KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Donnerstag, 23.07.2020

Mittelschlecht geschlafen. Immer wieder panikvoll aufgewacht. Mir träumte, wir würden uns zur Lagebesprechung draußen versammeln. Der alte Witwer von nebenan schaute auf das Dienstgebäude und fragte uns, ob ,,hier noch viele Schreiber'' arbeiten würden.

Mir und ein paar anderen von uns hatte man mit Messern verwundet. Besonders arm war Pablo dran, dessen schönes Schachbrettmustertattoo auf seinem Bauch durch die Schnitte ganz furchtbar verunstaltet war.

Später sahen wir fern, doch alle redeten durcheinander und ich konnte nichts verstehen. Auf mein Angebot hin, den Apparat auszuschalten und über unsere Probleme zu reden, waren die anderen beleidigt und meinten, sie wollen doch lieber weiter fernsehen.

Ich übernachtete im Flur und am nächsten Morgen kamen Tanten herein und brachten Unruhe mit. Die Großtante käme zu Besuch und alle müssten vorbereitet sein. Da die Großtante schon sehr krank war, kam erst der Arzt mit einer Posaune und dann die Schwestern, welche die Großtante trugen. Hastig verteilten die Tanten Mund-Nase-Schutzmasken. Bei mir kam keine an, also wickelte ich mir schnell die Bettdecke um die untere Gesichtshälfte. Zwei Tanten stürmten herbei, rissen die Decke weg und zogen mir eine Maske über. Dabei schimpften sie mich aus, ich solle ,,doch endlich mal meine Fresse halten''.

Nachdem die Großtante durch den Flur gezogen war, ging ich wütend fort — so wütend, dass ich sogar mein Handy dort ließ und nicht wieder umkehren wollte.

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Aufgestanden gegen halb acht. Schönes Frühstück auf dem neuen Frühstücksbrett.

Danach Lektüre eines Buches, dass ich von einem Freund zum Geburtstag geschenkt bekommen habe: ,,Trainieren wie im Knast'' von Paul Wade. Hinter dem martialischen Titel verbirgt sich eine Anleitung zu einem — relativ simplen — Eigengewichtstraining. Zwar ist der Stil sehr us-amerikanisch (,,Jeder kann es schaffen!!'', ''Ich war im härtesten Knast der Welt!!!1''), aber die Sache scheint mir auf den ersten Blick wirklich sinnvoll zu sein. Mich überzeugt besonders das Argument, dass in früheren Zeiten Athleten auch nahezu nur mit dem eigenen Körpergewicht trainiert haben. Ebenso sind in unserer heutigen Zeit auch gerade Turner sehr athletische Menschen — im Gegensatz zu den ,,aufgepumpten'' Bodybuildern.

Ich werde die Übungen mal vorsichtig ausprobieren und schauen, ob ich die für mein sehr hohes Körpergewicht und meinen kaputten Rücken adaptieren kann.

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Dieses Video zu ,,Inkulinati'' ist wirklich sehr, sehr schön gemacht und hat mich sehr amüsiert.

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Flaschenpost einbestellt. Hauptsächlich gibt es aromatisiertes Wasser und alkoholfreies Bier und alkoholfreies Radler.

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Der Urlaub rauscht nun doch vorbei. Merker an mich: Nächstes Jahr am besten drei Wochen am Stück nehmen!

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Die Internetverbindung bricht immer wieder ab und das nervt mich nun doch ziemlich. Da setzt man sich in einer Lesepause mal gemütlich an den PC zum Feedlesen und Blogschreiben und dann hakelt es immer wieder.