KieselBlog

Flusskiesels Notizen

Dienstag, 28.07.2020

Mittelgut mit vielen Unterbrechungen geschlafen. Immerhin wesentlich besser als in der Nacht zuvor. Sehr viele Träume. So viele, dass ich sie kaum alle aufschreiben kann.

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Mir träumte, ich säße in einem Bibliothekscafé mit einer schönen und klugen Frau. Sie hieß Meren und sie schaute mich aus fast schwarzen Augen an. Dabei redete sie von Politik und Projekten. Unter anderem erzählte sie, dass in der X-Straße ein hochmodernes Bordell gebaut werden solle und dass sie mit Freunden überlege, wie man dagegen vorgehen könne. Sie lehne Prostitution nämlich ab. Ich wollte ihr beipflichten, konnte aber das Wort ,,Prostitution'' nicht richtigen aussprechen, so sehr war ich in sie verknallt.

Dann kamen plötzlich viele junge Leute in das Café. Sie verteilten sich überall und das Gespräch zwischen Meren und mir brach ab. Dann ergriff eine große Blondine das Wort. Es sei Zeit, über die Übergabe der Aufgaben zu sprechen, sagte sie. Dann schaute sie Meren an und meinte: ,,Das könntest Du doch übernehmen!''

Meren jedoch verzog das Gesicht. ,,Ich bin nur privat hier.'' sagte sie und begann zu Weinen.

Gerne wäre ich zu ihr gegangen um sie zu Trösten, aber da waren zu viele Tische im Weg und so konnte ich nur mit hängenden Schultern dastehen und sie bemitleiden.

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Mir träumte außerdem, ich wäre in einer anderen, alten Zeit in einer mehrfach ummauerten Stadt. Ich ging in den äußeren Ring, der ,,Suchmauer'' genannt wurde. Hier gab es direkt an der hohen, roten Mauer einen kleinen Markt. Dieser Markt hatte die Besonderheit, dass er auch in der Nacht bewacht wurde, denn hier gab es besondere Spezialitäten an besonderen Ständen, die jeden Abend aus den Ständen genommen und in Schließfächer verstaut wurden. Die Schließfächer waren in die hohe, rote Mauer eingelassen.

Ich ging zum Stand der zwei Brüder. Es handelte sich bei den beiden um Zwillinge, welche die dreißig noch nicht ganz erreicht hatten. Der eine von ihnen hatte das Glitzern der Magie in den Augen und er war derjenige, der dem kundigen Kunden die besten Amulette und Zauberzutaten anbot. Seinem Bruder ging die Magie komplett ab und er half mit und passte mit auf, dass kein Langfinger etwas Wertvolles stahl.

Während ich ein paar Medaillons begutachtete, vom Strahlen des einen Bruders beleuchtet, bemerkte ich eine seltsame Gestalt, die an mir vorbei ging. Sie trug fremdartige Kleidung. Kleidung, die zu dieser Zeit in diesem Teil der Welt sicher von niemandem getragen wurde. Ich verabschiedete mich von den Händlern und versprach, bald wieder zu kommen. Dann nahm ich die Verfolgung der Gestalt auf. Die Schnallen an den Lederriemen, die seine Kleidung zusammen hielten, würden erst hunderte Jahre später in Mode kommen — das wurde mir klar. Meine rechte Hand wanderte zu dem Nierendolch an meinem Gürtel. Die seltsame Gestalt beschleunigte seine Schritte, schien meine Anwesenheit bemerkt zu haben. Wir verließen den Markt und gingen hintereinander her durch einen schneckenartigen Mauergang, der zum nächsten inneren Tor führt. Von diesem Wesen vor mir drohte Gefahr, das spürte ich. Mein zweites Gesicht begann zu sprechen und ich sah eine Zeitenkonjunktion auf diese Welt zukommen. Ich würde eine Taube fangen und opfern müssen, um wieder durch die Zeiten zu reisen — in eine Zeit, die ich nur allzu gerne verlassen hatte.

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Der erste Arbeitstag seit zwei Wochen. Ich war noch ganz meschugge von der Froschpille am Abend vorher, aber es ging einigermaßen. Der Arbeitsweg (,,Die Maske'') war wieder nervig.

Auf der Arbeit hatten wir erst einmal zwei längere Besprechungen. Dann habe ich mich um ein bisschen Kleinkram gekümmert und habe einen Ausflug zur ULB Düsseldorf gemacht, denn es wollten zwei Fernleihbücher abgeholt werden. Leider hat das ,,Ex Libris'', das kleine Café an der ULB, wegen Corona noch immer geschlossen.

Schaut man sich die aktuellen Zahlen an, wird das wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben.

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Feierabend gegen halb sechs. Eigentlich wollte ich einen asiatischen Imbiss in meiner Nähe ausprobieren, aber der hat nur außer Haus verkauft und ich hatte keine Lust, mit Berge von Styropor durch Neudorf zu laufen. Also ging es zu Olga, dem hervorragenden griechischen Imbiss bei mir ,,umme Ecke''. Die haben aber Urlaub. Deswegen gab es daheim kleine Kartoffeln mit Zwiebeln und Sucuk aus der Heißluftfritteuse.

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So wie Sebastian Puffpaff möchte ich auch mal im Supermarkt ausrasten.