Die Mulmionen

18.07.2019 - Lesezeit: 3 Minuten

Physiognomie

Mulmionen sind Wesen, welche als besonders absonderlich beschrieben werden können. Sie sind meist von runder und abgeflachter, mitunter wanzenartiger Form und fast ausnahmslos ist ihre Haut schwarz.

Diese äußere Form wurde in der Vergangenheit häufig angezweifelt, angesichts vieler Berichte über Exemplare mit ganz anderen Körpern, jedoch muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass Mulmionen ihre Körperform frei wählen können und dies bei passender Gelegenheit auch hin und wieder gerne tun. Die Hauptform ist jedoch die runde, flache, wanzenartige.
Ausgewachsene Mulmionen in Normalform werden im Durchmesser ca. 2 Meter und in der Höhe bis zu 1 Meter hoch. An der vorderen Oberseite tragen sie zwei große, weiße, runde Augen und gleichmäßigen, ebenfalls runden Pupillen. Unter den Augen befinden sich zwei schräg sitzende Nasenschlitze und genau auf der Kante zwischen Ober- und Unterseite des Mulmion befindet sich der zahnlose Mund.

Getragen werden diese Wesen von einer Vielzahl von dünnen, halb durchsichtigen Tentakelbeinchen, welche ihnen eine erstaunlich elegante Fortbewegungsweise ermöglichen. Bei toten Exemplaren konnte man bis zu 200 Tentakelbeinchen zählen. Bei lebenden Mulmionen ist ein Zählen der Exetremitäten aufgrund ihrer hohen Bewegungsfreude nicht möglich. Die Länge der Beinchen beträgt zwischen 20 Zentimetern bis zu 10 Metern. Vieles spricht dafür, dass Mulmionen in der Lage sind, die Länge ihrer Tentakelbeinchen ähnlich wie ihre Körperform zu verändern.

Ernährung

Mulmionen ernähren sich von pflanzlicher Nahrung. Mit ihren Tentakelbeinchen rupfen Sie Grasbüschel aus und führen diese zum Mund. Mitunter grasen diese Wesen auch Büsche und Bäume ab.
Bestimmte Vorlieben scheinen sie dabei nicht zu haben.

Sozialverhalten

Mulmionen werden meist als Einzelgänger angetroffen, sie schließen sich jedoch auch zu Familienverbänden mit bis zu sechs erwachsenen Exemplaren zusammen - vermutlich, um sich gegenseitig bei der Aufzucht von Jungtieren zu unterstützen.
Trifft man in der Wildnis auf eine Gruppe von Mulmionen, so nehmen einige der ausgewachsenen Tiere die Jungtiere auf und verstecken sie zwischen ihren Tentakelbeinchen. Andere ausgewachsene Tiere (möglicherweise Alttiere) stellen sich zwischen die ,,Muttertiere'' und den Beobachter.

Einzelgänger beobachten häufig den Betrachter eindringlich, bevor sie sich abwenden und Fliehen.

Geschlechterverhalten

Es war bisher noch nicht möglich, beim Mulmionen unterschiedliche Geschlechter festzustellen. Es steht zu vermuten, dass sie Zwitter oder vollkommen geschlechtslos sind.

Erwähnungen in der Literatur

Bereits um 200 erwähnt der Dichter und Scholar Bremo von Tito Mulmionen in seinem Gedicht ,,Nebel am Kwand'' mit den Zeilen:

dort fern
am Ebenenrand
stehen Mulmionen
und sehen Dich an.

Bremo von Tito spielt hier auf das offensichtliche Interesse von Mulmionen an menschlichen Tätigkeiten an. Häufig scheinen sie Menschen aus der Ferne zu beobachten, obwohl bisher keinerlei Versuche einer Kontaktaufnahme bekannt sind.