft, dann ein paar Dinge im Haushlat zu erledigen. Dinge wie: Die Krankenhaustasche wieder auspacken, gewaschene Wäche zusammenlegen und Müll runter bringen. Das Ganze immer wieder von Liegepausen unterbrochen, wenn die Schmerzen zu schlimm wurden. Endlich, endlich läuft die Spülmaschine das Chaos in der Küche ist ein wenig gebändigt.
Mittags dann geschlafen. Schmerzen sind anstrengend und sicher hat mein Körper noch mit dem Tramal zu kämpfen. Von einer Gartenparty hinter dem Haus meiner Eltern (das Haus drinnen sah im Traum komplett anders aus als in der Realität) mit vielen Feuerstellen. Vater war ob der vielen kleinen Brandherde nicht amüsiert (altgedienter Feuerwehrmann).

Der Nachmittag

Immer wieder kommt die MRT-Hölle wieder hoch: Das blanke Entsetzen, in so einer Art Sarg eingesperrt zu sein und zu spüren, wie die Panik einem die Luft abschnürt. Es gab mal ein paar Jahren so einen Film, wo jemand lebendig begraben wurde und in seiner Kiste nur ein Handy hat, um Hilfe zu holen. Einen solchen Film würde ich mir auch unter der Androhung von Gewalt niemals ansehen.

Ernährung

Wegen der Bandscheiben kann ich ja nichts kochen und weit Laufen kann ich auch nicht. Wenn ich also etwas Warmes essen will, muss ich auf Fertiggerichte oder Lieferdienste zurückgreifen.
Langsam hängt mir das Zeug zum Halse raus und ich sehne mich nach einfachem Essen mit Kartoffeln und Gemüse.

Heizdecke

Mein guter Freund Th. hat mir eine Heizdecke geschenkt. Damit ich bin jetzt offiziell alt. ;-)
Allerdings leistet sie mir gute Dienste und ermöglicht mir, z.B. diesen Eintrag zu schreiben, denn mit einem warmen Rücken kann ich für eine gewisse Zeit auf meinem Bürostuhl sitzen.
Danke dafür!

Das Datum

Beim Scrollen durch die RSS-Feeds fällt mir auf, dass heute ja der elfte September ist. Ich erinnere mich noch gut an den elften September, wo mich auf der Arbeit der (leider schon längst verstorbene) Herr D. ansprach, ob ich schon mitbekommen habe, dass in das World Trade Center ein Flugzeug gestürzt sei. Ich dachte dabei an eine kleine Sportmaschine und zuckte nur mit den Achseln. Als dann später das zweite Flugzeug in den zweiten Turm stürzte, brach das Internet zusammen. Ich machte Feierabend und fuhr gleichzeitig aufgeregt und wie betäubt nach Hause. Daheim am frühen Abend sah ich dann, dass auch das Pentagon angegriffen worden war und in mir stieg Panik hoch. ,,Jetzt gibt es einen Atomkrieg!'' rief ich und fing zu Weinen an. Meine Freundin hat mich dann getröstet und ganz so schlimm wurde es dann ja doch nicht.
Auch wenn es fast so schlimm werden würde.
An einem solchen Tag sollten unsere Gedanken (und wer mag: Gebete) bei den Opfern und deren Angehörigen sein.

Physiotherapie

Bei der Physiotherapie hat der Therapeut micht seltsam hin- und hergerollt und sich auf mich abgestützt, ,,um die Wirbel zu öffnen''. Dank dieser Öffnerei war der Abend schmerzfrei. Weiter ,,Der Dunkle Kristall'' geguckt und dazu Essen vom Chinamann. Ich kann das Lieferessen bald nicht mehr sehen.

Heute bin ich dankbar für:

Gute Freunde, hilfsbereite Hände und für die Heizdecke.